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Die Brennessel Urtica dioica Die Brennessel war für die Kelten eine besondere Pflanze. Sie wächst mit Vorliebe in der Nähe menschlicher Siedlungen (Stickstoffanzeiger) und galt bei den Kelten als Beschützerin des Gehöfts. Es wird behauptet, dass Brennesseln gerne an Strahlungsorten wachsen, etwa dort, wo sich Wasseradern kreuzen. Für solche Orte, an denen sich Andersweltliche, Verstorbene und sonst nicht sichtbare Wesen gerne offenbaren, waren die Kelten besonders sensibel. Sowohl bei den Kelten als auch bei den Römern wurden Brennesselsamen als Sexualtonikum verwendet. So war es noch im Mittelalter für Nonnen und Mönche verboten, Brennesselsamen einzunehmen. Die Germanen und vermutlich auch die Kelten weihten die Pflanze ihrem Donnergott Donar, der für Fruchtbarkeit und männliche Potenz ebenso wie für das Bierbrauen zuständig war. Uralt ist der Brauch, bei drohendem Gewitter Brennesselruten auf den Bierbottich zu legen, damit das Gebräu nicht "umschlägt" und sauer wird. In England ist noch heutzutage das aus Nessel gebraute "nettle beer" zum Ausspülen von Schlacken aus dem Blut beliebt. Vermutlich setzten bereits die Kelten das Kraut auf eben die Weise ein, wie es heutzutage noch genutzt wird. Überliefert ist, dass die Volksheilkunde den Samen als Magenmittel und die Wurzel gegen Nasenbluten verwendet hatte. Im Frühjahr wurden Nesselwecken gegessen, die eine Kultspeise waren. Auch Brennesselspinat war den Kelten offensichtlich schon bekannt. Das gallische Wort für Nessel war ne-nadi. Es bezieht sich auf die Nessel als Faserpflanze. Die Kelten stellen aus Nesselnfasern Stricke, Säcke aber auch Hemdenstoffe her. Schon in der Altsteinzeit wurden aus der Pflanze Netze, Reusen, Tragtaschen und Fallstricke gemacht. Das uralte keltische Märchen "Die sechs Schwäne" erzählt von den sechs Königssöhnen, die von ihrer bösen Stiefmutter in Schwäne verwandelt worden waren. Schwäne sind "Zwischenwesen", sie sind nicht ganz hier, sondern auch Teil der Anderswelt. Die Königssöhne konnten nur erlöst werden, wenn ihre Schwester ohne ein Wort zu sprechen, einem jeden von ihnen ein Hemd aus Nesseln nähte. Diese Hemden befreiten die Prinzen. Die Brennessel ist eine bewusstseinsverändernde Pflanze, die durch ihr Stechen uns ins Hier und Jetzt versetzt. Sie war auch Schutzpflanze der Krieger, denn die mussten geistesgegenwärtig reagieren. Heutzutage finden noch überwiegend die frischen Blätter und das getrocknete Kraut (Herba Urticae) Verwendung. Analysen haben beachtliche Wirkstoffe an den Tag gebracht: Chlorophyll, Histamin, Gallus-, Gerb- und Ameisensäure, Glukokinin, Acetylcholin, Vitamin A und E, Mineralsalze wie Eisen (blutbildend), Magnesium, Silizium, Natrium, Kalzium und Phosphor. Pflanzliche Hormone als Phyto- oder Biostimulantien, sowie viele Enzyme. Anwendungsgebiete sind Gicht, Muskelrheuma, Nieren-, Blasenentzündung, Blutreinigung, Anämie, Haarausfall, Demineralisierung, Diabetes, anregend auf Bauchspeicheldrüse, blutzuckersenkend. Geerntet werden die jungen Triebe der Brennessel ebenso wie die Wurzeln und die jungen Blätter, laufend von März bis September. Aber nicht nur für den Menschen, sondern auch für Pflanzen sind Brennesseln von unschätzbarem Wert. Noch nicht blühende Pflanzen können als Mulchmaterial auf die Beete gegeben werden. An einem Platz im Garten, wo die Brennessel ungestört wachsen kann, dient sie den Raupen von Schmetterlingen als Nahrung. Für Jauche stellt man eine Mischung aus kleingeschnittenem Brennessellaub und mit Urgesteinsmehl (verhindert Geruchsbildung) her. Beim Gärungsprozess schäumt die Jauche, daher sollte das Gefäß etwas größer sein. Ab und zu sollte man mit einem Stock umrühren, damit genügend Sauerstoff zugeführt wird. Die Gärung ist beendet, wenn die Brühe klar geworden ist. Bevor die Pflanzen mit der Jauche gegossen werden können, muss man diese im Verhältnis 1:10 verdünnen. Brennessel wirkt auch als natürliche Abwehr gegen Schädlinge. Als Spritzmittel ein Kilo frische Brennessel in einem Liter Wasser für 24 Stunden einweichen und ziehen lassen. Gegen Läuse verdünnt an aufeinanderfolgenden Tagen mehrmals spritzen. Wirksam gegen Malvenrost und für Tomaten. Äußerliche Anwendungen mit Brennessel Brennesselessig ist ein wirkungsvolles Mittel gegen Kopfschuppen und Haarausfall Gereinigte, kleingeschnittene Brennesselwurzeln und guter, starker Weinessig werden in einer luftdicht verschlossenen Flasche angesetzt. Diese wird für 3-4 Wochen an einem sonnigen Fensterplatz gestellt. Mit diesem Haarwasser wird die Kopfhaut eingerieben. Man kann auch als Ergänzung, den Brennesselessig teelöffelweise einnehmen. Hier ist besonders auf gute Qualität des Weinessigs zu achten. Brennesseltee lindert Rheuma und Gicht, verbessert die Ausscheidung der Harnsäure, wirkt gegen Husten und ist schleimlösend (getrocknete oder frische Brennesselblätter sind verwendbar). 1 Teelöffel Brennessel auf 1 Tasse Tee. Wasser zum Kochen bringen, vom Herd nehmen, Über die Brennessel gießen und zugedeckt ca. 5 Minuten ziehen lassen. Abseihen. Langsam und schluckweise trinken. Die Brennessel als frischer Presssaft getrunken, als Tee oder als Spinat (auch in Kombination mit herkömmlichem Spinat oder Bärlauch gegessen, ist ein wirksamer Helfer gegen die Frühjahrsmüdigkeit Durch ihre reinigende Wirkung ist die Brennessel ein guter Diät-Begleiter. Eine Brennesselkur wird beim abnehmenden Mond, gerechnet nach dem ersten Frühjahrsvollmond, begonnen. (Auch der zweite Vollmond, heute, ist noch geeignet). Dazu wird über einen Zeitraum von 14 Tagen (bis zum nächsten Neumond), täglich in der Blasenzeit (ab 15.00 Uhr) und vor allem in der Nierenzeit (zwischen 17 und 19 Uhr) soviel Brennesseltee wie möglich getrunken. Ein paar Tropfen Zitronensaft erhöhen den Vitamin C-Gehalt zusätzlich (100 g frische Brennessel enthalten den dreifachen Tagesbedarf an Vitamin C), erhöhen die Eisenaufnahme (100 g decken 25 % des täglichen Bedarfs Magnesium und Eisen) und verbessern den Geschmack.
Auch in der Homöopathie findet die Brennessel Verwendung. Urtica urens ist indiziert bei nesselartigen Ausschlägen und bei brennenden Bienenstichen. ^^^^^^^^ Wenn der Nebel sich lichtet, sieht man den Regen (Irland)
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