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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Götter
LOKI Offline

Rabe


Beiträge: 309

16.01.2006 19:45
Loki, der Wiedersacher antworten

Loki, der Wiedersacher

Loki ist die zwielichtigste, zugleich aber auch interessanteste Gestalt des germanischen Götterpantheon. Man sagt von ihm er, sei sehr schön von Ansehen, doch wankelmütig und böse von Gemütsart und äußerst mannigfaltig im Auftreten. Sein Vater ist der Riese Farbauti (der gefährlich schlagende), der wahlweise als Sturmwind oder Kugelblitz gedeutet wird. Seine Mutter, ebenfalls eine Riesin, nennt sich Laufey, was soviel wie „Laubinsel“ bedeutet. Des Gottes feuriges Wesen ergibt sich aus dieser Verbindung, denn schlägt der Sturmwind durch Blitz und Funken die flammende Lohe, gerät das trockene Laub in Brand und Loki wird geboren. Seine „Göttlichkeit“ erhielt der eigentliche Riese durch die Blutsbrüderschaft mit Odin. Naturmythologisch versinnbildlicht Loki die brodelnde Lava im Inneren der Erde und das alles vernichtende Feuer, das aber gleichzeitig den Humus und die Erde für etwas Neues hervorbringt. Seine Gattin ist Sigyn, mit der er die zwei Söhne Ali und Narfi hat. Mit der Riesin Angrboda (Sorgenbringerin) zeugt er die drei Unheilkinder Hel, Fenrir und die gewaltige Jörmungandschlange. Als Vater dieser Geschöpfe wird ersichtlich, welchen Stellenwert der Gott im Pantheon einnimmt, denn wann immer sich die Gelegenheit bietet, die Grundpfeiler der bestehenden Weltordnung zum Schwanken zu bringen, ist Loki zur Stelle. Der durch ihn verursachte Mord an Balder löst schließlich die Ragnarök aus, wodurch Loki zum Weltzerstörer und Beschließer (Luka= schließen) wird, der den Untergang der gesamten alten Welt herbeiführt. Dort töten sich Loki und sein alter Widersacher Heimdall gegenseitig.

Obgleich bis heute keine direkte kultische Verehrung Lokis nachgewiesen werden konnte, existieren über ihn nach Odin und Thor die meisten Sagen und Lieder. Als Bösewicht tritt er z.B. beim Raub der Iduna und ihrer lebensverjüngenden Äpfel auf, woraufhin die Asen alle zu altern beginnen. Thors Gattin Sif schneidet er im Schlaf die Haare ab, stiehlt der Liebesgöttin Freya ihren Halsschmuck, liefert Thor an die Riesen aus und vollbringt noch genügend weitere Schandtaten, die ihm zu zweifelhaftem Ruhm gereichen. In der Wölsungensage spielt er eine entscheidene Rolle beim Raub des Rheingoldes, das er dem Zwerg Andwari entwendet, der darauf den Schatz verflucht und hierdurch enormes Leid und Unglück über viele Menschen bringt.

Doch wenngleich als größter Widersacher und Feind der Götter beschimpft, tritt Loki doch ebenso oft als ihr nützlichster Helfer und Verbündeter auf, wenn es darum geht, den Asen Vorteile zu verschaffen. Einmal in Bedrängnis geraten ist er jederzeit gewillt, Ansehen und persönliche Ehre zu opfern, um die eigene Haut zu retten oder neue ziele zu erreichen. Dabei ist ihm jedes Mittel recht. Einmal verwandelt er sich in eine rossige Stute und lockt Swadilfari, den Arbeitshengst des Riesenbaumeisters, in den Wald, damit dieser sein Werk nicht fristgerecht beenden kann. Aus dieser Verbindung geht später das Götterpferd Sleipnir hervor, welches Loki als Stute gebiert, was zeigt, dass der Gott auch sein Geschlecht nach belieben zu wechseln vermag. Zwar bringt er die Götter gerne in Verlegenheit, verhilft ihnen aber dank seiner Listigkeit zu wertvollen Gegenständen und Waffen wie den Hammer des Thor, Odins Speer Gungnir oder dem Ring Draupnir. Auch bei der Entstehung des Menschengeschlechtes soll er unter dem Namen Lodur dabei gewesen sein.

In einem alten skandinavischen Volkslied fleht ein Bauer nacheinander die Götter Odin, Hönir und Loki um Beistand vor einem Riesen an. Doch erst Loki vermag aufgrund seiner Verschlagenheit dem Bauern zu wirksamen Schutz verhelfen.

Gruß
Loki
Quelle: Wodans Erben
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Wir, die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben so viel mit so wenig so lange versucht, dass wir jetzt qualifiziert sind, fast alles mit nichts zu bewerkstelligen!!!!!
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Silke Offline

Rabe

Beiträge: 200

16.01.2006 20:08
#2 RE: Loki, der Wiedersacher antworten

Lieber Loki,

vielen Dank, dass Du diesen schönen Beitrag eingestellt hast. Ich habe mich oft gefragt, was der Loki wohl für einer war, war aber zu faul, mich etwas schlau zu machen. Dank Dir weiß ich nun einiges über Deinen Namensvetter.

Liebe Grüße
Silke

Helrunar Offline



Beiträge: 562

30.01.2006 19:32
#3 Loki, und Baldur antworten

Hallo Liebe Raben,

bin beim Stöbern gerade über etwas interessantes von Loki gestolpert

Baldurs Tod
Baldur, Odins und Friggas Sohn, war der schönste und edelste unter den Göttern. Der blühende Jüngling, der Gott des Lichtes und des Frühlings, des Guten und des Gerechten, wurde von allen Asen am meisten geliebt.

Eines Tages träumte die Göttermutter Frigga einen bösen Traum. Sie sah, wie Hel, die Todesgöttin, ihren Lieblingssohn Baldur entführte. Auch Baldur träumte, daß sein junges Leben von Gefahren bedroht sei. Da beschwor Odin die uralte Wala, die Seherin der Hel, aus ihrem Grab, um sichere Kunde zu erfahren. Auf die Frage, wen man im Reiche der Hel erwarte, erhielt er die Antwort: "Baldur, den Guten, erwartet man. Hödur, sein blinder Bruder, wird ihn töten."

Die Asen und Göttinnen hielten, voll Sorge um das Leben ihres Lieblings, Rat und faßten den Beschluß, daß alle Geschöpfe, die im Himmel und auf Erden sind, einen heiligen Eid schwören sollten, Baldur niemals etwas anzutun. Frigga selbst nahm Feuer und Wasser, Riesen und Elben, Menschen, Tiere und Pflanzen in strenge Eidespflicht.

Von nun an verfehlte jede Waffe, die man, um den neuen Bund zu erproben, gegen Baldur richtete, ihr Ziel. Ja es wurde zu fröhlicher Kurzweil unter den Asen, nach Baldur Geschosse zu werfen; doch keines traf ihn.

Am Rate der Götter hatte auch der verschlagene und ränkesüchtige Loki teilgenommen. Während die Götter nun mit Baldur ihr Spiel trieben, wandte er sich, als Bettlerin verkleidet, an die gütige Frigga und entlockte ihr ein Geheimnis: auf einer Eiche vor Walhallas Tor wuchs der Mistelstrauch. Diesen, so verriet Frigga, hatte sie nicht schwören lassen, weil er ihr zu schwach und unbedeutend erschienen war.

Schnell entfernte sich Loki, nahm seine wahre Gestalt an und eilte zur Eiche. Er schnitt ein Zweiglein der Mistelstaude ab und kehrte in den Kreis der Götter, die immer noch ihr fröhliches Spiel trieben, zurück. Untätig abseits stand nur Baldurs Bruder, der blinde Hödur. "Wie soll ich mitspielen, da ich doch des Augenlichts beraubt bin?" versetzte er mißmutig auf Lokis Frage.

"Spanne den Bogen, hier ist ein Pfeil", sagte Loki und reichte ihm den Mistelzweig, "ich werde für dich zielen!"

Der blinde Hödur tat nach dem Geheiß des bösen Gottes, und, wie vom Blitz getroffen, sank Baldur entseelt zu Boden.

So hatte sich die Weissagung der Wala grausam erfüllt.

Nur Odins Wort, daß Hödur ein dem Baldur vorherbestimmtes Schicksal vollzogen habe, schützte den Mörder vor der Rache der Götter.

Dann schickten sie sich auf Geheiß des Göttervaters an, Baldurs Leichnam zu bestatten.

Nie zuvor hatte in Asgard und auf der Menschenerde so tiefe Trauer geherrscht wie jetzt um Baldur, den lieblichen Gott.

Am Strande des Meeres hatten die Asen Baldurs Schiff aufgestellt und auf ihm den Scheiterhaufen errichtet. Als sie den Leichnam obenauf legten, konnte Nanna, die Gattin Baldurs, den Anblick nicht länger ertragen, und ihr Herz brach vor Gram. So betteten die Asen sie an Baldurs Seite.

Alle Götter gaben dem toten Sonnengott Worte der Hoffnung mit auf den Weg. Niemand jedoch weiß, was Odin dem edlen Toten ins Ohr flüsterte.

Thor legte die Flamme an den mächtigen Scheiterhaufen. Dabei stieß er ein Zwerglein, Lit mit Namen, das ihm vor die Füße kam, mit einem Tritt in die Flamme, daß es verbrannte.

Dann schoben die Riesen das Schiff in die Fluten und ließen es die hohe See gewinnen. Immer mächtiger griff in dem wilden Fahrtwind die Flamme um sich, und einer riesigen Opferfackel gleich jagte Baldurs Schiff zum letzten Male über das Meer.

Als die Springflut gierig nach den brennenden Balken griff und ihre Glut in die Tiefe zog, war es den am Gestade harrenden Asen, als versinke die ganze Welt ringsum in Dämmerung.

Niemand trauerte mehr um Baldurs Tod als seine Mutter Frigga. War Baldur, der Frühlingsgott, den Asen und der Menschenwelt nun für immer entrissen? Sollte Hel, die Göttin des Totenreichs, sich nicht erweichen lassen, den Götterliebling freizugeben?

Auf Friggas inständige Bitten entschloß sich Hermodur, der Götterbote, seinen Bruder zu befreien.

"Ich gebe dir Sleipnir, mein Roß, für die lange Wegstrecke", sagte Odin zu seinem Sohne, "es wird dich sicher ans Ziel führen, denn ihm ist der Weg bekannt."

Neun Nächte ritt der Götterbote, bis der achtfüßige windschnelle Renner die Brücke, die zur Hel hinabführte, erreichte.

Hermodur wagte es kühn, in das Reich der Toten einzudringen. Bald sah er Baldur, den geliebten Bruder, schlafbefangen und bleich, an Nannas Seite sitzen. Er flüsterte ihm Worte des Trostes zu. Aber lange mühte sich der Götterbote vergeblich, die düstere Hel zur Milde zu stimmen. Mit eisiger Kälte blickte sie ihn an. Dann ließ sie ihre Stimme vernehmen: "Wer gestorben ist, bleibt meinem Reiche verfallen. Auch Baldur gehört der Hel. Trotzdem will ich die Bitte der Götter erfüllen und ihm die Freiheit wiedergeben, wenn alle Geschöpfe der Welt, ob lebende oder tote, ihn beweinen. Verweigert auch nur ein einziges Geschöpf diesen Anteil der Tränen, so bleibt Baldur für alle Zeit im Reiche der Toten!''

Hermodur eilte, zum Asenhof zurückzukehren. Baldur und Nanna gaben ihm Geschenke mit auf den Weg, die er Odin und Frigga mitbringen sollte.

Dort in Walhalla warteten alle voller Spannung auf den abgesandten Boten. Und voller Hoffnung sandte Frigga sogleich die Alben, ihre Boten, in die Welt hinaus, um alle Geschöpfe für Baldurs Heimkehr zu gewinnen. "Denkt an meinen geliebten Sohn, den Frühlingsgott", ließ sie ihnen sagen, "und weinet über seinen Tod, so wird die Göttin der Unterwelt ihm die Heimkehr gewähren."

Friggas Mühen schien nicht umsonst: alle Geschöpfe, zu denen ihre Boten kamen, waren voller Erbarmen und weinten um den toten Lichtgott. Schon machten sich die Alben auf den Heimweg.

Alle Wesen, sogar die starren Steine, hatten Anteil an Baldurs Schicksal gezeigt. Da trafen die Alben in düsterer Felsenhöhle eine grimmige Riesin, Thögg mit Namen, die hatte um Baldurs Tod keine Träne geweint, und kein Bitten und Flehen konnte sie rühren.

So blieb Baldur im Reiche der Hel.

Nicht wenige der Asen, die mit Betroffenheit die Weigerung des finsteren Weibes vernahmen, glaubten, daß hier Loki sein haßerfülltes Werk fortsetze.

Wo war der hinterhältige Mörder geblieben? Inmitten des Entsetzens, das bei Baldurs Ermordung alle gepackt hielt, hatte der heimtückische Loki entkommen können. Er floh nach Riesenheim und verbarg sich dort in einem einsamen Versteck. Die Götter aber fanden seine Spur. Doch als sie sich dem Hause, dessen vier Fenster nach allen Himmelsrichtungen gingen, näherten, machte sich der verschlagene Loki eilig davon. Er verwandelte sich, wie er es oft zu tun pflegte, in einen Lachs und verbarg sich unter einem Wasserfall. Vorher hatte er ein Netz, das er sich eben fertigte, um zu erproben, ob man ihn damit fangen könne, ins Feuer geworfen.

Das wurde ihm zum Verhängnis, denn in der Asche noch erkannten die Götter die Form des Netzes und wußten nun, wo und mit welchem Mittel sie ihn fangen sollten. Mochte Loki sich auch immer wieder der Verfolgung entziehen, die Götter fingen ihn schließlich in den Maschen des von ihm erfundenen Netzes.

Die Rache der Asen war so schrecklich wie das Verbrechen, das Loki begangen hatte. Sie führten ihn auf eine Insel im Reiche der Hel und schmiedeten ihn dort an einen scharfkantigen Felsen, daß er kein Glied regen konnte. Über dem Haupte des Verräters befestigten die Rächer eine Natter, die ihm unablässig ihr Gift aufs Antlitz träufelte. Zwar teilte Sigyn, Lokis Gattin, das schwere Los des Verdammten. Tag und Nacht saß sie neben dem Gefangenen und fing das Natterngift in einer Schale auf. Doch wenn die Schale voll war und das treue Weib sich erhob, um sie auszuleeren,
wurde Loki von brennendem Schmerz gequält, dann wand er sich, daß ganz Midgard erschüttert wurde und die Erde erzitterte. Dieses Erzittern nennen die Menschen Erdbeben. In solchen grausigen Nächten heult der Fenriswolf, und die Midgardschlange regt sich in der Tiefe des Meeres, die Wogen rauschen wild empor, und Sturmfluten branden wider den Wall, mit dem die Götter Midgard gegen die See geschützt haben.

viele liebe Grüße

Helrunar


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Runen wollen gelebt werden, belebt sind sie schon

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