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Dieses Thema hat 16 Antworten
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 Krafttiere
Seiten 1 | 2
Ihwar Offline

Altrabe


Beiträge: 2.163

28.11.2015 19:56
Die Amsel antworten

Hallo zusammen

Nachdem ich heute eine vor der Linse hatte:



Amseln sind wahrscheinlich die Vögel, deren Namen ich als Kind als erstes kannte. Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen ist eine Amsel im Garten. Sehr verschwommen, sonnig, eine Amsel. Mehr nicht. Ein Fragment. Ein Erinnerungsfetzten. Aber höchstwahrscheinlich doch real.
Dieser Erinnerungsfetzen taucht oft dann auf, wenn ich irgendwo eine Amsel sehe. Nicht jedes mal. Aber doch häufig. Im Gegensatz zu diesem hartnäckigen Erinnerungsfetzen, tauchte die Amsel auf meinen "Reisen" bislang eigentlich nie so wirklich auf. Ein oder zweimal bin ich auf einer Reise bewusst mit ihr in Kontakt getreten - Aber wir wurden nicht schlau auseinander.
Gut - Muss ja auch nicht. Trotzdem oder gerade deshalb, bleiben Amseln für mich sehr geheimnisvolle Tiere.

Was sind so eure Erfahrungen, Gedanken, Ideen zur Amseln? Nicht nur im Bezug auf das Krafttier, sondern auch allgemein.



Ihwar

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Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.297

29.11.2015 00:53
#2 RE: Die Amsel antworten

Lieber @Ihwar,
erstmal Gratulation zu diesem Foto. Wunderschön! Ich frage mich immer, wie du und andere solche Fotos von diesen quicklebendigen Kreaturen hinbekommen. Ich wollte gestern eine Rabenkrähe fotografieren, die bei uns auf dem Schulhof einen Keks zerlegte. Nachdem ich endlich meine kleine Kamera ausgepackt und in Stellung gebrahct hatte, flog die Krähe auf und fort. Und kam nicht wieder. Denn warum auch? Sie hatte den zerlegten Keks mitgenommen. Phhhh!
Nun zur Amsel: Mir geht es ähnlch wie dir. Auch ich habe sehr frühe Erinnerungen an die Amsel, vor allem, weil sie in einem der ersten Lieder vorkommt, welches ich als Kind gelernt habe: Alle Vögel sind schon da! (obwohl es eigentlich heißen müsste: Alle Vögel sind schon hier....).
Ich habe die Amsel aber auch noch auf keiner "Reise" dabei gehabt, aber ich habe Vögel überhaupt sehr selten dabei. Ich treibe mich auf meinen "Reisen" eher auf allen Vieren am Waldboden unter Farnen etc. herum.
Aber gerade nun ist die Amsel für mich wieder sehr präsent, weil sie in "Der Hobbit" eine zentrale Rolle spielt (hab grad Teil III der Trilogie gesehen). Und es muss etwas daran sein, wenn der Großmeister Tolkien sie ins Spiel gebracht hat. Meine ich. Ich weiß auch, dass Amseln bzw. der Amselflug schon im Altertum zu Vorhersagen benutzt wurde. Details fallen mir grad nicht ein, aber gelesen habe ich das mal - lange her.
Die Amsel bringt sich aber auch hier - vor allem im Frühling und Sommer, ein wenig auch im Herbst - selbst in den Fokus, weil sie diejenige ist, die auf dem höchsten Punkt des Nachbarhauses sitzt und ihr Liedchen (ihren Alarm/Revierruf) in die Gegend trällert. Unüberhörbar. Aber für meine Ohren wunderschön. Es hat so etwas von abendlicher Gemütlichkeit - bei gutem Wetter, wenn wir lange draußen sitzen, ist sie die letzet von der Vogelschar, die ins Bett geht.
Ich bin gespannt, was andere Raben dazu meinen.
Liebe Grüße
Tanith - und danke für dieses tolle Foto.

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Ihr spielender Finger schreibt
in die flüchtige Luft unsere Namen

Hermann Hesse *2. Juli 1877 in Württemberg, † 9. August 1962 in Montagnola/Schweiz

RainBow Offline

Altrabe


Beiträge: 1.291

01.12.2015 15:43
#3 RE: Die Amsel antworten

Hallo Ihwar,

die Amsel als Krafttier ist mir noch nicht begegnet, ich habe sie doch als Kind sehr gerne beobachtet. Hauptsächlich im Frühling.
Ich weiß noch wie faszinierend ich die schwarzen Männchen mit ihrem orangenen leuchtenden Schnabel fand, während die Weibchen der Tarnung wegen grauer sind. Als ich klein war, dachte ich eine glückliche Amsel hat den bunten Schnabel, eine traurige den Grauen.
Später hat mich dann mein Vater über Männlein und Weiblein bei den Amseln aufgeklärt. Er hat mir viel gezeigt im Wald und wir waren oft draußen.
Etwas was ich meinem Sohn aktuell mangels Auto nicht wirklich bieten kann.

Ich sollte mich mehr über das BUS Netzt hier informieren. Ein Waldspaziergang würde mir Stadtmädchen mal wieder ganz gut tun.

Danke für das schöne Foto.
Liebe Grüße
RainBow

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Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.297

01.12.2015 19:14
#4 RE: Die Amsel antworten

Liebe @RainBow ,

Zitat
Etwas was ich meinem Sohn aktuell mangels Auto nicht wirklich bieten kann.


Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei dir in der Gegend der Grund ist. Du hast doch Natur ringsum, gar nicht weit entfernt. Und würde ich deiner Einschränkung gedanklich Folge leisten - was hätten denn die vielen Abertausend, die ohne Autos auskommen, gemacht? Klar, früher war die Natur nahe bei, aber das ist schon sehr lange her, wenn man in einer Großstadt wohnt. Ich glaube auch, dass du das nicht wirklich meinst. Es ist vermutlich eher die Bequemlichkeit, die damit verbunden ist (einsteigen, losfahren, irgendwohin - und die Öffentlichen sind etwas eingeschränkter).
Ich wünsche dir Wege und Möglichkeiten, andere Pfade einzuschlagen.
Ich besitze auch schon lange kein Auto mehr und habe dennoch meine Verbindungen zur Natur nicht aufgegeben.
Ich weiß zum Beispiel, dass es gerade an deinem Wohnort ein paar sehr rege Wandergemeinschaften gibt.Abe rdas weißt du bestimmt besser als ich. Natürlich.
Lieb eGrüße
Tanith

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Hermann Hesse *2. Juli 1877 in Württemberg, † 9. August 1962 in Montagnola/Schweiz

RainBow Offline

Altrabe


Beiträge: 1.291

02.12.2015 10:48
#5 RE: Die Amsel antworten

geständnis:

Ich hasse Busfahren. Im Sommer machen wir das mit dem Rad.
Jetzt sollte ich öfter den Bus nehmen. Da hast du völlig Recht Thanith.
Bäume, Vögel, Eichhörncen und co kriegen wir auch vor Ort zu sehen.
Die NATUR umgibt uns auch in der Stadt. Ich vermisse nur den Wald etwas.
Also weiß ich jetzt was ich an meinem nächsten freien Wochenende mache.

LIEBE GRÜSSE
RAINBOW

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Ihwar Offline

Altrabe


Beiträge: 2.163

02.12.2015 17:10
#6 RE: Die Amsel antworten

Hallo zusammen

Zitat
Ich frage mich immer, wie du und andere solche Fotos von diesen quicklebendigen Kreaturen hinbekommen.



In diesem Fall war das einfach Glück. Die Amsel hat sich im Geäst einfach sicher genug gefühlt und mich eine Zeitlang machen lassen. Aber in der Regel sind gute wildlife-Fotos, insbesondere von scheuen Tieren, das Ergebnis von ausreichender Vorbereitung, sehr sehr sehr viel Geduld und Sitzfleisch, und dann nochmals etwas Glück dazu.
Ich habe immer so die Vorstellung, dass das eine Pensions-Beschäftigung von mir wird. Von der Abfertigung ein wirklich feines Teleobjektiv kaufen, mithilfe der senilen Bettflucht um drei Uhr raus aus dem Bett und den halben Tag dann, gut getarnt, in der freien Natur vor mich hindösen ...Aber bis dahin vergehen ja noch fast 30 Jahre, falls ich so alt werden.

Aber zurück zur Amsel: Die hat mich aus irgend einem Grund auch immer mehr fasziniert, als die ganzen anderen Singvögel, die Winter um Winter bei uns ans Futterhäuschen kamen. Die waren zwar schön bunt und hübsch anzuschauen, aber die Amsel war letztlich doch immer faszinierender. Wahrscheinlich auch, weil diese Vögel in meiner Kindheit allgegenwärtig schienen. Hier ein Nest, dort eine Amsel die einen Wurm aus der Erde zieht oder die lauthals vor der Katze warnt...

Zitat
Die NATUR umgibt uns auch in der Stadt. Ich vermisse nur den Wald etwas.
Also weiß ich jetzt was ich an meinem nächsten freien Wochenende mache.



Ja, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe zwar noch nie weit weg vom Wald gewohnt, aber es gab trotzdem immer wieder längere Zeiten, während denen ich nicht im Wald war. Ging ich dann doch wieder hin, habe ich IMMER festgestellt, dass es kaum etwas gibt, was mir an Körper, Geist und Seele gleichermaßen gut tut. Was mich zum Beispiel am meisten darin unterstützt, regelmäßig Sport zu treiben, ist nicht so sehr der Gedanke an meine Gesundheit oder der Endorphinrausch, sondern das ich dabei im Wald laufen und biken kann.

Ihwar

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Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.297

02.12.2015 17:18
#7 RE: Die Amsel antworten

Lieber Ihwar,

Zitat
mithilfe der senilen Bettflucht

Ich frage mich, ab wann damit zu rechnen ist - bei mir ist die noch nicht angekommen; leider! Oder auch zum Glück!
Ich bin ja immer lieber am Meer/Fluss/Strand als im Wald, aber beides nebeneinander zu haben - das finde ich wunderbar.
Mit Grüßen
Tanith

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Erithak Offline

Novize

Beiträge: 25

18.12.2015 08:01
#8 RE: Die Amsel antworten

Hallo Ihr Raben,
insbesondere Ihwar sei gegrüßt und gedankt, -dass er die Amsel hier “aufnahm”, schönes Bild.


Die Amsel ist ein Ritter und Barde unter den Vögeln.
Ehrvoll das Verhalten, den Prinzipien treu. Bereit für Frieden, erbittert im Kampf. Ebenbürtigkeit sucht sie im Gesang.
Verdient hät sie die Kron der Nachtigall. Hät sie nur ihre dunklen Seiten nicht…


Die Amsel ist glaub “in” meinem Leben, seit ich es bewusst wahrnehme. Hier auf dem Land ist aber auch selten eine Fern, so gehört ihr Treiben hier zum Alltag.
Lieder litten ihre Bestände durch die Amselkrankheit. Aber es scheint, das sie Resistenzen bildet und die Bestände sich wieder erholen.

Einige persönliche Deutungen zum Wesen der Amsel.
Bei offenen Fragen oder Problemen gehe ich gerne raus in die Natur.
Oft finde ich Antworten oder “Lösungsbilder” in dieser, meiner Mitwelt, die mir weiterhelfen.
So kann ein Sandstein ganz einfach durch seine Enstehungsgeschichte, die hinter ihm liegt, mitteilen, dass die Antwort vielleicht “in der Welt des sich Setzens” liegt.
Das ist ein Weg. Ein Anderer ist der, sich in seiner Mitwelt zu “spiegeln”. Was bedeutet, sich mit dem Wesen, des Tieres, des Steines, oder was einem begegnet auseinanderzusetzen,- und diese Wesenszüge nun in die Problematik, die vor einem steht, als Lösungsorientierung hineinzuflechten.
Schlussendlich liegt es am eigenem Willen, ob so gehandelt werden soll.

Die Amsel ist ein Vogel des Unterholzes, im Verborgenem ist ihr wohl.
Ihre grossen Augen sind ihr behilflich, auch im Dämmerlicht gut zu sehen. Das die Amsel daher auch ein Nacht/Dämmerungszieher ist, verwundert nicht.
In ihrem Fluge zeigt die Amsel, das sie ein “erdbehaftetes Vogelwesen “ hat. In der Regel geht sie in der Flughöhe nicht über die Baumkronen, auch wenn sie über das offene Land zieht geht sie nicht höher.
Hat sie ein passendes Revier gefunden, so soll es klein und übersichtlich sein. Zwanzig optimale Quadratmeter können ihr schon genügen.
In Lebenssituationen zeigen mir diese Wesenszüge der Amsel, dass ich mich eher bedeckt- im verborgenem Hintergrund halten soll.
Im Geistigem und Materiellen mal nicht so hoch zu fliegen, sonder eher am Boden bleiben ist angesagt. Zielsetzungen und Gedanken sollten verborgen gehalten werden
Die Antworten liegen hier im schummrigen Unterholz meiner näheren Umgebung verborgen- sie liegen vor mir, ich muss alles nochmals wenden- wie die Amsel suchen.

Ausserhalb der Paarungszeit sind Amseln umgänglich miteinander. So können sie im losen Verband neue Futterstellen suchen. Ausserdem bietet so ein Verband auch Schutz vor Greifvögel.
Oftmals sind die Amseln die ersten am Futterhaus und machen so die anderen Vögel auf diese Futterquelle aufmerksam. Jedoch verfügt sie am Futterhäuschen auch über eine gewisse Dominanz den anderen Vögeln gegenüber.
Dies zeigt, wie wichtig die Gemeinschaft ist. Wie die Gemeinschaft Schutz durch das gemeinsame Auftreten bietet. Aber auch das in der Gemeinschaft das Einhalten der eigenen Grenzen wichtig ist. Nicht das Einbinden in die Gemeinschaft ist wichtig, sondern das Teilhaben.

Nun gibt es Lebenssituationen, in denen bedeckt halten und sich “verstecken” nicht mehr geht. Wo nach Vorne getreten werden muss, Wehren sich als das Richtige erweist.
Die Amsel zeigt, dass hier zuerst der Gesang steht.
Hierbei wagt sie sich sogar in die obersten Gefilde der Bäume, sie zeigt sich auf den Giebeln der Häuser.
So antworten Amsel sich im Gesang gegenseitig. Sie nehmen Strophen und Motive des Anderen auf, formen sie und bringen wieder eigene Lieder daraus hervor. Das “schön” reden miteinander ist angebracht ist.
Aus meiner menschlichen Warte heraus betrachtet, sehe ich dies als eine respektvolle und positive Kommunikation, die die Amseln hier miteinander austragen. Ebenso soll ich reden und handeln. Auch die Gedanken einmal vom Irdischen, dem Emotionalen lösen und mich den geistigen Welten zuwenden.
Gesang, Musik ist auch geistige Kopfarbeit. Und ebenso, wie ich ein Lied auf meinem Instrument einstudiere, sollte (amselig) auch im Reden das Positive eingeübt werden, -somit es nicht zu Eskalationen kommt. Kurz: überlege vor dem Reden, rede einfühlsam und nicht verletzend.

Nützt bei der Amsel der Gesang zur Revierbegrenzung nicht mehr, kommt es zum heftigem Kampf. Ein Kampf, der mit jedem Tag neu entbrennen kann.
Dabei können die Kontrahenten so tief in ihren Zank vertieft sein, dass eine Katze, ein Habicht oder dergleichen kommt- und beide mitnimmt. Oder sie geraten gemeinsam unter ein Auto…
Verliert eine Amsel, so macht sie nicht diesen Eindruck. Sie zieht sich eher im Sinne “dä gschiider git noh, dä Esel bliibt stoh” zurück. Zeternd und keifend zieht sie von dannen, die Brust vor Ehre geschwellt. Einsicht ist nicht der Amsel Stärke.
Bei uns Menschen erinnert mich dieses Bild sehr an Nachbarschaftstreit…
Mir zeigt, wenn ich mich auf solch einen Amselkampf einlassen werde, ich mit Sicherheit “Federn lassen” werde. Die Ehre aber behalte, auch wenn ich unterlegen bin. Ich muss damit rechnen, dass der Kampf wieder von vorn beginnt, obschon ich ihn als beendet betrachtet hatte. Auch muss ich im “Amselkampf” auf Unvorhergesehenes einstellen. Es können Einflüsse von Aussen eintreten, die gegen mich, oder zu meinen Gunsten sind. Somit muss ich wachsam sein, um Solcherlei zu meinem Vorteil zu nützen.
Unterm Strich empfinde ich den Amselkampf als unschön und versuche in möglichst zu umgehen. Lösungen sollten in der vorhergehenden Zeit der “Friedensgespräche”, ich meine die des Gesangs, gefunden werden., oder in den anderen Phasen der amseligen Wesenszügen…


Es gibt noch andere “Konfliktfallen” die sich schön in den Wesenszügen der Amsel zeigen. Es sind die des sich Anstecken lassens, -und der der Selbstblendung, -was meist Erschöpfung oder im zweiten Fall der Selbstblendung gar Selbstzerstörung mit sich bringt.
Ersteres, des sich Anstecken lassens findet man auch bei andern Vögeln.
So beim Eichelhäher. Obwohl, beim Eichelhäher, glaube ich, weiss auch der Vogel, der zuletzt in das Gekreische einstimmt, warum er schimpft.
Bei den Amseln ist das eher nicht der Fall. Tritt ein Fuchs aus dem Wald und eine Amsel ist zufällig in seiner Nähe, so wird sie zu schimpfen beginnen. Die nächste Amsel wird mit Sicherheit einstimmen. Ihr Gezeter gleicht auch dem der Ersten. Vermutlich weiss sie noch, um was es geht. Aber ein par Amseln weiter ist es schon nicht mehr der gleiche Ruf. Wahrscheinlich zettert die letzte Amsel eher über die von der Drossel geklauten Früchte der Schlehe, als das sie über einen Fuchs schimpft.
Mich erinnert das an uns Menschen, wenn wir uns von Gerüchten anstecken lassen und einen ungerechtfertigten Kampf führen der auf Vorurteilen und Trug basiert. Einen Kampf, der eigentlich nicht der unsere ist… Etwas was uns nur zu gerne passiert… Ein erschöpfender Kampf.
Im zweiteren Falle der Selbstblendung, werden immer wieder Amseln beobachtet, die bis zur Erschöpfung und Tod mit ihrem eigenem Spiegelbild kämpfen.. Sie wissen nicht, wenn die Zeit gekommen ist, mit dem Kampf aufzuhören. Nein im Gegenteil, sie steigern sich noch hinein, -bis zum Exitus. Ist das analog zu den Drogensüchte des Menschen zu sehen? Narzissmus? Einen Kampf gegen sich Selbst zu führen, ergibt keinen Gewinner…

…viele Facetten der Amsel nahm ich gar nicht auf, so die der Jungenaufzucht. Oder das spezielle Leben der Stadtamsel… hier gibt es noch viel zu “erkunden”…

Noch etwas zur Musik und dem Gesang der Amsel und der Vögel im Allgemeinen.
Manche klassische Komponisten ließen sich vom Gesang der Vögel inspirieren. Motive des Vogelgesangs flossen in ihre Musik ein.
Nun gibt es eine Studie vom Einfluss der Musik auf Pflanzen. Dabei wurden Pflanzen von dreierlei Musikstilrichtungen dauerbeschallt.
Bei klassischer Musik ging es den Pflanzen am besten. Sie umwucherten gar die Lautsprecher.
Bei Volkstümlicher Musik verhielten sich die Pflanzen neutral.
Bei Rockmusik versuchten sie von den Boxen wegzuwachsen und gingen schlussendlich ein.

Wissen wir nun um die Inspiration der klassischen Musik durch die Vogelwelt und sehen wir, wie diese Musik direkt Einfluss auf das vegetatives Wachstum der Pflanzen hat, sollte uns viel mehr bewusst sein, wie wichtig der Vogelgesang für uns und unsere Mitwelt ist.
Wir müssen unsere Vögel aktiver schützen…

So. ich hoffe der Text ist schlüssig, langweilt nicht und ist vielleicht auch etwas inspirierend…

Alles Gute sei mit Euch,
Erithak Rotkehlchen

Ulla Offline

Altrabe


Beiträge: 1.186

18.12.2015 22:12
#9 RE: Die Amsel antworten

Guten Abend, @Erithak,

danke!

Deine Beiträge sind voll von Bildern, Gefühlen und Erinnerungen für mich.

(Ich habe heute Morgen ein Amsel-Gedicht geschrieben, es holpert noch, doch ich werde es im Blog einstellen)-

Herzlich grüßt aus OWL

Ulls

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Ohne mich kann ich nicht leben!
©UH

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.297

19.12.2015 12:12
#10 RE: Die Amsel antworten

Hej, Erithak,
socherlei Erkenntnisse über die Amsel(n) kann wahrlich nur einem Rotkehlchen erschlossen werden. Hab vielen Dank, dass nun auch ich (ein Rabe) im Bilde bin. Ganz lieben Dank für deine unglaublich erkenntnisreiche Darstellung und das Teilen mit den Raben.
Es grüßt dich
Tanith

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Samina Offline

Altrabe

Beiträge: 1.893

01.03.2016 10:40
#11 RE: Die Amsel antworten

Hallo Erithak,

das habe ich zwar erst heute gelesen, finde es aber sehr gut geschrieben! Die Tiere wirken immer in mehreren Bereichen.

Bei der Amsel spricht man auch gerne von "der schwarze Druide". Die Amsel lehrt uns, das wir den Schlüssel in der Hand halten für unser eigenes Schicksal. Ganz den Gleichnissen "wie innen ~ so außen" und "wie unten ~ so oben".
So zeigt uns die Amsel, wie wir in Harmonie mit der Dualität des Lebens kommen. Das hast Du gut beschrieben mit dem Nachbarschaft-streit, dem (noch) Verborgenem und der Wichtigkeit einer "ehrlichen" Kommunikation.

Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht.

@Ihwar: Tolles Foto! Wie immer! Danke.

Liebe Grüße, Samina

~~~
So wie man die Strahlen der Sonne nicht zudecken kann, so kann man auch das Licht der Wahrheit nicht auslöschen.

Waldläufer Offline

Rabe

Beiträge: 78

01.03.2016 13:05
#12 RE: Die Amsel antworten

Ich Grüße Euch Ihr Raben! Nun ich hatte letztes Frühjahr auch so eine Phantastisch Erfahrung.Der Bericht von Dir liebe Ulla,kann ich sehr gut nachvollziehen. Mich weckte zu sehr früher Stunde eine Amsel mit ihrem Lied. Und das direkt an meinem Fenster, die Melodie war als würde ein Mensch Gutenmorgen rufen (So kräftig und schön für dieses kleine Wesen). Sehr intensiv und klar. Sie hörte gar nicht mehr auf. Über mehrere Tage(früh morgens). Dies war für mich eine Botschaft.Sie tat mir gut.Und ich mußte daraufhin den Tag beginnen. Ich kann Deine Gedanken über die Amsel sehr gut verstehen.

Erithak Offline

Novize

Beiträge: 25

08.04.2016 12:39
#13 RE: Die Amsel antworten

Hallo Ihr Raben,
Dir Ulla erstmals auch einen grossen Dank für Dein einfühlsames “Lied” über die Amsel.
-und bitte entschuldigt im Allgemeinen, dass ich mich hier so wenig “blicken” lasse…
Samina, Deine Worte sind passend.

Obiger Amseltext ist ein Auszug aus meinen “runischen Signatur-Texten”
Die Amsel hat mir vieles über die Rune Thorn/Thurisaz und ihren, hinter ihr stehenden Gedanken, beigebracht .
Jedoch tragen für mich junge, balgende Füchse, der Feldhase, Hornissenarbeiterinnen, die Singdrossel, Rotkehlchen,
sowie die Knoblauchsrauke, Löwenzahn, Schnittlauch und noch manches anderes die Signatur dieser Rune,
so das obiger Amseltext nur einen kleinen Bereich ihrer runischen Energie, wie ich sie wahrnehme, wiedergibt.

Da diese Rune für mich auch eine “Zaunreiterrune” ist (was sich auch in der Amsel widerspiegelt),
sind Deine Worte Samina, “das wir das Schicksal in der eigenen Hand halten” und der Vergleich mit dem schwarzen Druiden, zutreffend.
Denn ein Mensch, der nicht bereit ist, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, hat auf dem “Zaun” (sich Selber zuliebe), nichts zu suchen.
“Zaunreiten” hat viel mit der Harmonie zwischen dem Unten und Oben (den Welten) zu tun.
Wer nicht mit sich Selbst und seiner Mitwelt im Reinen ist, wird früher oder später auf dem “Zaun” das Gleichgewicht verlieren und herunterfallen, -was dann für so Dinge wie Körper, Geist und Seele oftmals nicht so gut rauskommt.

Alles Schöne wünsch ich Euch,
Erithak

Einherier Offline

Altrabe

Beiträge: 509

08.04.2016 22:52
#14 RE: Die Amsel antworten

Tja, Erithak, diese Weisheit ist ja wohl die Simpelste eines denkenden Wesens, ich finde es dennoch schön, daß Du dies erkannt hast.

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.297

09.04.2016 11:09
#15 RE: Die Amsel antworten

Liebe Raben,
ich hänge nochmal in bezug auf Zaunreiterei was dran:
Haga Zussa war die alte Bezeichnung für eine "Frau, die in beiden Welten zu Hause" ist und hieß übersetzt "Zaunreiterin", ein ehemaliger Ausdruck für "Hexe". Der Zaun war die Grenze zwischen den Lebenden und den von uns Gegangenen und die Haga zussa konnte zwischen den Welten wechseln,; ihr war möglich, was anderen Lebenden verboten gewesen ist, denn sie hätten den Weg zurück nicht gefunden. Dies vielleicht zur Vervollständigung von Erithaks Ausführungen.
Mit Gruß
Tanith

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