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Dieses Thema hat 24 Antworten
und wurde 1.678 mal aufgerufen
 Die Runen
Seiten 1 | 2
Othala ( gelöscht )
Beiträge:

15.01.2007 13:50
Berkana und Ingwaz antworten
Liebe Raben,

ich brauche mal bitte Euren Input.

Es geht um die Runen Berkana und Ingwaz, bei denen mich aus Eurer Sicht der deuterische Unterschied interessieren würde.

Beide Runen haben meiner Ansicht nach mit Fruchtbarkeit zu tun (auch, aber nicht nur im Sinne der Sexualität), beide symbolisieren eine positive Entwicklung, bzw. die Schwelle zu einem neuen Anfang, beide sind Zyklus-Runen...

Ist Berkana quasi das weibliche Pendant zu Ingwaz und/oder besteht der Unterschied darin, daß bei Berkana das Gewicht mehr auf dem Wachsen und Gedeihen liegt, während bei Ingwaz die Vollendung kurz bevor steht?

Ich freue mich über jeden Denkanstoß.

Liebe Grüße,

Othala
_______________________________________


Es ist das Herz, das gibt.
Die Hände geben nur her.

Brigid ( gelöscht )
Beiträge:

15.01.2007 14:21
#2 RE: Berkana und Ingwaz antworten
Liebe Othala,

vielleicht mag ja das frühlingshafte Wetter hier ausschlaggebend für die Gedanken sein, die mir eben kamen.

Berkana erinnert mich an die Birke, kräftiges Frühlingsgrün, goldgelbe Kätzchen. Vom überschäumenden Frühjahr begleitet Berkana in den Frühsommer (hier die Symbolik bei der Katholischen Fronleichnamsprozession, die früher nicht ohne Birkengrün denkbar war). Berkana ist natürlich entstehende, frische Kraft, Erneuerung. Wie auch die Birkenreiser in Sauna und der Nikolausrute richtig einheizen und anregen .

Bei Ingwaz muss ich immer an Ingenieur denken . Erneuerung durch Geisteskraft und starken Willen. Erneuerung durch Neu-Ordnung, neue Ziele.

Soviel mal in aller Kürze

LG
Brigid


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Is glas na cnoic i bhfad uait.
Die Berge in der Ferne sind stets grüner.

Irland

Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.161

15.01.2007 14:54
#3 RE: Berkana und Ingwaz antworten

Hallo Othala,

hier bestehen tatsächlich Ähnlichkeiten. Hier sehe ich bei beiden Runen einen frühlingshaft sexuellen Aspekt.

Berkana als die schützende, weibliche Rune. Die Birke, das erste Grün des Frühlings. Die Erdgöttin.
Auch wird sie gerne als Rune der Mütter, Hebammen und Heilerinnen bezeichnet. Sie ist die Rune, die bewahrt, bis das neue Leben in der Lage ist, sich selbst zu schützen.

Ingwaz ist hier meiner Meinung nach etwas agressiver. Quasi die männliche Sexualität, oder schlicht und ergreifend der pure Drang sich fortzupflanzen. Der Same, dessen Aufgehen unabdingbar für die weitere Entwicklung des Planes ist. Ingwaz ist es egal, ob das neue Leben (oder die Situation) mit ihr Schritt halten kann. Hat sich das Rad erst einmal bewegt, läßt es sich nicht mehr aufhalten.

Liebe Grüße
Ansuz




"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)

Alvara Offline

Rabe


Beiträge: 237

15.01.2007 15:01
#4 RE: Berkana und Ingwaz antworten

Hallo Ihr Lieben!

Was für ein schönes Thema *sabber*... 2 meiner Lieblingsrunen (ich hab ja nur 24 ...)Nee ganz im Ernst.

Berkana, die Rune des Neubeginngs, des Anfangs. Schnelles Wachstum wie die Birke, Wegbereiter und Platz schaffen für das, was danach kommt. So seh ich in Kurzform Berkana.

Eine der "stillen", eher unscheinbaren Runen ist da Ingwaz, die Raute.Und ungeheuer faszinierend. Sohn bedeutet der Name im Yng im schwedischen und Freya Aswinn vermutet in ihrem Buch „die Blätter von Yggdrasil“ sogar, dass der Begriff „England“ (Inglanda) sich daher ableiten liesse. Sie symbolisiert für mich Fruchtbarkeit, allein schon durch die Form, aber anders als Berkana, die ja auch als Fruchtbarkeitssymbol gesehen wird. Ingwaz, das Tor, durch das der Samen dringt - hört sich doof an, meint aber genau das, was ich ausdrücken will *g*. Insofern ist die Aussage mit "fast vor der Vollendung" schon sehr treffend.
Ingwaz sagt mir in einer Legung, das neue Tore geöffnet werden. Während Berkana den Neubeginn, den absoluten Anfang symbolisiert, steht Ingwaz für mich als nächste Stufe *kann das nicht genau benennen*. Sie steht für Fortschritt und Weiterentwicklung.
Manche Runenmagier nutzen sie anstelle des Schutzkreises, auch das ist möglich. Ebenso lassen sich einige „Dinge“ in ihr fangen oder festhalten. Soll ja manchmal von Nutzen sein g.
Spiriutell bedeutet sie den Übergang von einem Stadium ins nächste.
Sie ist also eine Rune der Transformation.

Ach ja ... die Form ist äusserst interessant. Irgendwie erinnert sie - als Binderune - doch stark an eine Doppelhelix - und da sind wir wieder beim Sohn/Erbe angekommen ;-)


Liebe Grüsse

Alvara

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Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist, als die Angst. (Ambrose Red Moon)

Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.161

15.01.2007 15:39
#5 RE: Berkana und Ingwaz antworten

Hallo liebe Raben,

beim Nachdenken über Othala`s Frage fiel mir gerade auf, dass Berkana doch eigentlich aus zwei Ingwaz-Hälften besteht

Viele Grüße
Ansuz




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Othala ( gelöscht )
Beiträge:

16.01.2007 15:50
#6 RE: Berkana und Ingwaz antworten

Hallo Ihr Lieben,

herzlichen Dank für Eure Anregungen!
Ihr habt mir genau die Denkanstöße gegeben, die ich gebraucht habe.

Liebe Grüße,

Othala


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Die Hände geben nur her.



Schakara Offline

Altrabe


Beiträge: 916

22.07.2007 20:14
#7 RE: Berkana und Ingwaz antworten

Liebe Raben,
ich hol den thread wieder hoch.Ich habe während der Rauhnächte für den Monat Juli die Rune Berkana gezogen.Sie begleit mich nun den ganzen Monat um den Hals in meinem kleinen Runenbeutelchen.Ich habe eigentlich keine Blutungen mehr,eigentlich....Meine Brüste begannen vor über einer Woche zu spannen und leicht zu schmerzen und nun kam noch eine leichte Blutung dazu.So viel also zu Berkana als weiblicher Rune.Ich habe auch schon öfters gelesen,daß die Form der Rune zwei Brüste darstellt.So langsam glaube ich das.
Und für den August habe ich Ingwaz gezogen,und neue Pläne sind da.Es bleibt spannend.

Grüßles Schakara

Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen.Sie ist eines der kennzeichnenden Laster eines niederen und unedlen Volkes.

(Alexander von Humboldt)

Taliesin Offline

Rabe


Beiträge: 125

25.07.2007 00:58
#8 RE: Berkana und Ingwaz antworten

Hallo ihr Lieben,

da muß ich doch einfach was dazu sagen ... ist schließlich meine Geburtsrune (ich weiß daß zum Thema Geburtsrune widersprüchliche Ansichten hier im Forum herrschen ... betrachten wir das mal als reine Zahlenspielerei ... an irgend was muß man den Kalender schließlich aufhängen, warum nicht an Papst Gregors Ideen). Außerdem ist die Rune, die ich mir als "meine" Rune aus dem Kreis ausgesucht habe, steht sie doch auch für den ersten Buchstaben meines Vornamens (Bernhard) ... Ein Mann und ... ich versteh's manchmal selber nicht ...
ist für mich das Urbild der "Mutter", der Beschützerin & Ernäherin der kleinen Kinder (und somit ist auch Freya Aswynns Vergleich mit den Brüsten nicht falsch). hingegen ist ein Tor in eine andere "dunkle" Welt, sowohl metaphysisch wie auch sexuell betrachtet ... für mein Verständnis zumindest. Ohne könnte nicht funktionieren, biologisch betrachtet ... und wohl auch spirituell. Aber mit diesem Gedankengang bin ich selber noch nicht ganz fertig. Ich würde mich über eure Meinungen dazu freuen.

Leicht verwirrt, wie immer, grüßt euch alle ganz herzlich
Taliesin

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Mögen die Götter, an die Ihr glaubt, Euch auf Euren Wegen begleiten, behüten und erleuchten!

Isa ( Gast )
Beiträge:

26.07.2007 17:42
#9 RE: Berkana und Ingwaz antworten

Hi Taliesin.
Also für mich steht Berkana für den Brustkorb und den Bauch... und natürlich für die Birke.

Grüße
Isa

Taliesin Offline

Rabe


Beiträge: 125

27.07.2007 02:21
#10 RE: Berkana und Ingwaz antworten

Hi Isa,

natürlich steht Berkana für die Birke und für die Göttin ... muß ich das extra anführen?
Ich gebe auch zu daß ich manchmal etwas "seltsame" Verbindungen zu den Runen aufbaue ... aber meine erste Rune war auch Hagalaz (die erste, die ich kannte und auch die erste, die ich um den Hals trug). Noch immer ist Hagalaz für mich eine meiner "Lieblingsrunen", die Rune, die mir am häufigsten etwas zuraunt und zu der ich eine sehr starke Affinität spüre. Die Verkäuferin in meinem "Hexenladen" guckt immer ganz komisch, wenn sie sich daran erinnert.
Wie oben gesagt, hat Berkana etwas ur-mütterliches für mich, und da ist deine Definition mit Brustkorb und Bauch doch auch nicht sooo weit von entfernt ... oder?

Gruß
Taliesin

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Isa ( Gast )
Beiträge:

28.07.2007 15:23
#11 RE: Berkana und Ingwaz antworten

Hi Taliesin

In Antwort auf:
natürlich steht Berkana für die Birke und für die Göttin ... muß ich das extra anführen?



Wieso nicht? Ist ja immerhin ein Diskussionsforum, oder?

Berkana steht meinerseits auch nicht nur für die Göttin. Denn da ich Waage bin und auf dem messerscharfem Pfad beider Kraftlinien wandele, gibt es für mich keine großen Unterschiede zwischen Gott und Göttin. Doch um das näher erklären zu können, muß ich noch sehr viel mehr Erfahrung sammeln Klar lasse ich jedem seinen Gott oder Göttin. Wieso auch nicht?! Solange sie mir nicht meine Wohnung stürmen und mich im Keller foltern, damit sie anbete finde ich das sogar richtig interessant.

Gruß
Isa

Taliesin Offline

Rabe


Beiträge: 125

30.07.2007 14:06
#12 RE: Berkana und Ingwaz antworten

sei mir gegrüßt Isa,

In Antwort auf:
Klar lasse ich jedem seinen Gott oder Göttin. Wieso auch nicht?! Solange sie mir nicht meine Wohnung stürmen und mich im Keller foltern, damit sie anbete finde ich das sogar richtig interessant.


Da kann ich dir nur vorbehaltlos zustimmen (siehe auch meine Signatur) ... wenn ich Göttin sage, meine ich damit das Eidolon oder Urbild der Göttin (C.G. Jung nennt das "Archetypen", glaub ich). Und wenn ich eines begriffen habe in den letzten Jahrzehnten dann dieses: Du sollst nicht missionieren! Ich werde also niemandes Wohnung stürmen und unschuldige Ungläubige in ihrem eigenen Keller foltern ... obwohl, manchmal möchte ich schon ... (grins). Jedermann/frau darf an das glauben, was er/sie für richtig hält.
Ansonsten schwebt meine persönliche Philosophie irgendwo zwischen Asgard und Manitou, mit einem leichten Touch Buddha dazu ... ... nur mal so nebenbei. Und in Zukunft werde ich auch das mit in meine Postings reinschreiben, was für mich eigentlich offensichtlich ist ... ich bin halt Forum-Neuling ... sorry

Liebe Grüße
Taliesin

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Ninjafay ( gelöscht )
Beiträge:

01.08.2007 10:28
#13 RE: Berkana und Ingwaz antworten

Hallo Talisien und die anderen Raben,

agalaz raunt nicht umsonst soviel. Du kannst sie als Mutterrune betrachten. Das habe ich mal hier gelesen.
Sie stellt alle Gegensätze dar. Heilung und Zerstörung, Schutz und Angriff. Aus diesen Polen entsteht Bewegung und aus dieser Entwicklung, Wachstum, Lernprozesse. Ich habe Hagalaz als Schüttelrune kennengelernt. Sie kann dich wach schütteln. Sie kann aber auch eine ruhende Bewegung sein. Wie ein großer großer alter Fisch in der Tiefsee. Ruhig und ausgeglichen, da er um die wirkungsweise der Welt weiß. Er kennt die Gesetzte der Natur und die Gesetze der Zyklen. Grundmechanismen nach denen die Evolution, die Entwicklung abläuft. Und dieser Fisch bleibt ruhig, denn er weiß alles hat seinen Anfang, sein Ende und seinen Weg...bis es von neuem beginnt. Aufgrund seiner vielen Jahre hauen ihn diese Stürme nicht mehr um, denn er kann das Muster dahinter sehen und das wiederholt sich. Das gibt ihm die Ruhe und Stille und so schwimmt er vor sich hin in der See...ob Sturm, Windstille oder Regen...er schwimmt und sucht nach Nahrung.

Zu Berkana und Inguz:

Ich finde Interessant wie ihr das alles seht. Berkana für das Weibliche, die Geburt, Inguz als Tor, das Männliche, wo der samen eindringt. Languz...ist weiblich und irgendwie auch zielgerichtet...ähnlich wie Tiwaz.
Ohne Ziel habe wir Isa..die Isolation. Also Ein Ziel bringt uns aus der Isolation heraus, wenn wir uns darauf zu bewegen, dabei brauchen wir eine Richtung egal ob Mann oder Frau, doch am Ende steht der Drang zur Vereinigung.
.
Ich finde die Reihenfolge der Runen dabei interessant. Gebo - Geschenk, Pertho - die Gebärmutter, Berkana - Geburt, Ehwaz, Mannaz - Zusammensein von zwei, Inguz als Tor, Othala - Erbe....gebo - Geschenk.

Ich entdecke einen Kreislauf, denn nur als Kreis macht es einen Sinn, dass Berkana vor Inguz kommt.
Denn ich als Frau denke erst bin ich doch mit einem Mann zusammen, bevor ein Kind entsteht und auf die Welt kommt..oder?


Doch die Runen scheinen das etwas anders zu sehen. Sie fangen mit dem Geschenk des Lebens durch den "Urknall" an.
Mit den ganzen Energien, die da mitmischen. Dann kommen die Nornen mit ihrem Schicksal für uns u.s.w.
So ganz verstanden habe ich all das noch nicht. Erwachsensein trifft es für mich am besten. Ernten, Transfomieren, Ziele setzten, entscheiden, Verantwortung übernehmen...die alten Werte leben...und zack
Berkana.

Gebo, Wunjo stehen ja auch für Sexulität. Warum kommt Sexualität vor Ehwaz und Mannaz, wo zwei zusammen sind. Kann man ja bildlich so sehen?
Berkana als Rune der Geburt, der Schwangerschaft folgt der Sexualität, doch erst dann kommt wirkliches zusammensein, erst dann komm Inguz und das Erbe?

Kann es sein, das zu Urzeiten, eine Frau und ein Mann sich erst aneinander gebunden haben, wenn sie schwanger war?
Kann es sein, das vorher ausgelebte Sexualität miteinander noch nicht diese Bindung hervorrief?
So gesehen kann Inguz auch umgekehrt betrachtet werden.
Nicht als Tor indem etwas eindringt, sondern als Tor aus dem etwas kommt.
Wenn Berkanna eine schwangere Frau darstellt...kann es sein, das die folgenden Runen zeigen, das eine Familie entsteht. Zur Vollendung kommt es, wenn das Kind zur Welt kommt, durch das Tor Ingwaz. Dieses Kind trägt das Erbe (othala) beider (Vater und Mutter) und vereint die Familien aus denen diese stammen.

Gleichzeitig geht damit ein Zyklus zu Ende und ein neuer entsteht. Das Kind wächst auf und wir landen wieder am Anfang des Futharks, wo Fehu...die Urenergie repräsentiert und damit alles was aus diesem kleinen Menschen werden kann.


So kann ich auch Eihwaz - Tod in der Mitte erklären.
Währrend unseres Lebens begleitet uns der Tod, denn wir velieren liebe Menschen, Freunde u.s.w., doch unser Leben geht weiter.
Betrachte ich mit Eihwaz den eigenen Tod, dann kann ich auch mythologisch den Glauben an die Wiedergeburt, an die Fylgia und das Hamingja an den folgenden Runen erkennen, quasi die Entwicklung der Seele nach dem Tod bis sie wiederkommt.

Kurz das Futhark enthält viele Zyklen...es erinnert mich an eine sich drehende Spirale und die Runen sind verschiedene Phasen in dieser Spirale, verschiedene Entwicklungsstadien. Deshalb wurden ja auch nicht alle Asen beim Ragnarök vernichtet. Denn es geht weiter, immer weiter...

Mir ist die Mythologie hinter den Runen in Verbindung mit den Asen noch relativ fremd. Vielleicht könnt ihr mir noch Eure Sichtweise erklären. Denn ich möchte schon gern wissen, wie ihr es seht. Warum kommt Eurer Meinung Inguz erst nach Berkana, wenn es das Tor ist, durch den der Same tritt????
Wenn ich das Runenalpabet als Kreis betrachte, erscheint es mir logisch...

Denn so käme danach ja wieder Sexualität und davor das Zusammensein zweier Menschen.

Ich hoffe ich konntet meinen Gedanken folgen....wie seht ihr das ganz???

Liebe Grüße Ninjafay


Isa ( Gast )
Beiträge:

01.08.2007 13:30
#14 RE: Berkana und Ingwaz antworten

Hi Ninjafay.

Mann! Echt gute Gedanken. Ich denke auch Ingwaz steht für die Göttin. Wie ein Same (das Kind) welches in Ruhe in der Mutter heranreifen soll.
Ich denke jede Rune hat männliche wie auch weibliche Aspekte, warum auch nicht?! Berkana wird halt zur Speziellen Frauenrune, sobald sie eine Geburt unterstützt.
Doch kann man Berkana für alle möglichen Aspekte im allgemein menschlichen Körper verwenden. Denn die Birke symbolisiert unseren menschlichen Körper nur in Form eines ruhigen, gelassenen und weichem Baumes. Denn die Birke wird etwa so alt, wie unser natürlicher Körper (Kaum eine Birke wird älter als 100 Jahre ) Die Birke ist ein Herzwurzler und pumt aus diesem Herz den Saft ihres Lebens durch die Venen, genauso wie wir Menschen mit unserem Herz. Doch die Birke steht nie unter Stress und steht für die Natur: Also die perfekte Entbindungs. doch auch Wachstumsrune und Ruherune allgemein für den physischen Körper des Menschen.
Soviel denke ich mal dazu

Gruß
Isa

Taliesin Offline

Rabe


Beiträge: 125

01.08.2007 13:34
#15 RE: Berkana und Ingwaz antworten

Wow Ninjafay,

ziemlich viel auf einmal ... und ziemlich starker Tobak ... erstmal verdauen, nochmal lesen, nachdenken ...

Die Spirale des Lebens ... schönes Bild! Was ich nicht ganz verstehe ist dein Vergleich von Eihwaz mit dem Tod ... für mich symbolisiert diese Rune eher das Leben, die (geistige) Befruchtung des Menschen durch den Kontakt mit den Göttern, das Rückgrat des Weltalls. Den Tod (als Durchgang zu einer neuen (anderen) Existenz) sehe ich vielmehr in Inguz ... denn dieses Tor kann überall hinführen ... Die Zerstörung, die den Neuanfang ermöglicht, steckt dagegen in Dagaz (die ich gerne mit Othala vertausche und ans Ende des Futharks stelle). Sie symbolisiert für mich die Ragnarök, die Götterdämmerung, die (atomare?) Zertrümmerung der Moleküle, die notwendig ist, damit die Urkräfte des Universums (Fehu) etwas neues aufbauen können.

Tatsächlich war es in vielen alten Kulturen üblich, daß eine Frau erst ihre Fruchtbarkeit und Gebärfähigkeit unter Beweis stellen mußte, bevor sie von einem Mann zur Partnerin erwählt werden durfte ... in grauer Vorzeit eine durchaus angebrachte Einstellung, ging es doch vornehmlich um den Erhalt und die Ausbreitung der Rasse Mensch.
Und ... für mich eben das Gefäß zum Werfen des Loses ... die Erfüllung des uns von den Nornen zugedachten Schicksales, das wir nicht selber in der Hand haben (oder nur in einem sehr engen Rahmen) ... die Fäden sind gesponnen (Hagalaz, Nauthiz, Isa), der Kreislauf des Lebens beginnt oder setzt sich fort (Jera), die Achse ist gefunden (Eihwaz), jetzt kann das Schicksal angegangen werden (Perthro), und mit Hilfe von und Schutz durch die Götter (Algiz) und unter der Wärme der Sonne (Sowilo) kann sich dann die Gerechtigkeit (Tiwaz), die Fruchtbarkeit (Berkana) und die Partnerschaft (Ehwaz) entwickeln, was den Menschen erst zum Menschen macht (Mannaz, unter Umständen auch die Erschaffung eines neuen Menschen (?)). Laguz bereitet mir in dieser Reihe noch etwas Kopfzerbrechen (Wasser, See, Lauch ?), aber als nächstes folgt der Durchgang in eine höhere Ebene (Inguz), quasi die spirituelle Weiterentwicklung des Menschen, der sein Erbe hinterläßt (nicht nur materiell, sondern auch geistig, Othala), um schließlich durch seine Zerstörung (Tod, Auflösung, Dagaz) seine Elemente wieder in den Kreislauf des Futhark (und des Lebens) einzubringen und einen neuen Anfang zu ermöglichen (Fehu). Das Urfeuer muß gebändigt und in eine Form gebracht werden (Uruz), die Kräfte der Riesen (die zerstörerischen Elemente) müssen kontrolliert werden (Thurisaz), die Götter müssen entdeckt werden (Ansuz), der Weg (Raidho) und das Licht (Kenaz) führen uns zu den Geschenken des Universums (Gebo) und der Wunsch nach Vollkommenheit (Wunjo) etabliert sich. Dann tritt das Schicksal auf den Plan ... die "Verdienste" der Vergangenheit (Hagalaz), die Notwendigkeiten (Nauthiz) und die Tendenz zur Erstarrung im Erreichten (Isa) ... und damit sind wir auch schon wieder am Ausgangspunkt meiner Betrachtung.

gnnnn ... eigentlich wollt ich nur ganz kurz antworten, jetzt isses doch wieder ein Roman geworden ... wenn der Taliesin ins Labern kommt ...

Grüß'les
Taliesin

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