in meinem Kräuterschätzchen habe ich eine Art Gedicht (oder Gedanken, Gefühl, wie auch immer) gefunden, dass ich Euch auf keinen Fall vorenthalten möchte. Es hat mich irgendwie sehr berührt:
In Antwort auf:Der Apfelbaum Der ernste Hausvater, welcher ihn vor Jahren mit Sorgfalt pflanzte und seither so treulich pflegte; die praktische Hausfrau, die seine Gaben so wohl zu schätzen weiß; der müde Wanderer, dem er ein Labung spendender Wirt ist; alle haben ihn in ihr Herz geschlossen. Und erst die fröhliche Kinderschar! Wie viele sehnsüchtig glühende Blicke und Wünsche sendet dieselbe nicht zu ihm hinauf, vom ersten Entfalten seiner rötlich angehauchten Blüten bis zum Reifen der köstlichen, kühlenden Früchte, die er dann-ach, so spät für die lüsternen rosigen Lippen- mit einem Schütteln seines schweren Hauptes endlich unter dem großen Jubel der kleinen zu ihren Füßen rollen lässt. Der Apfelbaum gehört nicht zu den eigentlichen Frühblütlern unter den Obstbäumen. Ihm eilen in den südlichen Ländern, und soweit sie auch bei uns unter sorgfältiger Pflege gedeihen, die Mandel, Aprikosen und Pfirsichblüten voraus; dann die bei uns heimisch gewordene Kirsche, vor allem die Süßkirsche; darauf der frühe Birnbaum und die runde Pflaume. Endlich hat dann auch der Apfelbaum die läutenden Osterglocken gehört und erwacht aus seinem Schlafe. Aber vorsichtig öffnet derselbe zunächst ein Auge und dann das andere. Er fürchtet wie verbrannte Kinder das Feuer. Denn schon oft ist er durch einen letzten, verspäteten Winterschauer um sein ganzes Blütenleben gekommen und stand im Herbste früchtelos und traurig unter den suchenden und sehnsüchtigen Blicken seiner großen und kleinen Freunde. Wenn ihn aber so gegen Mitte oder Ende des Monats, die Aprilsonne recht neckisch- freundlich küsst, dann kann auch er nicht mehr länger widerstehen, und nach einer besonders warmen Nacht, strahlt er mit einem Male, zur freudigen Verwunderung aller, als ein Bild voll Kraft und Anmut im Glanze seiner Blütenrosen. Wie ein ungeheurer Schneeball steht er da; denn Blüte reiht sich an Blüte und jede verspätete Knospe muss sich durch den eng geschlossenen Verein gleichsam mit Gewalt hindurchdrängen, um Raum zum freien Atmen zu gewinnen. Dazwischen hinein wagt sich noch das junge Grün der Blätter und erhöht so die ganze Pracht.
Und nun beginnt für den Apfelbaum eine Zeit des nimmermüden Nektarspendens an die ewig durstige geflügelte Schar der Mücken, Bienen und Insekten, die ihn Tag für Tag vom ersten Morgenstrahle bis zur scheidenden Sonne summend und lärmend umschwärmen und sich in seinem Blumenstaube baden. Erst das fallen der letzten müden Blütenflocke bringt ihm endlich wieder ruhigere Tage. Dann baut das zierliche Rotkehlchen zwischen den Gabeln eines Astes seine luftige Sommerwohnung und singt uns das Lied von Heimat und Liebe, bis der gefräßige Spatz dazwischen fährt und zankend und schreiend die sich rötenden Äpfel beschimpft, Denn von jeher hat ihm die Erstlingsfrucht gehört.! Nun kommen wieder harte Zeiten für den Apfelbaum; denn jetzt muss er seinen Reichtum für den rechtmäßigen Besitzer gegen allerlei plünderndes Volk verteidigen, und oft geht er nicht unbeschädigt aus dem Kampfe hervor. Endlich naht jedoch im Herbste auch für ihn die Zeit, wo er, Rechenschaft ablegend, fröhliche und jauchzende Kinderherzen um sich sieht, und wenn er sich seiner Schätze entladen hat, bescheiden und anspruchslos zur Ruhe geht, um neue Kräfte für ein neues Jahr zu sammeln, dessen Früchte uns wieder gehören, wie all jene der vergangenen Jahre. So ist das Leben des Apfelbaumes ein immerwährendes treues Dienen, Geben und Spenden. Darum ist es uns auch, als ob ein Stück von unserem eigenen Herzen weggerissen werde, wenn so ein alter Freund, der viele Jahre hindurch Freud und Leid mit uns teilte, vom Alter gebeugt dahinwelkt und stirbt. Jeder Axthieb, der ihn trifft, trifft uns selber, und jeder Spatenstich, der den Baum der heimatlichen Erde ferner bringt, ist eine schwere Scholle auf dem Sarg eines unserer lieben……
Also, ich kann seit gestern, an garnichts anderes denken. Vielleicht wird es jetzt besser, wo es aufgeschrieben ist. Leider konnte ich den Verfasser nicht ermitteln. eines ist jedoch sicher: Er (oder Sie) ist ein Liebhaber der Natur!!
Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn wir diesen Beitrag nutzen würden, um an dieser Stelle interessante Postings zum Apfel zu sammeln und sie anschließend "Ansuz" und "Hugin" als Einstiegsbeitrag für die "Raben-Kräuter", quasi als kleines Dankeschön für den Rabenbaum und dieses Wohnzimmerforum zu schenken.
jetzt weiß ich leider überhaupt nicht, wie du auf den Apfelbaum kommst, weil ich mich momentan - wie so oft - um tausend andere Dinge kümmern muss und ich nicht mal alles mitlesen kann.
Aber:
Ich bin ein Apfelbaum und nicht zuletzt deshalb freue ich mich riesig über deinen schönen Beitrag.
Grüne Grüße Brigid
^^^^^^^^ Wenn der Nebel sich lichtet, sieht man den Regen (Irland)
In Antwort auf: jetzt weiß ich leider überhaupt nicht, wie du auf den Apfelbaum kommst
Der Beitrag war an keine bestimmte Rune geknüpft. Es ist nur mein Lieblingsbaum, sodaß ich alles was ich zum Apfelbaum finden kann, mit Heißhunger verschlinge. Und dieser Artikel war meiner bescheidenen Meinung nach zu schön, als daß er auf Seite 120 weiterschlummern sollte Vielleicht kommen wir ja noch zur Göttin "Idunna", dann hat auch der Apfel wieder einen Bezug.
In Antwort auf: Ich bin ein Apfelbaum und nicht zuletzt deshalb freue ich mich riesig über deinen schönen Beitrag.
Hallo Silke, dieser Text ist wirklich wunderbar. Ich danke dir, dass du dir die Mühe gemacht hast und ihn uns zur Verfügung gestellt hast. Als ich ihn gerade gelesen habe ist irgendwie der ganze Streß von diesem Tag von mir abgefallen. Jetzt geht es mir viel Besser.
Die Kelten haben nur zwei Obstbäume in den Baumkalender aufgenommen: die Feige und den Apfelbaum. Beide müssen ihnen sehr viel bedeutet haben. Sie flankieren sozusagen die Sonnwendzeiten im Sommer und im Winter. Ihren Platz haben sie nicht, weil sie an ihren Tagen durch Blätter, Blüten oder Früchte besonders auffallen. Sie blühen ja im Mai und Juni und im September sind ihre Früchte reif.
Wahrscheinlich hat die Kelten der schöne fünfzackige Stern im Kern der Frucht besonders beeindruckt.Er wird sichtbar, wenn ihr einen Apfel quer statt in der Längsrichtung durch den Kern zerschneidet. Für die Kelten war die Zahl fünf, die Zahl der Liebe und ihre größte Liebe galt der sogenannten "Anderen Welt" in die man durch die Birke eingeweiht wird. Zuerst muß man um das "Ewige" wissen, bevor man es sich erarbeiten kann.Wenn dem Apfelbaum die Stunde schlägt, kann er sagen: Es ist vollbracht, Er ist der Baum der Vollendeung, welcher der Birke folgt, dem Baum der Einweihung. Dies sagten die Kelten auch denjenigen nach,die im Sommer zwischen dem 25. Juni und dem 4. Juli und im Winter zwischen dem 23. Dezember und dem 1. Januar geboren wurden. sie sollten das Bindeglied sein, das alles trennende eint. Sie vermitteln zwischen Himmel und Erde, zwischen Ideal und Wirklichkeit und zwischen Gut und Böse. Niemals lassen sie sich dermaßen in die Sümpfe des Lebens ziehen, dass sie darin ersticken. Niemals sehnen sie sich dermaßen nach "himmlischen" Idealen, dass sie das Irdische Dasein vergessen. Ihr Leitbild ist die Liebe zu ungeteilten Leben. Sie folgen dem natürlichen Wechsel der Stimmungen und neigen manchmal zu diesem, manchmal zu jenem Pol. Gefühl und Verstand sind für sie keine Gegensätze.
Vielleicht sind dies Gründe, warum sich Apfelbaumgeborene lieber mit Menschen umgeben, denen sie helfen können statt umgekehrt. Sie geraten oft ins Dilemma von Geborgenheit und unabhängigkeit und ringen sich zur Unabhängigkeit durch, meist ohne fremde Hilfe. In diesem Punkt gleichen sie ihrem Lebensbaum. Alle Apfelbaumarten sind überaus robust und wachsen auf fast jedem Boden. Und wie durch Pfropfung über tausend Apfelsorten entstanden sind, lassen sich auch Apfelbaumgeborene Tausende Aufgaben aufpropfen in Dienste der Entwicklung zu ganzen Menschen.Trotz ihrer Launenhaftigkeit, sind sie wohl die ausgeglichensten Menschen, was den Sinn des Lebens anbetrifft. Nur ganz selten verlieren sie sich in passiven Weltschmerz. Die Apfelbaumgeborenen finden immer jemanden,der noch mehr leidet als sie es tun. Dem helfen sie und damit sich selbst aus dem Tief.
In Antwort auf:Träumend von der Liebe zu Grainnè hatte sich der junge Diarmaid im Walde verlaufen. Da sah er ein Feuer umgeben von wilden Gestalten. Er zauderte. Da packte ihn jemand, stieß ihm ein Messer ins Herz und warf ihn in die Flammen.
Am nächsten Tage fanden zwei Landstreicher an dieser Stelle in der Asche einen wunderschönen Apfel. Sie nahmen ihn mit, und beschenkten eine Alte damit.>>Gib Deiner Tochter diesen Apfel, sobald sie über Bauchschmerzen klagt. Nicht vorher, sonst wird sie an einer schweren Krankheit sterben<<, schärften sie ihr ein. Bald darauf klagte die Tochter über Bauchschmerzen. Die Mutter gab ihr den Apfel. Drei Tage später war sie schwanger. Von der Mutter mit Vorwürfen überschüttet, beteuerte die tochter ihre Unschuld. Nur der Dorfdruide glaubte ihr und hob am Tage der Niederkunft das Neugeborene empor und bat um Pate und Patin. Da brüllte der Säugling mit donnernder Stimme:>>Ich brauch`weder Pate noch Patin, ich bin Diarmaid, ich war Diarmaid früher und bin Diarmaid jetzt!<<
Und übrigens: Täglich einen zerriebener Apfel samt Haut essen und man braucht keinen Arzt
Liebe Silke. Auch wenn Du diesen Beitrag vor längerer Zeit geschrieben hast, fühle ich mich davon sehr angesprochen. Ich war heute im Wald (Nein - nicht um intonieren zu üben...) und auf der Suche nach einem Ast, um mir meine Runen herzustellen. Ich folgte den Ratschlägen Ansuz' und brachte es doch nicht über das Herz, dem Baum auch nur einen Zweig zu krümmen. Wenig später fand ich einen toten Ast und ich dachte, es musste so sein. Nun lese ich Deine Zeilen und bin noch viel glücklicher, dass es so war, wie es war!! Danke für diesen Text, liebe Gruesse, Barbara
Die Menschen wollen das Leben enträtseln. Mir aber macht erst sein Geheimnis das Leben schön und lebenswert.
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