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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 767 mal aufgerufen
 Märchen, Sagen und Legenden
schnitzer Offline

Altrabe


Beiträge: 822

11.12.2008 23:26
Neid und Zwietracht antworten

Es gab mal eine Stadt, in der es keine Zwietracht gab. Alle Menschen waren glücklich und lebten zufrieden miteinander.
Davon erfuhr der Belzebub, nahm eine menschliche Gestalt an und stieg aus der Tiefe der Hölle empor, um Neid und Zwietracht zu säen.
Er ging durch die Stadt und schaute sich um. Da kam er am Bauamt vorbei. Durch das Fenster sah er einen Beamten eifrig Bauanträge abstempeln.
Ha, das ist es, dem werd ich einen Vorschlag machen, dachte sich Belzebub und ging ins Amt.
"Guten Tag mein Herr, Sie sind so eifrig am arbeiten, obwohl draußen die Sonne scheint. Wäre es nicht viel schöner, mit der Familie am See zu sitzen und das schöne Wetter zu genießen? Ich sorge dafür, das Sie keinen Ärger bekommen."
Da sagte der fleißge Beamte, "Mein Herr, schauen sie, wenn ich die Bauanträge nicht schnell bearbeite, werden die Bauherren zu lange warten müssen und unsere Stadt wird nicht so schön wachsen können, wie sie es momentan gerade tut. Nein, ich möchte nicht zum See gehen und die Arbeit liegen lassen. Ich bin aber am Wochenende mit meiner Familie am See."
Da bekam der Belzebub schon mal eine fingerdicke Ader am Hals und ging zur Tür hinaus.
Er sah sich weiter in der Stadt um und kam an ein Juweliergeschäft und ging hinein.
Alle Preise waren fair. Das feinste Geschmeide für jedermann bezahlbar. "Na das geht doch garnicht" dachte sich Belzebub und sagte zu dem Goldschmied, "Warum verschenkst du dein feines Geschmeide, mach es doch teurer, damit du schneller zu Reichtum und Wohlstand kommst. Dann kannst du dir einen schönen Urlaub leisten und auch sonst alles kaufen was du begehrst." Da sagte der Goldschmied "Ach mein Herr, ich bin zufrieden wenn die Leute meinen Schmuck kaufen und gerne tragen. Was soll ich mit zu viel Geld. Mir reicht das Einkommen, ich bin zufrieden."
Da bekam der Belzebub einen baumstammdicken Hals, nahm fast seine wahre Gestalt an und verschwand aus dem Laden.
Er ging weiter durch die Stadt und sah einen Bettler an der Ecke stehen. Ha, das ist mein Mann, der wird Zwietracht und Neid schaffen, den spreche ich jetzt an.
Gesagt getan. Belzebub ging zu dem Bettler und sagte,"Du bist doch so richtig arm, warum steigst du nicht des Nachts in die Häuser der Reichen und nimmst dir was du willst, was dir wichtig und wertvoll ist? Ich werde drüben im Schwarzen Keiler sitzen und dir alles abkaufen was du geraubt hast. Dann bist du auch reich und kannst dir alles leisten".
Da überlegte der Bettler kurz und sagte, "Was solls, ich kanns ja mal versuchen."
Abends dann beobachtete der Bettler ein Haus, eine Villa vom allerfeinsten. Als die Leute, die da wohnten ins Theater gegangen waren, stieg der Bettler ins Haus ein. Als erstes kam er ins Schlafzimmer. Auf dem Nachttisch lag der feinste Goldschmuck, Ketten und Ringe mit Diamanten und Rubinen besetzt. Als der Bettler gerade zulangen wollte, kam ihm ein Gedanke..."wenn ich jetzt den Schmuck einstecke, könnte die Besitzerin sehr traurig sein. Vielleicht ist sie so hässlich, das sie den Schmuck braucht, um besser auszusehen. Nein, ich nehme den Schmuck nicht."
Dann kam der Bettler ins Wohnzimmer. Auf dem Tisch ein Kelch aus purem Gold, mit Saphiren, Rubinen und Brillanten reich bestezt. Gerade als der Bettler den Kelch nehmen wollte, kam ihm der Gedanke, "Was wohl passiert, wenn der Besitzer seinen Wein trinken will und der Kelch ist weg. Nein, den Kelch werde ich nicht stehlen." denkt sich der Bettler.
Dann kam der Bettler in die Küche. Auf dem Küchentisch ein frisch gebackenes Laib Brot. Das Brot duftete so schön lecker. Sofort hatte der Bettler eine Pfütze auf der Zunge. "Was sagte der Herr, der jetzt im Schwarzen Keiler auf mich wartet? Ich soll das stehlen was mir lieb und wichtig ist? Na dann, dieses Brot ist mir lieb und wichtig. Ich werde jetzt die eine Hälfe essen, und die andere Hälfte bringe ich zum Schwarzen Keiler."
So nahm der Bettler ein Messer aus der Schublade und schnitt das Brot in zwei Hälften. Die eine Hälfte verspeiste er gleich und mit der anderen Hälfte lief er zum Schwarzen Keiler. Dort angekommen rief er freudigst "Herr, Herr, ich hab was gestohlen".
Als der Belzebub das hörte freute er sich diebisch, denn es ist ihm gelungen, in diese friedliche Stadt Neid und Zwietracht zu säen.
Als der Bettler aber das halbe Brot auf den Tisch legte, bekam Belzebub einen Hals so dick, das kann man nicht beschreiben. Vor Wut nahm er seine wahre Gestalt an, rannte mit einem Schweif aus Schwefeldampf zur Tür hinaus, trat vor Raserei gegen einen Wachturm und fuhr direkt zurück in die Hölle.
Wer heute in die Stadt Bautzen kommt, kann den schiefen Wachturm noch sehen.

Ob sie Wahr ist die Geschicht, das weiß ich nicht.

Wer verurteilt kann sich irren, wer verzeiht irrt nie!

Nachtfalke Offline

Altrabe


Beiträge: 1.168

12.12.2008 00:03
#2 RE: Neid und Zwietracht antworten

Wo hast du diese Geschichten her? Also ich find sie gut =)

Gruß
Nachtfalke

Chaos ist die höchste Ordnung

Samina Offline

Altrabe

Beiträge: 1.893

13.12.2008 21:42
#3 RE: Neid und Zwietracht antworten

Hallo Schnitzer,

ob wahr oder nicht ... sie ist klasse *und sich einen feixt*^^

Liebe Grüße
*samina*

~~~
Einen anderen zu heilen ist nicht schwer. Es genügt, ihn zu lieben, ihn zum wichtigsten Wesen der Welt zu machen, sich ihm ganz hinzugeben und sich selbst dabei zu vergessen. (Indianische Weisheit)

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