Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 668 mal aufgerufen
 Über Raben
Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

18.10.2007 00:09
Die Geschichte einer Rabin antworten

Hier eine Geschichte zum gruseln.

Magie ist unser Leben, wer sie verweigert, verweigert das Leben.

Dateianlage:
Duschexperiment.doc
Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

18.10.2007 01:47
#2 RE: Die Geschichte einer Rabin antworten

Das scheint nicht zu funktionieren, also sende ich noch einmal anders rüber.

In ihrem Hausflur lärmte es fürchterlich. Irgenwelche Bauarbeiter stapften durch die Gänge und klopften an allen Türen.
Auch sie kam nicht ungeschoren daran vorbei. "Wir kommen von der Wohnungsbaugenossenschaft. Würden sie bitte ihr Badezimmer frei räumen bis morgen?"
"Aber das heißt ja für mich, nicht aufs Klo können, kein Wasser aus meinem eigenen Hahn, nicht duschen können. Wie lange denn?"
Sie sah die zwei Männer ängstlich an.
"Wir werden uns beeilen, aber zwei Tage werden wir wohl brauchen. Vielleicht dürfen sie sich ja mal von ihrer Nachbarin unter sich Wasser besorgen. Wir beeilen uns, wirklich.
"Na, es bleibt mir ja nicht wirklich was anderes übrig."
Besorgt ging sie zurück zu ihrem PC und setzte sich. Sie hatte gerade angefangen, eine weitere Geschichte der Mäusefamilie zu schreiben, doch nun war die Grundidee, die sie noch bis ebend fesselte, wie weggeblasen.
In ihrem Kopf sah es jetzt ganz anders aus.
Da stand sie schon in ihrem Badezimmer und packte alle Utensilien in eine Plastiktüte und stellte sie in der Küche ab. Da sah sie schon die gerade neu geklebten Kacheln wieder von de Wand fliegen und den Staub sich in der ganzen Wohnung breit machen.
Sie schüttelte den Kopf. So ein Mist aber auch. Ich krieg dann wieder keine Ruhe zum Schreiben.
Hoffentlich kann ich wenigstens in meiner Wohnung bleiben.
Doch langsam ging das Thema wieder aus ihren Kopf und sie schrieb die Mäusegeschichte noch am selben Tag zu ende.
Abends ging sie, wie immer, duschen, Zähne putzen und ins Bett.
Sie träumte von den Mäuseabenteuern die sich merkwürdigerweise in ihrem Badezimmer abspielten.
Die Mäuse rissen alle ihre Badeutensielien von den Regalen und rollten sie in ein kleines Loch in dem sie verschwanden. Scheinbar wohnten sie da. Sie versuchte im Traum, die Sachen wieder zu erwischen und sprang hin und her aber nicht ein Stück konnte sie retten.
Sie fühlte sich etwas unausgeschlafen, als der Wecker dann klingelte. Kein Wunder.
Duschen, Zähne putzen und... ach du dicker Vater. Die kommen ja heute Morgen zum Rohre verlegen.
So schnell war sie schon lange nicht ehr in ihre Kleider gesprungen, hatte das Badezimmer gelehrt, schnell noch Kaffee für den Tag gekocht und Wasser in Flasche gefüllt.
Himmel, welch ein Streß am frühen Morgen.
Sie hatte die Kaffeetasse gerade an den Mund gesetzt als es klingelte. Sie ließ die beiden Handwerker rein und zeigte stumm auf ihr Bad.
Beide gingen mit einem "Tach" und "Moin" schnurstracks Richtung Badezimmer.
Die Geräusche waren eindeutig. Erst fielen die Kacheln auf den Boden und wurden von dem Geräusch eines Hammers oder Meißels begleitet. Dann wurde die Wand aufgestemmt.
In dieser Phase war an Schreiben nicht zu denken. Sie räumte ihre Wohnung auf, bügelte und machte sich ein Mittagessen.
Nach zwei endlosen Tagen gingen die Handwerker knapp grüßend, nachmittags aus dem Haus.
Sie
Die Tage gingen dahin und sie fühlte sich merkwürdig.
Sie hatte ständig Durst. Aber, ihre Sichtweite hatte enorm zugenommen.
Die Haut war so rauh. Die Haare so stumpf. Übelkeit plagte sie oft.
Es ging ihr nicht gut.
Ihre Geschichten schrieb sie weiter.
Der Durst war nicht so schlimm, Wasser war ja genug vorhanden.
Inzwischen hatte sich so eine Art Hornhaut auf der Mitte ihrer Oberlippe gebildet. Ihr Arzt hatte ihr gesagt, das gänge allein wieder weg.
Nach ein par Wochen fiel Freunden auf, dass sie etwas krumm ging und die Haut eine Art FederPflaum aufwies. Wie bei Kücken, nur in Schwarz. Aber es war wenigstens wieder weich. Die Kopfhaare hatten sich verabschiedet weil auch dort sich weiches Gefieder entwickelt hatte.
Andere, Freunde und Bekannte hatte es auch erwischt. Die gleichen Symptome.
"Ich weiß nicht wieso, aber ich sehne mich nach einem Platz im Flugzeug und würde am Liebsten nie wieder aussteigen. Meine Speisen haben sich sehr veändert. Ich esse am liebsten Früchte und Körnerfutter.
Ich hab mich doch tatsächlich dabei erwischt, dass ich ein Paket Vogelfutter in de Hand hatte beim Einkaufen. Ach, was rede ich von Hand. Ich kann ja kaum noch was halten. Meine Hände sehen schon sehr merkwürdig aus."
Sie hon ihre Hände oder das was davon noch übrig war, in ihr Sichtfeld.
Sie musste nun den Kopf etwas zur Seite neigen um sehen zu können. Die Fnger waren zusammen gewachsen zu einer Spitze. Kaum noch zu erkennen durch die schwarzen Federn.
Die Hornhaut auf ihrer Oberlippe hatte den ganzen Mund erfasst und hatte sich zu einem, Schnabelähnlichem Gebilde geformt.
Schreiben?
Es gab wichtigeres. Sie war manchmal direkt etwas orientierungslos.
Sie wanderte draußen umher und bemerkte garnicht, dass die Menschen ihr merkwürdig hinterher sahen.
Es gab viele, die genau wie sie aussahen. GENAU wie sie!
Ihre Stimmbänder versagten ihren Dienst. Es kam nur noch ein Krähen zustande.
Machte nichts, die, die genauso waren wie sie, verstanden sie ausgezeichnet.
Immer öfter jagte mann sie von irgend welchen Hochhausdächern fort.
Viele versammelten sich auf diesen Dächern. Sie fühlte sich so frei dort Oben. Der Himmel war weit und der Wind lockte mit seiner Melodie
Wohnung?
Dort war sie nun schon seit Wochen nicht mehr. Wozu auch. Niemand brauchte sowas.
Sie saß auf der Dachkannte und horchte in den Himmel hinein.
Zur Probe spreizte sie ihre "Arme" und ein Lustgefühl durchströmte sie als der Wind ihr Gefieder umspielte.
In ihrer Wohnung lagen verstreut im Flur Papiere und Samen herum. In der Wohnung waren alle Fenster geöffnet. Die Wohnung machte den Eindruck, seit Monaten nicht bewohnt zu werden.
SIE
Der Wind rief mich.
Ich sah alle meine Brüder und Schwestern an mir vorrüber ziehen.
"Nehmt mich mit, nehmt mich bitte mit." Rief ich und hob meine Flügel gen Himmel.
Sie lachten und flogen so dicht an mir vorbei dass sie mich an den Flüdeln grifen konnten.
Ich wurde im Schwarm der neuen Raben mitgezogen.
Oh großer Muhin, Welch ein wunderbares Leben.
Langsam traute ich mich, meine Arme ganz auszubreiten- mit meinen Flügeln zu schlagen.
Es ging wie von selbst.

In den Straßen liefen die Zweibeiner, geschäftig wie die Ameisen, hin und her. Sie machten auf mich keinen zufriedenen Eindruck.
Weil sie nicht frei waren!
Weil sie nicht fliegen konnten!
Weil sie gefangen waren in einem Leben voller Last.
Weil ihre Art zu leben krank macht.
Möge der große Rabe mich davor bewaren.
Die Stadt liegt hinter uns und inzwischen komme ich so gut mit, dass ich eine der Ersten bin in der Gruppe.
Ich fliege- ich fliege und komme nie wieder.
Die Druidin- viel Spaß

Magie ist unser Leben, wer sie verweigert, verweigert das Leben.

Isa ( Gast )
Beiträge:

18.10.2007 15:03
#3 RE: Die Geschichte einer Rabin antworten

Hi Druidin.

Nette Geschichte *G*

Gruß
Isa

HuginAuge Offline

Novize


Beiträge: 17

22.10.2007 12:04
#4 RE: Die Geschichte einer Rabin antworten

Ganz grosse Grüße Druidin,

auch von mir einen Lob! der Zitat von Dir:

"In den Straßen liefen die Zweibeiner, geschäftig wie die Ameisen, hin und her. Sie machten auf mich keinen zufriedenen Eindruck.
Weil sie nicht frei waren!
Weil sie nicht fliegen konnten!
Weil sie gefangen waren in einem Leben voller Last.
Weil ihre Art zu leben krank macht. "

wie warlich daß alles klingt....

Das Leben macht nur Krank oder bringt Zweifel, wenn die Menschen nicht zusammen halten, denn nur vereint schaffen wir einen angemessenen Werdegang.

Möge unsere Ahnen uns für alle Zeiten begleiten.

HuginAuge

Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

22.10.2007 15:50
#5 RE: Die Geschichte einer Rabin antworten

Danke Isa, ich hoffe, das "und die Moral von der Geschicht" ein wenig rüber gekommen ist.

Magie ist unser Leben, wer sie verweigert, verweigert das Leben.

Angefügte Bilder:
KenazKlein2.gif  
Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

22.10.2007 15:58
#6 RE: Die Geschichte einer Rabin antworten

Hallo HuginAuge, das sind so die Dinge, die ich z.Zt. "ausbrüte".
Raben sind etwas so faszinierendes, dass ich am liebsten selbst einen hätte. Mach ich natürlich nicht. Die gehören in Freiheit!
Bis bald Die Druidin

Magie ist unser Leben, wer sie verweigert, verweigert das Leben.

Isa ( Gast )
Beiträge:

23.10.2007 07:23
#7 RE: Die Geschichte einer Rabin antworten

Hi Druidin.

In Antwort auf:
Raben sind etwas so faszinierendes, dass ich am liebsten selbst einen hätte. Mach ich natürlich nicht. Die gehören in Freiheit!


Ich kenne das sehr gur... gestern ist mir ein schwarz gefärbtes Eichhörnchen über den Weg gelaufen mit einem kleinem weissen Streiffen am Bauch. Es war nur einen Meter von mir entfernt und es ist nicht weggehuscht. Gedanklich jeoch habe ich es mit nach Hause genommen, denn ich hatte an diesem Tag angefangen mich als Friedhofsgärtner zu bewerben und das schwarze Eichhörnchen ist auch wie ein Friedhofsgärtner: Es vergräbt (Nüsse) für die Totenzeit (Winter).
Da kam mir dann auch ein unglaublich interessanter Gedanke: "So wie viele Nüsse des Eichhörnchens zu Büschen wachsen... vielleicht sieht man die Geister der Verstorbenen in den Bäumen, die dort wachsen, wo die Toten liegen.???" Ist doch mehr als wahrscheinlich oder?!

Gruß
Isa

Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

24.10.2007 00:25
#8 RE: Die Geschichte einer Rabin antworten

Das ist ja eine tolle Idee für eine neue Geschichte. Eichhörnchen als Totengräber und Geister, die wie Bäume aus der Erde wachsen.
Die Druidin

Magie ist unser Leben, wer sie verweigert, verweigert das Leben.

Isa ( Gast )
Beiträge:

24.10.2007 07:59
#9 RE: Die Geschichte einer Rabin antworten

Hi Druidin.

Schreibst du Geschichten?!

Hmmm... Man könnte sie ja so beschreiben:

Ein Eichhörnchen...ein schwarz gefärbtes. Es schaut sich auf einer Lichtung um... es mag etwas verstecken...ein Geheimnis...es ist der Nahrungsvorrat für den Winter... eifrig und den Schatten der großen Eichen nutzend vergräbt sie ihr Geheimnis vor der Welt...etwas, das niemand wissen darf...
Viele Winter vergehen und aus dem Geheimnis des Eichhörnchens sind ansehnliche Büsche und Bäume geworden...doch etwas stimmt nicht...die Natur in den Bäumen schreit...die Bäume scheinen nach Erlösung zu rufen...sie sind auch schneller als normal gewachsen...
Da kommt ein Schatzsucher mit einem Metalldetektor und betritt den Kreis der Pflanzen welche unser längst verestorbenen Eichhörnchen gepflanzt hat. Kaum betritt er den Platz, da kreischen die Vögel... Raben krächzen und Krähen machen Anstalten wegzufliegen. Ein schwarzes Eichhörnchen flitzt über den geheimen Ort...
Der Schatzsucher, magisch von den Tieren an diesen Ort gerufen freut sich über das Piepsen seines Metalldetektors...es zeigt an: GOLD!
Von Neugier sanft erregt nimmt er seine Schauffel und gräbt an der Stelle, wo die Äste der Bäume hinzeigen... Eien Schauer packt den Gräber. Es ist zwar kurz vor Herbst, aber woher kommt diese Kälte? Er muß das nächste mal wohl kräftiger frühstücken winkt er den Gedanken ab und gräbt weiter... Beim nächsten Hieb mit seiner Schauffel hört er ein Geäusch. "Kling!". "Das muß es sein" denkt er sich und gräbt weiter... doch was er findet findet selbst in seinem noch jungenhaftem Gesicht die Falten der Furcht. Es ist ein Goldring der an einem knöchernen menschlichen Fingerknochen hängt...
Kurze Zeit später wird auf dem Friedhof jemand begraben... ohne Angehörige. Niemand da, der den gestorbenen begleitet, außer ein schwarzes Eichhörnchen auf einer Eberesche, das das Begräbnis neugierig beobachtet.
Jahre später war die Ausstrahlung des gegeimen Ortes von Erleichterung durchflossen... Die Äste der Bäume dort wuchsen Richtung Himmel und ein schwarzes Eichhörnchen machte sich eifrig dran den Vorrat für den Winter zu sammeln *G*

GUT ODER?!
COPYRIGHT BY ISA

Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

27.10.2007 18:17
#10 RE: Die Geschichte einer Rabin antworten

Hallo Isa,
jaa genau so finde ich kleine Geschichten gut. Es lässt noch viele Fragen offen und unsere Fantasie wird beflügelt. Wir haben die Freiheit, uns vorzustellen wie es weiter gehen könnte, wie das eine oder andere passiert sein könnte und macht apetit auf mehr.
Tolle Geschichte
Die Druidin

Magie ist unser Leben, wer sie verweigert, verweigert das Leben.

Isa ( Gast )
Beiträge:

27.10.2007 18:30
#11 RE: Die Geschichte einer Rabin antworten

Hey Druidin! Du bist echt in Ordnung.
Weisste was mir am Freitag passiert ist!?...

Ich lief so am Neckar lang und teilte meine Mandarunen mit der Natur...da kam ich an so einer Pumpe vorbei, die Wasser aus dem Neckar hinauf in einen Park gepumpt hat. Ich dachte mir so: Die Fische haben sicher auch Hunger und warf ein Stückchen Mandarine direkt vor die Pumpe...und genau dann, wirklich seidenhaargenau, als die Mandarine auf dem Wasser aufschlug, da stoppte die Pumpe und hörte auf zu barbeiten... kurz danach bin ich dann zu der Stelle gegangen wo ich dem schwarzen Eichhörnchen als Dank ein paar Mandeln geschenkt hatte. Und da war es dann auch...ganz konzentriert an einer Mandel nagend *GGG*

Gruss
Isa

"Wer sich über den Mittelweg freut, muß auch mit einer darauf folgenden Trauerzeit rechnen."

 Sprung  

Dieses Forum ist Teil der Internetpräsenz www.rabenbaum.com.
Sollten Sie Fragen, oder Anmerkungen zu unserem Forum haben,
dann beantworten wir Ihnen diese gern telefonisch oder per E-Mail.
Sie finden unser Impressum unter anderem unter www.rabenbaum.com

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor