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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 1.562 mal aufgerufen
 Kultplätze
Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.165

19.02.2005 19:49
Thing antworten

Hallo liebe Foris,

in Anlehnung an unseren Thingplatz möchte ich für diejenigen unter Euch denen der Begriff nichts sagt, ein wenig Information zum historischen Hintergrund liefern. Max wird sich in seiner Meinung über die Germanen bestärkt fühlen

Thing germanisch: thengaz. Der Altdeutsche Name: "ding" trifft es vermutlich am besten. Er bedeutet wörtlich "Sache". Hier ist die "Rechtssache" gemeint, eine Versamlung und speziell eine "Recht sprechende" und "richtende" Versammlung.

Historisch: Am Thing durften alle freien Mäner eines Stammes teilnehmen. Als Zeichen ihrer "Mündigkeit" mussten sie ihre Waffen tragen. Bei der Abstimmung waren alle Anwesenden gleichberechtigt und jeder hatte eine Stimme. Das "Recht", zu damaliger Zeit, wurde auf die Schultern einer jeden Sippe verteilt. Es war die Pflicht (in Ermangelung einer unabhängigen Gewalt), eines jeden, auf die Einhaltung der Gesetze zu achten.

Auf dem Thing ging es nicht selten um das Fortbestehen eines Stammes und so war es unabdingbar auf diesen Versammlungen den Frieden zu wahren. Das Thing war somit "heilig" und genoss den "heiligen Frieden". Vermutlich aus diesem relegiösen Aspekt stand dem Thing ein "Gode" ein germanischer Priester vor.

Das Thing stand unter dem schutz folgender Gottheiten:
Ziu einigen besser bekannt als "Tyr" seine Wesenszüge liegen in der gerechtigkeit und dem Kampf.
Uller Auf seinen Ring wurden Eide geschworen.
Beda Diese Göttin wird mit der römischen "Justitia" verglichen.

Das Ziel des Thing war es in der Regel Einigkeit zwischen den Kontrahenten zu erzielen über strittige Angelegenheiten wie Siedlungsrecht und Territoriumsansprüche. Ein berühmtes Beispiel ist die Versöhnung zwischen den "Asen" und den "Wanen"

liebe Grüße

Ansuz
wenn Runen rechte Rede raunen

Garm Offline

Moderator


Beiträge: 945

21.02.2005 19:46
#2 RE:Thing antworten

Hallo Ansuz,

Danke für die Info`s. Ich schätze allerdings, dass die Emanzipation hier ein wenig zu kurz gekommen ist.

Viele Grüße

Garm




Fleisch, ist mein Gemüse

Inga Offline

Rabe


Beiträge: 496

21.02.2005 21:59
#3 RE:Thing antworten

Lieber Ansuz,

irgendwie habe ich hier etwas nicht verstanden??? Wenn sich zwei Stämme in den Haaren lagen, welcher Stamm hat denn dann Recht gesprochen??

Liebe Grüße

Inga

"Nichts ist so beständig wie der Wandel"

Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.165

21.02.2005 22:15
#4 RE:Thing antworten

liebe Inga,

nicht die "Stämme" sondern "die Sippen" (einzelne Familien des Stammes) lagen sich in den Haaren. Der Schlichter war dann der Gode, der nicht selten auch Häuptling des Stammes war.

liebe Grüße

Ansuz


wenn Runen rechte Rede raunen

Zita ( gelöscht )
Beiträge:

21.02.2005 22:17
#5 RE:Thing antworten

Hi Inga,

genau, das hab ich nämlich auch nicht verstanden. Als die Asen sich mit den Wanen hatten, war es doch Odin, ( der als Ase, ja nun bestimmt nicht neutral war) Recht gesprochen hat, oder diesen Austausch da vorschlug.

Liebe Grüße
Zita

Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.165

21.02.2005 22:23
#6 RE:Thing antworten

Liebe Zita,

das ist eine interessante Anmerkung. allerdings brauche ich ein wenig Zeit, um Dir die Antwort richtig zu formulieren. Da muss ich ein wenig ausholen

Liebe Grüße

Ansuz
wenn Runen rechte Rede raunen

Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.165

28.02.2005 15:39
#7 RE:Thing antworten

Hallo Ihr lieben,

auch hier bin ich noch eine Antwort schuldig.

Als der Kampf zwischen den Asen und den Wanen entbrannte und auf denm Höhepunkt war, wurde den Kontrahenten klar, dass dieser Kampf das Ende der Götter nach sich ziehen würde eine Zerstörung der Welten wäre die Folge gewesen so einigte man sich auf einen Kompromiss

Ich möchte an dieser Stelle aus einem Gedicht zitieren.

Quelle: Nordische Göttersagen von A. Kayser Langerhanss

In Antwort auf:
..... Da leutet`s und schimmert`s von Hlidskialf,
Im Goldhelm Odin erscheinet:
,,Ihr Kämpfer, was Euch zum Kampfe verhalf,
vom Weltgott wird es verneinet.
Ich schwinge Gougnir, den grauen Ger
Hinschleudernd den allunersättlichen Speer,
Erfüllt von unsäglichem Harme,
Und werfe Euch Hel in die Arme.

,,Wer stellte den Preis, um den Ihr ringt?
Die Herrschaft führet zusammen,
Das Asen und Wanen ein Band umschlingt!
Bedroht von der Zwietracht Flammen,
Wird alles Herrliche bald zerstört.-
Durch Riesenzauber verwirrt, betört,
Habt nutzlosen Kampf ihr begonnen,
Aus Streit sei Friede gewonnen.

Die Kämpfer, noch Kampfeslust im feurigen Blick,
Verlangten:,,Ernenne Berater,
Sie sollen entscheiden unser Geschick,
Geleitet vom Göttervater!
Und die Asen heischten: Im goldenen Saal
Zu Gladsheim vollführe Odin die Wahl
Der Richter, und was sie erwogen,
Das werde gehorsam vollzogen."

Doch die Wanen riefen, erregt im Zorn:
Nach Gladsheim woll`n wir nicht klimmen,
Wir wünschen den Richtspruch an Urdas Born,
Wo mit uns die Nornen stimmen,
Wo Mimir, aus seiner Quelle Grund,
Weissaget, was nützet dem neuen Bund,
Und seid ihr damit nicht zufrieden,
Treff Fluch Euren Götterfrieden."


Ich will Euch nicht mit den weiteren Strophen nerven, hoffe aber, dass ich etwas Licht ins Dunkel bringen konnte.

Liebe Grüße

Ansuz
wenn Runen rechte Rede raunen

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