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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 971 mal aufgerufen
 Kräuter
Brigid ( gelöscht )
Beiträge:

10.07.2005 16:27
Krapp antworten

Krapp

Rubia tinctorium L.; Familie der Rötegewächse Rubiaceae


Merkmale

Krapp ist ein mehrjähriges, frosthartes Rötegewächs. Die lanzettlichen, zu viert oder sechst im Quirl angeordneten Blätter und der bis zu 1,5 m lange Stängel sind durch aufsitzende Stachelzähnchen rau. Im Juni bis August öffnen sich die unscheinbaren grün-gelben Blüten, aus denen rote beerenartige Früchte hervorgehen. Krapp bildet bis zu 1 m lange Rhizome mit 20 bis 30 cm langen Wurzeln aus.


Gewinnung des Farbstoffes

Neben dem blauen Indigo ist Krapp einer der ältesten und bedeutendsten Pflanzenfarbstoffe. In den Wurzeln der Färberröte Rubia tinctoria, auch Färberkrapp genannt, ist der äußerst lichtbeständige rote Farbstoff Alizarin enthalten. Die bis zu einem Meter hohe Staude ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Rötegewächse. Ab dem dritten Jahr können die Wurzeln zur Gewinnung des Pigments gesammelt und getrocknet werden. Das frische Holz der Wurzel hat eine eher gelbliche Farbe. Alizarin entsteht erst beim Trocknen, weshalb das Rot auch erst dann zum Vorschein kommt.


Anbau

Der Krapp bevorzugt tiefgründige sandige Böden in feuchter, aber warmer Lage. Da das Erntegut die Wurzeln sind, muss der Boden gut siebfähig sein. Die Aussaat erfolgt mit Drillmaschinen im März 3-5 cm tief bei 15-20 keimfähigen Samen pro m². Zur Vereinfachung der Ernte wird auch der Anbau auf Dämmen erprobt. Im ersten Jahr sind die Bestände intensiv von Wildkraut zu befreien. Ab dem 3. Jahr kann der Wurzelstock geerntet werden. Die Wurzeln werden zunächst in Waschanlagen aus dem Möhrenanbau gereinigt und bei 40-60 °C getrocknet; zermahlen dienen sie als Färbemittel.


Geschichtliches

Krapp ist neben Indigo einer der ältesten Pflanzenfarbstoffe. Im Grab des ägyptischen Herrschers Tutenchamun um 1337 vor Chr. ließen sich Spuren des roten Farbstoffes Alizarin auf einem Gürtel nachweisen. Schriftliche Aufzeichnungen über die Verwendung von Krapp finden sich bei den Griechen und den Römern. Plinius der Ältere, ein römischer Schriftsteller und Offizier, berichtet um 23 nach Chr. von einer Pflanze namens Rubia, die „zum Färben der Wolle und des Leders unentbehrlich“ sei und viel Gewinn bringe. Die Römer verwendeten den roten Farbstoff als Imitat für das wesentlich teurere, aus Purpurschnecken gewonnene Purpur.

Auch im Mitteleuropa des Mittelalters war Krapprot ein beliebtes Färbemittel, aber ebenso eines der wenigen Pflanzenpigmente, die auch von Kunstmalern enorm geschätzt wurden. Es ließ sich etwa gut in Öl- und Leimfarben verwenden und hielt aufgrund seiner hohen Lichtbeständigkeit Einzug in die mittelalterliche Tafelmalerei. Um 800 nach Christus verordnete Karl der Große den Anbau der Färberröte. Wichtige Anbaugebiete im 12. und 13. Jahrhundert lagen in den Niederlanden und im Elsass. Weltberühmt war der Elsässer Krapp, der zum damaligen Reichtum von Straßburg beigetragen haben soll.

Im 15. Jahrhundert lag das Zentrum des Krappanbaus in den Niederlanden. In ganz Europa entwickelte sich ein Handel mit den rot gefärbten Textilien und Ledern. Besonders berühmt war das Corduanleder aus Cordoba. Selbst die Wikinger färbten ihre Stoffe mit dem Farbstoff.
Größte Berühmtheit erlangte jedoch ein Färbeverfahren der Türken: Durch einen komplizierten Färbevorgang erreichten sie ein feuriges Rot von außergewöhnlicher Farbechtheit, das sogenannte „Türkischrot“. Türkische Einwanderer lüfteten das Geheimnis des Verfahrens im 17. Jahrhundert in Frankreich und verhalfen dem elsässischen und provenzalischen Krappanbau zu einer neuen Blüte. In Deutschland wurde er in Baden, in Württemberg, in der Pfalz, in Mecklenburg, in Schlesien und in Österreich angebaut.

Ab 1871 kam der Krappanbau in Bedrängnis. Es gelang deutschen Chemikern erstmals die künstliche Herstellung von Alizarin. Dadurch war der Anbau der Krapppflanze für die Krappbauern nicht mehr rentabel. Heute gibt es nur noch kleine Anbaugebiete in Südfrankreich und in der Türkei.
Grüne Grüße
Brigid

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Wenn der Nebel sich lichtet, sieht man den Regen (Irland)

Garm Offline

Moderator


Beiträge: 945

10.07.2005 16:52
#2 RE:Krapp antworten

Hallo Brigid,

so kennen und lieben wir Dich

Liebe Grüße

Garm



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