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Dieses Thema hat 15 Antworten
und wurde 988 mal aufgerufen
 Die Runen
Seiten 1 | 2
Morvin Offline

Novize

Beiträge: 17

04.02.2015 09:47
Runengedichte, Fehu antworten

Die meisten von uns beziehen ihr Runenwissen aus relativ modernen Büchern und ergänzen dieses dann mit den Erfahrungen aus der Praxis. Es gibt allerdings eine Quelle, die in vielen dieser Bücher nicht berücksichtigt, oder zumindest nicht erwähnt wird… die Runengedichte.

Es gibt drei verschiedene Runengedichte. Das älteste ist das Angelsächsische Runengedicht. Es stammt aus dem 10. Jh. und hat 29 Strophen. Es ist somit das einzige das Strophen zu allen Runen des älteren Futhark enthält (und sogar noch 5 weitere Runen beschreibt).
Das Isländische Runengedicht stammt aus dem 13. Jh. und besteht aus 16 Strophen.
Das Norwegische Runengedicht wurde im 14. Jh. verfasst und hat ebenfalls 16 Strophen

Die Runengedichte wirken auf den ersten Blick etwas kryptisch (wie so vieles in der nordischen Mythologie), bieten aber bei genauerem Hinsehen einen wahren Schatz an Informationen zu den einzelnen Runen. Da kryptisches oft klarer wird, wenn man es mit anderen Leuten untersucht, würde ich diese Gedichte in Bezug auf die einzelnen Runen gerne mit euch besprechen. Solange ihr Spass daran habt, werde ich also alle paar Tage eine neue Rune und die entsprechenden Verse aus den Runengedichten posten. Ich beginne mit Fehu…


Fehu

Angelsächsisch
Reichtum ist ein Trost allen Menschen;
doch jeder Mann muss ihn frei austeilen,
wenn er Ehre gewinnen will in den Augen des Herrn

Isländisch
Vieh ist der Freunde Feindschaft
und das Feuer der Flut
und der Weg der Schlange

Norwegisch
Gold verursacht Streit unter Gefolgsleuten; der Wolf lebt im Wald


Ich freue mich auf eure Einsichten und Interpretationen…

Liebe Grüsse

Morvin

lizzy Offline

Altrabe


Beiträge: 546

04.02.2015 12:00
#2 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Hallo Morvin,

interessante Idee. Mit dem angelsächsischen Runengedicht habe ich mich auch schon näher beschäftigt, als ich mir die Runen vor ein paar Jahren erarbeitet habe. Auch wenn dieses Gedicht die 29 Runen des angelsächsichen Futhorc beschreibt, so arbeite ich doch "nur" mit den 24 des älteren Futhark.

Die Rune steht für das Vieh, das in diesen Zeiten die Grundlage für Reichtum war. Es geht aber nicht nur darum diesen Reichtum zu haben, sondern ihn auch großzügig zu verteilen.
Für mich sieht das so aus: Geld oder ganz allgemein Reichtum (auch im übertragenen Sinne, Wissen ) erfordert ein bestimmtes Maß an Verantwortung, Reichtum soll freizügig gegeben werden. Hier geht es aber nicht nur um harte Währung, sondern auch um Reichtum im übertragenen Sinne - um andere germanische Tugenden wie zum Beispiel die Gastfreundschaft. Ein großzügiger Gastgeber hatte bei den alten Germanen einen guten Ruf, sein fehu war also ausgeglichen. In einigen Geschichten der germanischen Mythologie zeigt sich, dass unhöfliche oder geizige Gastgeber immer wieder von den Göttern auf verschiedene Weise dafür "bestraft" werden. Im übertragenen Sinne bedeutet die Großzügigkeit, dass man damit sein eigenes Schicksal in die Hände der Götter legt und damit die Möglichkeit hat, sein eigenes Wyrd zu verbessern.



Mit den anderen beiden Runengedichten kann ich ehrlich gesagt nichts anfangen, die sind mir wirklich zu kryptisch. Außerdem ist mir ihre Entstehungszeit für meine persönliche Arbeit mit den Runen zu spät. Da müsste ich mich erstmal mit dem neueren Futhark oder dem Wikinger-Futhark beschäftigen, um da was Genaueres dazu sagen zu können/wollen. Bei beiden Gedichten wird jedoch deutlich - finde ich - dass man sich hier vor allem auf die schlechten Seiten bezogen hat, hier ganz klar: Neid.
Das "Feuer der Flut" und der "Weg der Schlange" könnten eventuell auf die Götterdämmerung hindeuten.

So meine Lesart.

Liebe Grüße
Lizzy

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.297

04.02.2015 12:17
#3 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Moin, @Morvin,
sich mit alter "Literatur" zu beschäftigen, ist immer höchst interessant. Leider tappen wir sehr häufig in die Falle später Übersetzungen und Überlieferungen; so sind einige erst im 16. Jahrhundert zu "uns" gekommen. Viele sehr alte Manuskripte sind in Bränden und Kriegen und fehlerhaften Abschriften verloren gegangen. Deshalb interessiert es mich sehr, welche Quellen deiner Recherche zugrunde liegen.
Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass

Zitat
Reichtum ist ein Trost allen Menschen;
doch jeder Mann muss ihn frei austeilen,wenn er Ehre gewinnen will

im Ursprung so oder ähnlich geheißen haben kann, jedoch

Zitat
in den Augen des Herrn

zu einem späteren Zeitpunkt - der gesellschaftlichen Struktur und Kultur (Christianisierung) Rechnung tragend - angehängt worden ist.
Mit Gruß
Tanith

******************************************
Die ewige Mutter bleibt,
von der wir kamen.
Ihr spielender Finger schreibt
in die flüchtige Luft unsere Namen

Hermann Hesse *2. Juli 1877 in Württemberg, † 9. August 1962 in Montagnola/Schweiz

Morvin Offline

Novize

Beiträge: 17

05.02.2015 11:09
#4 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Hallo Lizzy und Tanith

Danke für eure Antworten...

@lizzy Die folgende Aussage von dir fand ich äusserst interessant:


Zitat
Ein großzügiger Gastgeber hatte bei den alten Germanen einen guten Ruf, sein fehu war also ausgeglichen.




Wenn ich das richtig verstehe, siehst du die Runen also nicht nur als magische Konzepte sondern als festen Bestandteil unserer Persönlichkeit/Seele bzw. unseres Charakters. "Sein Fehu ist nicht ausgeglichen" hätte demzufolge einen Germanen bezeichnet, der als schlechter Gastgeber und Geizhals bekannt war. Bitte korrigier mich wenn ich dich hier falsch interpretiere


Was die anderen beiden Gedichte betrifft, geb ich dir recht... die sind ein wenig kryptisch. Das liegt in der gesamten nordischen Literatur auch immer ein wenig an der Vorliebe unserer Ahnen für den Kenning, also das ersetzen eines Wortes durch eine (oft sehr kreative) Umschreibung. Ein gutes Beispiel dafür findet man in den isländischen Sagas, z.B. der Geschichte von Gunnlaug Schlangenzunge. Trotz der etwas späten Entstehungszeit und ihrem nicht immer leicht zugänglichen Inhalt, halte ich die jüngeren Runengedichte trotzdem für wertvolle Informationsquellen auch wenn man (wie ich übrigens auch) mit dem älteren Futhark arbeitet.

Die stärkere Gewichtung der negativen Seite von Fehu in den beiden jüngeren Runengedichte könnte mit den gesellschaftlichen Veränderungen zusammenhängen, welche in der Zeit zwischen dem 10. und 13./14. Jh. auftraten. So wurde die Gastfreundschaft nicht mehr so hoch eingestuft wie zuvor und die ganze Gesellschaft wandte sich mehr und mehr vom Stammesdenken ab. Das Individuum und seine Bedürfnisse wurden immer wichtiger, das Gemeinwohl trat ein wenig in den Hintergrund. Dies könnte ein Grund sein, warum die Verfasser der jüngeren Runengedichte vor allem vor den negativen Folgen von Fehu (Gier, Geiz, Neid) warnten. Die Gefahr in diese Verhaltensmuster zu verfallen ist in einer Gesellschaft, in der das Wohl des Individuums vor das Wohl der Gruppe gestellt wird, wohl deutlich grösser ist als in einer Stammesgesellschaft wo das Wohl des Individuums immer auch Gutes für dessen Familie, Sippe oder sogar den ganzen Stamm bedeutet.

@Tanith Die Runengedichte habe ich von verschiedenen Seiten (Universitäten, Esoterische Seiten, etc.) heruntergeladen und dann miteinander verglichen. Zudem habe ich die Bücher von Freya Aswynn und Edred Thorsson verwendet, in denen auch grosse Teile der Runengedichte abgedruckt sind. Ein Fachbuch, das sich nur mit den Runengedichten befasst, habe ich bis jetzt noch nicht gefunden. Eine Anfrage an das Institut für Nordistik hier in Basel wurde leider nicht beantwortet. Ich werde mich bei Gelegenheit noch an andere Universitäten wenden und hoffe, bald einen entsprechenden Titel zu finden.

Deiner Idee, dass viele "christliche" Aspekte der Gedichte im Nachhinein hinzugefügt wurden, stimme ich absolut zu. Diesen Trend sieht man ja sogar schon in der Älteren Edda, z.B. im Solarliod, das hauptsächlich christliche Inhalte verarbeitet. In den jüngeren Runengedichten wurden die Formulierungen vielleicht schon im Original eingefügt, um den wahren Inhalt, die Lehre der Runen, zu verbergen.

Ich selbst hatte bisher folgende Ideen zu Fehu in Bezug auf die Runengedichte:

"Der Wolf lebt im Wald": Der Wolf könnte die negative Seite von Fehu repräsentieren, nicht "das Böse" an Fehu sondern die Gefahr die bei falschem Umgang damit davon ausgeht (Gier, Geiz, Neid, etc.). In der englischen Version des Gedichts wurde nicht "lebt im Wald" sondern "is raised in the forrest" übersetzt. Der Wald steht nach meinem Verständnis für Isolation. Die negative Seite von Fehu kommt also nur zum tragen, wenn man sich von seinem Stamm/Clan, bzw. seiner Familie isoliert und abschottet...


"Fehu ist... der Weg der Schlange": Die Schlange ist ein Tier, das uns Menschen sehr fremd ist. Die Angst, die viele Leute vor Schlangen haben, hat wenig damit zu tun, dass einige Vertreter giftig sind, denn die Angst bleibt auch bei ungiftigen Tieren bestehen. Dies ist meiner Meinung und Erfahrung nach darauf zurückzuführen, dass Schlangen sich schon alleine vom Körperbau her so stark von uns unterscheiden, wie kaum ein anderes Tier. Die zugewachsenen Augenlider verhindern das Blinzeln und auch sonst zeigen die Tiere keinerlei Mimik (ganz anders als "wir" Säugetiere) und auch ein sehr geringes Mass an Körpersprache. Meine Interpretation ist deshalb, dass der Autor davor warnen will, dass ein schlechter Umgang mit Fehu im Extremfall zum Verlust unserer menschlichen Eigenschaften führen kann. Ich denke, dass moderne Grosskonzerne ein Paradebeispiel für diesen Sachverhalt sind...

Zudem ist mir aufgefallen, dass eigentlich die ganze Geschichte von Otr, und alles was daraus folgt (Sigurd, Brünhild, etc.) eine Darstellung der negativen Seite von Fehu ist...

So viel von meiner Seite. Vielen Dank für eure Antworten...

LG

Morvin

Radegunde Offline

Altrabe


Beiträge: 956

05.02.2015 11:59
#5 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Hallo Morvin,

Zitat von Morvin im Beitrag #1

Isländisch
Vieh ist der Freunde Feindschaft
und das Feuer der Flut
und der Weg der Schlange



Irgendwo habe ich mal gelesen, dass "Feuer des Meeres" (= "Feuer der Flut") eine Umschreibung für Gold sei. Die Schlange könnte ein Symbol für Falschheit und Lüge sein (Vergleich aus einem anderen Kulturkreis: Bleichgesicht spricht mit gespaltener Zunge )
Mit dieser Lesart wird's wesentlich weniger krypisch:
Vieh und Gold und Falschheit schaffen Feindseligkeit zwischen Freunden.

Viele Grüsse
Radegunde

lizzy Offline

Altrabe


Beiträge: 546

05.02.2015 18:50
#6 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Zitat von Morvin im Beitrag #4

Wenn ich das richtig verstehe, siehst du die Runen also nicht nur als magische Konzepte sondern als festen Bestandteil unserer Persönlichkeit/Seele bzw. unseres Charakters. "Sein Fehu ist nicht ausgeglichen" hätte demzufolge einen Germanen bezeichnet, der als schlechter Gastgeber und Geizhals bekannt war. Bitte korrigier mich wenn ich dich hier falsch interpretiere



Hallo Morvin,

ja das kannst Du schon so sehen. Ich hab ich auch sehr viel mit den von Dir genannten Autoren beschäftigt und habe aus mehreren Büchern Infos zu den einzelnen Runen zusammengetragen, sie mit eigenen Gedanken aufbereitet und dann selbst Texte zu jeder Rune verfasst. Diese Ansicht, dass die Rune sich auch auf Charakterzüge bezieht habe ich mehrmals gefunden. Genauso solche Sätze wie "bei zu wenig XY ist dies und jenes" oder "zu viel X wird von Y wieder ausgeglichen" (hab jetzt so auf die Schnelle kein Beispiel ) Ich finde das Bild der Runen als grundsätzliches Konzept für das menschliche (Zusammen-)leben sehr interessant.

Deine Ansicht zur Gefahr beim falschen Umgang mit den Runen passt da für mich auch ins Bild.

Spannend finde ich die englische Übersetzung. "Der Wolf wächst im Wald auf" - irgendwie kommt mir da ganz dunkel wieder etwas aus der Edda in den Sinn. Da muss ich nochmal nachblättern...ging es da nicht um irgendwelche Gestalten, die im Eisenwald hausen ???


nochmal für die Idee mit den Runengedichten, das ist mal was Anderes. Bin gerne wieder dabei wenn es weitergeht oder Dir noch mehr zum Thema einfällt.


einen schönen Abend wünscht
Lizzy

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.297

05.02.2015 21:15
#7 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Liebe Raben,
was mich auch brennend interessieren würde:
Da es auf Island keine Schlangen gibt - was meint der Isländer denn mit dem Weg der Schlange?

Zitat
Isländisch
Vieh ist der Freunde Feindschaft
und das Feuer der Flut
und der Weg der Schlange



Vielleicht ist die Erdschlange gemeint?
Ich würde den Vers auch anders interpretieren:
Fehu steht an erster Stelle für Besitz von Vieh. Gleichzeitig auch für Zwietracht. Ich könnte mir vorstellen, dass "Grenzen" überschritten werden - das eigene Vieh weidet auf dem Feld eines Nachbarn/Freundes und es gibt Streit. Feuer und Wasser sind zwei große Gegensätze, so wie Menschen, die sehr unterschiedliche Meinungen haben. Andererseits steht Fehu auch für "Überfluss" - Flut? Und die Erdschlange - hält sie nicht alles zusammen? Besitz, Glauben, Traditionen? Ich sehe den Vers deshalb zweigeteilt und nicht allein auf den negativen Aspekt gerichtet.
Aber das ist - wie immer - meine Lesart.
Mit Gruß
Tanith

******************************************
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Hermann Hesse *2. Juli 1877 in Württemberg, † 9. August 1962 in Montagnola/Schweiz

Runenwolf ( gelöscht )
Beiträge:

05.02.2015 21:36
#8 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Moin die Raben alle,

ich füge mal einfach meine Interpretation von Fehu hinzu:
Bedeutung: Besitz, Wohlstand, Ansehen
Meditation: Fehu ist die ausgleichende Kraft im Kampf zwischen Feuer und Eis. Ihre Energie ist ungebärdig und chaotisch. Wir erkennen die Urkraft der Runen.
Anwendung: Talisman für materielles Wohlergehen und gesellschaftliches Ansehen. Fehu muss jedoch sehr behutsam eingesetzt werden. Sie wirkt nicht nur ausgleichend zwischen Feuer und Eis, sondern auch zwischen Gier und Genügsamkeit, Bescheidenheit und Hochmut usw. Da der Runenmagier nicht immer zuverlässig die Motivation desjenigen erkennen kann, für den er einen Talisman anfertigt, kann sich die gewünschte Wirkung ins Gegenteil wenden. Fehu sollte nicht ohne Bezug zu Uruz angewendet werden.

Freundliche Grüße
Runenwolf (der nicht im Wald lebt)

Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen. (Sitting Bull, Lakota-Indianer)

lizzy Offline

Altrabe


Beiträge: 546

06.02.2015 09:49
#9 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Zitat von Runenwolf im Beitrag #8
Fehu sollte nicht ohne Bezug zu Uruz angewendet werden.



Hallo Runenwolf,

das würd ich auch unterschreiben. bringt die unbändige Energie von in eine Form. Warum das Futhark so angeordnet ist, wie es ist, wird sehr Form wird deutlich, wenn man sich mal die germanische Schöpfungsgeschichte anschaut und da tritt eben als erstes die -Energie auf, die später zur -Energie wird. Man muss sich einfach mal vorstellen, wie die Erde zu Beginn aussah, die ganze flüssige Lava, die überall kochte und waberte. Um daraus festes Land zu machen, musste diese Energie erstmal unter Kontrolle gebracht werden.

Demnach kann man so die Runen auch anwenden. Bei zu viel -Energie (wer mal eine paar Tage die Rune mal zum Testen mit sich rumträgt kann sich das vorstellen wie diese Energie wirkt), sollte man zum Ausgleich anwenden.


Liebe Grüße
Lizzy

RainBow Offline

Altrabe


Beiträge: 1.291

06.02.2015 12:36
#10 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Huhu,

sehr interessant. Ich lese mit und lerne viel. Viel zu sagen, kann ich grad nicht. Mir brummt heute der Schädel.

Liebe Grüße RainBow

PS: Und macht bitte weiter so!

*~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~*

Runenwolf ( gelöscht )
Beiträge:

06.02.2015 16:04
#11 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Moin lizzy,

so sehe ich es auch. betrachte ich als formgebende Kraft. und stehen in sehr enger Wechselbeziehung. Wenn ich für ein Amulett nutze, stelle ich auch immer eine Beziehung zur ausgleichenden Kraft von her. Ohne diesen Bezug ist mir etwas zu grob.

Freundliche Grüße
Runenwolf

Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen. (Sitting Bull, Lakota-Indianer)

Morvin Offline

Novize

Beiträge: 17

09.02.2015 09:36
#12 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Hallo meine Raben

Vielen dank für eure vielen Beiträge. Da wir mit der Besprechung inzwischen sowieso schon bei Uruz gelandet sind, machen wir doch da grad weiter. Die Runengedichte haben zu Uruz folgendes zu sagen:


Angelsächsisch
Der Auerochse ist stolz und hat große Hörner;
es ist ein sehr wildes Tier und kämpft mit seinen Hörnern:
ein großer Herumwanderer in den Mooren, ist es eine Kreatur von Mut


Isländisch
Niesel ist das Weinen der Wolken
und der Verminderer des Eisrands, (und die Zerstörung der Heuernte)
und der Haß des Hirten


Norwegisch
Schlacke stammt von schlechtem Eisen; das Rentier läuft oft über Harsch


In Klammern eine Übersetzung für Zeile 2 des isländischen Gedichts, die für mich fast mehr Sinn macht. Ich wünsche euch allen eine schöne Woche und viel Spass beim diskutieren...

LG

Morvin

Runenwolf ( gelöscht )
Beiträge:

09.02.2015 11:50
#13 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Moin Moin,
ich mache es mir einfach und stelle mal meine persönliche Interpretation zu Uruz hier rein:

Bedeutung: Urkraft der Erde, Verbindung zu den Ahnen
Meditation: Uruz ist die formgebende Kraft für die Energie von Runen.
Anwendung: Amulett zur Abwehr. Uruz stellt eine Verbindung zu den Kraftlienien der Erde her. Negative Energien wird abgeleitet, positive Energie wird zugeführt. Uruz ist jedoch durchaus in der Lage, gezielte Angriffe mit Gegenangriffen zu beantworten. Dies kann in einem unkontrollierten Ausbruch – ähnlich einem Wutanfall – erfolgen und dabei gewaltige Energien freisetzen. Durch den Bezug zur ausgleichenden Kraft von Fehu wird dies verhindert.

Freundliche Grüße
Runenwolf

Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen. (Sitting Bull, Lakota-Indianer)

lizzy Offline

Altrabe


Beiträge: 546

09.02.2015 19:58
#14 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Hallo zusammen,

vom Zusammenhang zwischen und hab ich weiter oben schon geschrieben. Ein Geschöpf aus der germanischen Mythologie, das mir dazu spontan in den Sinn kommt ist die Kuh Audhumla. Sie war das erste Lebenwesen auf der Welt und entstand angeblich aus dem aus dem Raureif. Da haben wir dann auch gleich den Auerochsen oder Ur vor uns
Ansonsten zeigt die Vorsilbe Ur- für mich, dass diese Rune mit dem Anfang zusammenhängt. Ursprung, Urzeit, urtümlich, Urahn etc... ist die ursprüngliche Energie, die Kraft, die der Welt ihre Form gibt – nur durch ihr Auftreten wird das Urfeuer gebändigt und es kann Leben entstehen. Somit ensteht aus auch zum ersten Mal eine gewisse Form der Ordnung und nur dadurch kann letztendlich die Welt entstehen.

Die Arbeit mit heißt für mich: Nimm die grobe -Energie, die Du in Dir hast und lenke sie in eine Bahn, mach etwas Sinnvolles daraus. Wenn man es nicht schafft, diese Energie in kontrollierte Bahnen zu lenken, dann bricht sie irgendwann einfach aus, so ähnlich wie ein wilder Stier - wobei ich wieder beim Urtier angekommen wäre

Liebe Grüße
Lizzy

Morvin Offline

Novize

Beiträge: 17

11.02.2015 14:53
#15 RE: Runengedichte, Fehu antworten

Hallo Lizzy und Runenwolf. Danke für eure Interpretationen. Es ist immer interessant zu sehen, was andere Runenkundige mit unseren geliebten Zeichen verbinden... In Bezug auf die Runengedichte sind mir noch ein paar Eigenschaften aufgefallen, die in den meisten Runenbüchern nicht direkt mit Uruz assoziiert werden.

Norwegisch
Schlacke stammt von schlechtem Eisen; das Rentier läuft oft über Harsch

Die erste Aussage deutet für mich darauf hin, dass die Rune Uruz auch reinigende/läuternde Kraft hat. Schlacke kann allerdings nur bei sehr grosser Hitze von Eisen getrennt werden. Ich nehme deshalb an, dass eine Be"reinigung" eines Problems oder einer unerwünschten Eigenschaft mithilfe von Uruz ähnlich aussieht wie ein Neustart mit Hagalaz, also nicht sanft und schrittweise sondern ziemlich heftig und intensiv...

Der zweiten Aussage entnehme ich, dass Uruz auch zur Überwindung von Problemen genutzt werden kann. Harsch ist eine Eisschicht, die durch Auftauen und Wiedereinfrieren der obersten Schneeschicht entsteht. Dies macht die Fortbewegung für Paarhufer wie Rentiere schwierig, da sie aufgrund der im Verhältnis zu Körpergrösse und Gewicht ziemlich kleinen Hufe, ständig durch die angefrorene Schneedecke brechen. Da Rentiere laut dem norwegischen Runengedicht oft über Harsch gehen müssen und die meisten Tiere den Winter relativ gut überstehen, zeigt mir diese Zeile an, dass schwierige Umstände mit der Kraft von Uruz überwunden werden können.

Dies mal ein paar Gedanken von meiner Seite...

LG

Morvin

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