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Dieses Thema hat 6 Antworten
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 Die neun Welten
Helrunar Offline



Beiträge: 562

01.02.2006 12:09
Niflheim / Hel antworten

Hallo Liebe Raben,

Niflheim, die Welt der Toten. Ein karger Ort der Kälte. Von Midgard aus ist es ein Neuntagesritt bis zur "heulenden Brücke" Gjallarbru, die über den Grenzfluß Gjoll führt. Modgud bewacht diese Brücke. Es gibt einen Zusammenhang mit Muspellheim, das von dem Feuerriesen Surt bewacht wird. Niflheim und Muspellheim sind Ur-Frost und Ur-Funke, die durch den gähnenden Abgrund voneinander getrennt sind. Die dritte Wurzel Yggdrasils liegt in Niflheim verankert. Unter ihr entspringt der Fluß Hvergelmir.

Hinter der heulenden Brücke liegt der Palast der Hel. Man kann Hel und Niflheim als eine Welt betrachten, womit dann Muspellheim die neunte Welt wäre. Dies ist der Ort der Reinigung. Jeder, der stirbt, kommt zuerst nach Hel. Für einen individuellen Zeitraum - je nach Bedarf - verbleibt der Verstorbene in Hel, bevor er weiterwandert oder wieder inkarniert. Sogar die Valkyren müssen die erwählten Helden in Hel vorbeibringen, damit über sie geurteilt wird. Diejenigen, die von ihren Schutzgeistern verlassen worden sind (Diebe, Eidbrüchige und ähnliche Gauner), werden nach Niflheim geschickt um dort ihre Bestrafungen abzuholen. Es gibt noch einen schlimmeren Ort dort: Nastrand, wo die übelsten Verbrecher 'betreut' werden. Nidhogg nagt an den Körpern der Verurteilten. Guten Appetit! Hel ist individuell sehr verschieden in der Wahrnehmung. Hel (Frau Holle) ist die Göttin, die diese Region bewohnt. Schnee fällt, wenn sie ihre Betten ausschüttelt.



viele Grüße

Helrunar

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Runen wollen gelebt werden, belebt sind sie schon

Helrunar Offline



Beiträge: 562

09.02.2006 20:29
#2  Hel antworten

Hallo liebe Raben,

ich war mal wieder Stöbern und habe noch einiges gefunden.

Hel als Totengöttin ist die Tochter von Loki und der Riesin Angrboda, wird aber nicht dem Göttergeschlecht der Asen zugerechnet sondern den Riesen. Ihre Haut ist zur einen Hälfte von normaler Farbe, zur anderen blau-schwarz, was bedeutet, daß sie halb tot und halb lebendig ist. Zusammen mit ihren beiden Geschwistern, dem Fenriswolf und der Midgardschlange, wurde sie von den Asen nach Asgard gebracht, da die Götter sich vor den Kindern Lokis fürchteten. Während der Fenriswolf an die Kette Gleipnir gebunden und die Midgardschlange von Odin ins Meer geworfen wurde, verbannte man Hel aus Asgard, woraufhin sie nach Norden ging, wo sie ihr eigenes Reich gründete. Dort holt sie all diejenigen zu sich, die eines natürlichen Todes sterben, während die im Kampf gestorbenen nach Walhall an Odins Tafel gelangen. Vor diesem Schicksal sind auch die Götter nicht gefeit, wie am Tode Baldurs gezeigt wird. Der Name der "Frau Holle" aus dem gleichnamigen Märchen leitet sich vermutlich von dem Namen der Totengöttin ab.
Hel als Unterwelt bezeichnet die unterirdische Totenwelt, die unter den Wurzeln des Weltenbaumes, der Esche Yggdrasil, liegt und über den Todesfluss Gjöll erreicht wird. Wie beim Hades der griechischen Mythologie ist eine Rückkehr fast unmöglich. Die Hel an sich wurde zunächst nicht als Ort der Strafe aufgefasst. Erst später, auch unter Einfluss des Christentums, entstand die Vorstellung eines Orts der Bestrafung für Böse, insbesondere Lügner und Mörder. Das englische Wort "hell" (Hölle), wie auch die deutsche Hölle, leitet sich von Hel, Holle ab. Die Brücke zur Unterwelt wird durch die Riesin Modgud bewacht. Von hier aus führt nordwärts der Weg zur hochumwallten Burg der Hel. Über diese goldene Brücke schreiten und reiten die verlorenen Seelen. Niemand hat sie gerufen, doch auch niemand verwehrt ihnen den Zugang, selbst der Höllenhund Garm nicht, der unmittelbar vor dem Eingang in einer Felsenhöhle wacht. Er lässt die eintretenden nie wieder hinaus. Neben dem Hund sitzt der Haushahn mit dunkelbraunem Gefieder, ganz anders als der Hahn der Götter, den ein goldener Kamm ziert. Wenn am jüngsten Tage die Hähne der Götter und Riesen die Recken zum letzten Kampfe wecken, dann kräht auch der Hahn des unterirdischen Reichs der Hel und weckt die Totenwelt.

In Hels Burg befinden sich große Säle. Kein Sonnenstrahl dringt in die Gemächer ein, selbst die Eingangspforte zeigt zum unwirtlichen Norden. Die Wände sind aus Schlangenleibern gebildet, und durch das Rauchrohr im Dach rinnt giftiger Regen. Wilde Ströme umgeben die Burg, die Vergewaltiger und Mörder durchwaten müssen. Der Drache Nidhögg nährt sich von den Leichen verstorbener Verbrecher, und ein Wolf zerfleischt sie.


viele Grüße

Helrunar


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Runen wollen gelebt werden, belebt sind sie schon

Zita ( gelöscht )
Beiträge:

09.02.2006 21:04
#3 RE: Hel antworten

Hallo Helrunar,

hört sich ja kuschelig an. Wo hast Du das denn her?

Liebe Grüße
Zita

Helrunar Offline



Beiträge: 562

09.02.2006 21:24
#4 RE: Hel antworten

Hallo liebe Zita,

Wikipedia machts möglich .

liebe Grüße

Helrunar
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Runen wollen gelebt werden, belebt sind sie schon

Zita ( gelöscht )
Beiträge:

09.02.2006 21:38
#5 RE: Hel antworten

Hallo Helrunar,

aha Tschuldigung, daß ich so blöd gefragt habe, aber ich hab früher mal gelernt, daß man ruhig fast ne ganze Doktorarbeit abschreiben kann, man muß nur ordentlich zitieren.

Liebe Grüße
Zita

Hel_ist_gerecht Offline

Neugieriger


Beiträge: 3

08.09.2015 23:30
#6 RE: Hel antworten

Hallo Helruna,
evtl. sollte man zur Frau Holle noch folgendes erwähnen:
Als Goldmarie zum ersten Mal auf Frau Holle trifft hat sie, in den älteren Ausgaben der Grimm's Märchen, "erschreckend lange Zähne".
Beide Kinder werden in der Unterwelt für ihre Taten gerecht belohnt/bestraft - was ja die (Haupt-)Eigenschaft unserer Hel ist - in dem sie durch das goldene Tor müssen, und jeweils Gold oder Pech empfangen.
Es gibt einige andere Märchen, die einen Bezug zur germanischen und sogar zur babylonisch-summerischen Mythologie haben.

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.335

10.09.2015 18:46
#7 RE: Hel antworten

Liebe Rabenfamilie,
manchmal ist es doch wirklich interessantg, welche alten postings wieder ans Licht der Äste geraten.
rad las ich das von Helrunar aus dem Jahr 2006 - lang ists her!

Zitat
Wilde Ströme umgeben die Burg, die Vergewaltiger und Mörder durchwaten müssen. Der Drache Nidhögg nährt sich von den Leichen verstorbener Verbrecher, und ein Wolf zerfleischt sie.


Das waren noch Zeiten!!! Wünschenswert bei all dem Chaos, was wir auf der Erde erleben. Ich befürchte aber, dass Nidhögg nebst seiner ganzen Familie nicht soviel Hunger aufbringen kann, wie es nötig wäre.
Liebe Grüße
Tanith

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Die ewige Mutter bleibt,
von der wir kamen.
Ihr spielender Finger schreibt
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Hermann Hesse *2. Juli 1877 in Württemberg, † 9. August 1962 in Montagnola/Schweiz

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