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Kamille, Echte Pflanze: Matricaria recutita L. syn. Chamomilla recutita (L.) Familie: Korbblütler (Asteraceae) Synonyme:
Deutsche Kamille, Feldkamille, Hermel, Mutterkraut Die auf kargen Standorten wachsende Echte Kamille ist eine einjährige Pflanze mit aufrechtem, meist ästig verzweigtem Stängel. Die zwei- bis dreifach fiederteiligen, schmalen Blätter stehen wechselständig. Das Blütenköpfchen besteht aus auf dem hohlen, kegelförmigen Blütenboden sitzenden gelben Röhrenblüten und nach unten zurückgeschlagenen weißen Zungenblüten. Beim Zerreiben riechen die Blüten angenehm aromatisch. Verfälschungen sind heutzutage selten, da die Kamillenblüten ausschließlich aus Kulturen stammen. Aus Eurasien stammend, wurde sie als heilige Pflanze von nordischen Völkern dem Sonnengott Baldur zugeordnet. Die gründlich erforschten Kamillenwirkstoffe rechtfertigen ihre hohe Wertschätzung seit der Antike.
Medizinisch verwendet werden die Blüten und das daraus gewonnene ätherische Öl. Die Qualität wird neben der Herkunft vor allem durch die Trocknungs- und Lagerungsbedingungen bestimmt. Die Kamille gilt als die Heilpflanze schlechthin. Das war sie schon im Altertum. Die Germanen weihten sie dem Gott Baldur; so ist auch heute noch der Glaube verbreitet, dass Kamille, die an Baldurs Festtag, dem Johannitag, gepflückt wird, besonders heilkräftig sei Die römische Kamille ist in Deutschland, Italien, Spanien, Belgien, England und Frankreich beheimatet sowie in Nordafrika. Anwendungen:
Bei Entzündungen der Schleimhaut, Dermatitis, Ekzem, Magenschleimhautentzündung (Gastritis) Entzündliche Erkrankungen der Atemwege Nervosität, Unruhezustände Kamillenblüten enthalten ein ätherisches Öl (0.4% - 1.5%), das durch das bei der Destillation aus Matricin entstendene Chamazulen charakteristisch blau gefärbt ist. Die weiteren Inhaltsstoffe alpha-Bisabolol (Levomenol), Bisabololoxide, nichtflüchtige Flavonoide wie z.B. Apigenin-glykoside und Cumarine ergänzen sich im Gesamtextrakt in ihrer krampflösenden, entzündungshemmenden, Wundheilungs fördernden, antibakteriellen und blähungstreibenden Wirkung. Bekannt ist auch ein wachstumshemmender Effekt auf Bakterien und Pilze. Präparate, die mit Ethanolwassergemischen gewonnen werden enthalten neben dem ätherischen Öl auch die nichtflüchtigen Bestandteile und sind häufig auf einen bestimmten Levomenol und Apigeningehalt eingestellt. Innerlich eingenommen werden entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen günstig beeinflusst. Äußerlich helfen Kamillenblütenauszüge bei Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens aber auch bei entzündlichen Veränderungen der Haut. Als Inhalation angewandt werden Beschwerden in den Atemwegen bei Erkältungen gelindert. Zubereitungen:
Kamillenblüten sind als Tee oder als industriell hergestellte wässrige oder alkoholische Auszüge für die innerliche oder äußerliche Anwendung erhältlich. Sie sind auch als Bestandteil von Salben und Cremes, von Bädern und von vielen Arzneimitteln und Kosmetikprodukten im Handel. Bei der Verwendung als Tee sollte darauf geachtet werden, dass die Droge den Bestimmungen der Arzneibücher entspricht, da nur dann ein hoher Gehalt der wertvollen Inhaltsstoffe gewährleistet ist. Grüne Grüße Brigid ^^^^^^^^ Wenn der Nebel sich lichtet, sieht man den Regen (Irland)
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