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 Sagen und Erzählungen
Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.158

06.02.2005 09:59
Das Vermächtnis des Druiden Merlin antworten

Hallo,

ich finde der Bereich "Sagen und Erzählungen" muss sich nicht ausschließlich mit germanischen Themen befassen. Deswegen habe ich mir überlegt, Euch an dieser Stelle in regelmäßigen Abständen Weissagungen des Druidenfürsten Merlin vorzustellen.

Den Anfang will ich mit "Merlins Eiche" machen.

Merlin wurde Mitte des 5. Jahrhunderts im Südwesten von Cymru geboren. Cymru war die Fürstenstadt der Demetier. (Noch immer existieren dort eindrucksvolle Relikte ihrer einstigen Größe). In der Nähe von Cymru lag die moderne Stadt Carmarthen. Von dieser Stadt erzählt die folgende Weissagung des Merlin.

Im sechzigsten Lebensjahr pflanzte Merlin laut einer Volksüberlieferung eine Eiche in der Stadt Carmarthen und gab dabei die folgende Prophezeihung ab >>Solange Merlins Eiche steht, Carmarthen Town nicht untergeht<< Wer heute die Stadt Carmarthen vor diesem Hintergrund besucht, wird feststellen, dass sich diese Prophezeihung in vollem Umfang bewahrheitet hat. Merlins Eiche stand beinahe eineinhalb Tausend Jahre am östlichen Altstadtrand von Carmarthen. Der Baum war für die Bewohner der Stadt Versammlungsort. Dort pflegten sie ihr keltisches Brauchtum. Der Baum überlebte unangetastet, bis im 19. Jahrhundert ein erster Anschlag auf ihn verübt wurde. Ein Puritaner, der die keltischen Bräuche als gotteslästerlich betrachtete, vergiftete den Baum. Nun begann das lange Sterben von Merlins Eiche. Die Menschen von Carmarthen bemühten sich nach Leibeskräften, den heiligen Baum und damit Merlins Vermächtnis zu retten. Der langsam sterbende Baum wurde mit einem Steinsockel gestützt und mit Eisenbändern umwickelt. So lebte er noch für weitere fünf Menschenleben. 1978 nun musste der Baum endgültig der Alstadtsanierung weichen und wurde gefällt. Ein Teil der Eiche wurde in die St. Peter`s Civic Hall am Nott Square gebracht und kann dort unter Glas besichtigt werdenMerlins Vermächtnis erfüllte sich mit der Altstadtsanierung.

Die rund 14.000 Einwohner zählende Stadt Carmarthen dient heute als Verwaltungszentrum der südwestwalisischen Grafschaft Dyfed. Aus ihrer mehr als zweitausenjährigen Vergangenheit, sind nur noch wenige Relikte übrig. Die uralten Mauern ihrer einstigen Größe, wirken heute wie Fremdkörper angesichts der modernen und nüchternen Architektur, der Hektik und des lebhaften Verkehrs auf mehrspurigen Straßen. Nun bin ich sicher kein Verfechter von Pferd und Wagen, aber an der Stadt Carmarthen wird deutlich wie eine Altstadtsanierung missglücken kann.

All dies sah Merlin voraus, als er die Prophezeihung von Merlins Eiche sprach.

Liebe Grüße
Ansuz
wenn Runen rechte Rede raunen

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