in Anlehnung an unseren Thingplatz möchte ich für diejenigen unter Euch denen der Begriff nichts sagt, ein wenig Information zum historischen Hintergrund liefern. Max wird sich in seiner Meinung über die Germanen bestärkt fühlen
Thing germanisch: thengaz. Der Altdeutsche Name: "ding" trifft es vermutlich am besten. Er bedeutet wörtlich "Sache". Hier ist die "Rechtssache" gemeint, eine Versamlung und speziell eine "Recht sprechende" und "richtende" Versammlung.
Historisch: Am Thing durften alle freien Mäner eines Stammes teilnehmen. Als Zeichen ihrer "Mündigkeit" mussten sie ihre Waffen tragen. Bei der Abstimmung waren alle Anwesenden gleichberechtigt und jeder hatte eine Stimme. Das "Recht", zu damaliger Zeit, wurde auf die Schultern einer jeden Sippe verteilt. Es war die Pflicht (in Ermangelung einer unabhängigen Gewalt), eines jeden, auf die Einhaltung der Gesetze zu achten.
Auf dem Thing ging es nicht selten um das Fortbestehen eines Stammes und so war es unabdingbar auf diesen Versammlungen den Frieden zu wahren. Das Thing war somit "heilig" und genoss den "heiligen Frieden". Vermutlich aus diesem relegiösen Aspekt stand dem Thing ein "Gode" ein germanischer Priester vor.
Das Thing stand unter dem schutz folgender Gottheiten: Ziu einigen besser bekannt als "Tyr" seine Wesenszüge liegen in der gerechtigkeit und dem Kampf. Uller Auf seinen Ring wurden Eide geschworen. Beda Diese Göttin wird mit der römischen "Justitia" verglichen.
Das Ziel des Thing war es in der Regel Einigkeit zwischen den Kontrahenten zu erzielen über strittige Angelegenheiten wie Siedlungsrecht und Territoriumsansprüche. Ein berühmtes Beispiel ist die Versöhnung zwischen den "Asen" und den "Wanen"
nicht die "Stämme" sondern "die Sippen" (einzelne Familien des Stammes) lagen sich in den Haaren. Der Schlichter war dann der Gode, der nicht selten auch Häuptling des Stammes war.
genau, das hab ich nämlich auch nicht verstanden. Als die Asen sich mit den Wanen hatten, war es doch Odin, ( der als Ase, ja nun bestimmt nicht neutral war) Recht gesprochen hat, oder diesen Austausch da vorschlug.
Als der Kampf zwischen den Asen und den Wanen entbrannte und auf denm Höhepunkt war, wurde den Kontrahenten klar, dass dieser Kampf das Ende der Götter nach sich ziehen würde eine Zerstörung der Welten wäre die Folge gewesen so einigte man sich auf einen Kompromiss
Ich möchte an dieser Stelle aus einem Gedicht zitieren.
Quelle: Nordische Göttersagen von A. Kayser Langerhanss
In Antwort auf:..... Da leutet`s und schimmert`s von Hlidskialf, Im Goldhelm Odin erscheinet: ,,Ihr Kämpfer, was Euch zum Kampfe verhalf, vom Weltgott wird es verneinet. Ich schwinge Gougnir, den grauen Ger Hinschleudernd den allunersättlichen Speer, Erfüllt von unsäglichem Harme, Und werfe Euch Hel in die Arme.
,,Wer stellte den Preis, um den Ihr ringt? Die Herrschaft führet zusammen, Das Asen und Wanen ein Band umschlingt! Bedroht von der Zwietracht Flammen, Wird alles Herrliche bald zerstört.- Durch Riesenzauber verwirrt, betört, Habt nutzlosen Kampf ihr begonnen, Aus Streit sei Friede gewonnen.
Die Kämpfer, noch Kampfeslust im feurigen Blick, Verlangten:,,Ernenne Berater, Sie sollen entscheiden unser Geschick, Geleitet vom Göttervater! Und die Asen heischten: Im goldenen Saal Zu Gladsheim vollführe Odin die Wahl Der Richter, und was sie erwogen, Das werde gehorsam vollzogen."
Doch die Wanen riefen, erregt im Zorn: Nach Gladsheim woll`n wir nicht klimmen, Wir wünschen den Richtspruch an Urdas Born, Wo mit uns die Nornen stimmen, Wo Mimir, aus seiner Quelle Grund, Weissaget, was nützet dem neuen Bund, Und seid ihr damit nicht zufrieden, Treff Fluch Euren Götterfrieden."
Ich will Euch nicht mit den weiteren Strophen nerven, hoffe aber, dass ich etwas Licht ins Dunkel bringen konnte.
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