ich denke schon den ganzen Tag über die Binderunen auf dem Speer nach und hatte dabei auch schon einige Überlegungen. Leider habe ich Heute wenig Zeit, sodass ich vermutlich nicht mehr dazu kommen werde heute noch zu antworten. Aber an diesem Wochenende ganz bestimmt
Viele Grüße Ansuz
"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)
ich hatte zunächst die Überlegung, ob es sich um sogenannte Zeltrunen (tjaldrunar) handeln könnte? Das kann aber eigentlich auch nicht sein, weil drei von vier Spitzen keine Runenangaben führen.
Andererseits könnte das dreimalige Wiederholen der Ansuz-Gebo Kombination für den Träger natürlich eine besondere magische Situation hervorbringen. Ansuz= Odins Rune, Gebo= Opfer (sehe ich in diesem Zusammenhang, da es sich um einen Ger handelt) Dieser Speer könnte einem Häuptling gehört haben, der diesen in Anlehnung Gugnirs geführt hat. Durch den Speerwurf über das gegnerische Heer wurden die Gefallenen dem Odin geopfert. Dem Speerträger könnte dadurch die Gunst des Schlachtengottes zuteil werden.
Diese Deutung entspricht wieder im wesentlichen meinem bisherigen Gedanken. Aber mir erscheint das irgendwie schlüssig..
Was meinst Du?
Viele Grüße Ansuz
"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)
Was GA GA GA betrifft, bin ich völlig deiner Meinung. Es könnte tatsächlich sich um ein Ritualspeer gehandelt haben. Aber die andere Binderunen entsprechen sicherlich etwas anderes. Ein Author versuchte das auf magische Zahlkunde zurückzuführen indem er die Binderunen als eine einzige Rune zählt. Aber das ein bisschen fragwürdig... Zahlkunde kam erst später soweit ich weiss. Sie kam erst um das Ende des Mittelalters... Binderunen wie AZ (Erilaz) könnten einen Hinweis auf Wodan und Schutz (oder Yggdrasil in der Form). Die Binderune HA könnte dann einen Hinweis vielleicht auf Hagel-Ansuz, also Zerstörungskraft Wodans. Aber mit Sicherheit ist nicht sehr viel in dem Fall...
bei den anderen Runen kann es sich auch um Einstabrunen handeln und nicht unbedingt um Binderunen, oder was meinst Du? Darüber werde ich noch ein wenig grübeln und mich dann wieder melden
Viele Grüße Ansuz
"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)
Eigentlich ja Ansuz, es könnte sich um Einstabrunen handeln. Aber in dem Zusammenhang würde ich sagen, kann es kaum ein Zufall sein. Viel dieser Binderunen beziehen sich auf Wodan (Ansuz). Trotzdem könnte es stimmen, was du sagst. Das schöne bei dieser Inschrift ist, dass sie uns so viel Arbeit und Meditation verursacht...
Hiermit noch eine Inschrift. Sie wurde auf der Rückseite einer Fibel gefunden. Sie stammt aus den Jahren um 610 und wurde bei Soest gefunden. Leider habe kein Photo von der eigentlichen Runeninschrift aber ist unten im Photo teilweise wiedergegeben. Es handelt sich hier zweifellos um eine Binderune. Die Inschrift lautet : "Rada Data Atano G". Atano ist also das Wort in Binderunen. Übersetzung : (2 Möglichkeiten) Rada und Data (schenkten dies dem) Atano Rada und Data (schenkten dies). Atano (ritzte die Runen).
In dem 2. Fall ist Atano als Unterschrift gedacht. In beiden Fällen ist "schenkten" mit G(ebo) gemeint.
bei der Brosche von Soest geht man davon aus, dass die Magie in der Zahlensymbolik liegt. Die Gesamtsumme der Runen beträgt 66 oder 6x11. Hier wird es sich um einen Liebeszauber gehandelt haben. Die Macht des Stabes ziehe die Macht Odins (Ansuz x 2) an. Gebo kann für die Ehe stehen. Othala für den Besitz, den Attano für sich beanspruchen möchte.
Zur Zahlensymbolik sollte man die Vielfachen von 6 beachten. Sie heben den erotischen Charakter der Binderune hervor.
Viele Grüße Ansuz
"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)
Ich finde, dass deine Erklärung mit dem Sinne der Runeninschrift von Soest völlig passend ist. Super ! Doch was ist mit den Binderunen, die man entbinden muss? In dem Fall dieser Fibel könnte das vielleicht eine andere Erklärung haben?
Und nochmal steht uns Arbeit und Meditation vor ! Das ist doch genial. Je mehr man erfährt, desto mehr muss man lernen. Das ist wie ein konstruktiver Kampf ! Ich muss an den Zusammenstoss von Muspellheim und Nifelheim denken, so enstand die Lebensquelle : das Wasser.
Seyed gegruesset Hathuwolfe und Ansuz. Warum erotischer Charakter hervorgerufen durch sechs, zwoelf und vierundzwanzig? Dank Euch fuer eine Erleuterung. Phoenix.
ich habe mir heute den ganzen Tag Gedanken darüber gemacht, inwiefern die sechs den erotischen Aspekt der Runen darstellt. Schließlich bin ich zu der Erklärung gelangt, dass wir auch die anderen Runen nicht außer acht lassen sollten. Ich sehe hier Gebo zum Beispiel auch als Rune der Partnerschaft oder der Ehe. Die sechste Rune ist Kenaz, Thorsson schreibt zu Kenaz:
In Antwort auf: Ein weiterer Aspekt von Kenaz ist das Mysterium der Erzeugung eines Dritten aus der Vereinigung von Zweien.
In der nordischen Zahlenkunde wird die Zahl sechs als das pulsierende Leben dargestellt. Sie kann als Zahl der Schöpfung, aber auch als Zahl der Zerstörung gesehen werden.
Ehe, Schöpfung, Zeugung...ich könnte mir auch vorstellen, dass es ein Liebesamulett darstellt.
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