seit Jahrtausenden kennen und benutzen die Menschen Seife. Auf einer sumerischen Tontafel, die mehr als 4000 Jahre alt ist, ist ein sehr frühes Seifenrezept verzeichnet und auch die germanischen und gallischen (also keltischen) Völker kannten und benutzen Seife. Das behaupten jedenfalls die römischen Geschichtsschreiber ;-). Auch die alten Ägypter hinterliessen Seifenrezepte (ca. 2700 vor Ch.).
In allen überlieferten Rezepten wird davon gesprochen, dass eine Mischung aus Pottasche und Ölen gekocht wird. Diese Seife hatte zunächst weniger einen kosmetischen Effekt und wurde häufig zur Reinigung der Kleider benutzt oder als Medizin bei Hauterkrankungen.
Die Germanen und Kelten benutzen die Seife dann erstmals als Kosmetik: sie bleichten damit ihre Haare oder benutzen sie als „Haarwachs“, die Römer kamen erst ca. 200 nach Ch. Auf die Idee, Seife auch zur Körperpflege zu nutzen.
Die Araber setzten der Seife Ätzkalk hinzu, erfanden somit die feste Seife und perfektionierten die Kunst. Im Mittelalter kam das Seifensiedens über den vorderen Orient nach Mitteleuropa: zunächst waren die Reichen und Mächtigen im Genuss der duftenden Kosmetik, später, als Badehäuser auch den breiten Massen zur Verfügung standen, kam auch das einfache Volk in den Genuss der Seife.
Heute macht man ...bzw. ich.. Seife als nettes kleines Hobby selber. Natürlich benutze ich keine Pottasche, die Herstellung wäre zu aufwändig – ich setze Natronlauge hinzu. Die gibts in der Apotheke im Kilopack. Sie ist sehr ätzend, deshalb arbeite ich mit Gummihandschuhen und Schutzbrille.
Mein Seifen siede ich im sogenannten Kaltverfahren, was eigentlich nicht kalt ist, sondern einfach nicht stundenlang kocht. Auch hier wird die Masse bis zum Schmelzen gebracht, im Fachchinesisch heisst das Seifen. Dabei entsteht aus den verwendeten Rohstoffen (verschiedene Fette, destilliertem Wasser, Natronlauge und evtl. Aromen (Teebeutel und Öle wirken da Wunder *g*) ein Brei, der hinterher erkaltet und nach und nach aushärtet. Und als Seife nutzbar ist. Am besten giesst man die noch halbflüssige Seife in eine Form, lässt sie erkalten und schneidet sie dann in einzelne Stücke. Diese Stücke lässt man 2-4 Wochen trocknen. Benutzt man die Seife zu früh, ist es für die Haut ziemlich unverträglich, denn die Säure ist noch arg erhalten.
Kurz und gut, es macht Spass und man hat auch was davon. Man kann es ohne Probleme in der Küche machen, sollte aber darauf achten, dass keine Spritzer auf Essbarem landen. Ich verwende nur natürliche Inhaltsstoffe, z. B. Olivenöl und Kakaobutter, damit ist sie z.B. auch für Menschen mit Hautempfindlichkeiten benutzbar.
Vielleicht kann ich bald einige Fotos einstellen, momentan hab ich keien
nachdem mich der Wahn vollends gepackt hat, siede ich eine Seife nach der anderen. Es macht süchtig! Mit meinen Kindern habe ich einen Märchenserie kreiert. Eine Seife namens "Hänsel und Gretel" ist bald waschtauglich (die muss nach dem Sieden erstmal ordentlich trocknen, weil die frischgesiedete Seife zu alkalisch ist und die Haut verätzt), ein mit Namen "Hans im Glück" auch. "Dornröschen" schlummert schon tief und fest und morgen kommt "Aschenputtel" dran . Wenn ich mal gut drauf bin, kann ich sicher auch gute Fotos von dem Kram machen *g*
Ihr dürft mal munter raten, was in den Seifen ist und wonach sie wohl duften
das klingt total super, nach Spaß und nützlich obendrein :-)
Nun, dann fang ich mal an zu raten. Also, "Dornröschen" duftet bestimmt nach Rosenblüten. Bei "Aschenputtel" muss ich spontan an Bergamotte denken, keine Ahnung warum. "Hänsel und Gretel" vielleicht nach Zimt, wegen dem leckeren Knusperhäuschen, oder nach Kiefer und Pinie, weil die Geschichte im Wald spielt. Bloß zu "Hans im Glück" fällt mir leider nichts ein.
Die Tipps von Huelga sind schon ganz gut, denke ich. "Hans im Glück" riecht bestimmt nach einer Mischung aus Gold und Schwein.
Gruß Laerd
Die gute Zeit vergisst man in der schlechten
"Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind: Das Universum und die menschliche Dummheit. Bei dem Universum bin ich mir da nicht so sicher." (Albert Einstein)
"Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind: Das Universum und die menschliche Dummheit. Bei dem Universum bin ich mir da nicht so sicher." (Albert Einstein)
Höhö, welch Gedanke: Goldschwein...da lass ich mir doch glatt auch noch ein Rezept einfallen *ggg*
Huelgas Tips sind wirklich gut: Dornröschen ist eine Rosenwasser/Hagebuttenseife (Hagebutte ist die wilde Heckenrose ;-) ) Hänsel und Gretel ist eine Lebkuchengewürz/Honigseife mit Mandelöl , riecht lecker und sieht aus lecker aus. Aschenputtel ist Kokosmilch Lavendel, zartgrau bis Fliederfarbe, und ganz lecker-
Tja, und Hans im Glück ist etwas ganz anderes als ein Goldschwein, nämlich eine Seife mit Zitrone,Minze und Klee. Oben drauf sind auch Kleeblätter von unserer Gartenwiese, da waren mindestens 2 4-blättrige dabei *g*.
Neueste Seife sollte werden: Frau Holle: Holunder/Kokosmilch - ist aber farbtechnisch misslungen , denn im Prozess der chemischen Wandlung wurde aus der weissen Kokosmilch eine knallorange! Mittlerweile ist die Seife zartorange mit pinken Tupfen - und sowas geht für Frau Holle und Holunder ja überhaupt nicht.
Wenn ich meine Kamera wiederhab (verliehen), dann mach ich mal Fotos ****************************************************
Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist, als die Angst. (Ambrose Red Moon)
so, die ersten beiden Seifen der Märchenkollektion sind reif! Seit ca. 10 Tagen benutzen wir sie richtig: die braune (Hänsel und Gretel) ist lecker duftend und hat eine sehr feinen, weichen Schaum. Die Hans im Glück ist frisch, anregend und ebenso lecker, hat aber weniger Schaum. Mal gucken, wie sich die anderen so machen...
hm... wie war das nochmal mit den Fotos einbinden?
die rechts sieht ja aus wie Marzipankuchen mit Mohn . Verkaufst du die auf Märkten?
Die Gute-Seifen-Sucht habe ich auch, nur selbergemacht habe ich noch keine. Kann ja noch werden, aber es sind bestimmt noch 20 Stück in meinem Schrank ... obwohl, morgen fängt hier der Weihnachtsmarkt an
Grüne Grüße Brigid
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Wer Schmetterlinge liebt, muss mit Raupen leben können.
Die Seifen sehen ja richtig edel aus. Danke für die schönen Fotos! Ich kann mir den Duft gut vorstellen. Auf einem Markt würden sie sich sicher gut machen.
Schöne Grüße Laerd
Die gute Zeit vergisst man in der schlechten
"Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind: Das Universum und die menschliche Dummheit. Bei dem Universum bin ich mir da nicht so sicher." (Albert Einstein)
Danke, Ihr beiden! Ich verkauf sie aber noch nicht, da muss ich erst noch ordentlich üben *g* Gerade heute hab ich festgestellt, dass meine am Dienstag gesiedete Milch-Avocado-Seife nix geworden ist. Sowas passiert immer mal wieder... Und wenn man die Dinger verkaufen will, dann hat man ordentlich mit dem Gesetzwerk zu tun: 1000 Richtlinien und Untersuchungen, die anfallen. Kann ich mir gar nicht leisten. Aber Spass machts trotzdem!
Ich denk, ich probiers evtl. als Schaugewerbe oder irgendwie anders auf MA-Märkten -- aber gemach, gemach...
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