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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 922 mal aufgerufen
 Märchen, Sagen und Legenden
AS Merlin ( gelöscht )
Beiträge:

21.10.2010 22:09
Das Warten antworten

Das Warten

AUF DEM BERG DIE ALTE EICHE
UND UNTEN IM TAL DIE VOGELSCHEUCHE
ERZÄHLEN TRAURIG DEM ABENDWIND
DASS SIE ZEUGEN GEWORDEN SIND
ZEUGEN VON LIEBE UND ZEUGEN VON MORD
UND DER WIND TRÄGT ALLES FORT

FLÜSTERT UND RAUNT ES DURCH DIE WÄLDER
BLÄST UND POSAUNT ES DURCH DIE FELDER
DASS DIE SCHERGEN MEUCHELND GETÖTET
UND DASS DER TEUFEL DAZU HAT GEFLÖTET
DASS DIE SEELEN WURDEN GETRENNT
UND DASS DIE LIEBE WURDE GEHEMMT

NUR DIE KRÄHE IST KREISCHEND GEFLOGEN
ALS DIE MENSCHEN WURDEN GEHOBEN
ZUM STARKEN AST AN DER ALTEN EICHE
GEHÄNGT UND GESCHUNDEN - LEBEN ENTWEICHE
NUR DIE MÖRDER WUSSTEN NOCH NICHT
DASS DIE GESCHUNDENEN SEELEN SICH

WIEDER FINDEN NACH HUNDERTEN JAHREN
UND GLÜCKLICHER SIND ALS SIE ES JE WAREN

(Von Christa, einer wahrhaft guten Freundin)

AS Merlin ( gelöscht )
Beiträge:

22.10.2010 07:04
#2 RE: Das Warten antworten

Waldgeister

Der Dunst steigt.
Nach oben, es scheint,
als gibt der Wald Rauchzeichen.
Doch bald wird der Nebel weichen.
Manch einer meint, er wäre verloren,
dunkel hängen manche Äste
nach unten bis auf den
Boden.
Ein Rabe kreist und kreischt,
am Himmel zieht er Kreise hoch droben.
Nebelschwaden wabern und sickern über den
Bach.
Zu dieser Zeit ist hier niemand mehr wach.
Ich sehe die Geister und
habe einen Verdacht.
Wir werden bestimmt
von ihnen bewacht.
Ein kalter Tropfen
rinnt mir in's Genick,
welch ein gemeiner Trick.
Da hat doch ein kleiner Geist
vor lauter Freude leise gelacht,
bestimmt haben sie sich mit mir
nur einen kleinen Spaß gemacht.

©merlin

AS Merlin ( gelöscht )
Beiträge:

23.10.2010 15:28
#3 RE: Das Warten antworten

Wappen

Die Burgruine findest Du auf der Wanderung
quer durch den herbstlichen Wald.
Auf ‚m Berg oben schaust Dich suchend um,
weil Waffengeklirr zu Dir herüber schallt.

Verschütt vom Erdreich, überwuchert von Farn
entdeckst Du verfallene Zinnen,
beugst Dich über’n Rand, schaust hinab auf Tal’n
wo verborgene Träume beginnen.

Am uralten schweren Eichenportaler
stehen gut geharnischte Wärter.
Drunten im Schloßhof kreuzen die Ritter
in der Sonne funkelnde Schwerter.

Welch großes Turnier, welch buntes Treibn
Du hältst den Atem an,
wohl wissend, daß ein herabrollender Stein
das Schauspiel beenden kann.

Den Wettkämpfen folgen Musik und Tanz,
alte Wappen in strahlender Pracht.
Bevor Du Dich daran satt sehen kannst,
senkt sich über den Wald schon die Nacht.

Erst als in der Burg unten alles schläft,
gehst Du heimwärts auf finsteren Wegen.
Noch lange grübelst Du darüber nach,
was Du heute und hier gesehen.

Und sollte irgendwann mal jemand fragen,
woher Du die alten Wappen kennst,
dann würdest Du wissend lächelnd sagen,
"Das verriet mir im Traum einst das
Burggespenst!"

©Merlin

____________________________________________________
warum mir am zucker den magen verderben
wenn das brot bekömmlich ist

AS Merlin ( gelöscht )
Beiträge:

24.10.2010 08:27
#4 RE: Das Warten antworten

Vollkommenheit

Zeig mir eine Seele auf Erden, die dies alles in
einer Person verkörpert und ich bete diese Person an.

Nur einen Baustein daraus
bewusst verinnerlicht zu haben
ist schon großartig.

Doch sind es die Fehler, die wir begehen, die uns
weiterbringen.

Nicht der Ehrgeiz, der falsche Applaus, die
Vergötterung falscher Werte.

Jede Bewegung, die du machst kommt aus dir heraus
und gehst du den Weg der dir vorgesagt wird,
wärst Du eine Marionette.

In Liebe
©Merlin

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warum mir am zucker den magen verderben
wenn das brot bekömmlich ist

AS Merlin ( gelöscht )
Beiträge:

24.10.2010 08:47
#5 RE: Das Warten antworten

Abendmahl

Menschenleben
und
Beziehungen
sind wie Blätter
die lautlos fallen

Du kannst sie nicht anhalten
auf ihrem Weg

Erinnerungen
und Grabsteine
sind wie gepresstes Herbstlaub

Aber wenn wir unsere Stühle hochklappen
wenn die Erinnerungen am Boden liegen
ein paar noch auf dem Tisch
wie trockenes Kastanienlaub
werden wir uns dann sagen
wir hätten mehr nehmen können
vom reichgedeckten Tisch
Mehr vom Schatten der Bäume
deren Äste jetzt kahl in den Himmel ragen

©merlin

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warum mir am zucker den magen verderben
wenn das brot bekömmlich ist

Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

24.10.2010 10:05
#6 RE: Das Warten antworten

Ja- das ist es, was ich für mein Leben (manchmal) empfinde.
Ab und an stehe ich schon, um den Stuhl hoch zu stellen und entscheide mich dann doch, noch ein wenig zu bleiben.
Vielen Dank.
Druidin

Magie ist unsere Natur, wer sie verweigert, verweigert das Leben.

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.356

24.10.2010 15:09
#7 RE: Das Warten antworten

Hej, Merlin,
dieser Text ist nicht von dir. Höchstens der Titel "Wappen". Richtig heißt es: "Märchengedicht" und stammt von einer Kathrin Stephan. Oder bist du mit ihr identisch? Ich denke, du solltest so nett sein und die Quelle jeweils angeben, wenn du hier etwas zur öffentlichen Lesung einstellen möchtest. Die Autoren, die ihr Brot mit Texten verdienen, werden es dir danken.
Lieben Gruß
Tanith

In einem Sumpf schwimmst du dich nicht frei ich

Ihwar Offline

Altrabe


Beiträge: 2.163

24.10.2010 19:19
#8 RE: Das Warten antworten

Und die letzte Strophe von Abendmahl:

© Kristiane Allert-Wybranietz, (*1955), deutsche Dichterin und Lyrikerin
Quelle : »Trotz Alledem«, lucy körner Verlag

http://www.aphorismen.de/display_aphoris...dd2e4f2e0272dce

und das erste: http://www.e-stories.de/gedichte-lesen.phtml?75748

Erika Kühn Mauer ist Christa?


...google ist eine blöde Sache....

Ihwar

.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Die Runen behandeln einen so wie man sie selbst behandelt. Meistens.
-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-

AS Merlin ( gelöscht )
Beiträge:

24.10.2010 22:27
#9 RE: Das Warten antworten

[quote="AS Merlin"]Märchengedicht

Die Burgruine findest Du auf der Wanderung
quer durch den herbstlichen Wald.
Auf ‚m Berg oben schaust Dich suchend um,
weil Waffengeklirr zu Dir herüber schallt.

Verschütt vom Erdreich, überwuchert von Farn
entdeckst Du verfallene Zinnen,
beugst Dich über’n Rand, schaust hinab auf Tal’n
wo verborgene Träume beginnen.

Am uralten schweren Eichenportaler
stehen gut geharnischte Wärter.
Drunten im Schloßhof kreuzen die Ritter
in der Sonne funkelnde Schwerter.

Welch großes Turnier, welch buntes Treibn
Du hältst den Atem an,
wohl wissend, daß ein herabrollender Stein
das Schauspiel beenden kann.

Den Wettkämpfen folgen Musik und Tanz,
alte Wappen in strahlender Pracht.
Bevor Du Dich daran satt sehen kannst,
senkt sich über den Wald schon die Nacht.

Erst als in der Burg unten alles schläft,
gehst Du heimwärts auf finsteren Wegen.
Noch lange grübelst Du darüber nach,
was Du heute und hier gesehen.

Und sollte irgendwann mal jemand fragen,
woher Du die alten Wappen kennst,
dann würdest Du wissend lächelnd sagen,
"Das verriet mir im Traum einst das
Burggespenst!"

Original "Märchengedicht"
von ©Katrin Stephan

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AS Merlin ( gelöscht )
Beiträge:

24.10.2010 22:31
#10 RE: Das Warten antworten

Menschenleben
und
Beziehungen
sind wie Blätter
die lautlos fallen

Du kannst sie nicht anhalten
auf ihrem Weg

Erinnerungen
und Grabsteine
sind wie gepresstes Herbstlaub

Aber wenn wir unsere Stühle hochklappen
wenn die Erinnerungen am Boden liegen
ein paar noch auf dem Tisch
wie trockenes Kastanienlaub
werden wir uns dann sagen
wir hätten mehr nehmen können
vom reichgedeckten Tisch
Mehr vom Schatten der Bäume
deren Äste jetzt kahl in den Himmel ragen

Original Quelle aus "Trotz alledem"
Lucy Körner Verlag
Autorin ©Kristiane Allert-Wybranietz

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wenn das brot bekömmlich ist

AS Merlin ( gelöscht )
Beiträge:

24.10.2010 22:40
#11 RE: Das Warten antworten

Nebelgeister

Der Dunst steigt.
Nach oben, es scheint,
als gibt der Wald Rauchzeichen.
Doch bald wird der Nebel weichen.
Manch einer meint, er wäre verloren,
dunkel hängen manche Äste
nach unten bis auf den
Boden.
Ein Rabe kreist und kreischt,
am Himmel zieht er Kreise hoch droben.
Nebelschwaden wabern und sickern über den
Bach.
Zu dieser Zeit ist hier niemand mehr wach.
Ich sehe die Geister und
habe einen Verdacht.
Wir werden bestimmt
von ihnen bewacht.
Ein kalter Tropfen
rinnt mir in's Genick,
welch ein gemeiner Trick.
Da hat doch ein kleiner Geist
vor lauter Freude leise gelacht,
bestimmt haben sie sich mit mir
nur einen kleinen Spaß gemacht.

Original Nebelgeister
von ©Ina Müller

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wenn das brot bekömmlich ist

AS Merlin ( gelöscht )
Beiträge:

24.10.2010 23:00
#12 RE: Das Warten antworten

Es gibt dafür keine Entschuldigung, habe eure Recherche nachvollzogen und erkenne meine Fehler an.

Habe diese Gedichte schon ewig und drei Tage in meinen Kladden, wo ich alles niederschreibe, was mir in den Sinn kommt. Leider habe ich auch Texte aufgeschrieben, die ich schon mal irgendwo las und mir die Autoren nicht vermerkt. Das ich meinte, diese Gedichte seien von mir war ein Trugschluss und ist unverzeihlich. Ich werde mit allen Konsequenzen leben müssen, die der Rabenbaum mit all seinen taffen Mitgliedern mir auferlegt und sei es der Ausschluss.

Merlin

Ich schäme mich zutiefst

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