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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 8.383 mal aufgerufen
 Bräuche
Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.916

25.11.2018 13:58
Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

...ihr lieben Raben mit welcher Umsicht und welchem Vorsatz die Hlg. Kirche sich der Bräuche annimmt, der alten, und zu ihren eigenen macht und hinterher weiß niemand mehr, was der Ursprung war. Wir kennen ja alle das Aufsetzen auf Feiertagen (das heidnische Frühlingsfest = Göttin Ostara = Ostern als Beispiel). Heute fand ich mehr zufällig bei der Suche nach etwas ganz anderem dieses hier:
Es geht um das kirchliche Volkslied "Wer klpfet an?"

n einem Dialog zwischen dem Wirt mit seinem rauhen, polternden Bass und dem heiligen Paar mit seinen sanften Bitten erzählt dieses Lied von der Herbergssuche in Bethlehem. Solche Dialoglieder sind im Brauch der Klöpfelnacht verankert, die im Süddeutschen, in Österreich und der Schweiz die Nächte der drei letzten Donnerstage vor Weihnachten sind. Zeugnisse für den Volksbrauch des Anklöpfelns sind seit Mitte des 15. Jahrhunderts in Losbüchern belegt. Ursprünglich war dies ein weltlicher, auf den Jahreswechsel bezogener Orakelbrauch, der nicht auf das christliche Weihnachtsgeschehen bezogen war, sondern der Erforschung der Zukunft diente. So konnte man angeblich die Haustiere von den Toten des kommenden Jahres reden hören, wenn man zur richtigen Stunde an die Stallwände klopfte. Erst im Zuge der Gegenreformation setzte schließlich eine bewusst christliche Ausformung des Anklöpfelns ein. In Österreich wurde das bis heute lebendige Anklöpfeln im Tiroler Unterland zum nationalen Immateriellen Unesco-Kulturerbe erklärt. (entnommen der Frankfurter Allgemeinen sowie Wikipedia - Anklöpfelnächte )

Aber nach Aussage der heutigen Kirche gab es vor ihrem Glauben keinen anderen, sondern nur ein Volk ohne Seele.
Und das bringt mich auch eine Sache, die just geschehen ist. Da wollte ein US-Missionar ein "heidnisches Inselvolk" im Indischen Ozean bekehren. Kann ja auch nicht angehen, dass irgendwer einen anderen eigenen Lauben besitzt und den auch noch für sich behält, nicht in die Welt zieht und andre unterdrückt. Ich frage mich, was hat dieser Mensch dort zu suchen gehabt? Nun ist wahrscheinlich, dass er seinen unnötigen Weg dorthin mit dem Leben bezahlt hat. Jetzt ist das Geschrei groß. Einer hat seine Mission bezahlt. Dass es nur noch wenige indigene Völker auf der Welt gibt, die so isoliert leben - und das auch wollen - zeigt nur, dass die Ausrottung durch Menschen mit ähnlichen Glaubensansprüchen wie diesem Missionar sie nahezu ausgerottet haben. Die Ausrottung ist eine wunderbare Sache, um die Welt hinterher für sich zu haben. Ich habe jedoch die Befürchtung, dass der Schuss nach hinten los geht, auch was die Ausrottung der Tiere betrifft. Aber in dieses Thema steige ich hier jetzt nicht ein. Es langt.
In diesem Sinn
"klopfet an, es wird euch aufgetan" - gilt natürlich nicht für jeden.
Liebe Grüße
Tanith

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Rüm Hart - Klaar Kimming!
Seid liebevoll und unbequem herzlich! (Einherier)

Faerberin Offline

Altrabe


Beiträge: 883

25.11.2018 14:30
#2 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

Liebe @Tanith

spannend, das. Klöpfelessänger mit ihren Liedern habe ich selber erlebt; natürlich in der christlichen Ausprägung.

Allerdings mehrt sich mein Verdacht, dass viele Hexen sich nur äußerlich angepasst haben.

bunte Grüße
Färberin
Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer.
Konfuzius

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.916

25.11.2018 14:36
#3 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

Liebe @Faerberin ,

Zitat von Faerberin im Beitrag #2
dass viele Hexen sich nur äußerlich angepasst haben.


Liebe Grüße
Tanith

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Faerberin Offline

Altrabe


Beiträge: 883

25.11.2018 14:51
#4 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

bunte Grüße
Färberin
Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer.
Konfuzius

Einherier Offline

Altrabe

Beiträge: 915

25.11.2018 14:53
#5 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

Hallo, liebe Tanith und liebe Faerberin. Es freut mich Euch von diesem Thema schreiben zu sehen. Die Weisen Frauen und Männer, die der Inquisition zum Opfer gefallen sind, ist sehr groß. Zum Beispiel:
, war selbst Wesel (Meine Heimatstadt); im Mittelalter von den Spaniern eine Zeitlang besetzt. Was diese dort in dem Katholischem Wahn anstellen kann sich eventuell jeder vorstellen. Übrigens, war zu dieser Zeit auch Holland, fast komplett von der Spanischen Inquisition besetzt. - O.K., es gelang natürlich ein Befreiungsschlag. (eine tolle Story; in der der Schmied von Wesel mit ein oder mehr Kollegen eine Bresche in die Stadtmauer gehauen haben, um die Flamen, in die Stadt hinein zu lassen). - Selbst in Rom war schon Galileo Galliey auf dem Scheiterhaufen zu sehen, nur weil er sagte, was Ambach ist.
Go Ahead! - liebe Freunde !

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.916

25.11.2018 15:01
#6 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

Liebe @Faerberin , passend zu dem MacBeth schaltete sich hier plötzlich mein "Lese-Lautsprecher" ein und nannte mir alles, was der Rabenbaum in der Eingangszeile zu bieten hat.....
Die Aufführung scheint eine besonders gelungene zu sein. Mit mehr Zeit werde ich sie mir in GÄnze ansehen. Danke dafür.
ieb eGrüße
Tanith
Lieber @Einherier ,
danke für deine Ausführungen, ist für mich immer wieder interessant - obwohl ich viel, viel darüber gelesen habe - was einzelne Völker aufbieten mussten, um der Übernahme durch den verheerenden Spruch "Macht euch die Erde untertan" entgegen zu stellen.
Es mag noch weitere 500 Jahre dauern, dass auch andre einsehen: Ihr Gott ist nicht der alleinige Herrscher.
Liebe Grüße
Tanith

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Einherier Offline

Altrabe

Beiträge: 915

25.11.2018 15:48
#7 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

Ja, liebe @Tanith, es ist schon mal etwas kurios, aus Wesel, (was im Holländischen eigentlich Wiesel heißt; also ein Wiesel , Hermelin , oder Frettchen); es kam zum Beispiel auch Peter Minuit, der Gründer von New Amsterdam, (heute New York) aus der Stadt.
Selbst Gutenberg stammt aus Wesel. Aber was schreibe ich ?
Liebe Grüsse, Einherier

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.916

25.11.2018 16:31
#8 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

Lieber @Einherier ,
mir ist Wesel nicht unbekannt. Ich bin sogar schon einmal dort gewesen und habe Freunde besucht (lange her, wie das so ist....). Die hatten wir auf Amrum kennengelernt - ja, die Welt ist klein.
Was sich auch immer wieder daran bemerkbar macht, dass nicht überall für alle Platz ist.
Liebe Grüße
Tanith

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Einherier Offline

Altrabe

Beiträge: 915

25.11.2018 17:56
#9 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

Liebe Tanith, ja Wesel am Niederrhein, schön dort. - Eine alte Preussische Enklave. - Es gehörte schon sehr lang zu Preussen,einer meiner Großväter kommt selbst aus Ostpreussen. Unsere Gegegend ist dort Obrighoven, meine dann Mehrhoog. - In der Gegend um Wesel, gab es sehr viel Umland und es gab viel Pferde usw. , daher gab es auch den Namen Orsoi. Also, die Pferdeaue. - Selbst Duisburg, und Oberhausen ist nicht ganz so weit weg. Duisburg heißt im Grunde Deutschburg, (gibt es auch mit gleichem Namen auch in Holland). Oberhausen zB. ; ist dort, wo der Ober Hauste, wessen Ober? Der des Deutschen Ordens. Jau, ich weiß, daß sind olle Kamellen, aber zumindest für mich schon interessant. - Liebe Grüsse, von mir.

Einherier Offline

Altrabe

Beiträge: 915

26.11.2018 00:01
#10 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

Liebe Ravens, als kleinen Tipp, der Gewaltig sein kann. Nederland 5 oder so, ? Zum 24. 12. zu hören. Das gibt es auch eventuell per TV(00 Uhr). Es ist sehr Feierlich und sooo schön.Die Zeremonie des Gesangs ist einmalig. - Finde ich, - zur Heiligen Mittwinternacht sehr schön. Feierlich und sehr anheimelig. - Ich bin ja selbst Atheist, aber die Nornen, oder Engel, des guten Geistes stehen immer über uns, wenn wir Ihnen denn zuhören, erkennen wir es.
Liebe Grüsse - And good goon loten!

ismelia Offline

Rabe


Beiträge: 63

26.11.2018 09:34
#11 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

....ja die christen waren fleissig darin den alten glauben auszulöschen und sie haben es geschafft das die einzigen überbleibsel wohl die runengedichte aus island und norwegen oder england sind . . . . der angenagelte gott der für unsere sünden gestorben ist funktioniert ja soviel besser um die menschen klein zu halten und sie von der kraft des alten erdverbundenen glauben fernzuhalten . menschen die wachsen sind doch nicht im interesse der kirchen gewesen . . .
in der übergangszeit waren sie darauf angewiesen alte bräuche oder heilige orte für sich in beschlag zu nehmen . . . lange zeit war ich sehr wütend über diesen verlauf aber dieses forum ist doch der beste beweis das die alten götter nicht vergessen sind . . . .
treu will ich sein allen göttern und den wesen dieser erde mit würde begegnen
ich vertraue auf mich selbst und der vorfahren weisung
mein schicksal schulde ich den drei nornen doch bestimme ich selbst wie ich nehme mein geschick
standhaft in notzeit
gelassen in frohzeit
wie mein schicksal ich nehme bestimmt meinen ruhm . . . .

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.916

26.11.2018 19:19
#12 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

Liebe @ismelia ,

Zitat von ismelia im Beitrag #11
der angenagelte Gott der für unsere Sünden gestorben ist funktioniert ja soviel besser um die Menschen klein zu halten

nicht nur bei dem, es sind eigentlich alle diese monotheistischen Religionen, die von einer Allmacht ausgehen und das wiederum zu einer Unterwerfung führt. Aber vor allem die christlichen Religionen haben den alten Gottheiten des Garaus gemacht. Nämlich WEIL die Völker so viele Gottheiten hatten und Halbgottheiten, dachten sie bei Einzug des Christengottes: "Ach, einer mehr oder weniger - wem schadet es?" So gelang die Übernahme, die feindliche, mit all ihren Zwängen und Verboten bis hin zum blutigen Ende. Und die Monotheisten sind ja heute noch dabei, sich gegenseitig das Wasser abzugraben. Ohne mich. Ich mach da mein eigenes Ding. Ich bin zwar den Nordgottheiten verbunden, aber für mich ist Mutter Erde diejenige welche.
Auf ihr gehe ich, lebe ich, sterbe ich und die ernährt mich, recycelt in unnachahmlicher Art und Weise. Und hält für jeden bereit, was er braucht.
Dir und den anderen Raben eine gute November-Nacht.
Liebe Grüße
Tanith

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Tahnee Offline

Rabe


Beiträge: 260

27.11.2018 08:17
#13 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

Liebe @Tanith,
Danke für die Info...dieser Brauch der Klöpfelnacht war mir bisher nicht bekannt, weder aus dem Christlichen noch aus dem heidnischen Gebrauch.Sehr spannend! In der DDR früher, also zumindest da, wo ich aufwuchs, da lebte man solche Klöpfelnächte zumindest nicht. Wäre vom System auch nicht gewollt gewesen, denke ich.

Ja, und das mit dem Volk, was sich bewußt abschottet und dem, der dort trotzdem "hinmußte" und es wohl mit dem Leben bezahlte, las ich auch....Nun überlegen sie eine Bestrafung für dieses Volk, hörte ich.Sehr kurios.Manchmal sollte man gesetzte Grenzen einfach beachten, dann hat man kein Problem außer das, daß man seinen Kopf mal nicht durchsetzen konnte.

Liebe Grüße von Tahnee

Und sobald Du die Antwort hast,ändert das Leben die Frage.
(Verfasser unbekannt)

Tanith Offline

Altrabe


Beiträge: 8.916

28.11.2018 13:19
#14 RE: Es erstaunt mich immer wieder.... antworten

Liebe @Tahnee ,

Zitat von Tahnee im Beitrag #13
Nun überlegen sie eine Bestrafung für dieses Volk

mir kommt vieles manchmal so vor, wie die Anekdote über den neuartigen Apparat, der in New York aufgestellt wurde -ein automatischer Rasierer, in den Männer ihre Köpfe stecken konnten und der sie rasierte-. Auf die Frage: Aber es sind doch alle Gesichter unterschiedlich geformt? Die Antwort: Ja, vorher..."
Darüber müssen wir lachen, aber die Wirklichkeit ist schon ziemlich ähnlich. Alles gleichmachen, am besten.
Liebe Grüße
Tanith

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