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Dieses Thema hat 14 Antworten
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 Die Monatsrunen nach dem Tyrkreis
dagaz Offline

Altrabe


Beiträge: 595

10.08.2008 15:37
Runen und Tierkreis antworten
Hallo Leute!

Nein, ich schreibe nicht "Tyrkreis", denn natürlich handelt es sich um den Zodiak, von griechisch "zóon" - "Tier".

Der Tierkreis wurde von den alten Babyloniern (wenn nicht schon von den Sumerern - ich hab die Literatur dazu grad nicht zur Hand) und erreichte via Ägypten und Griechenland das römische Imperium. Die Germanen kamen damit also erst relativ spät in Kontakt.

Das Fuþark entstand um plusminus Null; ob der Tierkreis den Germanen da schon bekannt war, ist ungewiss. Natürlich kannten sie Monate und richteten sich vermutlich nach einem Sonnenkalender - nicht umsonst sind die germanischen Jahresfeste die Sonnwenden und Tagundnachtgleichen.

Ich hab selber ein wenig mit den Runen und dem Jahreskreis experimentiert und finde, am besten passt es, wenn man zur Sommersonnwend mit beginnt. Die Runennamen passen dann ziemlich gut zu dem, was sich vor der globalen Erwärmung in unseren Breiten im Laufe des Jahres in der Natur tat.

Für mich sieht das Ganze dann folgendermaßen aus:

Krebs
Löwe
Jungfrau Tagundnachtgleiche, Erntedank:
Waage
Skorpion
Schütze Wintersonnwend, wahrscheinlich germanisches Neujahr
Steinbock
Wassermann
Fische Tagundnachtgleiche, Ostara
Widder
Stier
Zwillinge Sommersonnwend

(Daher mein Nick: ich bin in der ersten Hälfte der Zwillinge geboren.)

Bis bald,

dæg byþ drihtnes sond / deore mannum
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Schakara Offline

Altrabe


Beiträge: 916

10.08.2008 18:10
#2 RE: Runen und Tierkreis antworten

Hallo Dagaz!

Ein paar Zuordnungen find ich schon stimmig in deinem Modell,aber manche überhaupt nicht.Zum nüchternen Steinbock die Runen Eiwaz und Pertho passen ja nun gar nicht.Auch dem Widder Ehwaz und Mannaz zuzuordnen,paßt für mich auch nicht.Auch die Rune Sowilo beim Wassermann.....

Ich denke,daß man die Runen nicht im ganzen,also als Futhark in den Tierkreis einbinden kann.Als einzelne durchaus,da gibt es Paralellen,aber einfach so drüber stülpen.....

Einfach mal als Gedankenspiel,ich fang mit dem Widder an:

Widder
Stier
Zwilling
Krebs
Löwe
Jungfrau
Waage
Skorpion
Schütze
Steinbock
Wassermann
Fische

Ist auch nicht wirklich praktikabel.....

Grüßles Schakara

Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen.Sie ist eines der kennzeichnenden Laster eines niederen und unedlen Volkes.

(Alexander von Humboldt)

Dagny Offline

Altrabe


Beiträge: 670

10.08.2008 21:19
#3 RE: Runen und Tierkreis antworten

Liebe Schakara, ...


deine Zuordnung zum Stier find ich auch passender als Dagaz´s, aber wer weiß.
Allerdings ein Blick auf deine Zuordnung ..

Lass es mir aber nochmal durch den Kopf wandern.


Gruß Kiggy

"Wenn ihr eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen, werdet ihr sie brauchen , um zu weinen."

dagaz Offline

Altrabe


Beiträge: 595

11.08.2008 15:55
#4 RE: Runen und Tierkreis antworten

Hallo Schakara,

mit dem Widder anzufangen, hab ich am Anfang auch versucht.

Ich ordne die Runen aber nicht dem Tierkreis zu, um Charaktereigenschaften zu beschreiben, die Deckung ergibt sich vielmehr aus der Gleichzeitigkeit. Es geht mir hier mehr um die kalendarische Zuordnung und um die Beschreibung von Vorgängen in der Natur zu gegebenen Zeiten als ums Horoskop. Und da passt es eigentlich prima. Schau noch mal genauer hin.

Ar og friðr,
Dagaz

dæg byþ drihtnes sond / deore mannum
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Schakara Offline

Altrabe


Beiträge: 916

11.08.2008 16:45
#5 RE: Runen und Tierkreis antworten

Lieber Dagaz,
ich habe genau hingeschaut und die Rune Jeran mitten im Winter anzusiedeln paßt für mich überhaupt nicht.Nur so ein Beispiel.

Wie schon gesagt,ich glaube nicht,daß man das Futhark einfach so über den Tierkreis stülpen kann.

Mein Modell war auch nur ein Gedankenspiel,daß ich auch nicht stimmig finde.

Grüßles Schakara

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(Alexander von Humboldt)

dagaz Offline

Altrabe


Beiträge: 595

11.08.2008 17:40
#6 RE: Runen und Tierkreis antworten

Wie schon gesagt, genaugenommen hab ich's über den JAHRESKREIS gestülpt, und (Jahr) am Jahresende passt wunderbar. Ebenso zur Zeit der Wilden Jagd.

Ich glaub, ich hätte das Ding in einem anderen Unterforum posten sollen, hier wirkt's offenbar irreführend.

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Isa ( Gast )
Beiträge:

11.08.2008 21:53
#7 RE: Runen und Tierkreis antworten

@Dagaz. Du hast dir das sicher ganz clever ausgedacht. Ich zum Beispiel widme ich die Rune Tiwaz dem Zeichen Krebs zu. Klar zeigen mir da Experten und Spezialisten den Vogel. Aber ich kenne Krebs. Die haben ihr wässriges Othaladasein oft so satt, daß die in Tiwaz aus sich herausstürmen.

---Zum Gruße, Isa---

Schakara Offline

Altrabe


Beiträge: 916

11.08.2008 23:29
#8 RE: Runen und Tierkreis antworten

Lieber Dagaz!

Warum denkst du,wenn du dein Modell in ein anderes Unterforum gepostet hättest,daß wir es dann vorbehaltlos wundervoll gefunden hätten?Ich finde deine Einstellung etwas merkwürdig,ehrlich gesagt.

Du kannst das reinschreiben wo du willst,es wäre für mich dennoch nicht stimmig.

Hast du irgendwie Probleme damit,die Sichtweise anderer Menschen(Frauen) zu akzeptieren,wenn sie nicht mit der deinigen übereinstimmen?

Grüßles Schakara

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(Alexander von Humboldt)

dagaz Offline

Altrabe


Beiträge: 595

12.08.2008 15:56
#9 RE: Runen und Jahreskreis antworten
Aber, aber, liebe Schakara,

da interpretierst du über (und wer mich im real life kennt, wird dir das bestätigen).

In Antwort auf:
Hast du irgendwie Probleme damit,die Sichtweise anderer Menschen(Frauen) zu akzeptieren,wenn sie nicht mit der deinigen übereinstimmen?



Da sei Þórr vor!

Ich hab lediglich gemeint, ich hätte damit vielleicht eine offensichtliche Verwechslung vermieden. Schließlich scheint mir hier das Hauptthema eher die Astrologie zu sein. Und meine Zuordnungen sind seniger astrologisch als kalendarisch. Mir gings dabei eher um den Jahreskreis. Wenn man den in zwölf Teile teilt, sind die mit den Sternzeichen natürlich deckungsgleich. Diese sind für mich in diesem Zusammenhang einfach nur Monatsnamen. Ein Missverständnis eben. Ich wollte zeigen, wie die Runen den Jahreskreis beschreiben, nicht, wie sie in ein Horoskop passen. Also bitte nix für ungut.

Wollen wir noch über Runen und Jahreskreis weiterdiskutieren und die Astrologie mal beiseite lassen? Ich ändere gleich mal die Überschrift dieses Beitrags entsprechend.

Servus, bis bald,

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aettna Offline

Altrabe


Beiträge: 3.438

12.08.2008 16:25
#10 RE: Runen und Jahreskreis antworten


Hallo Schakara,
Hallo Dagaz,

Ich habe irgendwann einmal für mich die Runen im Jahreskreis bestimmt und kam zu ähnichen Ergebnissen wie Dagaz.

Zum Norden, zu Yule, zur Wintersonnenwende gehört das Wendehorn
Zum Osten, zur Frühlingstagundnachtgleiche
Zum Süden, zur Sommersonnenwende
Zum Westen, zur Herbsttagundnachtgleiche

Daraus ergibt sich astrologisch eine ähnliche Zuordnung wie bei Dagaz...
Außer das bei mir die letzte Rune des 3.aetts bildet..(und somit für mich dein Nick Dagaz aufgrund deines Sternzeichens Othala wäre..)

Liebe Grüße...aettna

Schakara Offline

Altrabe


Beiträge: 916

12.08.2008 16:50
#11 RE: Runen und Jahreskreis antworten
Lieber Dagaz,

dann entschuldieg bitte,sollte ich da was falsch verstanden haben.

Aber trotzdem paßt für mich z.B. die Rune Jeran nicht in den Winter,denn für mich ist das eine Sommerrune,denn sie bedeutet ja nicht nur "Jahr",sondern auch "Ernte",oder auch "gute Ernte".
Sie gehört für mich,und ich betone hier "für mich",in den Juli,August,wenn die Kornfelder reif sind.

Auf der Grundlage des Jahreskreises habe ich mal die Monate für ein Modell zugrunde gelegt und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

Januar (das Licht nimmt zu,die Heimat,das Heim schützt vor den Winter)

Februar (wer jetzt genug Vieh im Stall hat,braucht nicht hungern es ist Brigid,das Lichterfest,Mutter Erde beginnt mit großer Kraft zu erwachen)

März (der Winter ist noch nicht ganz besiegt,es ist Ostara,Frühlings Tag-und Nachtgleiche)

April (das Jahr schreitet voran,Handwerker machen sich auf die Walz,das Licht nimmt zu,die Pflanzen sprießen)

Mai (der Wonnemonat mit dem Beltane Fest)

Juni (Es sind die ersten Hagel-und Gewitterstürme möglich,sie bringen aber auch den wichtigen Regen,Sommersaonnenwende)

Juli (alles konzentriert sich nun auf die Ernte,das Korn,das überlebenswichtig ist)

August(das Jahr schreitet voran,das Licht nimmt wieder ab,die Natur ist voller reifer Nahrung,Lammsa,das Schnitterfest)

September(unter dem Schutz der letzten warmen Sonnenstrahlen werden Kraäuter und Feldfrüchte eingebracht,Mabon)

Oktober(das Jahr hat seine Fülle gerecht verteilt an die,die es sich verdient und erarbeitet haben)

November (Es ist Samhain,das Ahnenfest,die uns beschützen und an diesem Tag besuchen kommen können,und an dem wir sie ehren)

Dezember(Wintersonnenwende,durch die Geburt des Sonnenkindes kommt die Natur wieder in Fluß)

Das ist,wie gesagt,nur ein Gedankenspiel.

Grüßles Schakara

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(Alexander von Humboldt)

dagaz Offline

Altrabe


Beiträge: 595

13.08.2008 16:59
#12 RE: Runen und Jahreskreis antworten
Hallo Schakara,

ich find deinen Ansatz auch recht interessant. Ich kopier hier mal einen Artikel rein, den ich vor einiger Weile zu dem Thema geschrieben habe (weshalb ich hier noch manchmal auf Igor Warneck beziehe, den Autor des ersten Runenbuchs, das ich gelesen habe).

DAS RUNENRAD

Das System, das ich hier vorstelle, hab ich nicht aus einem Kodex aus Birkenrinde, den die Walküren nach der Übersetzung wieder mit nach Walhall nahmen, und es wurde auch nicht in meiner Familie von Generation zu Generation unter Lebensgefahr durch die finsteren Jahrhunderte überliefert, sondern es ist das Ergebnis von etwas Kenntnis der Materie, etwas Meditation und etwas logischem Denken.

Fakt ist, dass die Anfänge der Jahreszeiten, besonders die Sonnwenden, eine wichtige Rolle im rituellen Leben unserer germanischen VorfahrInnen spielten. Nimmt leut die Folge der Jahreszeiten als Kreis wahr — was die Alten nachweislich taten — so ist die natürlichste Art, einen Kreis in Sektoren zu schneiden, die Sechsteilung — wie jede/r weiß, der/die jemals ein wenig mit einem Zirkel und einem Blatt Papier herumgespielt hat. Nimmt leut als Anfangspunkt dieser Teilung eine der Sonnenwenden und als Kreis die Ekliptik, so erhält leut durch halbieren der Sektoren welche mit einem Winkel von 30° — und die sind identisch mit dem Platz, den auf der Ekliptik die Sternzeichen einnehmen.

Bei nochmaligem Halbieren erhalte ich 24 Sektoren zu je 15° — die Frage ist jetzt nur noch, an welcher Stelle des Zodiaks ich beginnen soll, das Fuþark einzutragen. Bei dieser Entscheidung ist die Bedeutung der einzelnen Runen eine große Hilfe.


Freyrs Ætt

— Vieh
Sonnwend ist vorbei, und das Vieh auf den Weiden wird langsam fett. Fehu ist auch der Buchstabe f und steht sowohl für Freyr als auch für seine Schwester Freya, die Göttin der Liebe, die daher leicht mit Venus verwechselt wird. Doch Freyas Kult verschmilzt bei manchen Stämmen mit dem von Frigg, Wotans Gemahlin, die mehr mit Juno zu tun hat (und mit der Sonnwend begann ursprünglich der Juni!). In dieser Gestalt ist sie eher die Göttin der ehelichen Liebe, auch wenn sie Loki in der Lokasenna beschuldigt, es mit jedem der anwesenden Asen und Alben getrieben zu haben. Zusammen mit den sieben folgenden Runen bildet Fehu die erste der drei aus je acht Runen bestehender Familie, genannt Freyrs Ætt.

— Ur
Ich muss mal einen Archäozoologen fragen, ob die Auerochsen Ende Krebs Brunftzeit hatten... Scherz beiseite: die Runen stehen für Paare von Prinzipien, Kräften &c., und die erste der beiden repräsentiert den aktiven Aspekt (Yang), während die zweite den passiven (Yin) vertritt. Fehu ist die Rune der Energie an sich, und Uruz verleiht ihr erst die Form.
Nach dem gregorianischen Kalender sind wir zwischen dem 7. und 22.7., und die Feldfrucht beginnt zu reifen.

— Þurse
– ist laut vielen Runenbüchern auch die Rune Þunars oder Þors, des Donnergottes. Jeder, der mal ein Sommergewitter erlebt hat, weiß, wie gut diese Rune Anfang Löwe passt.

— Ase
ist die Rune Wotans oder Odins, der Wind, Regen und Schnee, aber auch Poesie, Weisheit und Magie bringt. Er brachte uns die Runen, indem er neun Tage und Nächte an der Weltesche Yggdrasil hing. Die Erntezeit beginnt, also ist das Wetter (und dessen eventuelle magische Beeinflussung) lebenswichtig.

— Rad, Ritt, Reise
eine Rune des Wandels. Es ist Anfang Jungfrau, und der nahende Herbst macht sich bemerkbar. Manchen Stämmen erschien es vielleicht als gute Idee, ins Gebiet ihrer Nachbarn zu reiten, um dort zu ernten!

— Kienspan, Feuer
aber — moderner (laut Igor) — auch ein Parabolspiegel — Viele verwenden sie als Schutzrune. In den alten Zeiten war es recht wichtig, die Ernte vor Ungeziefer (und bewaffneten Nachbarn) zu schützen.

— Gabe
als Gabe und Gegengabe empfanden die heidnischen Bauern Ernte und Aussaat. Eigentlich passt diese Idee auch gut zum Sternzeichen Waage, in das die Sonne eben eingetreten ist.

— Wonne
die Freude über das Ende der Schufterei auf den Äckern gipfelte in sexueller Ekstase — und im Juni häuften sich die Geburten. Wunjo ist die letzte Rune in Freyrs ætt.



Hels Ætt

— Hagel
Ich weiß nicht genau, ob’s Anfang Skorpion (Ende Oktober) besonders oft hagelt, jedenfalls verschlechtert sich das Wetter gegen Samhain im Normalfall zusehends. Soweit ich weiß, feierten die Germanen allerdings weder Samhain noch Imbolg, nur die Sonnwenden und Tagundnachtgleichen. Vielleicht fürchteten sie Hel zu sehr, um Kommen und Gehen ihres Ætts zu feiern. Sie hätte ja ersteres als Einladung zum Bleiben und zweiteres als Beleidigung auffassen können.

— Not
Es ist nur natürlich, dass sich Bewohner eines kalten Landes Sorgen machten, wenn der Winter nahte.

— Eis
Anfang Schütze, 22. November bis 7. Dezember... muss ich mehr sagen?

— Jahr
die Form der Rune sagt einiges aus. sie ähnelt dem Yin-Yang und symbolisiert Anfang und Ende, Geburt und Tod. Jera ist nicht die letzte Rune des Fuþark, aber des Jahres, denn Jul, die Wintersonnwend, war das Neujahrsfest der GermanInnen.

— Eibe
laut Igor Warneck das Symbol des ewigen Lebens und Tor zwischen den Welten; für mich ähnelt sie eher einem Schlüssel, vielleicht dem zur Unterwelt oder zum Unbewussten. Jedenfalls war Eiwaz mein Schlüssel zum Runenrad. Ursprünglich hatte ich gemeint, das Fuþark müsste mit Frühlingsbeginn einsetzen, das hätte sie Anfang Waage platziert, aber als ich mich in die Bedeutung der Runen versenkte, "raunte" mir Eiwaz, dass ihr Platz auf dem Rad nach Jul ist, in den Raunächten, wenn Wotan mit der wilden Jagd — den Einheriern — unterwegs ist, Hel mit den Strohtoten und den von hinten erschlagenen Feiglingen und Berchta (manche meinen, das sei bloß ein Beiname Hels) mit den toten Kindern (seit der Christianisierung: den ungetauften) sowie den ungeborenen. Noch dazu ist Eiwaz die 13. Rune! Und wenn wir die Runen den 24 Stunden des Tages zuordnen (dürfte etwas unwahrscheinlich sein, dass das die alten GermanInnen taten, aber wer weiß...), gehört Eiwaz zur Geisterstunde nach Mitternacht...

— ???
Niemand weiß, was "Perþro" heißt. Es könnte sich um ein Kunstwort handeln, da die Germanen in ihrer Sprache kein Wort vorfanden, das mit "p" begann. Laut manchen Runenbüchern gilt es u.a. als Symbol des Mutterleibs und ist die Rune der Geburt. Natürlich gab’s im Steinbock, neun Monate nach dem Lenzäquinox, eine Menge Geburten, und auch die Lämmer werden jetzt geworfen (eher ein Argument dafür, demnächst Imbolg oder Oimelc [= Schafsmilch] zu feiern, trotz des oben gesagten), doch hier geht es noch um mehr, wie die nächste Rune erklärt:

— Elch
die Rune ähnelt einem Menschen mit erhobenen Armen und ist ein Symbol für Leben. Eine kopfstehende Algiz kann auf mittelalterlichen Grabsteinen als Todessymbol gefunden werden ("Betrachten Sie sich in diesem Zusammenhang das von der Friedensbewegung gewählte Sinnbild und entscheiden sie selbst, wo der Fehler lag", so Warneck). Was aus Hels Schoß kommt, Leben oder Tod, hängt davon ab, wie lange die Wintervorräte reichen.

— Sonne
nicht Sigiz — Sieg, wie manche behaupten, und die Rune stellt auch keinen Blitz dar, sondern einen Sonnenstrahl. Sowilo passt gut als letzte Rune in Hels Ætt, da die Tage nach Imbolg oder Lichtmess immer länger werden und der Lenz unleugbar naht.



Tyrs Ætt

— Tiusz, Tyr, Tiu, Ziu
der Name ist der des Jupiter oder Zeus, vom indogermanischen *djew-s, was soviel wie Gott bedeutet, aber die Funktion ist die des Mars. Das Bild ist das eines Speers oder Pfeils. Tiwaz ist die Rune des unbesiegbaren göttlichen Kriegers und symbolisiert in diesem Kontext die Kräfte des nahenden Frühlings, die den Winter bekämpfen – und schließlich besiegen.

— Birke
für die alten GermanInnen war die Birke das Symbol der großen Göttin in all ihren Aspekten, und Igor schreibt: "Berkana... ist eine sehr sanfte Rune mit venusartigen Charakterzügen..." lustig... Venus und Mars sind ein Liebespaar, und Tiwaz und Berkana bilden das erste Runenpaar in Tyrs Ætt:
Zu Berkana Tagen zählt der internationale Frauentag (Zufall?), und am Ende gebiert die Göttin den neuen Astrozyklus, denn der erste Tag der nächsten Rune ist das Äquinox.

— Pferd
(was halt die germanische Lautverschiebung aus dem indogermanischen *ekwos machte...) gilt wegen der innigen Beziehung zwischen Pferd und Reiter (Sigmund, schau åwa!) angeblich als Eherune. Ich denke, diese Deutung passt besser zu

— Mensch
Die betrifft auch die Harmonie zwischen einem Mann und seiner anima bzw. einer Frau und ihrem animus. Natürlich ist der Lenz die Jahreszeit von Handlungen, die zu Hochzeiten führen können (sowie der Hochzeiten selbst). Dabei mag Pferden ja eine gewisse Rolle zukommen (z.B. beim Brautraub).

— Gewässer, angeblich auch "Laukaz" - Lauch.
Dann wäre Laguz das einzige Gemüse im Fuþark. Wenn das stimmt, wäre sie die Stellvertreterin allen Grünzeugs, das Anfang Stier aus dem Schoß der Erde wiederkehrt. Laut Igor ist Laguz ein Flusssymbol und stärkt unter anderem die Fruchtbarkeit... hm... so ein Lauch ist gewiss dicker und länger als ein Spargel, oder?
Seinen Platz im Fuþark hätte sich der Lauch auf jeden Fall redlich verdient - da leut ihn auch winters ernten kann, rettete sein Vitamin-C unsere AhnInnen vor den gefürchteten Skorbut.

— Ing oder Yngvi
ist ein älterer Name Freyrs. Und wieder die Fruchtbarkeit... stellt laut manchen Autoren ein Ei dar, obwohl schon Mai ist und Ostara vor einem Monat war. hm... seht euch mal Laguz und Ingwaz nebeneinander an. Was würde wohl Freud dazu sagen? Auf den ältesten Runensteinen sieht Ingwaz wie ein Kreis aus - vielleicht ein uralte Himmels- oder Ewigkeitssymbol.

— Tag
diese Rune gefiel mir auf den ersten Blick. jetzt weiß ich, wieso: sie ist meine Geburtsrune. Igor sagt viel über Dagaz’ mystische Qualitäten. dass sie eher "Sonnenauf- und -untergang" bedeute als schlicht "Tag" und die heilige Hochzeit der Gegensätze symbolisiere, und hier sitze ich und denke über Dinge wie mystischen Materialismus nach. Puh! die Tage sind übrigens jetzt ganz schön lang.

— Heimat, Familienbesitz
ist die letzte Rune von Tyrs Ætt und des gesamten Fuþarks, das Symbol des Endes einer Reise, der Heimkehr. Oþalas letzter Tag, der 31. oder (meistens) 32. Zwillinge, bringt uns die Sommersonnwend, und das Rad dreht sich weiter, Richtung Fehu...


Soweit mein (leicht überarbeiteter) Text.

Servus aus Wien,

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Schakara Offline

Altrabe


Beiträge: 916

13.08.2008 17:32
#13 RE: Runen und Jahreskreis antworten

Hi Dagaz,

nun verstehe ich deine Zuordnungen besser,manche finde ich plausibler als meine.

Was mich wieder zu meiner ursprünglichen Ansicht bringt,daß das Futhark als Ganzes nicht irgendwo drüber gestülpt werden sollte.

Aber die Gedankenspielchen sind schon gut.

Grüßles Schakara

Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen.Sie ist eines der kennzeichnenden Laster eines niederen und unedlen Volkes.

(Alexander von Humboldt)

Isa ( Gast )
Beiträge:

13.08.2008 20:47
#14 RE: Runen und Jahreskreis antworten

Hey Dagaz. Löwenschrei=Donner und Löwinnenschrei=Regen passen gut zusammen oder? Außerdem kann man einen Löwenschrei besser nachahmen, wenn der Mensch sich menschgerecht und nicht wie ein Löwe ernährt...*an seine letzten holzigen Veganermonsterrülpser erinnert*

---Zum Gruße, Isa---

dagaz Offline

Altrabe


Beiträge: 595

14.08.2008 14:49
#15 RE: Runen und Jahreskreis antworten

Hallo Isa,

In Antwort auf:
wenn der Mensch sich menschgerecht und nicht wie ein Löwe ernährt


Wie ein Löwe? Ich lauf meinem Schnitzel doch eh nicht in der Steppe nach und reiß ihm die Kehle raus...

Hallo Schakara,

In Antwort auf:
nun verstehe ich deine Zuordnungen besser,manche finde ich plausibler als meine.


Genau deswegen hab ich den Text reingestellt.

Ob unsere Ahnen das wirklich so gehandhabt haben, weiß heute niemand mehr zu sagen - die historischen Quellen hüllen sich in mystisches Schweigen. Aber ich find's schon verblüffend, wie gut das passt.

Servus aus Wien,

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