„Verbrenne nicht die Weide, einen den Dichtern heiligen Baum“ (Song of the Forrest Trees)
Dieser Baum ist schön, doch voller Wehmut. Die weibliche Weide ist von unbestreitbarer Anmut und die männliche findet beim anderen Geschlecht viel Anerkennung. Sie ist ausgesprochen einfühlsam in der Liebe und auch gegenüber allen anderen Mitmenschen. Die Weide ist künstlerisch veranlagt und liebt das Schöne in jeder Gestalt. Sie träumt von einem schönen Heim, von schönen Kleidern und von Schmuck. Es zieht sie hinaus in die Welt, auf Ausflüge und Reisen; gleichzeitig hängt sie aber auch an Haus und Familie. Zwei Seelen wohnen in ihrer Brust: Eine ist verträumt und gefühlvoll, die andere voller Unruhe und wechselhaft. Ansonsten ist sie rechtschaffen und ehrlich, und wenn es sein muß, wählt sie den schwierigeren Weg. Sie lässt sich von nahe stehenden Personen gerne beeinflussen, ist aber trotzdem kein leichter Lebenspartner. Sie kann kapriziös sein, anspruchsvoll und immer abhängig von Stimmungen, bis hin zur Hysterie. Die Weide besitzt die Fähigkeit, durch ihr Einfühlungsvermögen und ihre Intuition manche Ereignisse vorauszuahnen. Dadurch setzt sie ihre Umgebung immer wieder in Erstaunen. In der Liebe leidet sie oft, aber manchmal findet sie in der Partnerschaft den ersehnten Hafen. Dann jedoch findet sie sich insgeheim oft unverstanden und zu gering geschätzt.
Die Weide historisch:
Die Weide ist ein Hexenbaum- und wie die Hexe hat sie zwei Gesichter.
„Weide, silbern Angesicht, weil ich dich von weitem sehe leidet`s mich und hält mich nicht bis ich grüßend vor dir stehe…“
So besingt Rudolf Alexander Schröder das helle Frühlingsgesicht der Weide; Günter Eich dagegen ihr düsteres:
„Die Weiden; verwachsene Weiber, gebeugt mit zottigem Kopf, zerlumbt sind ihre Röcke, die Läuse nisten im Kopf…“
Die Weide ist der Baum, der dem Wasser am nächsten steht und damit auch dem Mond. So ist sie in vielen Kulturen der Mondgöttin geweiht, deren zwei Aspekte, fruchtbarer Neubeginn und trauriges Todesdunkel, in der Weide offenbar sind. Der Hexenbesen als magisches Gerät der Hexe enthielt um den Eschenstiel gebunden Haselruten als Wunschreiser und Weidenzweige vom Baum der Mondgöttin als Symbol der Macht. Wurde der Hexenbesen zerbrochen, so war auch die Macht der Hexe dahin: Sie verlor die Kraft zu zaubern und zu verhexen und sie konnte durch ertränken getötet werden.
Wir unterscheiden Frühlings- und Sommerweiden. Die Sommerweiden blühen erst bei oder nach austreiben der Blätter, zu ihrer Gattung gehören u.a. die Silberweide und ihre nahe Verwandte die Trauerweide. Die noch eher blühenden Weiden nennt man Frühlingsweiden; zu ihnen gehört die Korbweide, die wie der Name schon sagt, zum flechten von Korbwaren geeignet ist. Die durch häufiges Abschneiden der Triebe entstandene Wuchsform der Korbweide, nennt man Kopfweide. Man sieht sie im ländlich Bereich recht häufig bei alten Land- und Bauernhäusern. Die Weide hat ein enormes Ausschlagvermögen und deshalb gebraucht man Weidenzweige als befestigung von Dämmen, als grünen Zaun und zur Beet-einfassung . Der helle Aspekt der Weide zeigt sich in ihrer Erneuerungskraft und frühen Blüte – sie blüht als erster Baum im Frühjahr und ist dann eine echte „Bienen-Weide“ . Ihr dunkler Aspekt zeigt sich besonders in ihrer Wuchsform als Kopfweide und als Trauerweide. Die Trauerweide, deren Zweige wie rinnende Tränenströme scheinen, wird von Keller in seinem Gedicht von der Trauerweide so besungen:
„…Die Trauerweide umhüllt mich dicht, Rings fließt ihr Haar aufs Gelände, Verstrickt mir die Füße mit Kettengewicht Und bindet mir Arme und Hände.
Doch schon kehrt sich der Ausdruck des Leides, denn was für die Großen Melancholie symbolisiert, das ist für die kleinen schützende Hülle und fröhliches Baumzelt, dass sie bewohnen und beleben können. Da die Weide empfindlich auf Wasserströmungen reagiert, schneidet der Rutengänger aus der Weide seine Rute, um mit ihr nach gestörten Zonen und besonders nach Wasser zu fahnden.
Bach fand in der Blüte der gelben Weide sein Mittel gegen inneren Groll und Verbitterung, die das Gefühl hervorrufen en „Opfer des Schicksals“ zu sein.
Volksmedizin:
Die jungen etwas säuerlichen Weidenblätter können als Salat gegessen werden. In der Volksmedizin werden hauptsächlich Silberweide, Trauerweide und Korbweide bei Rheuma eingesetzt, und zwar insbesondere die Rinde, aber auch die Blätter ( Sammelzeit für beides ist der April). In den feuchten Niederrungen, in denen leicht ein akuter Rheuma-Anfall ausgelöst wird, findet man also das in der Volksmedizin schon immer dafür gebräuchliche Heilmittel. Bereits 1898 wurde das von den Weidenrinden-Inhaltsstoffen nachempfundene Aspirin, von Hoffmann entwickelt, bei Bayer synthetisiert; es war das erste Chemotherapeutikum. Erst jüngst machte man einen weiteren Schritt in der Erforschung der Weiden-Inhaltsstoffe: Man fand in ihrer Rinde das „Salizyl“, welches jetzt auch als synthetisch hergestelltes Mittel in der schulmedizinischen Chemotherapie gegen Rheuma eingesetzt wird.
Innerliche Anwendung: 2-3 Eßl. Zerkleinerte Rinde in einem Liter Wasser 8 – 12 Std. ansetzen, die Menge leicht angewärmt tagsüber schluckweise trinken; dieser Tee oder Kaltwasserauszug hilft dem Körper Giftstoffe auszuscheiden. Außerlich angewandt, wird die doppelte Menge Rinde genommen; Dieser Auszug hilft bei Rheuma, Mund- und Halsentzündungen, schlecht heilenden Wunden, Schweißhänden- und Füßen als Bad, Umschlag oder Gurgelwasser.
Quellhinweis: Das keltische Baumhoroskop von Wallrath editiert von Silke am 12.08.05
sooo neulich hat man den Wirkstoff nicht gefunden, mir ist das schon seit meiner ersten Lehrzeit bekannt. Und sogar die alten Römer knabberten Weidenrinde, wenn sie nach ihren Gelagen einen Brummschädel hatten, echt .
Allerdings hatte ich die "neue" Meldung vor nicht langer Zeit auch mitbekommen. Na ja, Hauptsache, die Weide hilft Mensch und auch Tieren, denn die wissen das auch.
Grüne Grüße Brigid
^^^^^^^^ Wenn der Nebel sich lichtet, sieht man den Regen (Irland)
schon komisch, wenn man sich so überlegt welche "Heilmittel" so in der Gegend herumstehen. Ich sehe meine Weide jetzt jedenfalls mit ganz anderen Augen
Da schließe ich mich an und sage auch: ein sehr gelungener Beitrag. Die Weide ist nicht im keltischen Horoskop mein Baum, sondern einfach meine Begleiterin und das schon sehr lange. Ratgeberin und Freundin und in meiner Nähe ist eine sehr alte und ehrwürdige Weide, eine Wächterin und ich besuche sie oft
danke für den tollen Bericht über Die Weide. Die Weide (Trauerweide) ist für mich so eine Art Seelenbaum, ich habe mich schon als Kind zu diesem Baum sehr hingezogen gefühlt. Eine Strasse weiter in der ich bei meinen Grosseltern wohnte, stand er "mein Baum"...mein Freund, mein Seelentröster mein Helfer mein Spirit. Da mir die Geborgenheit in der Kindheit gefehlt hat, habe ich mich immer wenn ich mich einsam, oder allein...von keinem verstanden gefühlt habe unter "ihn" gestellt und bin mit den Händen durch seine herunterhängenden Blätter gestreift das war als wenn er mich schtreichelt ,umarmrt...einfach lieb hat...das hat sich so schön angefühlt, ich kann das Gefühl heute noch spüren. Wo ich zur Zeit wohne habe ich direkt gegenüber in der Wiese zwei wunderschöne "Trauerweiden" stehen...das war mir gar nicht bewusst, als ich in meine Wohnung gezogen bin.
lg Rabenwölfin
Über uns tanzen die Galaxien in die Unendlichkeit hinaus...unter unseren Füßen schlummert die uralte Erde... ~AnamCara~
die 2 wunderschönen Weiden Bäume die in der Wiese gegenüber wo ich wohne standen haben sie gefällt, mit dem Argument, die machen zu viel Dreck Ich konnt es nicht fassen...zwei gesunde wunderschöne Bäume...
mein Impuls hier wegzuziehen wird immer stärker...die Zeichen immer deutlicher...irgendwie
lg Rabenwölfin
Über uns tanzen die Galaxien in die Unendlichkeit hinaus...unter unseren Füßen schlummert die uralte Erde... ~AnamCara~
sehr schön finde ich auch immer die Argumentation: "Der Baum muss weg, weil die Vögel, die auf seinen Ästen hocken, mir immer auf das Auto kacken."
Der Baum steht da schon seit 30 Jahren. Der Autofahrer darf aber natürlich keinen Schritt zuviel machen und sollte tunlichst immer in Wohnzimmernähe parken.
Bei uns haben sie im letzten Jahr eine riesige Eiche gefällt, weil die Krähen jedes Jahr in Ihr gebrütet haben und die Anwohner vom Lärm gefrustet waren. Irgendwie war diese Eiche die Inspiration für den Rabenbaum. Ich konnte sie immer von meinem Fenster aus sehen.
Ich kann Deinen Zorn durchaus verstehen
lieben Gruß Ansuz
"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht."(CG Jung)
da wo ich arbeite, haben sie vor ein paar Jahren eine ganze Allee von Bäumen... das waren bestimmt so 15 Stück, alles war so parkähnlich angelegt, einfach mit samt den Wurzeln rausgerissen, weil ihrgendwelche Hirnies auf die Idee kamen das passt nicht mehr ins Bild. Mir hat bei dem Anblick das Herz geblutet... alle Bäume mit Krähnen einfach mal so rausgerissen
jedes Indigene Volk hat Achtung vor der Natur,sie fällen auch Bäume um daraus Dinge für ihren täglichen Gebrauch herzustellen, oder betreiben Brandrodung um Mais oder so anzupflanzen...aber immer im Einklang mit der Natur und im Bemühen auf Nachhaltigkeit. Ich habe kein Problem damit, wenn ein Baum krank ist, das er gefällt werden muss, aber das ist einfach nur hirnlos.
lg Rabenwölfin
Über uns tanzen die Galaxien in die Unendlichkeit hinaus...unter unseren Füßen schlummert die uralte Erde... ~AnamCara~
Dieses Forum ist Teil der Internetpräsenz www.rabenbaum.com.
Sollten Sie Fragen, oder Anmerkungen zu unserem Forum haben, dann beantworten wir Ihnen diese gern telefonisch oder per E-Mail. Sie finden unser Impressum unter anderem unter www.rabenbaum.com