Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 3.665 mal aufgerufen
 Bräuche
Brigid ( gelöscht )
Beiträge:

19.12.2005 22:03
Rauhnächte antworten

Rauhnächte oder Rauchnächte

Um die Jahreswende finden wir die "Rauhnächte" oder "Rauchnächte".

"Rauhnächte" in Anlehnung an die haarigen Masken der Perchten http://www.asatru-online.de/f_jul.htm die im Alpenraum ihr Unwesen treiben,"Rauchnächte", weil in dieser Zeit die Ställe ausgeräuchert wurden, um das Vieh auch im neuen Jahr vor Krankheiten und das Haus vor Unheil zu bewahren.

Auch vom Datum her gibt es zwei Ansichten, einmal zählen hier die Nacht des 21. Dezember (Thomasnacht), die Christnacht, die Nacht von Silvester und die Nacht vom 5. auf den 6. Januar (Dreikönig). Dann gibt es die Bezeichnung noch für die 12 Nächte, angefangen bei der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember, und endend mit der Nacht vom 05. auf den 6. Januar.

Alte Bräuche, vor allem im alpenländischen Raum, sind das Ausräuchern und Besprengen von Haus und Hof mit Weihrauch und Weihwasser, damit sie nicht von bösen Dämonen, die in dieser Zeit in wilder Jagd durch die Luft ziehen, heimgesucht werden. Die Nächte an den Feiertagen galten als die gefährlichsten, so durften Frauen und Kinder nach Anbruch der Dunkelheit die Straße nicht mehr betreten. Haus und Hof, Spinnstube, Küche und Werkstatt mussten aufgeräumt sein, Wäsche durfte nicht auf der Leine hängen, denn Unordnung wurde von den Dämonen bestraft.

Im wohl bekanntesten – und meist empfohlenen - Buch "Rauchnächte" von Sigrid Früh http://www.sigrid-frueh.de/buecher/3-926789-24-7.shtml steht folgendes:

In den zwölf Rauhnächten darf nicht gesponnen werden, es tun dies bloß die Hexen.

Wer in dieser Zeit eine Tür laut zuschlägt, der hat im Sommer den Blitz zu befürchten.

Alles Ackergerät muss unter Dach sein, kein Backgerät oder Holz darf vor dem Ofen liegen bleiben.

Wer sein Bett in diesen Tagen im Freien lüftet, bekommt im nächsten Jahr Krebst-

Vor diesen Tagen soll alles, was verliehen wurde, wieder im Hause sein und Geliehenes soll man zurückbringen. Wer dies nicht tut, ist eine Hexe.

Wer in diesen Tagen Nägel oder Haare schneidet, bekommt böse Finger und wird unter Kopfschmerzen leiden im nächsten Jahr.

Wir in diesen Tagen am Morgen aufsteht und pfeift, hat Unglück zu erwarten.

Wer einen Apfel oder eine Nuss vom Erdboden aufnimmt, bekommt einen bösartigen Ausschlag.

Jegliche Arbeit ist vorboten in den Rauhnächten, sonst fällt der Wolf in die Herde und das Vieh gedeiht nicht.

So viele Knöpfe einem an einem Kleidungsstück fehlen in dieser Zeit, so viele Geldstücke werden einem im Jahr gestohlen.

Wenn in den Zwölften viel Wind geht, sterben im folgenden Jahr viele alte Frauen.

Wenn die Eiszapfen in den Rauhnächten lang sind, wird auch der Flachs lang.

Gibt es zu dieser Zeit viel Nebel, gibt es ein nasses Jahr, ist es hell und klar, ein trockenes.

Reif in der Zeit der Rauhnächte bedeutet ein fruchtbares Jahr und viel Obst, ebenso Eisblumen am Fenster und viel Schnee an den Bäumen.

Vorhersagen:

Die zwölf Heiligen Tage von Weihnachten bis Dreikönig heißen die "Zwölf Lostage". Wie das Wetter sich an diesen Tagen verhält, so wird es in den zwölf folgenden Monaten sein, und zwar in der Art, dass immer sechs Stunden die Witterung eines Viertelmonats anzeigen.

Man muss am Weihnachtstag mit diesen Beobachtungen beginnen, macht zwölf Ringe auf ein weißes Papier und teilt jeden Ring durch ein Kreuz in vier Teile. Sind nun die ersten sechs Stunden hell und sonnig, so bleibt das erste Viertel des Kreises leer und weiß, das bedeutet einen trockenen Viertelmonat. Ist das Wetter aber trüb, dann wird das erste Viertel des Kreises überzeichnet und dunkel gemacht, was einen nassen Viertelmonat anzeigt. Ebenso zeichnet man alle übrigen Kreise. Andere schreiben hinein: "trüb, hell, nass oder kalt".

Der 6. Januar ist der dreizehnte Tag und der entscheidet zuletzt, ob die Wetteranzeige der zwölf Lostage richtig ist und wirklich eintreffen wird. Ist das Wetter an diesem Tage trocken, so sind die Lostage gültig, gibt es aber Schnee oder Regen, so sind sie verworfen und ungültig.

Die Träume der zwölf Nächte erfüllen sich in den entsprechenden Monaten des Jahres. Träumt man vor Mitternacht, so erfüllt sich dies in der ersten Hälfte des Monats, Träume nach Mitternacht am Ende des Monats.

Und natürlich können auch die Rauhnachts-Runen gezogen werden:

Man beginnt in der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember, und zieht jeden Abend/Nacht eine Rune, bis zum 5./6. Januar, insgesa6t also 12 Runen (jeweils immer wieder aus allen Runen).

Und wer noch mehr nachlesen möchte: http://www.asatru-online.de/f_jul.htm

Silvester:

Klingen die Silvesterglocken nicht hell und klar, so ist das kommende Jahr wenig bedeutungsvoll.

Wer nicht beim zwölften Glockenschlag von einem Tisch oder Stuhl herunterspringt, hat kein Glück im nächsten Jahr.

Wenn während des Silvesterläutens alle Familienmitglieder aus einem Glase trinke , bleibt das Unglück fern.

Das Silvesterschießen weckt die Saaten der Pflanzen. Böse Geister vertreibt man, indem man über die Brunnen schießt.

In der Silvesternacht kann man die Unterirdischen in ihrer Werkstatt arbeiten hören (und ich dachte immer, das wären die Nachbarn ;-) )

Und etwas moderner http://www.silvester.de

Neujahrsgebäck

Neujahrskringel, -kranz, -zopf, -brezel, -striezel oder (im Rheinland) Neujährchen sind Glücksgebäck. In der Regel besteht das Hefegebäck aus Weizenmehl; zusätzlich verwendet werden gerne Körner, die Vielfalt und Überfluss verdeutlichen: Mohn und Hirse. Auch Lebkuchengebäck gibt es zum neuen Jahr.

Die Form des Gebäcks, zum Beispiel der Kranz, symbolisiert nicht nur den ewigen Kreislauf des Jahres, sondern auch den vor Dämonen schützenden Kreis. Der Zopf stellt eine ähnliche Metapher dar. In Ostfriesland war der Neujahrskuchen als springendes Pferd geformt, in der Schweiz hieß das entsprechende Gebäck Heilswecken. Im Rheinland ist ein Neujährchen meist dem vierblätterigen Kleeblatt nachgebildet und einfach rund, oft verziert mit Symbolen der Ewigkeit. In Mecklenburg gab es ein Gebäck unter gleichem Namen, aber zu einem anderen Zweck: Es wurde segenbringend den Tieren ins Futter gebrockt.

In dem in Griechenland üblichen Neujahrsbrot wird eine Gold – oder Silbermünzen versteckt, die ihrem Finder Glückbringen soll. Möglicherweise ist hier ein Vorbild für den Königskuchen zu finden (Dreikönigsfest) In der Ukraine wurde das Neujahrsgebäck der Juden, die "challa" in Vogelform gebacken. Neben der Hoffnung auf den Schutz des Herrn symbolisiert das Neujahrsgebäck in Vogelform auch die Hoffnung, dass die Gebete und Hoffnungen der Menschen zu Gott empor getragen werden mögen-


Jetzt geht es weiter mit Brauchtum und Aberglaube, zum 6. Januar, dem Dreikönigstag, auch Frau Holle Tag:

Die Tiere können wie in der Heiligen Nacht reden, das um Mitternacht geschöpfte Wasser hat große Heikraft.

Um Mitternacht öffnet sich der Himmel und die Heilige Dreifaltigkeit wird sichtbar. Wer das sieht, dem gehen drei Wünsche in Erfüllung.

Tropft es vom Dach, so soll man mit dem Viehfutter sparsam umgehen (Anmerkung von mir: Bauernweisheit, wenns Januar Tauwetter hat, kommt das dicke Ende, sprich viel Frost und Schnee noch nach, der sich bis ins Frühjahr zieht. Das Vieh kann dann erst spät auf die Weide, und deshalb wird das Futter knapp werden).

Allerlei Gegenstände werden in der Kirche geweiht, vor allem Wasser, Salz und Kreide, als Schutzmittel für Menschen und Vieh.

Der Dreikönigswind ist der segensreichste, ihm werden um Mitternacht Türen und Fenster geöffnet, damit er Glück ins Haus bringe.

Scheint am Dreikönigstag die Sonne, gibt es Frieden im kommenden Jahr.

Eine in der Dreikönigsnacht ausgeräucherte Kopfbedeckung hilft gegen Kopfweh.

Wer von seinem siebenten Jahre an den Heiligen Drei Königen zu Ehren an diesem Tage fastet, dem geben sie rechtzeitig bekannt, wann ihm zu sterben bestimmt sei.

So viele Sterne man am Dreikönigsabend durch den Schornstein sieht, so viele Schoppen Wein darf man an diesem Abend trinken.


Grüne Grüße
Brigid

^^^^^^^^
Wenn der Nebel sich lichtet, sieht man den Regen (Irland)

Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.165

20.12.2005 18:33
#2 RE: Rauhnächte antworten

Liebe Brigid,

ich war schier erschlagen von den Informationen, die Du zu den Rauhnächten zusammen getragen hast
Ein wirklich toller Beitrag

Liebe Grüße
Ansuz




"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)

Helrunar Offline



Beiträge: 562

20.12.2005 23:03
#3 RE: Rauhnächte antworten

Hallo liebe Brigid, Hallo Ansuz,

mich hat es heute morgen erschlagen .

liebe Grüße

Helrunar
__________________________________________________

Runen wollen gelebt werden, belebt sind sie schon

Brigid ( gelöscht )
Beiträge:

21.12.2005 21:22
#4 RE: Rauhnächte antworten

Oh je ,

das ist mir jetzt aber beinlich, ehrlich, es ist das erste Mal, dass ich einen Modi erschlagen habe,


Grüne Grüße
Brigid

^^^^^^^^
Wenn der Nebel sich lichtet, sieht man den Regen (Irland)

Helrunar Offline



Beiträge: 562

21.12.2005 23:03
#5 RE: Rauhnächte antworten

Hi Brigid,

Ich Lebe noch .....

Alles halb so wild

liebe Grüße

Helrunar
__________________________________________________

Runen wollen gelebt werden, belebt sind sie schon

Helrunar Offline



Beiträge: 562

09.12.2006 06:45
#6 RE: Rauhnächte antworten

Hallo liebe Raben,

bald ist es wieder soweit und die Rauhnächte stehen vor der Tür.
Auf meinen Reisen in den weiten des Netzes habe ich noch interessantes dazu gefunden.

In Antwort auf:
... Das ist nicht nur einfach eine Theorie und uraltes, wie Märchen und Mythen, sondern etwas, was auch heute noch in unseren Seelen wirkt und wo wir oft niemanden haben, der das zu verstehen weiß und damit umgehen kann.Menschen werden krank, haben Depressionen usw. und keiner weiß so recht, warum. Wolf-Dieter Storl schreibt in seinem Buch: "Naturrituale" über eine solche Begegnung mit diesem Wilden Heer zu Winterzeit: "Wir wohnen abgelgen, fern von jedem Dorf... In den Wintertagen, wenn wir eingeschneit sind und es ganz still ist, da kommt es gelegentlich vor, daß sich in den Momenten zwischen Schlafen und Wachen eigenartige Wesen zeigen. Soft sind sie buckelig und verküppelt, manchmal jedoch verführerisch schön; ihre Gesichter erinnern an die Perchten und Masken der alemannischen Fasnacht, an tibetische Dämonenmasken oder an die "Falschen Gesichter", mit denen die Irokesen die Krankheitsdämonen darstellen. Sie sind alle irgendwie leidend, es fehlt ihnen etwas, zugleich sind sie erschreckend und furchterregend. Wenn ich diese Entitäten wahrnehme und dabei Angst bekomme oder gar gegen sie ankämpfe, dauert es erfahrungsgemäß nicht lange und ich oder jemand im Haus oder Stall wird krank. Es ist besser, wenn ich den Mut fasse, ihnen zu sagen, sie sollen weiterziehen. "Wohin sollen wir ziehen!", fragen sie meist mit rauhen Geisterstimmen. Da sag ich: "Zieht nach Osten, geht ins Licht, der Heiland kann euch geben, was euch fehlt!" Manchmal klagen sie: "Aber wir haben kein Reisegeld." Dann gebe ich ihnen einen Kupferpfennig. Mit ihrem Glückspfennig ziehen sie weiter, und das Haus bleibt vor einer Krankheit verschont. Nach solch einem Besuch räuchern wir oft mit Beifuß, Wacholder und Mariengras, um die Atmosphäre zu reinigen." Er beschreibt noch ein weiteres Beispiel einer solchen Begegnung: "In der Nacht träumte ich, daß eine Gruppe recht wilder, verwegener Wanderer ins Haus hereinspazierte. Ich stellte mich ihnen in den Weg, als sie durch die Tür ins Haus drangen: "He, was soll das, was macht ihr!" Aber sie ließen sich nicht aufhalten, sie spazierten munter an mir vorbei. Ich regte mich aber nicht sonderlich auf und gab mich eher freundlich. Einer berührte mich. "Du hast erhöhte Temperatur", sagte er. Als ich kurz darauf aufwachte, war mir tatsächlich heiß, und die Haut war feucht. Nun wußte ich, das war kein gwöhnlicher Traum, sondern ein Besuch. Naturgeister, die mit dem starken Schneefall über das Land zogen, sind mir duch Leib und Seele spaziert. Ihre Berührung war ein Geschenk. Ich konnte es nehmens, wie ich wollte. Es war wie des Messers Schneide - so oder so: Entweder ich würde physisch krank werden, bekäme Fieber, oder ich würde mich beim Schreiben mit dem Feuer der Inspiration erhitzen und etwas Schönes herüberbringen, eine echte MÄR (althochdeutsch, "eine Botschaft aus übersinnlichen Welten", im Sinne von Luthers Weihnachtslied: "Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute, neue Mär"). Wenn ich Angst gehabt hätte, ihnen die Gastlichkeit verwehrt oder den Besuch einfach nicht bewusst erlebt hätte, wäre ich wirklich krank geworden und hätte wohl die Woche im Bett verbringen müssen. Aber ich nahm es nicht auf körperlicher Ebene an, sondern als Feuer der Begeisterung." ...



Den ganzen Beitrag könnt ihr hier nachlesen.

Bin schon mal gespannt wer, ausser Othala, sich die Runen wärend den Rauhnächten zieht

viele Grüße

Helrunar
__________________________________________________

Die Summe unseres Lebens sind die Stunden,
in denen wir liebten!

Wilhelm Busch

Cernunnos Offline

Besucher

Beiträge: 58

09.12.2006 16:54
#7 RE: Rauhnächte antworten

Lieber Helrunar, liebe Brigid,
ich glaube diesen Storl muß ich wirklich kaufen. Das sind ganz tolle Hinweise und meine Einkaufsliste wird auch immer länger. Dankeschön
liebe Grüße Cernunnos

Laerd Offline

Rabe


Beiträge: 464

24.12.2006 12:42
#8 RE: Rauhnächte antworten

Hallo ihr Raben!

Mir ist gerade aufgegangen, dass heutzutage noch viele Leute ihr Haus "räuchern". Die wohlbekantnen Räuchermännchen werden doch vorzugsweise in der Winterzeit benutzt. Der Räucherkegel darin hat doch meistens auch soetwas wie Tannenduft oder Weihrauch. Das scheint wieder etwas zu sein, was sich als alte Tradition bewahrt hat.
Was meint ihr dazu?

God Jul
Laerd



Die gute Zeit vergisst man in der schlechten

"Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind: Das Universum und die menschliche Dummheit. Bei dem Universum bin ich mir da nicht so sicher." (Albert Einstein)

 Sprung  

Dieses Forum ist Teil der Internetpräsenz www.rabenbaum.com.
Sollten Sie Fragen, oder Anmerkungen zu unserem Forum haben,
dann beantworten wir Ihnen diese gern telefonisch oder per E-Mail.
Sie finden unser Impressum unter anderem unter www.rabenbaum.com

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor