auch heute in aller Frühe habe ich wieder für Euch im Netz gestöbert und folgendes gefunden:
Zitat von Deutschlandradio
Mit Plastikuhus gegen Krähen
Wie Vögel von einem Friedhof vertrieben werden sollen
Von Andreas Gottschalk
Die Stadt Laupheim südlich von Ulm bekämpft bereits seit 16 Jahren eine Krähenkolonie auf dem Stadtfriedhof - mit Böllern, Krähenvergällungsmaschinen und Falknern. Bisher blieb alles ohne Erfolg. Die rund 100 Krähen brüten weiterhin auf den hohen Bäumen. Und die Anwohner beschweren sich über Krach und Kot. Nun gehen die Stadtväter in Laupheim neue Wege - mit 20 Plastikuhus.
Normalerweise ruft ein Uhu des Nachts zur kollektiven Krähenjagd mit folgenden Worten: "Uhu - Uhu". In Laupheim läuft alles anders:
Eine Krähenhundertschaft bewohnt die Friedhofsbäume und amüsiert sich köstlich über 20 Plastikuhus, die ganz oben in den Bäumen sitzen und mit den Flügeln schlagen.
"Wenn sie kommen um sechs, bin ich schon da. Dann gehen sie ungefähr 500 Meter weiter und setzen sich auf Bäume und warten, bis ich weg bin.
Dreieinhalb, vier Stunden und dann gehen sie, und am nächsten Tag kommen sie wieder."
Friedhofsaufseher Philipp Rosenthal bewegt ab sofort hauptberuflich mit langen Schnüren die Flügel der Plastikuhus. Wenn der Friedhofsaufseher einmal nicht fürs Uhuflattern zur Verfügung steht, gibt es einen exakten Strippenzieheinsatzplan der Laupheimer Stadtgärtnerei:
"Wir haben geschaut, dass wir noch die 'staubigen Brüder' dazu bewegen können, vom Jugendhaus haben sich Jugendliche dazu bereit erklärt.
Wir probieren es mit "Hartz IV"- Kollegen auch zu machen, um einfach zu erreichen, dass sich die Krähen nicht an den entsprechenden Herrn oder die Dame gewöhnt."
Auch die Laupheimer Schulen konnten für die Krähenjagd gewonnen werden, erklärt Rathaussprecher Rainer Ganser:
"Die Schulen waren uns behilflich, den Uhu, der ja nackt geliefert wurde, so zu bemalen, wie er in der Natur ist. Und der Uhu soll Angst und Schrecken verbreiten."
Die Friedhofsbesucher dagegen sind skeptisch:
"Nix bringt das - sieht nett aus, aber das bringt nichts."
Und die Vogelschützer bezeichnen die Aktion als weiteren Schildbürgerstreich. Sie geben zu bedenken:
"Das ist eigentlich das Allerschlimmste an der jetzt stattfindenden Aktion, dass selbst Kinder und Jugendliche eingebunden werden. Denen wird gleich von Anfang an suggeriert, dass Krähen böse sind. Und Krähen sind nun mal nicht böse. Die stehen unter gesetzlichem Schutz. Und wie kann man dann Kinder dazu verführen, Uhus anzumalen oder vielleicht sogar später an den Attrappen ziehen zu lassen."
Klaus Bommer erklärt weiter, dass die Laupheimer eigentlich selbst schuld daran seien, dass die Krähen jetzt im Friedhof wohnen, weil sie bei der Flurbereinigung rund um Laupheim sämtliche Bäume entfernt hätten. In der Stadt macht die Kolonie natürlich auch mal Probleme:
"Wenn Sie zum Beispiel jetzt gerade mit dem Priester auf dem Friedhof sind, und der hat den Rauchmantel an, und so eine Krähe lässt ihr Ding fallen, der Rauchmantel ist versaut."
Und so fordert der Kirchendiener wie so viele in Laupheim:
"Jeden runterschießen, fertig!"