BALDER (der Lichtgott) ist nach THOR der zweite Sohn von ODIN und Odin´s und FRIGG´s erster(?) gemeinsamer Sohn. Verheiratet ist er mit der treuesten aller Frauen, der Asin NANNA (die Kühne) und sie leben zusammen mit ihrem Sohn FORSETI in BREITABLIK, einem lichten und friedlichen Ort.
Er war schon als Kind sehr weich und freundlich, was ODIN aber wohl immer ein bisschen gestört hat, weil er in seinem Wesen und in seiner Art an ein Mädchen erinnerte. FRIGG hatte immer eine ganz besondere Schwäche für ihn und weil ODIN ja auch oft auf Tour war, entstand eine sehr enge Bindung zwischen den Beiden. Komischerweise und so ist es ja wohl oft in Leben, fanden ODIN und BALDER erst später zusammen, mehr zu der Zeit, als BALDER schon von seinen Alpträumen geplagt wurde, die ihm von seinem nahenden Tode sprachen.
Obwohl er als Kind bestimmt dem einen oder anderem Spott ausgesetzt war, spürten alle um ihn herum, daß von ihm ein ganz besondere Art von Helligkeit ausging und selbst die größten Schurken fühlten sich davon irgendwie berührt. Er bezauberte einfach durch sein Wesen und hatte dazu die Gabe, seiner gegebenen Weisheit Worte zu verleihen. Aber wie das nun mal so ist, gibt es natürlich auch Neider, wenige, aber und wie sollte es anders sein, natürlich kriegt LOKI jetzt schon mal den ersten schwarzen Peter. Seine Eifersucht auf die Liebe, die alle BALDER entgegenbrachten, die vielgelobte Sprachgewandtheit, die ja auch seine Domäne war, muß wohl ziemlich bitter für ihn gewesen sein.
Naja, auf alle Fälle waren Alle und ganz besonders natürlich FRIGG in heller Aufregung, weil ihr Lichtgott immer kränker wurde. Sie machte sich also auf den Weg und wollte das Unmögliche erreichen, sie wollte ihren Sohn vor dem Unglück bewahren und ihn unverwundbar machen. Unmöglich ja schon deshalb, weil sie zwar die Zukunft (nicht so weit wie die NORNEN, aber so auf zwei Jahre) sehen konnte, aber nicht die Macht hatte, einzugreifen. Sie ging in alle Himmelsrichtungen und nahm Jedem und Allem das Versprechen ab, Ihrem Sohn nichts zu Leibe zu tun. Nur bei einer kleinen unscheinbaren Mistel verzichtete sie darauf, weil sie wohl so harmlos wirkte.
... Fortsetzung folgt...
Gute Nacht Zita
Quellen: Gardenstone,"Germanische Magie" Voenix,"Weltenesche Eschewelten" Bringsvaerd "Die wilden Götter"
Die angebliche Unverwundbarkeit löste eine allgemeine Freude aus. Aber da war etwas nicht echt an dieser Freude, denn in einer geradezu euphorischen Stimmung wurden auf einmal Grenzen übertreten, die im Nachhinein NIEMANDEN mehr besonders ruhmreich aussehen ließ. Betrachtet man BALDER weiter in dieser idealisierten Form, war er seiner Zeit voraus und musste sterben, damit ALLE, wenn die Zeit reif dafür ist von dieser allumfassenden Liebe eingenommen werden konnten. Dafür musste der in ihnen wohnende Dreck rausgeholt werden und LOKI als Obersübdenbock holte diesen Dreck ans Tageslicht und damit ins Bewusstsein. (cool wa, ich krieg´s noch hin, aus diesem Kerl nen Helden zu machen )
Er nutzte FRIGG´s frohe Stimmung und entlockte ihr als alte Frau getarnt den wunden Punkt ihres Sohnes und machte ihr am Ende u.a. auch klar, daß sie den Anderen eine falsche Sicherheit vorgemacht hatte. Diese ließen sich dazu hinreißen, das Schicksal herauszufordern und auf ihren geliebten Gott zu schießen. Und mit dem aus der der Mistel gedrehten Pfeil, gab er dem blinden Bruder BALDER´s HÖDUR die Waffe in die Hand, die es ihm erlaubte, auch mal mit dazu zugehören. Indem sich HÖDUR in seinem geschmeichelten Ego dieser Manipulation blind hingab und ohne Eigenverantwortung den todbringenden Pfeil auf seinen Bruder abschoß, wurde er sich seiner Blindheit bewusst.
BALDER stand in der Mitte, ließ sich beschießen, wirkte so, als wäre seine Freude darauf zurückzuführen, daß er unverwundbar ist, dabei war ihm nur klar, daß sich sein Schicksal nun erfüllen sollte und er der Auferstehung nie näher war. (glaube ich)
Da FRIGG sich nicht mit dem Tod ihres Sohnes abfinden kann, erfüllt ihr dritter Sohn HERMOD ihren Wunsch HEL zu bitten, BALDUR wieder freizugeben und so macht er sich mit ODIN´s SLEIPNIR auf den Weg in ihr Reich, das er als erster Lebender betreten soll.
Auf seiner Reise nach Hel wird BALDUR von seiner Frau NANNA (die wohl aus Gnade schon beim Anblick des Schiffes mit ihrem Mann auf dem Scheiterhaufen sterben durfte) und seinem Pferd, das festlich geschmückt an den Mast gebunden ward, begleitet. Doch zuvor übergibt ODIN den Ring DRAUPNIR an seinen Sohn und flüstert ihm etwas sehr Wichtiges zu. Wahrscheinlich ist es so, daß in dieser Botschaft ein Wort enthalten war, welches BALDUR die Kraft geben sollte, nach dem RAGNARÖK in eine Welt des goldene Zeitalters wieder zurück kommen zu können.
HERMOD schaffte es tatsächlich mit HEL zu sprechen, auch sah er seinen Bruder und dessen Frau, denen es gut ging und er bekam DRAUPNIR für ODIN zurück. Hel hätte sich sogar auf den Deal eingelassen, aber die Prüfung, ob nun wirklich Alle und Alles um den Lichtgott trauerte, wurde nicht bestanden. Eine alte Trollfrau (LOKI) hatte keine Tränen mehr, oder wollte keine Tränen mehr haben, denn wer hatte mit ihr geweint?
diese Geschichte geht ja richtig ans Herz, jetzt weiß ich gar nicht mehr, wer mir denn nun mehr leid tut. Ehrlich gesagt, hatte ich mich mit Balder nie so richtig beschäftigt, ich fand ihn immer ein bisschen langweilig. Jetzt nicht mehr Danke
Ich find´diese Göttergeschichten sind echt spannend, wobei mich mittlerweile immer mehr interessiert, wie viele von den Einzelnen sich denn nun in Einem verstecken und wie viele da dann am Ende übrig bleiben ? Dazu könnten wir echt mal ne Unfrage starten, würd mich schon interessieren, wie das so gesehen wird.
vielen lieben Dank für diesen ausführlichen Beitrag den ich im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen habe. Es ist Dir tatsächlich gelungen, Loki in ein anderes (besseres) Licht zu rücken.
Ich habe mich gefragt, warum ich persönlich Balder eigentlich immer eher unbeobachtet ließ? Nach Deiner Erklärung wird er mich aber sicher noch für Stunden wenn nicht noch Tage beschäftigen. Irgendwo las ich auch einmal die Geschichte, in der Frigg sich aufmachte, alles und jeden (bis auf die Mistel) davon zu überzeugen, dass Balder nicht verletzt werden dürfe. Bei diesen Dialogen fühlte man überaus stark die Liebe, die sie für Ihren Sohn empfand.
Ja, einfach schön
Liebe Grüße
Hugin
Und die Seele, hingesunken in die Schatten ringsumher, Wird gerettet - nimmermehr! (Edgar Alan Poe)
der Beitrag ist wirklich mal so, dass sogar ich ihn in allen Punkten kapiert habe Ich finde, Du solltest Dich zukünftig um die göttlichen Fragen kümmern.
Ich kann mich da nur anschließen. Hatte bisher immer "probleme" mit den Göttern, alles auseinander zu klamüsern und zu behalten. Dieser beitrag ist wirklichgut und einfach zu verstehen. Ich sage euch meinen Dank und wünsche euch lange Tage und angenehme Nächte. Liebe Grüße Algiz ________________________________
Wenn du eine weise Antwort verlangst, mußt du vernünftig fragen - Johann Wolfgang von Goethe -
beim stöbern durch unsere Beiträge fiel mein Blick wieder einmal auf Balder und Zitas interessanten Beitrag. Nicht nur in unserem Forum, sondern auch in der Edda finden sich Hinweise auf das Träumen. So reitet Odin an den Rande des Totenreiches um eine Wölwa mit Hilfe des Runenzaubers um Rat zu fragen, was es mit den bösen Träumen Balders auf sich hat.
Balders Träume (nach Felix Genzmer)
1. Die Asen eilten alle zum Thing und die Asinnen alle zum Rat: und das berieten die reichen Götter, warum Balder böses träume.
2. Auf stand Odin, der alte Held, und legte Sleipnir den Sattel auf. Nieder ritt er nach Niflheim; einen Hund traf er, der aus der Höhle kam.
3. Blutig war er an der Brust vorne, des Zaubers Herrn umheult er lange. Der ritt weiter, der Weg dröhnte; zum hohen Haus der Hel kam er.
4. Da ritt Odin ostwärts vors Tor, dort wo er wusste, der Wolwa Hügel. Ein Wecklied sang er der Weisen da, bis auf sie tauchte, Totenwort sprach:
5. >>Wer ist der Mann, mir unbekannt, der mir vermehrt mühvollen Weg? Regen schlug mich, bereift war ich und taubeträuft: tot war ich lange.<<
6 Odin >>Wegtam heiß ich, bin Waltams Sohn. Sprich von der Tiefe, vom Tag will ich`s! Wem sind die Sitze besät mit Ringen und strahlt die Bank, bestreut mit Gold?<<
7 Die Seherin >>Für Balder steht hier gebraut der Met, schimmernder Trank, der Schild liegt drauf: Unheil ahnen Asensippen. Genötigt sprach ich; nun will ich schweigen.<<
8 Odin >>Schweig nicht, Wölwa! Ic hwill dich fragen, bis alles ich weiß; weiter sag mir: wer wird Balders Blut vergießen, das Alter enden Odins Sohne?<<
9 Die Seherin: >>Hödur bringt her den hohen Ruhmsproß; er wird Balders Blut vergießen, das Alter enden Odins Sohne. Genötigt sprach ich: nun will ich schweigen.<<
10 Odin: >>Schweig nicht, Wölwa! Ich will dich fragen, bis alles ich weiß; weiter sag mir: wer heischt Rache für Hödurs Tat, bringt zum Brandstoß Balders Mörder?<<
11 Die Seherin: >>Rinda im Westsaal Wali gebiert: nicht wäscht er die Hand, nicht kämmt er das Haar, bis Balders Feind auf dem Brandstoß liegt. Genötigt sprach ich; nun will ich schweigen.<<
12 Odin: >>Schweig nicht Wölwa! Ic hwill dich fragen, bis alles ich weiß; weiter sag mir: welche Mädchen weinen gerne, werfen gen Himmel die Halslinnen?<<
13 Die Seherin: >>Nicht Wegtam bist du, wie ich meinte; Odin bist du, der alte Held!<<
Odin: >>Keine Wölwa bist du, keine weise Frau; drei Thursen sind die Töchter dein!<<
14 Die Seherin: >>Reit nun heimwärts! Des Ruhmes sei froh! So komme künftig keiner mir nah, bis Loki den Leib löst aus Banden und der Rater Schicksal zerschmetternd naht!<<
Den Toten oder Verstorbenen wurde eine große Weisheit nachgesagt. Früher war es üblich auf Friedhöfen nach einer Eingebung oder Vision zu suchen. Odin wusste also, welche Frage er stellen musste um herauszufinden, wer derjenige sein würde, der Balder den Weg von der Hel zurück nach Wallhall versperren würde. Das war allerdings auch die Frage, an der die Wölwa ihn erkannte.
Viele Grüße Ansuz
"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)
das ist ein klasse Beitrag! Den hab' ich auch verstanden. Liest sich, wie ein interessanter Roman. Dankeschön. (Mit Balder hat sich mein Ex immer sehr beschäftigt...hm...die Weichheit, die ich aus Deinem Beitrag herauslese, passt irgendwie gar nicht so zu meinem Ex...hm). Interessante Gestalt, der Balder.)
Liebe Grüße Bärin
P.S. @ Ansuz, Ich habe auch was über das träumen gefunden, das aus der nordischen Mythologie stammt. Da ich aber in der Mythologie nicht so bewandert bin, hab' ich's bisher nicht unterbringen können. Ich poste es mal in dem Thread, in dem ich mit dem Thema Träumen eh schon zugange bin.
Jaa, schöner Beitrag, Zita! Der enthielt Details, um die ich mich vorher irgendwie nicht gekümmert hatte, aber nun ist das ja alles schön kompakt und übersichtlich, dazu auch noch verständlich. Wieder was gelernt
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