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Liebe Raben, lange ist es her, dass ich das letzte Mal in dieser Rubrik geschrieben habe. Nun habe ich aber wieder einmal meine Lektüre durchwühlt, und möchte Euch Heute die alte Opferpflanze der Druiden das Eisenkraut vorstellen, denn auch sie wird heute kaum mehr beachtet und jeder Fuß setzt ohne Scheu über sie hinweg. Einst diente sie dazu, den Altar Jupiters, des höchsten Gottes zu schmücken. Man benutzte sie, um mit ihr die Häuser mit dem Blut der Opfertiere zu besprengen und zu weihen und den Menschen vor allerlei Unheil zu bewahren. „Keine Pflanze erfreute sich in Rom größerer Berühmtheit, als das heilige Kraut“, schreibt Plinius; und es ist bekannt, dass die römischen Gesandten nur mit einem Strauß Eisenkraut in der Hand, oder auf dem Haupte zu anderen Völkern gingen, um mit ihnen über Krieg und Frieden zu verhandeln. Diese Pflanze war für sie die Verkörperung der heiligen, unantastbaren Heimat- und Muttererde, deren Rechte sie unumstößlich zu wahren hatten. In der Folge wurde das Eisenkraut zum Sinnbild des Friedens und der Eintracht. Die damalige Heilkunde schrieb ihm fast eine unumschränkte Macht über viele Krankheiten zu: aber auch die Magie erwartete Wunder von ihm. So sollte derjenige, welcher sich mit Eisenkraut bestrichen hatte, alle seine Wünsche erfüllt sehen. Wollte man gescheite, lernbegierige Kinder, so gab man ihnen die Pflanze zu essen; wer sie bei sich trug, der wurde reich und jedermann angenehm. Das Kraut auf den Acker gesteckt, machte, dass dieser einen reichen Ertrag an Feldfrüchten brachte; ebenso schützte es vor Gift und Schlangenbiss. Dem Kranken brachte es wieder die Gesundheit, wenn ihn jemand besuchte, der Eisenkraut bei sich trug, und der kranke auf dessen Befragen, wie es ihm ginge, antwortete, es gehe ihm gut. Dieselbe Verehrung wie bei den Römern genoss das Eisenkraut auch bei den alten Deutschen und fast bis in unsere Tage hinein, herrschte an manchen Orten noch die alte Sitte, die heiligen orte mit dieser Pflanze zu schmücken: Reste der ehemaligen heidnischen Gebräuche. Selbst Heute noch nagelt der Grieche einen Strauss Eisenkraut an die Zugänge seiner Wirtschaftsräumlichkeiten und die Eingänge seiner Ställe, weil es Glück und Gedeihen bringt. Sehen wir uns nun diese hochberühmte Pflanze an. Selten werden wir ein unscheinbareres Gewächs finden, wie sie und es ist geradezu unmöglich zu erklären, welche Ursache es gewesen sein konnte, die das Eisenkraut zu diesem wunderbaren Ansehen und Ruhm geführt hat. An seinem aufrechten, vierkantigen, harten du starren 30-60 cm hohen Stängel mit aufwärts gerichteten Seitenästen sitzen einander gegenüberstehende, zähnige, geschlitzte Blätter. Gegen Ende des Stängels bildet sich eine dünne, magere Blütenähre, mit helllilafarbenen oder rötlichen, kleinen voneinander entfernt blühenden Blümchen, die sich rachenförmig öffnen. Aber so groß auch die Übereinstimmung der Merkmale mit den Lippenblütlern ist, so gehört das Eisenkraut dennoch einer eigenen Familie an, nämlich jener der Eisenkrautgewächse, die uns in ihren aus Amerika stammenden Arten einige recht hübsche und mild duftende Gartenblumen geschenkt hat, die eher als unser heimisches Eisenkraut dazu angetan gewesen wären, eine so anhaltende und unerklärliche Bewunderung und Verehrung zu erregen. Zurück vom Felde der Vermutungen in den Bereich der Heilwirkung  Die geruchlose Pflanze schmeckt bitter und enthält hauptsächlich Gerbstoffe. Anwendungen 1. Sie soll bei Gelbsucht sehr brauchbar sein und man kann sie wenigstens dabei zu Rate ziehen. 2. Starker Husten und Zungenleiden lässt sich mit Eisenkraut lindern. Hier ist es gut, den anderen Brustteesorten ein wenig Eisenkraut beizumengen ( ca. 5-8 Gramm auf eine Tasse Wasser ) 3. Äußerlich angewendet wirkt es in zerstoßener Form gegen Kopfschmerzen. Bei entzündlichen Geschwüren wirkt es heilend, wenn es in zerstoßener Form auf die Wunde aufgebracht wird. Ein schönes Wochenende und viele liebe Grüße Wünscht Euch Silke
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