und heute geht es um den Dill. Die meisten werden ihn kennen und manche ihn für die Zubereitung und als Gewürz zu Fisch verwenden. Doch was hat es mit dem Dill noch so auf sich?
"Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasset das wichtigste im Gesetz beiseite" (Matthäus, 23,23). Dieses Bibelwort zeigt, dass Kräuter als genügend stabile Währung galten, um damit Steuern zu zahlen. Schon viel früher nannten die Ägypter Dill als beruhigende Medizin, und die Griechen wussten, dass Dill den Schluckauf heilt. Im Mittelalter wurde Dill als Mittel gegen Zauberei gepriesen. Man gab es in Wein, um die Leidenschaft zu erhöhen. Siedler brachten Dill nach Nordamerika, wo man den Kindern während langer Predigten Dillsamen zu kauen gab, damit sie ruhig blieben. Bei der Entstehung des Namens wird davon ausgegangen, daß "Dolde" sich in Dill gewandelt hat. Im Norden und Osten Europas hat Dill mythische Bedeutung. Dill besänftigte Hexen und Gewitter; andererseits gab die Anwesenheit von Dill auch Macht - so ist aus dem Oderbruch der Spruch der Braut überliefert: "Ich habe Senf und Dille, wenn ich rede, schweigst Du stille" (welch ein Glück, daß moderne Damen diesen Spruch nicht kennen ). Dill in den Schuhen getragen half einem vor Gericht: "Vor Haberstroh und Dill, da schweigen die Gerichtsherrn still".
Anbau
Standort Vollsonnig, windgeschützt. Boden Reich und gut dräniert. Vermehrung An Ort und Stelle säen, von Frühjahr bis Mittsommer. Nicht neben Fenchel pflanzen, da sie sich gegenseitig befruchten. Selbstversamend. Samen 3-10 Jahre keimfähig. Pflege Auf 23-30 cm ausdünnen. Kann im Haus gezogen werden. Ernte Blätter jung pflücken. Blühende Spitzen ernten, kurz bevor sich Früchte bilden. Um Samen zu ernten, abwarten, bis der Blütenkopf braun wird, und die ganze Pflanze über einem Tuch aufhängen. Aufbewahrung Blätter trocknen oder tiefgefrieren. Reifen Samen trocknen. Dillessig machen mit blühenden Köpfen oder Samen
Aussehen
Kraut Wurzel flach, dünn, spindelförmig. Stengel feingerillt, hohl. Blätter reich gegliedert, enden in dünnen Blattzipfeln an doldenförmigen Verzweigungen.
Verzweigungen Höhe: bis zu 1 m. Blüte: an 20 cm großen Dolden, gelb. Blütezeit: Juli - August. Früchte: eiförmige, 1 - 2 mm lange Früchte, die aus 2 Teilfrüchten bestehen.
Verwendung
Küche Samen Ganz oder gemahlen in Suppen, Fischgerichten, Pickles, Kohl, Apfelkuchen, Dillbutter, Kuchen und Brot. Samen als Digestiv nach fettem Essen servieren. Blühende Spitzen einen Blütenkopf pro Glas zu Essiggurken und -blumenkohl: Der Geschmack wird stärker sein als von Dillblättern und frischer als Samen. Blatt Fein geschnitten an Suppen, Kartoffelsalat, Weichkäse, Eier, Lachs und gegrilltem Fleisch, und als milde Garnitur. Mit neuen Kartoffeln sieden.
Verträglichkeit:
Das feine Aroma frischer Dillblätter wird leicht durch andere Gewürze verdeckt, während die Samen sich gegen andere Gewürze behaupten können. Sehr gut paßt Dill mit Zitrone, Essig, Sahne und Joghurt zusammen.
Kosmetik
Samen Zerquetschen und zu Stärkungsbad für Fingernägel aufgiessen. Kauen, um Atem frisch zu halten.
Gesundheit
Samen In salzfreier Diät verwenden, da reich an Mineralsalzen (enthält Kieselsäure, Kalzium, Phosphor etc.). Dillwasser machen gegen Verdauungsstörungen, Blähungen, Schluckauf, Magenkrämpfe, Schlaflosigkeit und Kolik: 13 g zerquetschten Samen in 225 ml siedendem Wasser ziehen lassen. Abseihen. 1 EL Erwachsenen und 1 TL Kindern geben. Als Tee aufgiessen, um bei stillenden Müttern die Milchproduktion anzuregen.
Bild: Dill
Bild: Blüte vom Dill
Viel Spaß beim ausprobieren.
*samina*
Quelle: u.a. Das große Buch der Kräuter (AT Verlag)
~~~ Einen anderen zu heilen ist nicht schwer. Es genügt, ihn zu lieben, ihn zum wichtigsten Wesen der Welt zu machen, sich ihm ganz hinzugeben und sich selbst dabei zu vergessen. (Indianische Weisheit)
danke schööööön ...hab wieder viel gelernt...Schmatzer.
Mir scheint du brauchst dringend mal wieder 3 Forellen mit Dillsosse
Lieben Gruß...aettna
*Je mehr ich entdecke, desto mehr wundere ich mich.Je mehr ich mich wundere, desto mehr verbeuge ich mich.Je mehr ich mich verbeuge, desto mehr entdecke ich.*
ich gestehe ~ ich habe beim schreiben daran gedacht
Liebe Grüße *minchen*
~~~ Einen anderen zu heilen ist nicht schwer. Es genügt, ihn zu lieben, ihn zum wichtigsten Wesen der Welt zu machen, sich ihm ganz hinzugeben und sich selbst dabei zu vergessen. (Indianische Weisheit)
Dieses Forum ist Teil der Internetpräsenz www.rabenbaum.com.
Sollten Sie Fragen, oder Anmerkungen zu unserem Forum haben, dann beantworten wir Ihnen diese gern telefonisch oder per E-Mail. Sie finden unser Impressum unter anderem unter www.rabenbaum.com