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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 590 mal aufgerufen
 Die Runen
Ihwar Offline

Altrabe


Beiträge: 2.163

22.02.2009 12:20
Paarweise Verbindung der Runen antworten

Hallo zusammen

Ich weiß nicht ob wir das Thema hier schon mal hatten, über die Suchefunktion habe ich es nicht gefunden.
Wie der Titel schon sagt geht es um die paarweise Verbindung zwischen den Runen, und zwar ihrer Reihenfolge im älteren Futhark nach. Ich habe das ganze gerade beim kramen in alten Notizen entdeckt, weiß aber nicht mehr auf welchen Runenbuchautor das zurückgeht. Ist jedenfalls interessant, bin auf eure Meinungen dazu gespannt:

Das zahme, domestizierte und was wilde, unbändige Tier.
Riesen und Asen, wohl zwei der bedeutensten Kräfte in der nordischen Mythologie.
Weg und Fußspur
Gabe und die damit verbundene Wonne
Hagel und die daraus resultierende Not
Winter-Sommer, Unfruchtbare Zeit/Fruchtbare Zeit
Eibe und Apfelbaum, Tod und Wiedergeburt,
Sonnenhirsch und Sonne
Himmelsgott und Erdgöttin
Pferd und Reiter
Wasser und Feuer
Zwielicht, etwas diffuses, verschwimmendes, unklares und ererbter Besitz, etwas klares, greifbares

Ihwar




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Nur weil man an etwas glaubt, heißt das noch lange nicht das es wahr ist.
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aettna Offline

Altrabe


Beiträge: 3.441

22.02.2009 13:46
#2 RE: Paarweise Verbindung der Runen antworten



Hi Ihwar,

das passt schon alles gut zusammen, wie soll es auch anders sein.
Wenn ich die Reihe verschiebe, zB. bei Uruz beginne passt es für mich allerdings immernoch.
Und auch bei Dreierpaarungen ergibt sich mir Sinn.
Die Runen ...wie du sie drehst und wendest...gehören nun mal zusammen.
Schade, das du die Quelle nicht weißt...wäre schon mal interessant mit welchem Hintergrund der Autor diese
paarweise Verbindungen hervorgehoben hat..

Liebe Grüße...aettna


*Es gibt keinen Weg zum Glück.Glücklich sein ist der Weg.*

Nachtfalke Offline

Altrabe


Beiträge: 1.168

23.02.2009 00:17
#3 RE: Paarweise Verbindung der Runen antworten

Hallo Ihwar,

darf ich fragen wie man von Ing auf Feuer kommt? Der Rest ist mir schon bekannt (ebenfalls die Uthark-Theorie). Ich glaube ich habe das erste mal bei Wanek davon gelesen (bin mir aber nicht sicher).
Dagaz ist ein Verfechter dieser Theorie... vielleicht kann er uns ja Auskunft darüber geben ;-)

Gruß,
Nachtfalke

"Die alten Götter sind nicht tot, sie denken vielmehr, dass wir es seien!"
(Altes Sprichwort der Hexen)

Ihwar Offline

Altrabe


Beiträge: 2.163

23.02.2009 15:04
#4 RE: Paarweise Verbindung der Runen antworten

Hallo Nachtfalke

Zunächst einmal weil der Runenname aller Wahrscheinlichkeit nach auf die urgermansiche Wurzel "ingneq" zurückzuführen ist, und das bedeutet soviel wie "Feuer".
Desweiteren deuten Verfechter der "Urbildtheorie" das dieser Rune zugrunde liegende Urbild als kleinen Kreis welcher eine Feuerstelle symbolisiert. Und der Gott Ing auf den sich der Runenname bezieht, ist wiederum mit Freyr ident, und Freyr wiederum, hat einen Bezug zum Herdfeuer. Denn das Herdfeuer wiederum, stellt die fruchtbare, lebensspendende Kraft des Himmelsfeuers (das nährende Sonnenlicht) im kleinen da.

Ihwar

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Nur weil man an etwas glaubt, heißt das noch lange nicht das es wahr ist.
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Nachtfalke Offline

Altrabe


Beiträge: 1.168

23.02.2009 15:13
#5 RE: Paarweise Verbindung der Runen antworten

Dankeschön Ihwar,
wieder etwas dazugelernt :)

Gruß,
Nachtfalke

"Die alten Götter sind nicht tot, sie denken vielmehr, dass wir es seien!"
(Altes Sprichwort der Hexen)

dagaz Offline

Altrabe


Beiträge: 595

24.02.2009 13:03
#6 RE: Paarweise Verbindung der Runen antworten
Servus Nachtfalke,

die paarigen Runenverbundungen gibt's nicht nur in der esoterischen Runenliteratur, die tauchen auch in den wissenschaftlichen Abhandlungen auf.

Servus Ihwar,

wo hast du = Fußspur her? heißt Kienspan. Wenn, dann wär das Paar Reise und Rast (in einer von Kienspänen bzw. Fackeln erleuchteten Halle). Und als Apfelbaum ist mir ebenfalls nicht klar. Merke: NIEMAND WEISS, WAS PERÞRO HEISST! Es könnte sich aber natürlich um ein Fremdwort aus dem Keltischen handeln. Ich seh in eher den Weltenbaum und Mimirs Brunnen. Tod und Wiedergeburt passt da aber durchaus.

Von der "urgermanischen" Wurzel ingneq hör ich zum ersten Mal; wahrscheinlich meinst du die indogermanische Wurzel für Feuer, von der lat. "ignis", sanskrit "agniš" und russisch "ogonj" abstammen. Dabei handelt es sich wahrscheinlich wirklich um einen Götternamen, da es einen indischen Feuergott namens Agni gibt und das Wort maskulin ist, im Gegnsatz zum zweiten idg. Wort für die Sache an sich: pur (Neutrum). Davon kommt gr. pyr, lat. purus (rein bzw. im Feuer geläutert) und dt. Feuer und Funke (vom unregelmäßigen idg. Genetiv und Dativ punós bzw. puní).

seh ich als Erstarrung und Bewegung ( = Jahr = Wandel durch die Jahreszeiten).

Servus zusammen,

dæg byþ drihtnes sond / deore mannum
mære metodes leoht / myrgþ ond tohiht
eadgum ond earmum / eallum brice

Ihwar Offline

Altrabe


Beiträge: 2.163

24.02.2009 16:06
#7 RE: Paarweise Verbindung der Runen antworten

Hallo Dagaz

Das mit Kenaz und der Fußspur hat wieder mit dieser Urbildtheorie zu tun, nach der der vereinfachten Darstellung einer Fußspur entspringt. Genauer, zwei Fußabdrücke deren äußerer Umriss dann an Kenaz erinnert.

Bei Perthro ist es so, dass der Name mit der Göttin Perchta in Verbindung gebracht wird. Diese erscheint wiederum ident mit der Märchengestalt Frau Holle, sowie den nordischen Göttinnen Frigg oder auch Hel nahe. Im Märchen von der Frau Holle spielt der Apfelbaum eine Rolle und so wird hier eine Parallele gezogen. Auch weil die Bedeutung des Apfels sowohl in Märchen als auch im Mythos um die Äpfel der Idun, Parallelen zur (esoterischen) Deutung der Rune Perthro auweist.... Aber frag mich nicht ob das wissenschaftlich irgendwie haltbar ist

Mit "urgermanisch" meine ich "indogermanisch" ,ja.

Ich finde diese ganzen Wortverwandschaftssachen sehr interessant. Nur bin ich halt kein Sprachwissenschaftler und muss mich auf das verlassen was in ein paar Büchern steht, wobei ich kaum selektieren kann, was reine Interpretation und was wirklich wissenschaftlich belegbar ist. Vieleicht kannst und magst du uns da einmal eine kleine Übersicht bezüglich der Runennamen zusammenstellen?

Ihwar

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aettna Offline

Altrabe


Beiträge: 3.441

24.02.2009 16:24
#8 RE: Paarweise Verbindung der Runen antworten


Hi...
Im Zusammenhang mit Perthro ist auch für mich der Apfelbaum eine der ersten Assoziationen.
Der Apfel ist die Frucht der Göttin..teile ich einen Apfel in der Waagerechten so entsteht durch das Kerngehäuse
ein Pentagramm...das Symbol der Göttin(wobei ich mich da gar nicht auf eine bestimmte festlegen möchte)
Gruß aettna
Lust auf ein Gedicht?
http://www.rabenbaum-runenforum.de/topic...message=3073266


*Es gibt keinen Weg zum Glück.Glücklich sein ist der Weg.*

Radegunde Offline

Altrabe


Beiträge: 957

25.02.2009 10:06
#9 RE: Paarweise Verbindung der Runen antworten

Hallo liebe Raben,
ich habe mir auch schon überlegt, ob Perthro nicht mit dem französischen Wort "perte" = Verlust zusammenhängen könnte. Was meint ihr dazu?

Gruss
Radegunde


Krächz

Nachtfalke Offline

Altrabe


Beiträge: 1.168

25.02.2009 13:20
#10 RE: Paarweise Verbindung der Runen antworten

Hallo Radegunde,

das finde ich persönlich eher unwahrscheinlich. Die Runen kommen aus dem indogermanischen Raum und französisch ist aus dem Lateinischen entstanden. Vielleicht kann uns Dagaz ja mehr dazu sagen.

Ich bitte auch um Aufklärung, falls ich mich irren sollte

Gruß,
Nachtfalke

"Die alten Götter sind nicht tot, sie denken vielmehr, dass wir es seien!"
(Altes Sprichwort der Hexen)

dagaz Offline

Altrabe


Beiträge: 595

25.02.2009 15:59
#11 RE: Paarweise Verbindung der Runen antworten

Servus zusammen,

für die Herleitung eines Runennamens aus dem Französischen sind die Runen etwa ein halbes Jahrhundert zu alt. Der Zusammenhang mit Berchta geht auch nicht - die Schreibung "Perchta" entstammt dem Ostbairischen, wo anlautendes b und p seit mindestens 1000 Jährchen nicht zu unterscheiden sind (so gibt es in Oberösterreich eine Ortschaft namens Perg, die - welche Überraschung! - auf einem Berg liegt).

Das Problem des Runennamens rührt daher, dass es im Germanischen damals kein anlautendes p gab, das war zu f geworden (vgl. lat. pater, dt. Vater). Es gibt für den Runennamen prinzipiell zwei Erklärungen:

a) es handelt sich um ein Kunstwort ohne semantische Bedeutung oder

b) es gab eine Entlehnung aus dem Keltischen, wo es ein ähnlich klingendes Wort mit der Bedeutung "Obstbaum" geben soll (ich finde aber momentan keine Quelle dazu).Dies ist aber ungesichert, da das Wort keine Fortsetzung in jüngeren germanischen Sprachen hat.

Servus,

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Radegunde Offline

Altrabe


Beiträge: 957

26.02.2009 10:54
#12 RE: Paarweise Verbindung der Runen antworten

Hallo Nachfalke,
Auch Französisch und Lateinisch gehören zur indogermanischen oder vielmehr indoeuropäischen Sprachfamilie!

Hallo Dagaz,
ich habe in meinem Walisisch-Wörterbuch nachgeguckt und habe Folgendes gefunden:
perth: Busch, Hecke
perthnasedd: Relativität, Relevanz
perthynas: Beziehung
(Ein Busch hat natürlich eine gewisse Relevanz zu Beziehungen)
Das sind vermutlich nicht die einzigen Worte mit "perth" im Walisischen; mein Wörterbuch ist halt nur nicht besonders umfangreich.

Viele Grüsse
Radegunde


Krächz

dagaz Offline

Altrabe


Beiträge: 595

26.02.2009 11:46
#13 RE: Paarweise Verbindung der Runen antworten

Servus Radegunde,

In Antwort auf:
Auch Französisch und Lateinisch gehören zur indogermanischen oder vielmehr indoeuropäischen Sprachfamilie!



der Ausdruck indoeuropäisch scheint mir irgendwie die Basken, Finnen, Samen und Ungarn zu diskriminieren, die zwar Europäer sind, aber keine indogermanischen Sprachen sprechen. Zur Bezeichnung der Ost-West-Ausdehnung der Sprachengruppe (vor der Zeit der Völkerwanderung) wäre tocharokeltisch ein exakterer Begriff.

In Antwort auf:
perth: Busch, Hecke
perthnasedd: Relativität, Relevanz
perthynas: Beziehung


Baum und Busch könnten als Runenpaar passen. Außerdem wär ein Fremdwort in der Runenreihe ein schöner Schlag in die Magengrube für Teutschdümmler.

Servus,

dæg byþ drihtnes sond / deore mannum
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