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Dieses Thema hat 47 Antworten
und wurde 2.476 mal aufgerufen
 Märchen, Sagen und Legenden
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Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

25.11.2008 19:04
#16 RE: Runenranken antworten

Hier nun die Fortsetzung-

Morla stieg langsam und vorsichtig hinab und horchte auf Lebenszeichen von Unten.
Nichts war zu hören.
Mit aufrecht stehenden Nackenhaaren schlich sie dem „Ding“ langsam näher. Sie wusste genau was sie da vor
sich hatte und dass ihre Angst absolut begründet war. Doch sie musste ihr Messer unbedingt wieder haben.
Kurz vor dem Ding stoppte sie und suchte sich einen langen dicken Ast. Sie stieß es heftig an und näherte
sich langsam weiter. Als sie ihrem Messer zum greifen nahe war, bückte sie sich, zog das Messer raus und
machte sofort einen Riesensatz nach hinten.
Keine Sekunde zu früh denn- sobald der Dolch aus dem Körper raus war, bewegten sich die Arme des Wesens heftig und unkontrolliert, und davon hatte es sechs Stück.
Sechs Arme, sechs Hände und sechs Giftstachel in jeder Handinnenfläche.
Schon auf dem Weg nach Oben sah sie noch im Blickwinkel, dass aus einem der Hände ein Giftstrahl in ihre Richtung
spritzte. Dann erloschen alle Bewegungen.
Oben angekommen nickte Morla Kirrik zu und besah sich den Schaden an Candarees Füßen.
Das Wesen hatte ihr eine geringe Menge Gift in die Fußsohlen gespritzt und das würde mindestens vierundzwanzig
Stunden dauern bis das aus dem Blutkreislauf soweit verschwunden war dass sie wieder laufen konnte.
Als das Kreischkonzert langsam abebbte, fragte Candaree leise:
„Was, zum Teufel war das?“
„Ein Leichenweber.“
Sagte Kirrik, legte sich hin und wandte ihr zum Schlafen den Rücken zu.
Morla strich ihr eine ziehende Salbe auf die Sohlen und legte sich dann auch wieder hin.
Das Candaree so schnell nicht wieder einschlafen konnte störte niemanden, das war ihr Problem.

Am Morgen wachte Candaree mit einem leisen Stöhnen aus einem Albtraum, völlig gerädert auf.
„Ich hab heute Nacht von einer Riesenspinne geträumt. Ich bin froh, wenn wir den Wald verlassen können.“
„Nicht wir. Du. Wir wandern innerhalb unseres Landes gerne. Niemals aber würden wir das Land der kleinen Leute betreten.
Und das beginnt am Wald- Rand. Und was die Riesenspinne betrifft, war das kein Traum.“
Sagte Kirrik und stieg langsam, mit Candaree auf dem Rücken, den Baum hinab.
Unten angekommen sah sie einen Chitinpanzer, die Knochen von menschlichen Armen und Händen und einen blanken
Totenschädel aus dem zwei gebogene Reiszähne heraus schauten. Nun wusste sie auch, warum ihr Tritt bei dem Wesen so ein merkwürdiges Geräusch gemacht hatte.
Der Körper war vollständig aus Chitin. Er war noch erhalten. Die Arme und Hände schienen wohl den menschlichen
Gliedmaßen sehr ähnlich gewesen zu sein. Doch jetzt waren davon nur noch die Knochen zu sehen.
Die Tiere des Waldes hatten sich ihren Teil geholt.
„Huh, das hätte ins Auge gehen können. Da kann ich ja von Dank sagen, dass ich nur meine Füße für ein paar Stunden nicht bewegen kann.“ Meinte Candaree.
„Ja, du hattest sehr viel Glück. Mir ist es lieber, ich trage dich für diese Stunden als dass du während unserer
Obhut zu Tode gekommen wärest.“ Kirrik schnappte sich die Beine von Candaree und holte beim Gehen weit aus.
Morla trug ihre Tasche auf dem Rücken und ging genau so schnell hinter Kirrik her.
„Wir müssen das Gebiet hier so schnell wie möglich verlassen, denn die Leichenweber jagen nie allein.“ Sagte Morla
und lief fast während Kirrik einfach nur weite Schritte machte.
Erst am Nachmittag gönnten sie sich die erste Pause auf einer Eiche und Candaree stieg von Kirriks Rücken.
Sie hatte noch gar nicht ganz einen Fuß auf den Ast gesetzt, als sie auch schon hinten rüber fiel. Beinahe wäre sie runter gefallen. Morla griff schnell genug ihr Handgelenk und zog sie zu sich.
„Oh, Oh ich kann ja nicht stehen. Das hatte ich glatt vergessen.“
„Das hab ich gemerkt.“ Sagte Morla und grinste.
Eine kurze Rast und schon ging es weiter.
Sie waren schon in einer anderen Wald.- und Baumgegend als Kirrik stehen blieb.
Eine Art Grillenzirpen war zu hören und selbst Candaree stellten sich die Nacken.- Armhaare hoch.
Fortsetzung folgt.
Die Druidin

Magie ist unsere Natur, wer sie verweigert, verweigert das Leben.

Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

25.11.2008 21:32
#17 RE: Runenranken antworten

Hallo Druidin
Danke,schöne Gute Nacht Geschichte die Du da schreibst.Weiter so.
Der Sachse

Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

03.12.2008 07:58
#18 RE: Runenranken antworten

Hallo Druidin
Fortsetzung folgt????Lechz....
Der Sachse

Samina Offline

Altrabe

Beiträge: 1.893

11.12.2008 23:31
#19 RE: Runenranken antworten

Liebe Druidin,

daß es bald hier weitergeht ...

Liebe Grüße und gute Nacht
*samina*

~~~
Einen anderen zu heilen ist nicht schwer. Es genügt, ihn zu lieben, ihn zum wichtigsten Wesen der Welt zu machen, sich ihm ganz hinzugeben und sich selbst dabei zu vergessen. (Indianische Weisheit)

schnitzer Offline

Altrabe


Beiträge: 822

11.12.2008 23:55
#20 RE: Runenranken antworten

Samina, sag bloß, das wir zeitgleich die Geschichte gelesen haben.
Das wäre ja ein netter Zufall.

Eine schöne Geschichte.

Wer verurteilt kann sich irren, wer verzeiht irrt nie!

Samina Offline

Altrabe

Beiträge: 1.893

12.12.2008 10:47
#21 RE: Runenranken antworten

Hallo Schnitzer,

das war wohl so.

Ich hoffe, daß ich am Wochenende weiter lesen darf^^

Liebe Grüße
*samina*

~~~
Einen anderen zu heilen ist nicht schwer. Es genügt, ihn zu lieben, ihn zum wichtigsten Wesen der Welt zu machen, sich ihm ganz hinzugeben und sich selbst dabei zu vergessen. (Indianische Weisheit)

clauga Offline

Rabe


Beiträge: 78

13.12.2008 18:21
#22 RE: Runenranken antworten

liebe druidin,

bitte, bitte, bitte schreibe bald weiter. deine geschichte ist so schön. geduld ist nicht unbedingt meine stärke

vlg

clauga

Samina Offline

Altrabe

Beiträge: 1.893

13.12.2008 21:48
#23 RE: Runenranken antworten

Hallo clauga,

wer ist wohl der oder die Geduldigste im Land? *gg*

Liebe Grüße *und nach der Druidin schielt*

*samina*

~~~
Einen anderen zu heilen ist nicht schwer. Es genügt, ihn zu lieben, ihn zum wichtigsten Wesen der Welt zu machen, sich ihm ganz hinzugeben und sich selbst dabei zu vergessen. (Indianische Weisheit)

Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

16.12.2008 20:40
#24 RE: Runenranken antworten

Hallo Samina
Die Smileys sind echt Geil,da lach ich mich kaputt.Du bist Lieb.
Schöne Grüsse
vom Sachsen

Samina Offline

Altrabe

Beiträge: 1.893

17.12.2008 19:12
#25 RE: Runenranken antworten

Hallo Sachse,

du machst mich verlegen.

Aber ~ liebe Druidin ~ ich warte noch immer voller Vorfreude.

Liebe Grüße
*samina*

~~~
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Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

03.02.2009 12:42
#26 RE: Runenranken antworten

Hier nun die Fortsetzung. Sorry dass das solange dauerte, musste erst einen gesundh. Rückschl. auskur.

Das Geräusch kannte sie genau aus der Nacht zuvor.
Morla riss hektisch ihre Tasche auf und kramte ein paar hellgrüne Blätter hervor, die sie im Laufe der Reise gesammelt hatte.
Sie kaute sie einmal kräftig durch und rieb sich dann mit dem Speichel und den Blättern die Sohlen ein.
„Schnell, macht es so wie ich, dann kommen wir hier heil raus. Es kann uns dann nicht mehr riechen.“
Sie gab jedem einige Blätter und überließ es beiden, das Gleiche zutun. Das durchgekaute Blätterzeug war so klebrig und schmeckte nach Bittermandeln dass Candaree sich gut vorstellen konnte, dass bei diesem Geruch niemand mehr die Fährte halten konnte.
So liefen sie, Candaree auf dem Rücken von Kirrik und Morla hinterher, fast den ganzen Morgen durch, um eine große Strecke zwischen sich und den Leichenwebern zu bringen.
Als sie dann endlich rasteten, war es schon fast Mittag.
Kirrik sah aus als hätte er einen Spaziergang gemacht, nicht mal außer Atem war er.
Morlas Samen und Körner sättigten gut und so ging die Reise sehr bald weiter.
Am späten Nachmittag sahen sie sich wieder nach einem nächtlichen Rastplatz um und fanden in einer großen Eiche einen Platz für sich. Die Eiche war hohl und etwa 3-4 Meter hoch. Innen hatte sie mehrere „Etagen“ die daraus entstanden, dass das Wasser im Holz unterschiedlich verrottete. Doch die „Etagen“ waren breit genug um sie für die Nacht aufzunehmen.
Es ging Candaree nicht gut.
Sie fieberte etwas und hatte Halluzinationen. Sie flüsterte ständig etwas vor sich her, das niemand verstand, weil es zusammenhanglos war. Kirrik hatte sie an die innere „Außenwand“ des Baumes auf die oberste Plattform gelegt und Morla versuchte vergeblich, ihr Blätter in den Mund zu stecken die ihr helfen sollten, das Fieber runter zu drücken. Doch sie weigerte sich, etwas zu sich zu nehmen. Immer wieder zog sie den Kopf weg wenn Morla ihre Lippen berührte. In ihren Fieberträumen hetzte sie durch die Wälder, immer auf der Flucht vor den Leichenspinnern. Und- sie sah wieder ihre Familie, die hinter ihr her war um sie an diesen Jabel zu verheiraten.
Am nächsten Morgen wachte Candaree mit einem dicken „Kater“ auf. Doch sie konnte wieder selbständig stehen und gehen. „Das waren die letzten Auswirkungen des Mittels in deinem Körper. Du bist jedenfalls eine schwierige Patientin“. Morla grinste und gab Candaree eine kleine Schüssel mit Samen und Körnern. Dankbar nahm sie diese und trank den Rest des Wassers aus ihrer Wasserflasche. „Kommen wir heute noch an einen Bach oder See?“ Fragte sie und deutete auf ihre leere Flasche. „ Ja, heute Mittag etwa. Doch das ist ein weiter Weg und wir sollten jetzt aufbrechen.“ Sagte Kirrik und schnallte sich seinen Rucksack auf den Rücken und war schon unten als Candaree noch das Schüsselchen verstaute und von Morla nach unten gebracht wurde. Sie gingen sehr zügig voran und ihr Staunen fand kein Ende über die unterschiedlichsten Bäume und Sträucher die sie nicht kannte. Über die vielen Tiere in den Baumkronen, die hoch oben über das Erscheinen der Drei schimpften und merkwürdige Rufe von sich gaben. Kaum eines dieser Tiere kannte sie, hatte sie je gesehen. „Wieso habe ich diese Tiere noch nie gesehen?“ Fragte sie und ging wie
„Hans Kuckindieluft“ hinter Kirrik hinter her. „Weil sie nie in die Nähe der menschlichen Behausungen gehen.“ Meinte Kirrik und ging, als würde er sich gar nicht darum kümmern ob sie ihn verstanden hätte, weiter. Es war eine sehr einseitig laute Unterhaltung wärend ihres Weges und wer die Drei beobachtete, hörte nur eine Person reden.
Um die Mittagszeit herum roch sogar Candaree, dass es nach Wasser, nach Feuchtigkeit roch.
„Kann es sein, dass wir bald an einem Wasser sind?“ „ Ja“. Sagte Morla. „Hier hole ich mir immer ein paar besondere Heilpflanzen für alle nicht fließenden und schlecht heilenden Wunden. Doch es ist nicht ganz ungefährlich. Die Bewohner des Sees wollen gefragt sein. Lass mich deine Wasserflasche füllen, dann weiß ich, dass dir nichts geschieht.“ Candaree gab ihr die Flasche und Morla ging weiter in Richtung See.
Morla stellte sich an das Ufer des Sees und schien einfach nur zu warten. Doch Candaree wusste, Morla rief mit ihrer geistigen Stimme jemanden.
Nach kurzem Warten tauchte ein menschlicher Kopf auf. Ein Mann schwamm langsam auf Morla zu und grüßte sie, in dem er eine Hand kurz erhob. Der Mann sah für Candaree ganz normal aus. Mittelblonde lange Haare, dunkle Augen und eine gerade Nase. Nur die Ohren waren etwas spitzer zulaufen nach Oben hin. Sie war einfach zu neugierig, wie mochte dieser Mann wohl unter der Wasseroberfläche aussehen. Der Mann fixierte sie-
und sie fühlte, dass sie gar nicht anders konnte als weiter zu gehen- alles in ihr war nur der einzige Wunsch, weiter zu gehen. Als sie mit langsamen Schritten am Ufer angelangt war, stiegen zwei weitere Köpfe aus dem Wasser. Diesmal aber weibliche. Eine der Frauen war Dunkelrot in den Haaren und die Andere eher so blond wie der Mann. Nur die Ohren hatten alle gleich. Die Mittelblonde reichte ihr ihre Hand: "Sei uns willkommen Menschenkind. Wenn du wirklich wissen willst, wie und wer wir sind, musst du uns folgen. Willst du das? Es gäbe nur kein Zurück?“ Candaree war Verwirrt. Das hatte sie doch wieder nur in ihrem Kopf gehört? Doch etwas im Hintergrund ihres Kopfes war da noch. Jemand rief ihren Namen. Wer störte sie denn jetzt in ihrer Unterhaltung mit so wundersamen Wesen?
„Candaree, Candaree, hörst du mich? Candaree, gehe nicht weiter. Candaree, Candaree…“ Sie drehte sich um und sah Morla direkt hinter sich. Erschrocken wollte sie gerade einen weiteren Schritt rückwärts gehen. Doch dort begann das Wasser…

Fortsetzung folgt nun wieder etwas schneller.
Die Druidin

Magie ist unsere Natur, wer sie verweigert, verweigert das Leben.

Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

03.02.2009 18:57
#27 RE: Runenranken antworten

Fortsetzung:
Wie im Zeitlupentempo hob Candaree ihr rechtes Bein- wollte es gerade nach hinten absetzen- in ihrem Kopf war alles wie in Watte getaucht. Sie sah Morla und fühlte doch so stark den Sog des Gesangs der Nymphen. Ihre Jacke war auf einmal so eng. Jemand zog daran. Was wollten sie alle von ihr?
Dann fühlte sie ihre heiße Wange. Kirrik hatte ihr eine Ohrfeige verpasst. Alles sah wieder ganz normal aus und sie stand mindestens 10 Meter von Ufer entfernt. „Großer Himmel, was war das? Ich hatte überhaupt keinen eigenen Willen mehr! Ging euch das auch so? Was war das?“ Kirrik sah sie wütend an. „Solltest du nicht vom Ufer fern bleiben? Hatte Morla dir nicht gesagt, DAS es gefährlich ist? Warum müsst ihr Menschen eigentlich immer genau das Gegenteil von dem tun, was man euch sagt? Ist das zuviel verlangt?“ Wütend ging er im Kreis herum und schimpfte vor sich hin. Morla sah sie traurig an und sagte: “Das war sehr dumm von dir. Um dich zu schützen haben wir den Bewohnern ihre >rechtmäßige< Beute genommen, nämlich dich, und sind jetzt keine Freunde mehr. Um das zu kitten, müssen wir uns etwas Angemessenes ausdenken um sie wieder freundlich uns gegenüber zu stimmen. Heißt, irgendein Lebewesen werden wir opfern müssen, wenn wir hier je wieder Heilkräuter sammeln wollen.“ Sie nahm die Kräuter, das Wasser und ihre Tasche auf, sah noch einmal über die Wasseroberfläche, drehte sich um und ging hinter Kirrik her ohne sich darum zu kümmern ob Candaree hinterher kam.
Candaree war so geschockt von dem Schwall an „ausgesprochenen“ Worten dass sie eine kurze Weile verblüfft stehen blieb.
Das hatte sie nicht gewollt. Was sollte das heißen, dass sie ein Lebewesen opfern mussten? Doch nicht, weil sie ans Ufer getreten war? Wieso?
Kirrik und Morla kümmerten sich nicht um Sie. Langsam ging sie los und versuchte dann, aufzuholen um Morla ihre Wasserflasche abzunehmen. Morla schwieg.
Beide schwiegen den ganzen Nachmittag über und das änderte sich auch nicht, als Kirrik sich nach einem Nachtlager umsah. Die Gegend, in der die Drei jetzt wanderten, hatte zwar sehr viele Bäume aber auch immer mal wieder dicke Felsbrocken in denen Höhlungen durch Witterungseinflüsse entstanden waren. Die Felsbrocken waren durch den Bewuchs von Moos, Sträuchern und Bäumen fast nicht auszumachen.
Candaree versuchte eingeschüchtert immer mal wieder, ein unverfängliches Gespräch anzufangen aber es kam keine Resonanz.
Kirrik setzte sich gleich hinter dem Eingang der Höhle hin und Morla und Candaree gingen weiter rein in die Höhle um ihr Lager aufzuschlagen.
Erst, als diese Arbeit erledigt war, konnte Candaree neu ansetzen zu einer Unterhaltung, die ihr Klarheit verschaffen sollte.
„Morla, was hat es für eine Bewandtnis mit den Wesen im See? Und wieso durfte ich nicht ans Ufer treten und wieso müsst ihr euch jetzt was einfallen lassen? Was war das für ein Gesang in meinem Kopf und Wer sind sie eigentlich?“ Morla lächelte mit traurigen Augen: „Das sind viele Fragen. Du weißt es nicht, nicht war? Du hast nicht einmal eine Ahnung von dem, was du angerichtet hast mit deiner Eigenwilligkeit?
Diese Wesen leben länger in diesem See als wir überhaupt auf dieser Welt sind. Sie haben ihre Gesetze, eines davon lautet, wer sich ans Ufer dieses Sees begibt und mit seinen Füßen das Wasser berührt, gehört ihnen. Ist ihr Eigentum. Sie werden mich nicht eher wieder in die Nähe des Ufers lassen bis ich ihnen etwas gegeben habe, das deinen „Wert“ ersetzt. Das heißt, wir müssen ihnen ein Lebewesen opfern um sie wieder freundlich zu stimmen. Du würdest dazu vielleicht sagen, dann opfert ihnen doch eines der Wesen, die euch ans Leben wollen aber- auch das sind Lebewesen, die wichtig sind in diesem Wald. Die eine sinnvolle Aufgabe haben.
Sie haben, was das Miteinanderreden betrifft, äußerst ähnliche Möglichkeiten wie wir. Nur- ihre Fangmethoden sind auf ihren mentalen Fähigkeiten aufgebaut. Sie fangen ihre „Beute“ mit ihren Gedanken und Gesängen. Wenn du schon mal den Gesang eine Wals gehört hast, weißt du was ich meine. Wir werden wohl einen Rauhruf opfern aber gut ist das für uns nicht.“ „Wieso nicht? Sie wollen euch fressen und würden es tun wenn sie könnten?“ „Sie vernichten alles, was im Wald gestorben ist. Sie sind so eine Art Waldpolizei. Denn wenn tote Körper zu lange im Wald herum liegen, können sie Seuchen verursachen. Jedes Lebewesen hat seinen Platz in unserem Wald. Ihr Menschen habt schon lange, mehr schlecht als Recht, die Aufgaben der Natur versucht zu übernehmen.
Wenn wir also eines dieser Wesen zum See führen, entsteht ein Loch im genau abgestimmten Lebensrhythmus des Waldes. Und- du bist an diesem Lebensende schuld. Was also willst du tun um das wieder ins Reine zu bringen?“ „Was kann ich tun?“

Magie ist unsere Natur, wer sie verweigert, verweigert das Leben.

Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

03.02.2009 21:08
#28 RE: Runenranken antworten
Fortsetzung:

„Jetzt erstmal noch nichts. Aber es wird der Tag kommen an dem du genau vor dieser Aufgabe stehen wirst. Achte ab jetzt genau auf das, was du tust denn es hängen einfach zu viele Leben davon ab. Auch unser. Denn wir sind es, die dieses Lebewesen hinführen müssen.“
Beschämt sah Candaree nach unten und verstand genau was Morla meinte. Sie war ziemlich naiv durchs Leben getappt bisher. Das sollte nun vorbei sein. Sie legte sich mit dem Rücken zum Höhleninneren und schlief sehr bald ein. Es war die dritte Nacht und so viel war geschehen.
Der Rauhruf, die Jäger, der Leichenspinner und die Nymphen. Das Opfer was Morla und Kirrik nun für sie finden müssen. Alles Erlebnisse, die ganz eindeutig zeigten, dass sie noch ZU unwissend war um wirklich in dieser Wildnis bestehen zu können. Zurück konnte und wollte sie nicht, es ging nur vorwärts. Das Volk der kleinen Baumbewohner wusste aus Jahrhunderte langen Erfahrungen alles über den Wald und deren Bewohnern. Das wollte sie sich zunutze machen. So wie sie die Erfahrungen aller Wesen nutzen wollte.
Die Nacht war kurz denn vor der Morgenröte stand Kirrik auf und weckte Morla. Candaree wurde automatisch mit wach. Alle aßen ihr Körnerfrühstück und schweigend gingen sie sehr bald weiter. Morla sammelte, wie immer, Samen, Körner, Kräuter und Beeren. Doch Candaree ging nun mit Morla mit und fragte sie aus nach dem was sie sammelte. Wie es auszusehen hatte und was nicht essbar war. So wurde das Nahrungsangebot der Drei etwas reichhaltiger. Sie lernte vieles über die Ernährung der Waldbewohner. Auch die Sitten und Gebräuche wurden ihr klarer.
Das alle Lebewesen des Waldes ein Ganzes waren. So hatte sie das Zusammenspiel der Lebewesen auf dieser Welt noch nie betrachtet, Ihre Ziegen waren immer nur Mittel zum Zweck.
Es wurde Mittag und der Wald war immer mehr mit diesen Stein und Geröllhaufen übersäht in denen unendlich viele Höhlengänge waren. Kirrik und Morla mieden sie denn sie wussten, dass das schon die äußeren Ausläufer des kleinen Volkes waren. Nur die leicht ausgehöhlten Geröllhaufen blieben als Übernachtungsmöglichkeiten.
Candaree wurde in dieser kleinen Reisegruppe immer mehr zu einer helfenden Kraft. Kirrik ließ das kalt. Er konnte Menschen eh nicht wirklich leiden.
Zum Nachmittag hin suchte Kirrik einen Platz an einem kleinen Bachlauf. Morla stellte sich ein paar Augenblicke ans Ufer des Baches, rief die Wesen des Baches und füllte dann die Flaschen mit Wasser. Candaree half beim Essen machen.
In einer kleinen Mulde am Ufer des Baches, der eher einem Rinnsal glich, ließen sie sich für den Abend nieder. Candaree hatte jedoch reichlich Respekt vor der Berührung mit dem Wasser. Die letzte Erfahrung hatte ihr gereich.
Am Morgen des fünften Tages trat eine alte, sehr gebeugt gehende alte Frau an den oberen Rand der Mulde, ihre Hände bewegten sich. Der Bach kam langsam in Bewegung, schwoll langsam immer mehr an, wurde zu einem starken Fluss. Dann rief sie die drei an: „He da! He ihr da! Wacht auf, der Bach tritt über sein Ufer und es wir Zeit für euch den Platz zu wechseln. Oder wollt ihr baden gehen?“ Kirrik und Morla waren in Sekundenschelle auf den Beinen. Schnappten sich Taschen, Lager und Candaree in der Mitte und standen schon am Abhang vor der Mulde.
„Guten Morgen ihr Langschläfer.“ Sagte die Frau lächelnd und sah Candaree etwas genauer an. „Wen habt ihr denn diesmal mitgebracht? Ein Menschenkind?“ Langsam ging sie um Candaree herum. „Was treibst du hier, Mädel? Wo willst du hin?“ Candaree sah Morla fragend an. Die nickte nur und so antwortete sie:„ Ich fliehe vor meinen Eltern weil ich den Mann, den ich heiraten soll, nicht will. Ich will zum kleinen Volk. Wer aber bist du?“
Fortsetzung folgt.
Die Druidin

Magie ist unsere Natur, wer sie verweigert, verweigert das Leben.

Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

04.02.2009 00:20
#29 RE: Runenranken antworten

Hallo Druidin
Nanü,es geht ja weiter,hatte nicht mehr dran geglaubt.
Danke und schön das es auskuriert ist.
Sachse

Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

04.02.2009 00:36
#30 RE: Runenranken antworten

Fortsetzung:

„Jetzt erstmal noch nichts. Aber es wird der Tag kommen an dem du genau vor dieser Aufgabe stehen wirst. Achte ab jetzt genau auf das, was du tust denn es hängen einfach zu viele Leben davon ab. Auch unseres. Denn wir sind es, die dieses Lebewesen hinführen müssen.“
Beschämt sah Candaree nach unten und verstand genau, was Morla meinte. Sie war ziemlich naiv durchs Leben getappt bisher. Das sollte nun vorbei sein. Sie legte sich mit dem Rücken zum Höhleninneren und schlief sehr bald ein.
Es war die dritte Nacht und so viel war geschehen.
Der Rauruf, die Jäger, der Leichenspinner und die Nymphen. Das Opfer was Morla und Kirrik nun für sie finden mussten. Alles Erlebnisse, die ganz eindeutig zeigten, dass sie noch ZU unwissend war um wirklich in dieser Wildnis zu bestehen. Zurück konnte und wollte sie nicht, es ging nur vorwärts. Das Volk der kleinen Baumbewohner wusste aus Jahrhunderte langen Erfahrungen alles über den Wald und deren Bewohner. Das wollte sie sich zunutze machen. So wie sie die Erfahrungen aller Wesen nutzen wollte.
Die Nacht war kurz denn vor der Morgenröte stand Kirrik auf und weckte Morla. Candaree wurde automatisch mit wach. Alle aßen ihr Körnerfrühstück und schweigend gingen sie sehr bald weiter. Morla sammelte, wie immer, Samen, Körner, Kräuter und Beeren. Doch Candaree ging nun mit Morla mit und fragte sie aus nach dem was sie sammelte. Wie es auszusehen hatte und was nicht essbar war. So wurde das Nahrungsangebot der Drei etwas reichhaltiger. Sie lernte vieles über die Ernährung der Waldbewohner. Auch die Sitten und Gebräuche wurden ihr klarer.
Das alle Lebewesen des Waldes ein Ganzes waren. So hatte sie das Zusammenspiel der Lebewesen auf dieser Welt noch nie betrachtet, Ihre Ziegen waren immer nur Mittel zum Zweck.
Es wurde Mittag und der Wald war immer mehr mit diesen Stein und Geröllhaufen übersäht in denen unendlich viele Höhlengänge waren. Kirrik und Morla mieden sie denn sie wussten, dass das schon die äußeren Ausläufer der Gänge des kleinen Volkes waren. Nur die leicht ausgehöhlten Geröllhaufen blieben als Übernachtungsmöglichkeiten.
Candaree wurde in dieser kleinen Reisegruppe immer mehr zu einer helfenden Kraft.
Kirrik ließ das kalt. Er konnte Menschen eh nicht wirklich leiden.
Zum Nachmittag hin suchte Kirrik einen Platz an einem kleinen Bachlauf. Morla stellte sich ein paar Augenblicke ans Ufer des Baches und füllte dann die Flaschen mit Wasser. Candaree half beim Essen machen.
In einer kleinen Mulde am Ufer des Baches, der eher einem Rinnsal glich, ließen sie sich für den Abend nieder. Candaree hatte jedoch reichlich Respekt vor der Berührung mit dem Wasser. Die letzte Erfahrung hatte ihr gereicht.
Am Morgen des fünften Tages trat eine alte, sehr gebeugt gehende Frau an den oberen Rand der Mulde, ihre Hände bewegten sich. Der Bach kam langsam in Bewegung, schwoll langsam immer mehr an, wurde zu einem starken Fluss. Dann rief sie die drei an: „He da! He ihr da! Wacht auf, der Bach tritt über sein Ufer und es wird Zeit für euch den Platz zu wechseln. Oder wollt ihr baden gehen?“
Kirrik und Morla waren in Sekundenschelle auf den Beinen. Schnappten sich Taschen, Lager und Candaree in der Mitte und standen schon am Abhang vor der Mulde.
„Guten Morgen ihr Langschläfer.“ Sagte die Frau lächelnd und sah Candaree etwas genauer an. „Wen habt ihr denn diesmal mitgebracht? Ein Menschenkind?“ Langsam ging sie um Candaree herum. „Was treibst du hier, Mädel? Wo willst du hin?“ Candaree sah Morla fragend an. Die nickte nur und so antwortete sie: „ Ich fliehe vor meinen Eltern weil ich den Mann, den ich heiraten soll, nicht will. Ich will zum kleinen Folk. Wer aber bist du?“

Die alte Frau lachte glucksend in sich hinein, schüttelte den Kopf und meinte kichernd: “Ist die immer so? Ich meine, weiß die eigentlich, was sie will?“ Morla schien mit ihr zu „sprechen“ denn die Alte nickte ständig in ihre Richtung. Auch Kirrik wurde kurz in Augenschein genommen und zugenickt.
Wieder ernster meinte sie zu Candaree: „ Was willst du da?“
Candaree sah sie verdutzt an. „Wie, was ich dort will? Ich will dort leben!?“
„Ja und?
Wie willst du dort leben?
Was willst du dort tun?
Oder denkst du, dass du dort wie ein Prinzeschen vom Nichtstun leben kannst?“
„Na ja- ich habe in einem alten Buch meines Vaters gelesen, dass das kleine Volk das Schmiede- Kunsthandwerk kann, das ich lernen will. Damit ich dort aber nicht umsonst lebe, ich kann Ziegen hüten, melken, aus der Milch Käse und Butter machen und das Fell der Ziegen zu Wolle spinnen.“
„So so, glaubst du nicht, dass sie dafür genügend eigene Leute haben? Glaubst du, dass die nur auf dich warten?“
Langsam kamen Candaree Zweifel an ihrem Unternehmen.
„Ich bin die Warla, die Mittlerin zwischen den Göttern und euch Erdenbürgern und du bist auf der Suche nach deiner Lebensaufgabe. Diese beiden hier sind nur ein Teil der Wesen, die dir helfen werden, das Wissen zu erlangen das dir am Ende dieses Lebens helfen wird.
So wie der Rauruf, der Leichenspinner und die Nymphen es taten- und so wie ich dir Wissen gebe. Wir alle helfen dir beim Erkennen.“
Misstrauisch betrachtete Candaree die alte Frau denn dass hatte sie gelernt, nichts ist so wie es scheint.
„Wieso hat mir der Rauruf oder der Leichenspinner geholfen? Was soll das für eine lebensaufgabe sein und- von welchen Göttern sprichst du?“
Warla sah sie prüfend an und sagte streng:„Sie halfen dir, wach zu werden, endlich deine Verantwortung zu erkennen, denn du hast Verantwortung. Jedem gegenüber. alles andere folgt zu seiner Zeit.“
Candaree verstand. Nickte Morla und Kirrik zu und fragte:“ und was soll jetzt geschehen?“
Morla trat auf sie zu und nahm ihre Hände: “Hier trennen sich unsere Wege. Dein Weg ist jetzt der Weg der alten Warla. Lerne, denn du wirst es brauchen beim kleinen Volk.“
Kirrik hob nur zum Gruß die Hand und setzte sich langsam in Bewegung. Morla drückte die Hand Candarees, nickte der Alten zu und folgte Kirrik.
„Komm, wir haben viel zutun. Unterwegs kannst du schon mal Reisig sammeln und alles was essbar ist.“
Warla ging zu ohne sich darum zu kümmern ob Candaree nachkam.
Unterwegs fanden sie reichlich abgerissenes Holz, Samen und Beeren. Candaree war vollgepackt mit einem großen Haufen Reisig auf dem Rücken den Warla ihr fest auf den Rücken band.
Sie brauchten bestimmt den ganzen Vormittag um zu Warlas Hütte zu kommen. Dort angekommen staunte Candaree nicht schlecht als sie sah, was da wenige Meter vor ihr lag.
Von einem Haus oder einer Hütte keine Spur. Ein Höhleneingang lag vor ihr. Eine grob zusammen gehämmerte Holztür war zu sehen. Baumwurzeln rankten um den Eingang. Ein Halbrundes Fenster war eher eine Art Loch das verhangen war mit Wurzeln und Efeu.
Alles sah so unwirklich aus. Kamen denn hier nie wilde Tiere vorbei?
Als hätte Warla sie gehört, antwortete sie: „Doch, aber sie finden die Höhle nicht. Die Höhle ist nicht das für das du sie hältst.“
Warla kicherte und ging auf den Eingang zu.
Candaree sah Warla erstaunt an. „Wie meinst du das? Ich sehe doch einen Eingang und ein Loch als Fenster."
Sie ging hinter Warla her und staunte nicht schlecht als sie direkt davor stand.
Von dort aus kamen ein Reeddach, ein großes Fenster mit Glas, Fachwerk und eine Bank unter dem Fenster, eine Tür – schön in der Maserung und mit seltsamen Ornamenten zum Vorschein. Um die Tür wuchsen Rosen herum.
„Wie machst du das?“
Warla lachte leise und meinte: „Das ist eins der Dinge die du hier lernen wirst. Aber lang noch nicht alles.“
Fortsetzung folgt.
Die Druidin

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