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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 833 mal aufgerufen
 Märchen, Sagen und Legenden
Inga Offline

Rabe


Beiträge: 496

28.11.2005 14:13
Der Besen des Scharfrichters antworten

Liebe Raben,

heute habe ich in einem alten Buch die folgende Sage gelesen und wollte Sie Euch nicht vorenthalten, zumal sie so schön kurz ist

In Antwort auf:
Der Besen des Scharfrichters

In Geislatsried, Ob und Remnatsried erzählte man früher ein merkwürdiges Hexenschicksal:

Der Scharfrichter von Schongau verstand sich - wie ja die Scharfrichter überhaupt -auf alles, was mit Hexen zu tun hatte. Als es nun einmal bei einem großen Bauern mit dem Buttern gar nicht mehr stimmen wollte, als die Rösser krumm gingen, die Rinder verwarfen und die Hennen verlegten, da holte man schließlich den Schongauer Scharfrichter. Der Mann rief die Bauersleute und Ehalten in der Stube zusammen und sagte zu ihnen, es wäre gut, wenn sich die Hexe, die unter ihnen sei, von selber davonmache, ohne dass er ihr zeige, was sie für eine sei. Da sahen sich alle verdutzt an, aber niemand rührte sich von der Stelle. Jetzt ließ der Scharfrichter alle Türen und Fenster schließen und hieß alle gut acht geben, dass ja nichts aus Haus und Stall hinaus könne. Kaum hatte er das gesagt, fehlte eine Magd in der Stube. Niemand hatte sie davonlaufen sehen.

Der Scharfrichter aber hatte seinen berühmten Besen mitgebracht, der aus den Nackenhaaren derer gebunden war, die unters Halsgericht fielen. Als er nun anhub, mit dem Besen die Stube auszukehren, versuchte ein kleines Mäuslein verzweifelt, sich durch eine Klumse im Fußboden nach unten durchzuzwängen. Aber es blieb in des Scharfrichters Besen hängen. Der sagte bloß: "So, Hex, jetz lass di sehn!» Und wie er mit diesen Worten das Mäuslein am Hals emporhob, da hatte er plötzlich die verschwundene Magd am Kragen. Es war ausgerechnet die Magd, die allezeit am verlässigsten gewesen war und die alle gern hatten. Da hat sie der Bauer gefragt, warum sie ihm das angetan habe, wo er doch allezeit gut zu ihr gewesen sei. Sie aber sagte unter Tränen, sie habe nicht anders gekonnt, der Böse habe es so gewollt.

Auch hier ließ man Gnade für Recht ergehen, jagte die Arme aber davon und drohte ihr mit Gericht und Feuertod, wenn sie sich jemals erdreisten sollte, noch einmal zurückzukommen.

Quelle: Weitnauer und Endröß (1966), Allgäuer Sagen,


liebe Grüße
Inga



"Nichts ist so beständig wie der Wandel"

Barbara ( Gast )
Beiträge:

28.11.2005 18:39
#2 RE: Der Besen des Scharfrichters antworten

Liebe INGA!
Danke für diese sehr schöne Geschichte, die ich sehr lesenswert finde!
Liebe Gruesse,
Barbara


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Zita ( gelöscht )
Beiträge:

29.11.2005 20:25
#3 RE: Der Besen des Scharfrichters antworten

Hallo Inga, Hallo Raben!

Ähh, ich hoffe mal ich hab das falsch verstanden, woraus der Besen gemacht ist Hm, ich glaube aber nicht. Dazu fällt mir ein, woher wohl der Spruch kommt: neue Besen kehren gut?

Heute Abend um 22:15 gibt es auf NDR übrigens was über Hexen, speziell über die Norddeutschen.

Liebe Grüße
Zita

Barbara ( Gast )
Beiträge:

01.12.2005 01:40
#4 RE: Der Besen des Scharfrichters antworten

Liebe Zita.

Ich denke eher an den Besen als Sinnbild des Zauberstabes...? Vgl Valiente...

Liebe Gruesse,
Barbara


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