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Dieses Thema hat 7 Antworten
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 Märchen, Sagen und Legenden
Algiz Offline

Altrabe


Beiträge: 590

19.09.2005 21:58
erstes Märchen antworten
Hallo ihr Lieben Raben,

Dieses Märchen stammt von den Gebrüder Grimm, und ich habe es als Kind geliebt. Es wird auch noch etwas wissenswertes darauf folgen.

Der Bauer und der Teufel

Es war einmal ein kluges und verschmitztes Bäuerlein, von dessen Streichen viel zu erzählen wäre, die schönste Geschichte ist aber doch, wie es den Teufel einmal zum Narren gehebt hat.
Das Bäuerlein hatte eines Tages seinen Acker bestellt und rüstste sich zur Heimfahrt, als die Dämmerung schon eingetreten war. Da erblickte es mitten auf seinem Acker einen Haufen feuriger Kohlen, und als es voll Verwunderung hinzuging, so saß oben auf der Glut ein kleiner schwarzer Teufel. " Du sitzes wohl auf einem Schatz?" sprach das Bäuerlein. " Jawohl", antwortete der Teufel, " auf einem Schatz, der mehr Gold und Silber enthält, als du dein Lebtag gesehen hast". " Der Schatz liegt auf meinem Feld und gehört mir", sprach das Bäuerlein. " Er ist dein", antwortete der Teufel,"wenn du mir zwei Jahre lang die Hälfte von dem gibst, was dein Acker hervorbringt. Geld habe ich genug, aber ich trage Verlangen nach den Früchten der Erde." Das Bäuerlein ging auf den Handel ein. "Damit aber kein Streit bei der Teilung entsteht," sprach es, "so soll dir gehören, was über der Erde ist, und mir, was unter der ERde ist". Dem Teufel gefiehl das, aber das listige Bäuerlein hatte Rüben gesät. Als nun die Zeit der Ernte kam, so erschien der Teufel und wollte seine Frucht holen, er fand aber nichts als die gelben, welken Blätter,und das Bäuerlein, ganz vergnügt, grub seine Rüben aus. "Einmal hast du den Vorteil gehabt", sprach der TEufel,"aber das nächste Mal soll das nicht gelten. Dein ist, was über der Erde wächst, und mein, was darunter ist". "Mir auch recht", antwortete das Bäuerlein. Als aber die Zeit zur Aussaat kam, säte das Bäuerlein Weizen. Die Frucht ward reif, das Bäuerlein ging auf den Acker und schnitt die vollen Halme bis zur Erde ab. Als der Teufel kam, fand er nur die Stoppeln und fuhr wütend in eine Felsenschlucht hinab. "So muß man die Füchse prellen", spach das Bäuerlein, ging hin und holte sich den Schatz.

So und nun noch etwas wissenswertes:

Die Karotten, Mohrrüben oder gelbe Rüben wachsen in unseren Breiten als Wurzelgemüse sehr gut. Die Iren allerdings, sehen in der Karotte eine Süßspeise und bezeichnen die Möhren als - Honig der Erde. Oder die Schweizer, deren Rüblitorte mit Marzipankarotten verziert wird.

Wichtige Inhaltsstoffe:
Vitamin A
Kalium
Rohrzucker (Saccharose)
Glucose
Fructose
bioaktive Substanzen:
Carotinoide (BetaCarotin)
Ballaststoffe (Pektin)
Phenolsäuren


Die Karotte hält den einsamen BetaCarotin-Rekord - 11 mg BetaCarotin pro 100 g Gemüse! Entsprechend beeindruckend sind ihre Wirkungen:
BetaCarotin hemmt die Oxidation von LDL-Cholesterin und damit die Ablagerungen des Cholesterin an den Arterienwänden.

Radikale und Singulettsauerstoff (der bei der Atmung entsteht) können die DNS Erbsubstanz schwer schädigen mit Folgen der zellulären Entartung (Krebs). BetaCarotin wirkt in dieser Hinsicht schützend.

Die Pektine in den Möhren binden Giftstoffe und neutralisieren roh gegessen überschüssige Säure. Also bestens geeignet bei Sodbrennen.

Aber auch das schädliche Cholesterin kann durch die löslichen Pektine gebunden werden, während das gesunde HDL-Cholesterin im Blut dann steigt.


Die Karotte wirkt
· der Arteriosklerose entgegen und beugt so dem Herzinfarkt und Schlaganfall vor
· schützend vor freien Radikalen und Singulettsauerstoff
· gegen Sodbrennen
· kräftigend auf alle Schleimhäute im Körper
· aktivierend auf den Zellstoffwechsel
· verjüngend und hemmend auf Alterungsprozesse
· fördernd auf das Wachstum der Haare und Nägel
· fördernd für schöne Haut
· stärkend auf das Immunsystem
· verbessernd auf das Sehvermögen und helfend bei Nachtblindheit


Anwendung:
Als selbstgepresster Saft, warme Küche oder Rohkost.

Rezepte:
Karotten sind nicht nur sehr gesund, sondern auch hervorragend im Geschmack und daher universell verwendbar.

Selbstgepresster Saft pro Person:
1 Äpfel ca. 100g
4 Karotten ca. 400 g
1/2 TL Apfelessig
1 TL Keimlinge der Sonnenblumenkerne

Warme Küche - die Möhrentorte:
500 g Möhren
200 g Kokosraspeln
100 g gemahlene Haselnüsse
75 g Weizenvollkornmehl
2 TL Backpulver
125 g Zucker oder Honig
6 große Eier
eine unbehandelte Zitrone
etwas Zimt

Zubereitung:
Möhren putzen, grob raffeln. Eigelb und Eiweiß trennen. Eigelb mit dem Zucker und Zitronensaft schaumig schlagen. Geraffelte Möhren, Kokosraspeln, Mehl, Backpulver, gemahlene Haselnüsse, Zimt, etwas geriebene Zitronenschale unter die Eigelb-Zucker-Masse rühren. Eiweiß sehr steif schlagen und unter die Teigmasse heben. Bei 175 Grad 50 bis 60 Minuten backen.

Quelle:

Bioaktive Substanzen: Die Gesundmacher in unserer Nahrung; Regina Naumann, rororo Verlag 1997.Obst & Gemüse als Medizin, von Klaus Oberbeil und Dr. med. Christiane Lentz; Südwest-Verlag 2002.

p://www.cysticus.de/bioaktive-substanzen/karotte.htm

Liebe Grüße
Algiz


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Wenn du eine weise Antwort verlangst, mußt du vernünftig fragen
- Johann Wolfgang von Goethe -

Algiz Offline

Altrabe


Beiträge: 590

19.09.2005 22:14
#2 RE: erstes Märchen antworten

Hall ihr Lieben ,
Hmmm ich überlege gerade ob ihc den Artikel editieren soll und das "Wissen" zu den Kräutern schicke.
Mal sehen, ich werde ne nacht drüber schlafen und mich später damit befassen.
Schlaft gut ihr lieben und Träumt was schönes.
Gute nacht, Algiz
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Wenn du eine weise Antwort verlangst, mußt du vernünftig fragen
- Johann Wolfgang von Goethe -

Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.161

20.09.2005 04:48
#3 RE: erstes Märchen antworten

Liebe Algiz,

danke für den schönen Beitrag

In Antwort auf:
Hmmm ich überlege gerade ob ich den Artikel editieren soll und das "Wissen" zu den Kräutern schicke.

Eine wirklich schwere Entscheidung

Liebe Grüße
Ansuz




"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt." (Mahatma Gandhi)

Max Offline

Rabe

Beiträge: 353

20.09.2005 10:08
#4 RE: erstes Märchen antworten
Hallo Algiz!

Und jetzt auch noch das: nicht nur, daß mir diese Suppe nicht mehr aus der Birne geht, seit gestern ist da jetzt auch noch Himmel und Er (also Puffer mit Apfelmuß), Wurzeln mit Petersilienkartoffeln und Frikadellen mit drinne.

Aber meine liebe Algiz, Du bist mit den Märchen angefangen Echt stark, wie´s funktioniert

Viele Grüße,
HungerMax

P.S.: Hatte heute Morgen kein Kleingeld für´n Brötchen...

Zita ( gelöscht )
Beiträge:

20.09.2005 19:04
#5 RE: erstes Märchen antworten

Liebe Algiz

ich hab mich auch riesig gefreut, daß Du uns ein Märchen rausgesucht hast. Ich kann mir so richtig vorstellen, wie Du Dich als Kind wohl diebisch darüber gefreut hast, daß dieses Bäuerlein den Teufel ausgetrickst hat. War´s so?

Und dabei und das is ja echt sauinteressant, is es ja der Teufel, der nun letztendlich bestimmt, was der Bauer isst und was man isst, ist man... Und alle fallen drauf rein, ich auch fand den Rezeptvorschlag von Max nicht schlecht, hab was ähnliches auf dem Plan für heute Abend.

Na, ich werd da noch ein Weilchen drüber nachdenken, aber erstmal vielen Dank für das Märchen und für den guten Tip, mal wieder Wurzeln zu essen.

Liebe Grüße
Zita

Silke Offline

Rabe

Beiträge: 200

20.09.2005 20:51
#6 RE: erstes Märchen antworten

Liebe Algiz,

dieses Märchen habe ich als kleines Mädchen besonders geliebt und nach Deinem Beitrag hatte ich das Gefühl, einen guten alten Bekannten zu treffen und mich auch entsprechend gefreut

Die Idee, das Märchen mit den passenden Rezepten und dem Pflanzenportrait zu untermauern hat mir unheimlich gut gefallen. Danke für diesen tollen und informativen Beitrag!!

@Zita: ich habe auch sofort Hunger bekommen Aber Deinen Gedankengang muß ich wohl noch ein wenig auf mich wirken lassen

Liebe Grüße
Silke


Zita ( gelöscht )
Beiträge:

22.09.2005 21:03
#7 RE: erstes Märchen antworten

Hallo Silke, Hallo Raben

da hab ich aber auch wirklich arg assoziativ und in Kladde geschrieben

Ich find´s nur so interessant, wie in diesem Märchen der "Freie Wille" behandelt wird, dessen Voraussetzung ja ist, auch "nein" zu einer Möglichkeit zu sagen. Der Bauer hätte ja z.B. genauso gut auch sagen können, buddel den Schatz aus, damit an der Stelle endlich mal was vernünftig wachsen kann. Aber der Gedanke daran, das Begehren nach diesem Schatz hielt ihn so fest, daß er sein Denken nur noch darauf ausrichtet, ihn zu bekommen und er somit letztlich Dinge anpflanzte, die ihn näher zu seinem Ziel brachten. Und daraus lässt sich dann wieder so schön ablesen, wie wichtig es doch immer wieder ist, sich selbst immer wieder zu überprüfen und sich zu fragen, was es denn ist, was die eigene Aufmerksamkeit und somit das Leben lenkt.

Liebe Grüße
Zita

Silke Offline

Rabe

Beiträge: 200

03.10.2005 09:20
#8 RE: erstes Märchen antworten

Liebe Zita,

jetzt habe ich verstanden, was Du meintest

In Antwort auf:
Und daraus lässt sich dann wieder so schön ablesen, wie wichtig es doch immer wieder ist, sich selbst immer wieder zu überprüfen und sich zu fragen, was es denn ist, was die eigene Aufmerksamkeit und somit das Leben lenkt.

Da gebe ich Dir Recht. Man sollte sich diese Frage eigentlich viel öfter stellen, dann wäre man verwundert, wie fremdbeeinflusst man mittlerweile (oder teilweise) ist.

Liebe Grüße
Silke


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