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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 502 mal aufgerufen
 Die Runen
Ihwar Offline

Altrabe


Beiträge: 2.163

15.05.2008 16:23
Runenurbilder / Zeicheninterpretationen antworten

Hallo zusammen

Es gibt die umstrittene Theorie, das den Runenformen ältere Bilder, stilisierte Darstellungen zugrunde liegen. Naturwissenschaftlich findet diese These eher wenig Anklang. Sie lässt sich nicht stichhaltig beweisen und ist generell spekulativ. Auch würden solche Urbilder darauf hindeuten, das die Runenschrift eine eigenständige Entwicklung ist, die keine andere Schrift als Vorbild hat- Oder aber, diese Urbilder müssten sich auch auf andere Schriften beziehen lassen, was allerdings auch nicht so gut funktioniert.
Abgesehen von diesen Urbildern, geben viele Runenautoren den Bildcharakteren der Runen auch noch andere, eher assoziative oder erweiterte Bedeutungen.
Ich habe die nun folgenden Bilddeutungen aus einer recht großen Anzahl von Buch-und Onlinequellen zusammengefasst.
Was davon für uns stimmig ist, müssen wir wohl selbst herausfinden.

Stilisierte Darstellung eines Baumes mit windgekrümmten Ästen. Hörner des Viehs. Um 90° gedreht die stilisierte Darstellung eines Vogels.

Vor allem in der alten Form (umgekehrtes V) erinnert es an die Darstellung eines Höhleneinganges. Die nach unten geneigten Hörner des Auerochsen, oder die Umrisse dieses Tieres. Fallender Sprühregen. Um 90° gedreht ein Trinkhorn.

Dorn auf einem Ast. Hammer Thors. Erigierter Penis.

Um 90° gedreht wieder ein Vogel, diesmal in die andere Richtung fliegend. (Fehu und Ansuz = Odins Raben?)
Der Gott Odin selbst mit Schlapphut und Umhang. Stilisierte Baumdarstellung.

Das teilweise unter einem Wagen hervorschauende Rad. Haupt des redenden Rosses Gautatyr. Sonnerad auf der der Himmelsachse. Vereinfachte Darstellung eines Zickzack- Weges.

Öffnung. Flamme. Feuer. Vereinfachte Darstellung einer Fußspur.

Markierungszeichen das sich bereits auf steinzeitlichen Knochen findet. Kreuzstreben im Giebel des Fachwerks.
Zwei sich kreuzende Wege.

Sippenbanner. Stammesfahne. Wetterfahne. Volle, sich neigende Kornähre. Um 90° gedreht: Symbolik sexueller Vereinigung. (Der männliche, passiv liegende Strich, darüber die weibliche, aktive Höhlung)

Um neunzig Grad gedreht: Vom Himmel fallender Regen/Hagel/Schnee. Balkengefüge im Fachwerk. Schneewächte zwischen zwei Bäumen. In der jüngeren Form der Schneekristall.

Stilisierte Darstellung gebrochenen Kornes oder eines länglichen Gegenstandes. Flut und Bugwelle. Feuerbohrer. Schiffsmast.

Eiszapfen. Stamm des Weltenbaumes. Achse. Säule

Hälften des Jahreskreises. Geöffnetes Samenkorn. Geteiltes Weltenei. Vermählung von Himmel und Erde.

Vereinfachte Darstellung des Weltenbaumes. Vereinfachte Darstellung eines Bogens. Eine Achse des Jahreskreuzes mit angedeuteter Fortführung eines umschließenden Kreises.

Würfelbecher. Höhleneingang. Zwei sich gegengesetzt drehende Spiralen. Würfelbecher. Haltung des Embryos im Mutterleib.

Hirschgeweih. Vogel mit gespreizten Schwingen. Fußabdruck eines Vogels. Gespreizte Finger. Alte Körperhaltung zum Gebet. Erinnert an die Darstellung der Alcis. (Zwillingsgötter die Kopf auf Kopf stehen und sich an den Händen halten)

Teil des Sonnenrades. Sich auf einer hellen Fläche (Wasser,Schild, Speer, Schnee..) zickzackähnlich brechend spiegelndes Sonnenlicht.

Speerspitze. Von einer Säule gestützes Himmelsgewölbe. Klaffende, blutende Wunde. Gespreizte Beine, zwischen denen etwas herausfließt oder zwischen die etwas eindringt.

Um 90° gedreht zwei Hügel oder Berge. Brust und Bauch einer schwangeren Frau.

Stilisierte Pferdedarstellung. Symbol der göttlichen Zwillinge.

Zwei sich gegenüberstehende Mondsicheln, wobei die Senkrechten der Unterscheidung zur Rune Dagaz dienen. Vor der Brust überkreuzte Arme. Markierung zwischen zwei Zeitpunkten.

Meereswoge.Fontäne. Grüner Teil der Lauchpflanze. Stilisierte Darstellung einer aus dem Boden sprudelnden Quelle. Aus einer Wand fließendes Wasser.

Kleiner Kreis als Symbol für das Herdfeuer. Männliche Schamraute.

Doppelaxt. Teil des Radkreuzes.

Stilisierte Darstellung einer Umzäunung. Markierter (heiliger) Ort unter dem Dach des Himmels.

So weit so gut. Ich hoffe diese kleine Übersicht hilft dem einen oder anderen von euch. Und wenn ihr noch weitere Deutungen zur Bildform einer Rune wisst, dann immer nur her damit.

Ihwar

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Nur weil man an etwas glaubt, heißt das noch lange nicht das es wahr ist.
-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.--.-.-.

Schakara Offline

Altrabe


Beiträge: 916

15.05.2008 18:47
#2 RE: Runenurbilder / Zeicheninterpretationen antworten

Hallo Ihwar,
das ist ein sehr interessantes Thema.Es gibt da ein Buch,von Marie E. König und heißt "Am Anfang der Kultur" und handelt von eben diesen von der öffiziellen "Wissenschaft" nicht anerkannten Bildern und Zeichen in Höhlen auf der ganzen Welt.
Ich habe das Buch schon vor läberer Zeit gelesen und wenn ich heute,mit meinen Runenkenntnissen da rein schaue,muß ich sagen,ich bin zutiefst davon überzeugt,daß die Runen sich aus diesen steinzeitlichen Zeichen entwickelt haben.

Ich schau mal nach,was ich noch dazu finde.

Grüßles Schakara

Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen.Sie ist eines der kennzeichnenden Laster eines niederen und unedlen Volkes.

(Alexander von Humboldt)

Isa ( Gast )
Beiträge:

15.05.2008 21:06
#3 RE: Runenurbilder / Zeicheninterpretationen antworten

Hey Raben. Dann sollte auf jedem Runenbeutel wohl Frei ab 18 Jahren stehen. Denn ich denke, wenn die wirklich so alt sind, dann gab es für ihre Entwicklung keine moralischen Grenzen und Einflüße durch Kirche oder Geschlechterkrieg etc. Klingt schon mal echt interessant. Danke Ihwar für die Zeilen.

---Zum Gruße, Isa--- Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag (Charlie Chaplin)

Samina Offline

Altrabe

Beiträge: 1.893

22.05.2008 12:14
#4 RE: Runenurbilder / Zeicheninterpretationen antworten

Lieber Ihwar,

das ist klasse. Vielen Dank. Jetzt kann ich öfter mal dort nachschauen, wenn etwas unklar ist. Und ich habe eine Rune gefunden, die mir nah geht. Mal sehen, vielleicht bekomme ich dazu auch noch einen Text ...

Super!

Liebe Grüße

*samina*

~ Is fheàrr teine beag a gharas na teine mòr a loisgeas (gälisch) ~
Das kleine Feuer, das dich wärmt, ist besser als das grosse Feuer, das brennt.

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