|
Mistel Viscum album Schon bei den Galliern (ja, auch beim Comic-Asterix, auch hier können wir lernen) waren die Misteln bekannt. Der römische Geschichtsschreiber Plinius schrieb über den Mistelritus der Gallier: „Die Priester der Gallier, die Druiden, kennen nichts Heiligeres als die Mistel und den Baum, worauf sie wächst, besonders, wenn diese eine Wintereiche ist. Sie verehren den Baum aufs Höchste und betrachten alles, was darauf wächst, als Himmelsgabe. Man findet die Mistel aber nur selten auf ihr. Wenn man sie findet, wird sie mit großer Feierlichkeit geholt, vor allem am 06. Tag nach Neumond. Nachdem sie unter dem Baum die gehörigen Opfer und Mahlzeiten veranstaltet haben, führen sie zwei weiße Stiere herbei, deren Hörnern dann zunächst bekränzt werden. Der Priester, mit weißen Gewande angetan, besteigt den Baum und schneidet mit goldener Sichel die Mistel ab. In einem weißen Mantel wird sie aufgefangen. Dann schlachten sie die Opfertiere mit dem Gebet, die Gottheit möge ihre Gabe denen günstig werden lassen, welche sie damit beschenkt haben. In den Trank getan, soll die Mistel alle unfruchtbaren Tiere fruchtbar machen und ein Heilmittel gegen alle Gifte sein“ Das Prinzip, das hinter diesem alten Ritus stand, war die Einverleibung des göttlichen Prinzips durch den Trank. Zuvor wurde mit der Eiche, die den Gott Donar verkörperte, ein Versöhnungsmahl gefeiert, um dann einen Teil eines göttlichen Wesens, die Mistel abzuschneiden und als Heiltrank zu trinken. Die Mistel ist der Teil des Baumes (sie wurde früher nicht als eigenständige Pflanze gesehen, sondern als ein Teil des Wirtsbaumes) der nicht mit der Erde verwurzelt ist. Sie ist also auf ihre Weise ein himmlisches Wesen und darf mit der Erde nicht in Berührung kommen, da sonst ein Teil ihrer Himmelsenergie in die Erde abfließt und neutralisiert wird. Die Mistel fasziniert die Menschen schon seit langer Zeit. Es wurden sogar in Schweizer Pfahlbauten der Stein- und Bronzezeit Mistelsamen gefunden. Obwohl immerzu von der „goldenen Sichel“ gesprochen wird, liegt der Schluss nahe, dass sie in Wirklichkeit eine bronzene war, denn mit einer Sichel aus Gold lässt sich das zähe Mistelholz schlecht schneiden. Trotzdem liegt Gold als Metall und die Farbe der Sonne der Mistel nahe. Sie war die Pflanze der Wintersonnwende und beim Trocknen wird ihr Laub golden. Wahrscheinlich war sie der „goldene Zweig“, den zu beschaffen die antike Orakelfrau Sybille den Aeneus bat, um damit in die Unterwelt zu gelangen. Im Volksaberglauben des Mittelalters entstand daraus der Glaube, dass die Mistel sich zum Finden und Öffnen von Schätzen eigne. Ein andrer Aberglaube war, dass die Misteln dort auf Bäumen wachsen, wo die „Trud“ oder die Hexen sich von ihren Flügen ausruhen. Die Mistel wächst als Schmarotzerpflanze auf fast allen Baumarten. Besonders häufig ist sie auf Pappeln und Obstgehölzen zu finden, sehr selten jedoch auf Eichen. Ungewöhnlich an ihr ist, dass sie „gegen die Zeit“ wächst, das heißt, sie fruchtet im Winter. Außerdem wächst sie gerne auf Bäumen, die auf schwierigen Plätzen stehen – mit vermehrter Erdstrahlung, Wasseraderkreuzungen oder kosmischen Strahlungsfeldern. Die Mistel hat eine hohe Eigenschwingung und nimmt dazu noch die Essenz des Baumes auf, auf dem sie vorkommt. Wir müssen also stets berücksichtigen, auf welcher Baumart sie wächst, um ihre jeweilige Heilkraft einordnen zu können. Immer häufiger wird beispielsweise in der Medizin die Mistel zur Krebstherapie verwendet. In der anthroposophischen Heilkunde achtet man deshalb darauf, dass die vom Krebst befallenen Organe in Korrespondenz mit der Energie des Wirtsbaumes stehen. Die Mistel des Apfelbaumes, der für das Weibliche steht, wäre demnach zur Therapie bei Brustkrebs geeignet, usw. Hauptsachlich wirken in der Mistel die Planetenkräfte des Mondes und des Saturns. Beim Räuchern hat sie die Kraft, negative Schwingungen aufzunehmen und zu wandeln. Sie wirkt wie ein Transformator, der langsame, träge Schwingungen in schnellere, höhere, umwandelt. Daraus ergeben sich eine stark schützende Kraft und die Möglichkeit, Licht zu mehren. Gleichzeitig öffnet sie als „goldener Schlüssel“ die Pforten des Unterbewusstseins, um Licht hineinzubringen und zu erhellen. Sie hilft uns, unsere Traumbilder besser zu verstehen, und wirkt auch hierbei wie ein Schlüssel, der die Bilder entschlüsselt. Früher wurde sie auch als „Tarnkappe“ benutzt, das heißt, sie hilft unscheinbar zu sein, wenn wir nicht wahrgenommen werden wollen. Sie hat keinen starken Eigengeruch und eignet sich um Mischen mit Beifuß, Wacholder, Eisenkraut, Mädesüß und Fichtenharz. Wirkung beim Räuchern Verwandelt langsame, negative Schwingung in lichte, höhere. Hilft bei der Traumdeutung. Eröffnet innere Schätze, indem sie Licht ins Unbewusste bringt. Wenn wir wollen, können wir mit ihr unbemerkt bleiben. Ernte Zum Räuchern nehmen wir alle Teile der Mistel. Wir können sie von Bäumen schneiden, auf den sie häufig wächst, zum Beispiel Pappeln und Obstholz. Misteln auf anderen Baum- und Straucharten wegen großer Seltenheit bitte stehen lassen“ Zum Sammeln eignet sich die Zeit von Herbst bis Frühjahr. Magischer Zeitpunkt Vollmond- oder Neumondnacht, Samhain Herkunft und Anbau In ganz Nordeuropa heimisch und häufig wild zu finden, Der Anbau ist eher schwierig. Sie verbreitet sich durch Vögel, die die Beeren fressen und die Kerne mit dem Kot ausscheiden. Wenn man sie auf Bäumen im Garten haben will, kann man versuchen, die klebrigen Beeren auf die Äste zu streichen Jedoch, eigentlich sollten die Misteln dort wachsen, wo sie sich natürlicherweise ausbreiten. Quelle: Marlis Bader „Räuchern mit heimischen Kräutern“ Ein Buch, das ich Interessierten unbedingt ans Herz legen möchte Grüne Grüße Brigid
^^^^^^^^ Wenn der Nebel sich lichtet, sieht man den Regen (Irland)
| |