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Hallo liebe Raben, durch meine Mittelalter-Liebe bin ich in die Kreise des Mittelalter-fahrenden-Volkes geraten *g* - und hab mir so manche alte Handarbeiten angeeignet. Meine Vorliebe gilt hier dem Brettchenweben. Das ist schon ewig alt, es gibt belegte Funde aus dem alten Ägypten und aus fast allen Gegenden der Welt. Die Techniken ähneln sich sehr, egal ob man afrikanische Brettchenborten, asiatische oder die der Wikinger vor sich hat. Es gibt unzählige Modelle von Brettchenwebstühlen, je nach Region unterschiedlich aussehend. Die Borten wurden primär als Verzierung von Gewändern benutzt. Sie waren teuer und deshalb den Armen vorenthalten. Je aufwändiger und reicher eine Borte gewebt war, umso teurer war sie. Handwerker der Wikinger verzierten z. b. ihre Tuniken/Hemden mit schmalen, einfach gemusterten Borten. Der bekannteste Fund, der auch die ganz Kunstfertigkeit der Brettchenweber belegt, ist der Mantelfund des Keltenfürsten von Hochdorf. Hier ein Link dazu: http://home.arcor.de/aisling/geschichte/geschichte.html Im Prinzip ist es ganz einfech: man braucht Garn, einen Gürtel, einen feststehenden Gegenstand, der Druck aushält und Brettchen. Brettchen sind kleine, meist quadratische Täfelchen aus Holz (pappe, Metall etc..), die mit der immer gleichen Anzahl an Löchern versehen sind. Durch diese Löcher werden die Kettfäden gezogen. Je nachdem, wieviele Brettchen ich mit scheere (mit dem Kettfaden bespanne), welche Garnfarbe ich aufziehe und in welcher Richtung ich die Kettfäden ziehe, lege ich fest, wie das Muster meiner Borte sein soll. Wenn ich meine komplette Anzahl an Brettchen vorbereitet habe, kämme ich die Kette glatt und befestige sie an dem Gegenstand, der ordentlich Druck (besser "Zug") aushalten kann. Bis ich meine Webstühle hatte, diente meine Küchenheizung hervorragend dafür. Das rückwärtige Ende der Kette, an dem sich auch die Brettchen befinden, befestige ich an einem Gürtel, den ich um den Bauch gebunden habe. Fertig ist der einfachste Webstuhl. Nun noch ein Schiffchen mit dem Schussfaden bestücken und dann wird gewebt. Durch das Weben mit dem Schussfaden und dem paralell dazu stattfindenden Drehen der Brettchen in Vorwärts oder Rückwärtsrichtung legen ich die Musterbildung endgültig fest und bilde das Gewebe. Ich versuch hier gleich mal ein unscharfes Bild anzuhängen *g* Dabei verwende ich einen selbsgebauten Brettchenwebstuhl, den ich aus einem Ikea-Bekväm Gewürzregal gebastelt habe . Ich besitze noch einen Webstuhl, mit dem ich bis zu 3,5. m lange Borten weben kann. Die Freaks unter uns färben und spinnen ihr Garn selber, natürlich mit echt authentischen Färbepflanzen gefärbt, und benutzen auch nur damals schon vorhandene Garne: Leinen, Wolle, Seide. So, um Euch nicht weiter zu verwirren, stop ich jetzt erstmal meinen Redefluss *g* Liebe Grüsse Alvara **************************************************** Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist, als die Angst. (Ambrose Red Moon)
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