in Anlehnung der Monatsrunen für den Monat Juni möchte ich Euch den Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) vorstellen.
Gewöhnlicher Frauenmantel
Beschreibung : Ausdauernde Staude mit kriechenden bis aufsteigendem 10-15 cm langen Stengel; Blattstiele länger als 5 cm, Blätter gefaltet, Spitzen mit gezähnten Abschnitten; Blüten in Limonengrün in endständiger Rispe, nur Kelchblätter, Blütezeit V-IX; Wälder, Wiesen, Gebüsche, feuchte Böden.
Wissenswertes : Der Frauenmantel gehört zu den Gattungen, bei denen die Evolution noch keine stabilen Arten hervorgebracht hat. Die Botaniker fassen in solchen Fällen den Begriff etwas weiter und sprechen von Sammelarten. Als Physiologische Besonderheit scheidet der Frauenmantel in kühlen Nächten aktiv Wasser durch seine Blattspalten aus (Guttation). diesen "himmlischen Tau" sammelten die Alchimisten als einen Ihrer vielen Rohstoffe für die vergeblichen Versuche "Gold" zu machen. (Alchemilla = kleine Alchimistin) Die Ähnlichkeit der Blätter mit dem Umhängemantel Mariens (>>Unser lieben Frau Mantelkraut ist ein Kraut über alle Kräuter<<, hieß es noch in einem Spruch um 1880)machte den Frauenmantel bevorzugt zu einem "Frauenkraut". Die mittelalterlichen Ärzte verordneten ihn bei Frauenleiden und Menstruationsbeschwerden. Wesentlich pikanter sind die Waschungen, von denen Tabernaemontanus berichtet. Danach sind die Frauen wieder >>als wann sie Jungfrawen werend<<
Inhaltsstoffe : Gerbstoffe, Flavonoide, Spuren von Salicylsäure.
Anwendung : Das Kraut (Herba Alchimillae) wird vor der Blütezeit gesammelt und getrocknet. Die Droge kann bei Magen- und Darmstörungen eingesetzt werden. Für einen Tee braucht man einen gehäuften Teelöffel pro Tasse (mit heißem Wasser übergießen). Da die Gerbstoffe eine zusammenziehende Wirkung haben, ist wohl auch die alte volksmedizinische Anwendung bei äußerlichen Wunden gerechtfertigt.
In Antwort auf:Wesentlich pikanter sind die Waschungen, von denen Tabernaemontanus berichtet. Danach sind die Frauen wieder >>als wann sie Jungfrawen werend<<
Na das find ich ja mal wieder hochinteressant. Hört sich nach dem uralten Geschlechterkampf an, die Männer schieben ihr kleines Problem auf die Frauen ab und die Frauen ihr großes auf die Männer. Aber vor allen Dingen erinnert dieser Spruch an so traurige Zeiten, in denen man erst nach der Eheschließung gewahr wurde, ob´s nu passt oder nicht.
die Tatsache, dass der Frauenmantel noch keine "stabile Art" hervorgebracht hat, verdanken die Gärtner ein äußerst dekoratives Beiwerk (alchemilla mollis) zu Blumensträußen, zum Beispiel zu Rosen. Ich war heute unbeabsichtigt auf "Kräutertour", der Frauenmantel war auch auf meiner "Sichtungsliste".
Grüne Grüße Brigid
^^^^^^^^ Wenn der Nebel sich lichtet, sieht man den Regen (Irland)
In Antwort auf: Na das find ich ja mal wieder hochinteressant. Hört sich nach dem uralten Geschlechterkampf an, die Männer schieben ihr kleines Problem auf die Frauen ab und die Frauen ihr großes auf die Männer.
Das hat Silke doch nur zur Erklärung geschrieben. Hier ist doch niemand, der sein Feinsliebchen bittet, in Frauenmantel zu baden!!
Nicht das hier noch jemand etwas zum "Baldrian" schreiben muß
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