heute bakam ich von Margret Silvester (einige von Euch werden sie von den Gastbeiträgen des Rabenbaums kennen) einen Genesungsgruß. Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass Sie eine Dateianlage mitgeschickt hat.
Ich möchte Euch dieses Märchen, dass eigentlich einRätsel ist, nicht vorenthalten und bin gespannt, wer die Lösung herausfindet?
Zitat von von Margret SilvesterDer wilde Rabe und die weise Frau (Fast ein Märchen, aber eher ein Rätsel)
Vor langer Zeit lebte in einem Wald eine weise Frau, die sich mit nichts anderem als Kräutern und Pilzen befasste. Dies war ihr Lebensinhalt. Und von weitem kamen Menschen zu ihr, weil sie mit diesen Kräutern und Pilzen jegliches Leid heilen konnte. Nun kann man deshalb verstehen, dass sie wie niemand anderes darauf angewiesen war, Kräuter und Pilze zu finden. Jeden Morgen ging sie mit der Morgendämmerung weite Wege ab und erntete hier Kräuter und dort Pilze. Sie ließ immer ein paar stehen, damit sie sich wieder vermehren konnten und so hatte sie über viele Jahre die Balken ihres Hauses mit getrockneten Kräutern behängt und auf den Regalen lagen die getrockneten Pilze. In Flaschen reiften Heiltränke und ab und an brodelte ein Süppchen auf dem Herd. Um ihre Plätze mit den besten Kräutern und Pilzen schnell und auch bei schlechtem Wetter wieder zu finden, hatte sie sich ein paar kleine Wegmarkierungen gesetzt. So war eine Weide mit einem grünen Faden geschmückt, an einen Ilex hatte sie ein Fähnchen gesteckt. Beim Ligusterbusch musste sie nach links und die Dornenhecke gleich danach war ihr Zeichen zum rechten Abbiegen. An der noch jungen Erle am Bach wuchsen wilder Majoran und Bärlauch. Weiter im Wald ragte eine Rotbuche wie ein Wahrzeichen über alle anderen Bäume. Eine zweite Rotbuche wuchs am Hang, und unter ihr hatte sich erstaunlicher Weise ein Ahorn ansiedeln können, was ein besonders guter Wegweiser war. Die fünf Birken um eine Esche gruppiert waren der Platz für die leckersten Morcheln. Mit diesem Einsammeln in der Morgendämmerung verstrichen die Jahre und die weise Frau wurde es nie müde, ihren Weg abzuschreiten und mit reichem Beutel wieder heimzukehren. *
Als nun eines Tages wieder ihre Vorräte praktisch aufgebraucht waren, war ihr darum sehr zu tun, sie schnell wieder aufzufüllen. Also machte sie sich erneut in der Morgendämmerung auf den Weg, denn jeder Mensch weiß, dass dies die Zeit ist, in der man die heilendsten Kräuter und die stärksten Pilze finden kann. Sie ging tief in den Wald hinein und suchte nacheinander die magischen Plätze auf, an denen sie ihre Kräuter und Pilze wusste. Wie groß war ihr Erstaunen, als sie nicht ein einziges Kräutlein und nicht einen einzigen Pilz fand, weder frisch noch modrig. Sie vermochte den Grund nicht zu erkennen. Noch niemals zuvor war dies geschehen. Als sie an dem Platz mit den Birken und der Esche ankam, war sie nicht wenig erstaunt. Dort hockte statt der Kräuter und Pilze, die sie zu finden gehofft hatte, ein wilder Rabe. Groß wie ein Schulkind und schwarz, wie er es natürlich auch sein sollte. Sie sahen sich eine Weile stumm an, die Frau und der Rabe, und die Frau hätte sich nicht weise nennen dürfen, wenn sie nicht augenblicklich einen Zusammenhang zwischen dem Raben und dem Verschwinden der Kräuter und Pilze erahnt hätte. So fragte sie ihn: „Sag mir, wie kommts, dass ich heute alle meine Gärten leer vorfinde?“ Der Rabe zwinkerte mit seinen beiden alten Seelenaugen und schnarrte eine Antwort, die ihr gar nicht behagte: „Deine Gärten? Du hast über Jahre und Jahre im Wald abgeerntet und zu keinem Zeitpunkt hast du mir etwas dafür gegeben. Denn wisse, diese Gärten sind meine Gärten. Und du durftest die Kräuter und Pilze nur holen, weil ich es dir erlaubt habe.“ Die weise Frau war über diese Worte sehr überrascht, denn sie hatte den Raben in diesem Wald noch nie zuvor gesehen. So überlegte sie eine Weile und gab dann zurück: „Wie konnte ich dir etwas für die Pflanzen geben, wo ich doch gar nicht eingeweiht war, dass es deine Gärten sind? Ich habe dich hier noch nie gesehen.“ „Nun“, antwortete der Rabe mit seiner eindringlichen Stimme, „dann bist du nicht die weise Frau, für die du dich hältst. Und ich mag es fast gar nicht glauben, dass du mich noch nie gesehen hast.“
Die weise Frau dachte lange darüber nach und dann wusste sie, wo sie den wilden Raben schon gesehen hatte. Ja, wo denn wohl?
Wie kommt der Rabe darauf, dass die weise Frau ihn schon gesehen haben muss?
Viel Spass Ansuz
"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)
In Antwort auf:Sry...Inga! Das mim Heiraten wird nichts!
Was geht da für eine einmalige Gelegenheit dahin..Zwei solche Scharfsinnige und könen nicht zueinander finden mal schauen, ob Deine Lösung stimmt, sonst wirst Du ohnehin noch bei mir nach der Lösung betteln Aber dann kann es sein, dass Max schneller war
Liebe Grüße Inga
"Ich könnte nicht an Projekten arbeiten, die nur deshalb für einige nützlich sind, weil sie anderen schaden."
(René Descartes (1596-1650), frz. Philosoph u. Mathematiker)
nö...ich hab's noch nicht rausgefunden. *Bärinwissenwollenabertrotzdem*...heiraten kann ich nu'aber nicht. Was mach'mer denn jetzt? (Ich weiß schon, ich muss wohl noch ein wenig grübeln....*schmoll*).
Liebe Raben, ich grüble immer noch, habe schon Google zu hilfe gebeten, aber ich komme einfach nicht drauf. Da ich grundsätzlich gegens heiraten bin, muss ich dann wohl auch noch weiter grübeln. Oder ein netter Rabe erlöst mich von meinem Denkleiden
Liebe Grüße Algiz
Ps Das Märchen ist wirklich schön, und ich denke wie der Rabe es schon sagt, wenn ich mir etwas von der Natur ausleihe, dann muss ich ihr auch was zhurück geben ________________________________
Wenn du eine weise Antwort verlangst, mußt du vernünftig fragen - Johann Wolfgang von Goethe -
MACHT ZU BESITZEN UND NICHT AUSZUÜBEN IST WAHRE GRÖßE - FRIEDEL BEUTELROCK-
nein, die Orginal-Edda hab ich nicht. Ist das Voraussetzung für die Heirat. Dann muss ich wohl doch nach einer "Ohne-Orginal-Edda-Frau" umschauen. Schade aber was solls?
Liebe Grüße wotan28
Nur dem, der sich selbst helfen kann, is es möglich auch anderen zu helfen. (Sigurd W.)
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