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Dieses Thema hat 19 Antworten
und wurde 903 mal aufgerufen
 Bräuche
Seiten 1 | 2
Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.391

29.10.2012 19:23
Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Liebe Raben,

ich habe nach einigen postings hier im Rabenbaum mir mal ein paar Gedanken gemacht über die Art und Weise, wie ich meinen Glauben handhaben, wie ich gefühlsmäßig daran gehen, was mir am Herzen liegt.
Ich bin auf ein paar Allgemeinheiten gekommen.

Das erste, was uns von den großen Religionen unterscheidet (ich vermute, dass das nicht nur mir allein so geht), ist, dass wir „anders“ sind. Das ist doch vermutlich bei den meisten von uns auch der Grund, weshalb sie nicht einer der großen Kirchen angehören oder selbst wenn, sie auch dort ihre Einzigartigkeit leben.
Zum zweiten ist uns – so denke ich – gemein, dass wir den Dogmatismus der großen Religionen ablehnen. Nach dem Motto „du hast dies und jenes zu tun, sonst erfolgt die Strafe auf dem Fuße“ etc. Meiner Ansicht nach handeln bekennende Heiden undogmatisch; nicht frei von allen Regeln, aber doch unangepasst und unorthodox (was an sich schon ein Wortspiel ist).
Zum dritten werden uns durch die Kultur, in der wir leben, ständig Hindernisse in den Weg gelegt. Wir haben kein Recht auf bestimmte freie Tage, unsere „Schwestern und Brüder“ werden bei der Steuer nicht berücksichtigt – was ein Grund ist, keine Kirchensteuer zu zahlen – und zum vierten stehen wir gegebenenfalls auch noch außerhalb der Gesellschaft, zu der wir geburtsrechtlich gehören; immer mal wieder herhaltend für schlechte Ernte und Klimaveränderungen.......

Aus diesen Gedankengängen leite ich folgende Thesen ab (da wir uns gerade in der Luther-Dekade befinden, passend – wo ist die Kirchentür, an die ich sie anpinnen kann?):
Ich habe ein Recht, meinen Glauben zu leben, wie es mir gefällt.
Ich kann mich mit Gleichgesinnten umgeben oder aber ganz allein feiern.
Ich kenne keinen Gott an, der mir sagt, wo es langgeht – außer, ich sehe den Sinn und kann nachvollziehen, weshalb.
Ich beuge mich keinem Schwarzkittel oder weißem Plisseebekragten als Stellvertreter einer angeblichen Himmelsmacht.
Ich gebe mir Mühe, andere so zu lassen, wie sie sein möchten, so lange sie niemandem schaden und das Leben würdigen.
Ich atme die Natur und erfreue mich an ihr, möglichst, ohne sie zu schädigen.
Ich weiß, dass mein Blut genau so rot und fließend ist wie das anderer Lebewesen und lehne deshalb Arroganz gegenüber denen ab, die vermeintlich „minderwertig“ sind.
Ich nehme mir das Recht, die mir wichtigen Tage meiner Feste zu feiern, wann es mir beliebt.
Ich unterstütze andere, die meine Hilfe benötigen; und zwar nicht mit Geldspenden ins Nirwana zum Füllen dubioser Töpfe, sondern direkt.
Ich weiß um die Dummheit des Satzes: „Macht euch die Erde untertan“.
Ich erkenne, dass die Erde ein lebender Organismus ist.
Ich weiß, dass nichts vergeht, sondern immer wieder kommt – in welcher Erscheinung ist dabei unerheblich.
Ich kann zu jeder Zeit „meine“ gewählten Götter anrufen und mit ihnen kommunizieren; mit welchen Hilfsmitteln ich dies tu, ist ganz allein meine Sache.
Ich bin mir bewusst, dass kein Leben zu klein ist, um geschätzt und geschützt zu werden.
Ich bin demütig inmitten der mich umgebenden Mächte, die allesamt größer sind als ich.
Ich rufe die Elemente und bitte sie um ihren Segen.

So weit erst mal. Es sind keine 95 geworden. Aber:
Diese Thesen erheben auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Darauf lege ich besonderen Wert.
Liebe Grüße
Tanith

Don't pay the ferryman, don't even fix a price..... Chris de Burgh

Vanadis Offline

Rabe


Beiträge: 481

29.10.2012 19:50
#2 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Liebe Tanith

wowww... da steckt eine ganze Menge Wahrheiten drin. Und Weisheit.
Das muss ich erst mal setzen lassen...

Auf dem Weg meinen Berg hinauf neulich..beim gehen durch den herbstlichen Wald, in der Stille, da kommen mir manchmal so Worte oder Sätze in den Sinn.Oder Eingebungen wenn man so will.

Und diesmal haben sie zu mir gesagt:

Der Mensch soll an das Göttliche glauben.
Nur das allein ermöglicht es ihm, seinen zugedachten Sinn im Universum zu erfüllen.
Welchen Weg er wählt, an das Göttliche zu glauben, ist ihm frei gestellt.
Es gibt so viele Wege, wie Suchende.

In Deinen Thesen finde ich solche Gedanken auch. Das Anmahnen von Toleranz, von Freiheit von Individualität. Kein Dogma.
Das ist vielleicht ein Gebot unserer Zeit, wo der Fundamentalismus von allen Seiten Zulauf bekommt.

Liebe Grüße
Vanadis

Hugin und Munin müssen jeden Tag
Über die Erde fliegen
Ich fürchte, dass Hugin nicht nach Hause kehrt;
Doch sorg ich mehr um Munin.
Grimnismal 20

Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

29.10.2012 20:11
#3 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Das ist wirklich gut durchdacht und auch ich muss das erstmal "verdauen".

Liebe Grüße die Druidin

Weißt du zu ritzen? weißt zu erraten?
Weißt du zu finden? weißt zu erforschen?
Weißt du zu bitten? weißt du Opfer zu bieten?

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.391

29.10.2012 20:25
#4 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Hej, ihr Lieben, ich hab es auch hier eingestellt - nicht vollständig - wie gesagt - weil ich die Hoffnung durchaus hegte, dass ihr zur Vervollständigung beitragt. Toll.
Liebe Grüße
Tanith

PS
@VAnadis:
Du hast ja so recht mit

Zitat
Das ist vielleicht ein Gebot unserer Zeit, wo der Fundamentalismus von allen Seiten Zulauf bekommt.

Don't pay the ferryman, don't even fix a price..... Chris de Burgh

alyryn Offline

Rabe


Beiträge: 91

29.10.2012 22:39
#5 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Puh,
da hast du ja einen großen Brocken hingeschmissen. Vielen Dank dafür. Zu ergänzen fällt mir wenig ein. Aber zu erweitern.


Zitat von Tanith im Beitrag #1

Ich habe ein Recht, meinen Glauben zu leben, wie es mir gefällt.



Ergibt sich sicher aus folgenden Sätzen, aber würde ich für mich zumindest hinzufügen: solange ich niemandem damit schade.
Vielleicht noch:
Ich weiß, dass ich mir die Erde mit allen anderen teile und Verantwortung dafür trage, wie ich 'meinen Teil' weitergebe.
und:
ich erkenne, dass alles miteinander verbunden ist und ich mir selber schade, wenn ich anderen schade und umgekehrt. (das hienge direkt mit dem zusammen, dass kein Leben zu klein ist ...



vg
alyryn



Teach us, Lord,
how to Live so Well, as you do,
Touching barren branches
budding forth life's new gaspings
and graspings, open to the Sun.

Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

30.10.2012 12:31
#6 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Zitat
Das erste, was uns von den großen Religionen unterscheidet (ich vermute, dass das nicht nur mir allein so geht), ist, dass wir „anders“ sind. Das ist doch vermutlich bei den meisten von uns auch der Grund, weshalb sie nicht einer der großen Kirchen angehören oder selbst wenn, sie auch dort ihre Einzigartigkeit leben.



Liebe Tanith
Ich bin mit dem Wort Einzigartigkeit nicht so ganz einverstanden.
Einzigartigkeit? Sind nicht alle Menschen einzigartig? Auch wenn sie sich, zu welchem Glauben auch immer hingezogen fühlen?
Klahr fühle ich mich einzigartig aber das denke und empfinde ich auch bei jedem anderen und so ist das für mich eigentlich schon wieder nix was uns nicht doch mit allen Menschen "gleich" macht.

Zitat
Zum zweiten ist uns – so denke ich – gemein, dass wir den Dogmatismus der großen Religionen ablehnen. Nach dem Motto „du hast dies und jenes zu tun, sonst erfolgt die Strafe auf dem Fuße“ etc. Meiner Ansicht nach handeln bekennende Heiden undogmatisch; nicht frei von allen Regeln, aber doch unangepasst und unorthodox.


Unangepasst?, ich hab da mal drüber nachgedacht. Sind wir wirklich noch so unangepasst oder eigentlich(was die heutige Zeit betrifft) schon fast wieder "Normalos"?
In meinem Umfeld ist der (christliche)Glaube eigentlich nur noch eine Gewohnheit, ein Relikt aus der alten Zeit.
Die meisten Menschen gehen nicht mehr in die Kirche, dafür aber lieber in die Natur, am W.- Ende.
Damit wird vielleicht noch nicht den alten Götter gehuldigt aber es ist ein Anfang. Also soo unangepasst sehe ich uns garnicht mehr.

Liebe Grüße die Druidin

Weißt du zu ritzen? weißt zu erraten?
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Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.391

30.10.2012 14:21
#7 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Hej, liebe Druidin,
vielen lieben Dank, dass du erweiterst und ergänzt. Ich verstehe deine Einwände. Deshalb lass mich ein wenig erläutern:
mit "einzigartig" ist hier gemeint: In der Masse der Kirchgänger kann ich dennoch meine eigenen Gebete "denken". Ich bin z.B. mehrfache "Patin" und wurde für die Taufen der Kinder zugelassen, weil es noch andere gab, die Kirchenmitglieder waren. Ich habe den Taufanzug für den Täufling gefertigt und auf die dazugehörige Weste die drei Monde gestickt. Während des Gottesdienstes habe ich meine eigenen Gebete gesprochen und habe die Taufkerze mit einer Rune versehen. Als ich den Täuflich über dem Taufbecken halten durfte, erhielt er von mir einen ganz besonderen Segensspruch.
Und wenn ich von "unorthodox" spreche, so meine ich "unkonventionell".
Du musst nicht "einverstanden" sein. Wenn ich diese Thesen hier niederschreibe, habe ich bewusst immer mit "ich" begonnen. Das schließt schon aus, dass ich das Einverständnis ALLER einholen möchte.
Im Übrigen stelle ich mit meinem posting nicht nur auf die christliche Religion ab, sondern auf all die monotheistischen großen "Sekten", deren Mitläufer und Anhänger sich z.B. gezwungen fühlen, bestimmte Handlungen vornehmen zu müssen, weil ihr Gott sie sonst nicht für würdig hält.
Ich kann wirklich nur für mich sprechen und wer mag, tut was dazu oder nimmt sich etwas weg.
Meine Göttin ist mir jedenfalls nicht gram, wenn ich meinen Gebetsteppich nicht alle paar Stunden ausrolle oder am Sonntag meine Wäsche wasche und sie auch noch aufhänge. Und ich MUSS auch keine Locken an den Ohren tragen, wenn mir nicht danach ist. Ich bin darüber sehr froh, in der Gewissheit, dass alle diese Menschen für sich auch sehr froh sind - hoffe ich. Vorstellen kann ich mir eine Fröhlichkeit mit Zwängen im Hintergrund allerdings nicht.
Nun werde ich diesen hochinteressanten Thread für ein paar Stunden verlassen, weil ich mich auf mein Fest am morgigen Tag vorbereite.

Ich bin sicher, dass hier noch vieles geschrieben werden kann und hoffentlich auch wird.
Liebe Grüße
Tanith

Don't pay the ferryman, don't even fix a price..... Chris de Burgh

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.391

30.10.2012 14:43
#8 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Liebe Alyryn,

Zitat
Ich weiß, dass ich mir die Erde mit allen anderen teile und Verantwortung dafür trage, wie ich 'meinen Teil' weitergebe.


Diese Ergänzung finde ich besonders beachtenswert. Vielen Dank dafür.
Liebe Grüße
Tanith

Don't pay the ferryman, don't even fix a price..... Chris de Burgh

Die Druidin Offline

Altrabe


Beiträge: 1.547

30.10.2012 15:31
#9 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Hey Tanith
Du hast Recht, so hatte ich das nicht betrachtet und jeder zieht sich daraus, was er mag.

Liebe Grüße die Druidin

Weißt du zu ritzen? weißt zu erraten?
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waldhammer Offline

Rabe


Beiträge: 113

03.11.2012 18:38
#10 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Heil Euch

Eigentlich ist es schade das zu diesem Thema so wenig geschrieben wird.Ich kann mir nicht vorstellen das alle Raben ihren Glauben auf die gleiche Art und Weise leben.Ähnlich ja,aber gleich,nein.
Als ich Thaniths Zeilen gelesen habe war ich auch im ersten Moment ganz begeistert,wow was für Worte.
Vieles kann ich nachvollziehen und verstehen,eigentlich alles.Nur sehen tu ich es anders.
Jeder kann seinen Glauben leben wie er will,richtig.Aber Glauben ist auch immer Kampf.Und man sollte seinen Glauben leben ohne Rücksicht auf andere Menschen zu nehmen.Jede Religion will die andere Religion vernichten.Den Buddismus schließe ich von dieser Behauptung aus.
Gerade unsere Religion,unsere Götter,haben viel mit Kampf und Stärke zu tun.Das Schwache,das Betteln und Beten steht für das Christentum,den Islam.Ich bete nicht zu meinen Göttern,ich fordere,rufe sie an.Und sie helfen mir.
Ich bin nicht esoterisch veranlagt.Für mich zählt nur was ich sehe und erlebe.
Ich glaube an die Stärke unserer Götter,an Kampf und Vernichtung der Schwachen.
Bevor jetzt welche losschreien möchte ich gleich erklären wie ich das meine.Schwache sind für mich,nicht,behinderte Menschen.Menschen die irgendein Handicap haben.
Schwache Menschen sind Lügner und Heuchler,Menschen ohne Geist und Freiheit,die sich überall anpassen und nie anecken,die in jede Schablone passen,Parasiten,
Ich respektiere nur mich,meinen Weg und,sozusagen,meine Sippe.Das ist für mich das höchste Gut was es zu achten und zu schützen gilt.
Und das dieser Weg,Überzeugung, nicht so falsch sein kann merke ich daran das ich von Jedem respektiert werde.
Schließlich ist es ja auch wirklich so,das die "Schwachen" von meinem Kampf provitieren wenn ich mal wieder den Sieg davongetragen habe,oder mich auch nur gegen eine Ungerechtigkeit auflehne.
Ich möchte so viel mehr über unsere Götter und Bräuche erfahren.Ich weiß nicht woher.Aber ich weiß das es in uns Menschen tief drinnen ein verborgenes Wissen unserer Vorfahren gibt.Sei es die Intuition,oder die natürliche Logik.
Danach lebe ich.
Heil Euch
Waldhammer

Ulla Offline

Altrabe


Beiträge: 1.203

03.11.2012 19:56
#11 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Hallo, waldhammer,

du schriebst:

Zitat von waldhammer im Beitrag #10
Jeder kann seinen Glauben leben wie er will,richtig.Aber Glauben ist auch immer Kampf.Und man sollte seinen Glauben leben ohne Rücksicht auf andere Menschen zu nehmen.Jede Religion will die andere Religion vernichten.Den Buddismus schließe ich von dieser Behauptung aus.


Dem kann ich nicht zustimmen!
Andere Religionen (und deren Mitglieder) vernichten will ausschließlich ein Fanatiker.
Fanatiker missionieren aggressiv und wollen anderen/andersgläubigen ihren Glauben - ihre "alleinige Wahrheit" aufzwingen.
Und dieses "mit Gewalt aufzwingen" bewirkt anstelle von Akzeptanz und Anerkennung in jedem Fall Gegengewalt. Widerstand, der sich gegen den Fanatiker wendet.
Ist der "Missionierte" selbst zu schwach, Widerstand zu leisten, wird er augenscheinlich akzeptieren.
Doch in der Tiefe brodelt der Widerstand weiter. Bis der innere Druck so stark ist, dass er sich gegen den Fanatiker richtet.
Womit wir bei neuen "Glaubenskriegen" angelangt wären.

Dies ist meine persönliche Ansicht.

Jeder Mensch kann und soll seinen Glauben leben. Doch niemand hat das Recht, anderen seine Sicht aufzuzwingen und auf andere wegen ihres Glaubens herabzusehen.

Sollte ich dich falsch verstanden haben oder in deine Worte etwas hineindeuten, das du gar nicht meinst, bitte ich um Korrektur.

In diesem Sinne:
alle guten Wünsche

Ulla

Alles Verborgene ist offensichtlich,
alles Offensichtliche ist verborgen
UH

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.391

03.11.2012 20:11
#12 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Hallo, Waldhammer,
ich hoffe für dich, dass du niemals anderen gegenüber in der von dir beschriebenen Weise "schwach" erscheinst. Es würde mir leid tun. Ichhabe diesen Thread nicht begonnen, um hier zum Kampf und zur Gewalt gegen Andersgläubige aufzurufen. Das ist genau das, was ich mit "anders" meinte. WIR SIND ANDERS. Ich lehne jede Art von Gewalt ab und versuche es immer auf die ruhige Art. Ich missioniere auch nicht. Das ist etwas, was viele Andersgläubige nicht verstehen, weil sie eben so handeln.
Das Zitat von Ulla

Zitat
Jeder Mensch kann und soll seinen Glauben leben. Doch niemand hat das Recht, anderen seine Sicht aufzuzwingen und auf andere wegen ihres Glaubens herabzusehen.


möchte ich hier ganz deutlich unterstreichen.
Und was dich betrifft, lieber Waldhammer, du hast offensichtlich die notwendige Demut in deinem Leben noch nicht erreicht, wenn du sagst

Zitat
Ich bete nicht zu meinen Göttern,ich fordere,rufe sie an.

Aber auch das ist deine Sache.
Dennoch danke ich dir, dass du mit so offenen Worten einen Beitrag zum Thread geleistet hast.
Mit Gruß
Tanith

Don't pay the ferryman, don't even fix a price..... Chris de Burgh

Strmantis Offline

Rabe


Beiträge: 86

04.11.2012 10:06
#13 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Huhu, ihr Raben;

Ist Glaube Kampf? Ich sehe Glaube als etwas so Persönliches, Individuelles an, daß es doch eigentlich gar keinen "Kampf" mit anderen geben kann - MEIN Glaube ist eben das Ergebnis dessen, was ich erfahren, erlebt, erkannt habe - und das muß (kann?) doch gar nicht allgemeingültig, beliebig auf andere übertragbar sein!
Wieso sollte ich also Energien in einen Kampf verschwenden - jeder kann und soll doch seinen Weg finden. Den muß ich nicht zwangsläufig als "richtig" empfinden, aber das ist dann nicht "mein Bier". Es gibt viele Punkte, in denen ich mit meinem Glauben anecke - auch bei Heiden - dessen bin ich mir bewußt, und umgekehrt gibt es vieles, was ich an deren Glauben nicht nachvollziehen kann; ich diskutiere gerne darüber - aber ein Missionieren, Belehren-wollen oder gar "Vernichten der feindlichen Ansichten", das geht gar nicht.

Waldhammer, ich "bettele" meine Götter auch nicht an - aber ich betrachte sie - oder im Moment hauptsächlich IHN als meinen "Partner", meinen Lehrer, in vielen Situationen auch als meinen Freund - und als solchen behandle ich IHN auch: von einem Freund fordere ich nicht, ich bitte ihn, bin bereit auch etwas für ihn zu tun, begegne ihm mit Zuneigung und Respekt... Dies ist zumindest meine persönliche Art, mit meinen Göttern/meinem "Haupt"gott umzugehen - und eigentlich ist es auch eben diese Art von Beziehung zu ihnen/ihm, die mich meinem Glauben so sehr schätzen läßt.

Lg, Strmantis

Lord of Chaos, Brother of Wisdom - Hail Loki, God of Fire

waldhammer Offline

Rabe


Beiträge: 113

04.11.2012 13:17
#14 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Heil Euch
Liebe Tanith
Ich glaube du verstehst da etwas grundlegend falsch.Ich rufe auch nicht zur Gewalt und Missionierung gegenüber anders denkenden Menschen auf.
Mein Glauben ist für mich eher keine Religion.Eine Religion ist für mich immer auf eine Person bezogen und hat mit Unterwerfung zu tun.
Was ich habe ist eher eine Einstellung oder ein Verhältnis zum Leben.Und die Grundlagen dafür legt nun einmal die Natur,oder Mutter Erde.Alles entspringt aus ihr und die Regeln des Lebens stellt sie auf und nicht wir.In der Natur ist es nun einmal so das sich der Stärkere durchsetzt,sei es bei den Tieren oder den Pflanzen.Den einen gibt es nur damit der Andere leben kann.Das ist ein Gesetz der Stärke. Schau dir ein Wolfsrudel an,sie sind sehr sozial im Verband,kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs,erziehen sie und bringen ihnen die Regeln ihres Lebens bei.Und es funktioniert,nur der vermeintlich alles wissende Mensch mischt sich da ein und sagt die Wölfe vernichten unsere Schafherden darum laßt uns ihn vernichten.
Und genau so funktioniert es auch mit den Religionen.Die eine sieht sich der anderen überlegen an und will sie auf gedeih und verderb vernichten.
Wieviel Natur glauben gibt es denn heute noch auf der Welt,was ist übrig geblieben.Fast nichts.Wo sind sie hin die Indianer Nord und Südamerikas,wie leben sie heute? Tanith ist übrigens bei einem Indianerstamm eine weise Frau die diesem Idianerstamm das Leben eingehaucht hat.
Wo sind die vielen Volksstämme Afrikas hin.?Alles missioniert und vernichtet von einer Religion.
Und dagegen darf ich mich doch wehren.
Es währe schön wenn ein Mensch den anderen respektieren würde so wie er ist,nur funktioniert es leider nicht.Und um nicht Teil dieser Masse zu werden lebe ich ebend so.
Ich bin ein eher ruhiger Mensch,der in sich ruht.So kann es schon einmal vorkommen das andere mich als schwach sehen.Nur sieht es hinterher dann meistens ganz anders aus,enweder geht man getrennte Wege weil da nichts zu holen ist oder man ist wieder einer mehr geworden.
Und was die Demut angeht,liebe Tanith,möchte ich sie garnicht erreichen.Demut hat für mich immer etwas mit Unterwerfung und Selbstzerstörung zu tun.
Ich möchte mich nicht unterwerfen,Niemandem und Nichts.
Was du mit Demut bezeichnest nenne ich Toleranz,Akzeptanz und Respekt vor jeglicher Lebensform.Ich habe einen Hund,2 Katzen und einen riesen Garten.Alles gedeiht und allen geht es gut.Aber nicht weil ich mit allem demütig umgehe sondern weiß wie es funktioniert
Liebe Strmatis
So weit entfernt voneinander sind wir garnicht.Was du vom glauben schreibst sehe ich genau so,ist für mich auch so.Nur gibt es dann leider ebend auch Situationen wo man aufstehen sollte,halt bis hier her und nicht weiter.
Meinen Göttern,der Natur fühle ich mich auch gleichwertig.Nur mit den Freunden sehe ich es etwas anders.Wenn ich in Not bin und Hilfe von einem Freund fordere und dann nichts kommt ist es führ mich kein Freund.Aber das ist auch Ansichtssache oder Erfahrung.Bei mir funktioniert es jedenfalls so.
Liebe Ulla
Auch du hast recht!
Nur in deinem Beitrag betrachte ich mich als den Missionierten dem der Fanatiker versucht seinen Glauben aufzuzwingen.Nur wehre ich mich dagegen gleich und sofort!
So das wars eigentlich.Und da ich heute frei habe werde ich mir jetzt meinen Hund und mein Weib schnappen und wir werden meine Götter besuchen,im Wald!
Übrigends haben die meinen schönen Runenweg abgeholzt(ein Teil davon).Weil ohne den Menschen scheint ja nichts zu funktioniren,nicht mal der Wald wächst mehr richtig.Aber naja,was solls,werde ich ebend mal eine Nidstange mit einem ordentlichen Fluch aufstellen,das sich einer von denen ins Bein sägt,nicht viel,nur so ein bißchen halt
Heil Euch
lieben Gruß
Waldhammer

Strmantis Offline

Rabe


Beiträge: 86

04.11.2012 15:40
#15 RE: Thesen zu den Bräuchen und überhaupt.... antworten

Huhu, Waldhammer;

ganz sicher hast du recht, wenn du sagst, es gibt Situationen, in denen man klar Grenzen ziehen muß - die sind für mich z.B. dann gegeben, wenn ich aufgrund meines Glaubens diffamiert werde oder man mir deshalb vorsätzlich zu schaden versucht. Allerdings wirst du jemanden, der in seinen Ansichten eingefahren ist, ohnehin nicht davon überzeugen können, anderes gelten zu lassen; insofern kann man eigentlich nichts anderes tun als ein klares "Verpi ...esel dich!" zu entgegnen.

Menschliche Freunde habe ich höchstens ein oder zwei - ich habe in der Tat ziemlich oft die Erfahrung gemacht, daß die einen "hängen lassen"; bei meinen Göttern/meinem "Haupt"gott war das bislang noch nie der Fall - auf die ein oder andere Weise hat ER mich bis jetzt immer auch aus dem größten Sch ...lamassel herausgeholt. Ich könnte auch sagen, ER weiß einfach, was ich wann und wie brauche - auch ohne, daß ich explizit um Hilfe bitten müßte. (Und das, obwohl ich mehr als einmal so meine Zweifel an IHM hatte ... Auf jeden Fall war es mir eine gute Lektion in Sachen "Gottvertrauen"!)

Die Sache mit deinem Runenweg ist einfach nur besch ...! Ich kann das sehr gut nachvollziehen, wie du dich fühlst - vor nicht ganz drei Jahren ist mein Kraftort für einen Parkplatz plattgewalzt und anschließend zubetoniert worden. Ich gebe zu, daß ich keinerlei Bedenken hatte, die Verantwortlichen zu verfluchen. Vielleicht ist das ein ganz gutes Beispiel für das "Bis hierin ...", was du angeführt hast.

Lg, Strmantis

Lord of Chaos, Brother of Wisdom - Hail Loki, God of Fire

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