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 Über Raben
Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.158

09.03.2006 08:44
Ein Loblied auf den Raben antworten

Liebe Raben,

in den Zeiten, in denen die geistig Armen wegen der Vogelgrippe wieder einmal einen Sündenbock suchen, den es zu bejagen gilt, tut der nun folgende Artikel mal wieder richtig gut

In Antwort auf:
Der Rabe, mein pfiffiger Hausgenosse
VON MICHAEL HESSE, 08.03.06, 07:12h


Der Rabenvogel ist der intelligenteste Flieger unter dem Himmel.

Der Rabe kann gar ein guter Hausfreund werden.

Sie genießen zu Unrecht einen schlechten Ruf, denn Saat- und Rabenkrähe oder Kolkrabe sind nützlich und ein Freund des Menschen.

Rhein-Sieg-Kreis - Ein Papageno wie in Mozarts Zauberflöte könnte niemals aus ihm werden. Der „Hraban“, wie er althochdeutsch genannt wurde, ist zwar ein Singvogel, gar der größte von allen, aber eben ein „Krächzer“. Der Rabenvogel ist nun einmal kein Rotkehlchen und keine Nachtigall - vergleichbare Karrieren sind genetisch ausgeschlossen. Dafür haben sie andere Qualitäten, denn unter allen Vogelarten gelten sie als die Intelligentesten. Und das zählt im harten evolutionären Selektionsprozess nun einmal als echter Trumpf. So verfügen Rabenvögel im Verhältnis zur Körpermasse über das größte Gehirn im gefiederten Tierreich.

Im Rhein-Sieg-Kreis erfreut sich besonders die Rabenkrähe eines besonderen Bekanntheitsgrades. Sie zählt zur Familie der Aaskrähe und lebt in nicht zu dichten Wäldern und im offenen Land. „Traditionell findet man sie häufiger östlich des Rheins“, erzählt Dieter Steinwarz von der Biologischen Station in Eitorf. Es hängt mit einer Vorliebe des Vogels zusammen, sich im Übergangsbereich Wald und offenem Land aufzuhalten. Zu den Rabenvögeln zählen neben der Aaskrähe auch die Saatkrähe, der Kolkrabe, die Dohle, Elster und auch - was viele nicht wissen - der Eichelhäher. Der Kolkrabe ist übrigens der größte Singvogel überhaupt mit einem Gewicht von einem Kilogramm und einer Spannweite von 1,20 Metern. Man findet ihn aber eher am Niederrhein und an der Ahr. „Zunehmend wird er aber auch bei uns gesichtet“, sagt Dieter Steinwarz.

Große Lebenserfahrung

Die Saatkrähe ist ursprünglich ein Steppenbewohner, der die Offenheit der Agrarlandschaft schätzt. Er zählt zu den so genannten Koloniebrütern mit bis zu 100 Brutpaaren -, die nächste Brutkolonie befindet sich im oberbergischen Waldbröl. Dafür gibt es hier viele Schlafkolonien. Die Tiere kommen häufiger im Norden vor, überwintern aber auch im Rhein-Sieg-Kreis, weshalb sie häufig auf offenen Feldern anzutreffen sind. Die erste Brut beginnt Ende März. Wie die Rabenkrähe ernährt sie sich von Kleintieren, Eidechsen, Mäusen, Aas oder pflanzlicher Kost. Die Saatkrähe ist ein recht geselliges Tier, dessen Schnabelansatz unbefiedert und somit hell erscheint, während das Gefieder in leicht königlichem Blau glänzt.

Der Kolkrabe kann bis zu 60 Jahren alt werden, was für eine Eigenschaft förderlich ist, die man bereits in der Antike für eine wesentliche Fähigkeit der Tiere hielt: die Erfahrung. „Die Vögel können in der Tat eine große Lebenserfahrung ansammeln, ganz im Gegensatz zu den Kleinvögeln, der es wegen seiner viel kürzeren Lebenszeit nicht kann“, so Steinwarz. So berichten Jäger, dass Rabenvögel, auf die einmal mit einem Gewehr geschossen wurde, beim Heben des Armes sofort das Weite suchen würden. Und entgegen der landläufigen Meinung handelt es sich bei ihnen gar um recht gesellige Vertreter. „Krähen lassen sich als Jungvögel aufziehen und sind dann sogar ganz lustige Hausgenossen“, ist Dieter Steinwarz fasziniert von dieser Vogelart, die einst für den germanischen Gott Odin Aufklärungsflüge tätigte und für diese Dienste auf dessen Schultern ruhen durften.

Nicht nur in der Mythologie, auch in der Literatur spielen Rabenvögel eine Rolle. Dreimal lässt Edgar Allen Poe den Raben ans Fenster klopfen, bis der Zauberer ihn endlich hereinlässt. Natürlich stimmt mit dem Tier irgendetwas nicht, ein geheimer Zauber hält die Seele eines Mannes im Körper des Raben gefangen. Edgar Allan Poe, Poet des Abgründigen, bediente sich in seinem Stück „Der Rabe“ mit vollen Händen aus der Schatzkammer der dunklen Symbolik, die man den Rabenvögeln zuordnet. Fälschlicherweise, findet Dieter Steinwarz. Die Vögel genießen häufig ein schlechtes Ansehen bei den Menschen, „warum, weiß eigentlich niemand“. So sagt man den Kolkraben nach, er würde Lämmer fressen, Raben- und Saatkrähe seien Ackerschädlinge, - „alles Unsinn“, sagt Steinwarz. Die sprichwörtliche „diebische Elster“, der „Unglücksraben“, oder der „Totenvogel“ und „Galgenvogel“ - oder gar die „Rabenmutter“ zeugen nicht gerade von großer Beliebtheit. Dabei gehen Elstern überhaupt nicht auf Raubtour, sondern schmücken ihre Nester nur gerne mit glitzernden Elementen. Der Nutzen der Tiere ist erwiesen. So fressen Rabenvögel Feldmäuse, Drahtwürmer und Raupen. Ein großer Nutzen für die Agrarlandschaft. Der Habicht zählt zu den großen Feinden der Rabenvögel, aber auch der Eierraub durch Eichhörnchen ist eine Gefahr für die brütenden schwarzgefiederten Vögel, die im Tierreich zu den echten Highlights zählen.


(KStA)


Liebe Grüße
Ansuz




"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)

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