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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 628 mal aufgerufen
 Bräuche
Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.335

21.01.2009 18:55
Imbolc antworten

Liebe Raben,
als "Fortsetzung" quasi zu den Rauhnächetn feiern wir am 2. Februar das Fest Imbolc, das Fest des erstarkenden Lichts. So kann man die Rauhnächte dem Grunde nach über den 6. Januar hinaus ausdehnen. Sie beginnen mit dem großen Jul-Fest und zeigen "die Zeit, die zwischen Zeiten liegt", an denen man auf die Sonne wartet, die am 2. Februar in nördlichen Breiten wieder am Horizont erscheint und garantiert: Das Licht kommt wieder.
Die Rauhnächte sind hier schon viel besprochen worden, deshalb also Imbolc.
Im Monat "Hornung" wird nach der christl. Feiertagsregelung am 2. Februar "Mariae Lichtmess" gefeiert. Und wir wissen ja schon lange, dass die Kirche keine eigenen kreativen Gedanken zu Feiertagen hatte, sondern sich an allen möglichen anderen Ursprungs bereicherte. Das tat sie nun nicht, um denen besondere Ehre zu erweisen, sondern um den Daumen darauf zu haben.
Aber wir feiern Imbolc (obwohl ich nichts gegen die Göttin Maria einzuwenden habe )
Auszug aus meinem Kalender:
"Das Sonnenkind, bei dessen Geburt wir Zeuge waren und dem wir ins Licht halfen, wird stärker. Das Längerwerden der Tage erfüllt uns mit Freude und wir erleben uns selbst. Wir bereiten uns auf die Zeit der Initiation vor und auf das Fest, an dem Ostara uns endgültig den Frühling zurückbringt. Wir kleiden uns in weiße GEwänder und wandeln in einer Doppelspirale als Versinnbildlichung des Unendlichen und der Wiedergeburt.
Unsere offenen Hände strecken sich dem Morgenlicht entgegen. Der lange Schlaf ist nun vorbei. Die Reise durch die Dunkelheit ist beendet. Wir atmen tief den Morgen ein und schütteln die Winterschläfrigkeit ab."
Es ist zwar noch ein paar Tage hin, aber Vorbereitungen kosten ja auch Zeit. Also schon mal an dieser Stelle ein glückliches Imbolc euch allen.
Tanith

aettna Offline

Altrabe


Beiträge: 3.439

21.01.2009 21:49
#2 RE: Imbolc antworten



Hi...

Imbolc ist der keltischen Göttin Brigid(Brigantia, Bride) gewidmet, deshalb wird sie in Ritualen oft
angerufen...

Brigid umgib uns mit deinem Glanz
Herrin des Lichts, der Lampe beschütze uns
Hüterin des Herdes entzünde uns
In deinem Glanz vereine uns
Mütter der Mütter, stark
führt mit eurer Hand die unsrige,
erinnert uns, das Herdfeuer zu entfachen
es leuchtend hell zu halten
die Flamme zu hüten
Tag und Nacht
Brigids Glanz um uns
Brigids Gedächnis in uns
Brigids Schutz, uns vor Schaden zu bewahren,
vor Unwissenheit und Herzlosigkeit
vom Morgengrau bis zum Dunkel,
vom Dunkel bis zum Morgengrau




*Es gibt keinen Weg zum Glück.Glücklich sein ist der Weg.*

Corva Offline

Rabe


Beiträge: 194

22.01.2009 10:03
#3 RE: Imbolc antworten
Danke, Tanith und Aettna, für Eure Erinnerung an das Lichtfest und die inspirierenden Ausführungen dazu!
Aus meinen Aufzeichnungen kann ich auch ein paar Sätze beitragen:

Die Tage werden deutlich länger, obwohl der Winter immer noch andauert, er geht jetzt erst in seine zweite Häfte und kann nochmal viel Schnee und klirrenden Frost bringen. Wir sehnen uns zwar schon nach dem Frühling, brauchen aber noch viel Geduld, bis es soweit ist. Und genau das ist die Kraft, in der wir uns zwischen Lichtfest und Ostara/Frühlingsanfang, also zwischen dem 1. Februar und dem 21. März, bewegen.
In der Natur zeigt sich das Grün der Schneeglöckchen und Winterlinge, die ersten Tiere bringen ihre Jungen zur Welt. Doch das alles sind noch Vorboten. Der Punkt im Jahreskreis, an dem wir gegenwärtig stehen, ist gekennzeichnet von Erwartung. Im Verborgenen, unter der Erde, werden Kräfte gesammelt und bereitgestellt für das Erwachen des Frühlings.
Die Wochen zwischen Lichtfest und Frühlingsanfang können wir nutzen, um diese Energie auch in uns selbst kennenzulernen: wie es sich anfühlt, sich auf große Aufgaben innerlich vorzubereiten, in aller Ruhe, unauffällig – so lange, bis der Schritt in die Realisierung, wenn die Zeit da ist, fast von selbst erfolgt. Wenn man wichtige Projekte vorhat, braucht man genau diese gesammelte Kraft.

Und zu Brigid noch: Sie ist eine echte Großgöttin, vielschichtig und mit vielen Aspekten und Funktionen. Nicht nur mit dem Feuer verbunen, sondern mit allen Elementen.

"Bei den keltischen Stämmen war das Lichtfest unter anderem der Göttin Brigid gewidmet, die im gesamten Kulturraum eine überragende Bedeutung hatte, ausgedrückt in ihrem Namen: "die Erhabene, Strahlende, Machtvolle". Wegen ihrer zentralen Stellung wurde sie sogar als Heilige ins Christentum übernommen. Dichter, Ärzte und Handwerker (vor allem Schmiede) verehrten sie als Schutzpatronin, denn sie war die Göttin der Erkenntnis, der Dichtung und Heilkunst - als Kulturbringerin also sicherlich eine Gestalt aus einer jahrtausendealten Überlieferung.
Ihr Kult hatte drei Hauptaspekte: die Jungfrau und Lichtbringerin, gefeiert in Verbindung mit dem Vorfrühling; die Mütterliche, die für die Fruchtbarkeit der Erde sorgte, Schützerin von Vieh und die Ernte, Geburt und Leben; die weise Alte, die in Verbindung mit Sonne, Feuer, Flamme, Kessel das verborgene Wissen der Verwandlung hütete."

Die germanischen Stämmen feierten übrigens den 3. Februar als Disentag. "Dise" oder "Magada" war die alte Bezeichnung für eine Göttin, ein halbgöttliches Wesen oder einen weiblichen Schutzgeist. In Schweden wurde im Rahmen eines All-Thing, das Anfang Februar im Zentralheiligtum zu Uppsala stattfand, traditionell ein "Disenopfer" dargebracht.

Herzliche Grüße
Corva

*
Valkyrja Offline

Altrabe


Beiträge: 1.146

22.01.2009 12:16
#4 RE: Imbolc antworten

Vielen lieben Dank an euch drei,

tolle Worte zu einem Fest, das leider oft ein bisschen untergeht zwischen den besinnlichen Zeiten zu Jul und dem deutlichen Frühlingserwachen zu Ostara.

Imbolc ist für mich neben der Erwartung des Frühlings, auch eine Zeit der "Reinigung".
Der Staub der dunklen Zeit, die man zurückgezogener in den eigenen vier Wänden verbracht hat, wird beseitigt (ich übertrage das auch auf den inneren Staub) und man bereitet sich vor auf das erwachende Leben.
Corva hat es ja schon super beschrieben, dem schließe ich mich einfach mal an^^

Corvina



erwachend durch das Beben
breitet der schwarze Vogel weit seine Schwingen aus, öffnet seiner Seele ein Fenster
atmet die Liebe und fliegt hinaus
dem Erkennen entgegen, aus dem Schutz der Dunkelheit mutig hinein in die Schatten

Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

22.01.2009 20:51
#5 RE: Imbolc antworten

Hallo
Vielleicht geb ich auch noch meinen Senf dazu.Also ich hab Imbolc am 1.02.im Kopf.Imbolc bedeutet "um den Bauch",der Bauch von Mutter Erde.Fruchtbar und Schwanger von neuem Leben,kündigt er den Frühling an.Brigid wird meist mit einer Kuh dargestellt,taucht nach dem Winter wieder aus der Unterwelt auf.Die Muttergöttin fährt auf einem von Rindern gezogenen Wagen durch die Felder,um diese vor Beginn des Wachstums zu segnen und zu reinigen.Am 2.Februar ist dann Candlemas.Durch die Christianisierung wurde hieraus Maria Lichtmess,wobei die-in der Keltischen Symbolik-Muttergöttin(Maria)ihren Sohn,die Sonne(Christus),aus der Finsternis holt und den neuen Frühling ankündigt.das Element Erde findet im grossen Imbolc-Fest seinen Ausdruck.
Danke ,Tanith fürs Aufmerksam machen,denn Du hast recht,oft übergeht man vor allem eben Imbolc.
Der Sachse

aettna Offline

Altrabe


Beiträge: 3.439

22.01.2009 21:09
#6 RE: Imbolc antworten



Hi..
ich kenne Imbolc...als im Bauch.....es ist die Zeit der trächtigen Schafe und die Zeit von Mutter Erde, wo
unterirdisch alles schon in Vorbereitung ist...Kraft sammelt, um bald die Erde zu durchstossen ...

Gruß aettna




*Es gibt keinen Weg zum Glück.Glücklich sein ist der Weg.*

Valkyrja Offline

Altrabe


Beiträge: 1.146

23.01.2009 08:11
#7 RE: Imbolc antworten

Hallo liebe Raben,

die Terminverwirrung hab ich bei Imbolc auch oft. Je nach Quelle wird es am 1. oder 2. Februar gefeiert.
Es gibt aber - um das Chaos perfekt zu machen - noch eine dritte Möglichkeit.
Und zwar wurden die großen keltischen Feste auch nach dem Mond gefeiert.
Imbolc, Beltane und Lughnasadh an Vollmonden und Samhain an einem Schwarzmond.
Leider hab ich die genaue Methode zur Berechnung nicht im Kopf. Müsste ich mal suchen, falls es jemanden interessiert.

Corvina



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atmet die Liebe und fliegt hinaus
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Corva Offline

Rabe


Beiträge: 194

23.01.2009 09:43
#8 RE: Imbolc antworten
Hallo Corvina,
das würde mich interessieren! Ich hab nämlich bisher noch keine authentische Quelle dafür gefunden, dass die keltischen Feste nach dem Mond gefeiert worden sein sollen. Ich kann es mir auch schwer vorstellen, denn die Harmonie des Sonnen-Jahreskreises würde dadurch immer wieder ganz schön durcheinandergebracht.
An dem Versuch, Sonnen- und Mondrhythmen in Übereinstimmung zu bringen, haben sich ja schon - mehr als 1000 Jahre vor den Kelten - die Sonnenpriester der Bronzezeit abgearbeitet und daraus ein Kalendergeheimwissen konstruiert (Stichwort: Goldhüte), das ihnen zwar sicher die Herrschaft über die Kulte verschaffte, aber für den "täglichen Bedarf" doch eher unbrauchbar gewesen sein dürfte.
Ich kenne einige Frauen, die das auch heute noch bei den Festen immer wieder versuchen, aber bisher haben mich die Resultate nicht überzeugt. Bin aber immer offen für die Erfahrungen anderer.

Herzliche Grüße
Corva

*
Wölfin Offline

Rabe


Beiträge: 385

23.01.2009 11:12
#9 RE: Imbolc antworten
Hallo Corvina...

In Antwort auf:
Müsste ich mal suchen, falls es jemanden interessiert.


Ja...es interessiert...

Ich finde das nämlich auch verwirrend...
diese ganzen unterswchiedlichen Zeitangaben...
Sich nach dem heutigen Kalender zu richten (also festen Daten)
erschien mir die ganze Zeit schon irgendwie unlogisch...

Könnte mir gut vorstellen, daß es schlüssiger wäre, sich nach den Mondphasen
um diese Daten herum zu richten...

*sehrgespanntbinwasdudasoausgräbst*

ps.: Könnte mir vorstellen, daß die Diskussion darüber einen eigenen thread wert wäre?

Lieben Gruß von der Wölfin

______________________________________________

Valkyrja Offline

Altrabe


Beiträge: 1.146

23.01.2009 17:45
#10 RE: Imbolc antworten

Hallo liebe Raben,

soooo... ich habs gefunden
Und zwar ist es nachzulesen bei
Vicky Gabriel/ William Anderson: Wege zu den alten Göttern - Priesterschaft in der Naturreligion

Dort beschreibt sie, wie ein Samhain-Fest am 31. Oktober gefeiert werden sollte, aber das Wetter an diesem Tag eher nach wunderschönstem Spätsommer aussah und keine passende Stimmung verbreitete. Schließlich ist es ein Fest in den Nebeln und SChleiern zwischen den Welten, das den Winter einläutet und den Tod des Sonnenkönigs bedeutet.
Vicky Gabriel hat dann von einer Bekannten vom Mondkalender erfahren, nach dem Samhain eigentlich erst drei Wochen später dran war.
Und oh Wunder^^... alles drum herum passte wie bestellt!

Unser Kalender ist ja mehr mathematisch ausgerichtet und nicht direkt in Bezug zu den wirklichen Jahreszeiten. Der Mondkalender hat mehr Übereinstimmung mit den natürlichen Abläufen.
Die Sonnenwenden und Äquinoxe snd ja gebunden und können daher ganz gut mit dem Kalender vereinbart werden. Die großen Feste richten sich eben nach den Erfahrungend er Autorin besser nach dem Mondkalender aus.

Für die genaue Berechnungsweise und eine mögliche Diskussion kann ich dann ja mal einen eigenen Thread starten, liebe Wölfin^^

Corvina



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