|
Alraune Mandragora weitere Namen Doowurz, Drachensuppe, Hoden des Dämon, Menschkraut, Halbmenschenpflanze, Meister des Lebensatems, der Alraun, das Alruneken, Arun, Oraunl, Uraundl, die Alruncke, baaras, Galgenmännchen, Springwurz, Wurzelknecht, Dollwurz oder Zauberwurzel, niederl. pisdiefje; armenisch Adamowa golowa (»Adamshaupt«), isländisch thjofarót (»Diebeswurzel«) und arabisch »Teufelsapfel Familie
Solanaceae (Nachtschattengewächse) Formen und Unterarten
Wahrscheinlich gibt es mehrere Varietäten, die ursprünglich als eigene Arten beschrieben worden sind. Mandragora officinarum L. var. officinarum Mandragora officinarum L. var. haussknechtii Mandragora officinarum L. var. hybrida Mandragora officinarum L. var. vernalis Mandragora officinarum L. var. autumnalis Die Alraune enthält in der Wurzel und in den Blättern u. a. bis zu 0,4% Tropanalkaloide, vornehmlich (S)-Hyoscyamin und (S)-Scopolamin. Die Früchte können für Kinder eine Gefahr darstellen. Die typischen Vergiftungserscheinungen sind starke Pupillenerweiterung (Glanzaugen), fehlendes Erbrechen, gerötete, trockene und heiße Haut sowie Pulsbeschleunigung. Bei starker Vergiftung erfolgt Bewusstlosigkeit und narkoseähnlicher Schlaf. Durch Atemlähmung kann es zum Tod des Patienten kommen. In unseren Breiten ist jedoch eine versehentliche Vergiftung mit der Alraune nahezu ausgeschlossen. Heilwirkung und Medizinische Anwendung
Die Alraune findet in der Homöopathie Anwendung bei depressiven Zuständen, bei gewissen Magen- und Leberstörungen sowie bei entzündeten Gelenken und Ischias. Mandragora HAB 34; Alraun, das frische Kraut. Anw.-Geb.: Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen. Mandragora äthanol. Decoctum HAB 1, die getrockneten Wurzeln. Anw.-Geb.: anthroposophische Therapierichtung. Mandragora e radice siccato HAB 1, die getrockneten Wurzeln. Anw.-Geb.: Kopfschmerz, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Verdauungsschwäche bei Leber-Galle-Störungen, Ischiasschmerz. Die Ähnlichkeit der Wurzel mit dem Menschen war auch Hildegard von Bingen aufgefallen. Sie empfahl, den der Wurzel innewohnenden teuflischen Einfluss durch Waschung in Quellwasser auszuspülen. Hildegard verschrieb die Alraune gegen übersteigerten Sexualtrieb. Dafür lege man sich eine Wurzel zwischen Brust und Nabel, einen Teil belasse man am Körper, den anderen zerreibe man und nehme ihn mit etwas Kampher ein. Andere Anwendungen sind die Rinde der Alraune gegen Augenleiden oder zur Geburtshilfe, besonders bei abgestorbener Leibesfrucht. Vorkommen
Die Alraune gedeiht im Mittelmeerraum, vor allem in den östlichen Regionen, und auf Kreta, Sizilien und Zypern. Aber auch in Nordafrika, Kleinasien und im Vorderen Orient bis hin zum Himalaya ist sie zu finden. Bevorzugt wächst sie an sonnigen, felsigen und trockenen Stellen, auf Schuttplätzen und brachliegenden Feldern, sie ist eine Ödlandpflanze. Anbau
Die Vermehrung der Alraune geschieht durch Samen, wobei die Samen vorgekeimt werden sollten (Kältebehandlung ist sehr wichtig!). Wenn sich die Pflanze dann zeigt, sollte man sie in große Töpfe umpflanzen, da die Wurzel bis zu 1 Meter lang werden kann. Die Erde sollte aus Muttererde und einem Sandanteil bestehen. Die Überwinterung in Mitteleuropa ist auch nicht sonderlich schwierig. Im Herbst wird die Pflanze mit Laub bedeckt und sollte so den Winter überdauern. Wenn sich dann im Frühjahr nicht gleich Blätter bilden, liegt das daran, dass erst im Frühsommer die Vegetationsphase einsetzt. Mit den var. autumnalis werden i.d.R. bessere Keimergebnisse erzielt als bei var. officinarum. Bezug von Samen und/oder Pflanzen, siehe die Werbungen hier am Rand ;-) Blattaustrieb im Frühsommer, Blüte im Mai. Bei var. autumnalis liegt die Blütezeit im September bis November. Beschreibung
Alraune ist eine mehrjährige, stengellose Pflanze. Die Alraunenwurzel wächst bis zu 50 cm tief in die Erde und ähnelt, ihrer Verzweigungen wegen, einer menschlichen Gestalt. Einmal im Jahr kommt es zum Blattaustrieb. Die Alraune hat eine Blattrosette mit 40 cm langen, dunkelgrünen Blättern. Sie sind am Rand gekräuselt, ihre Oberfläche ist runzelig. Die 3 - 4 cm großen, violetten, glockenförmige, fünflappige Blüten wachsen aus der Rosette heraus; die Pflanze trägt orangerote Früchte, die von der Größe eines kleinen Apfels sind und unangenehm riechen. Die Alraune, botanisch Mandragora, ist eine giftige Heil- und Ritualpflanze, die seit der Antike vor allem wegen ihrer besonderen Wurzelform, die der menschlichen Gestalt ähneln kann, als Zaubermittel gilt. Benannt wurde sie angeblich nach der altgermanischen Seherin Alruna, der Ausdruck leitet sich von ahd. alb»Alb, Mahr, Faun«; und rûnen»leise sprechen«,»heimlich flüstern«, got. Runa »Geheimnis«, oder nord. run»Geheimnis«,»Rune«ab. Bei den alten Griechen und Römern hieß sie auch Circea, nach der Zauberin Circe. Der Gattungsname Mandragora setzt sich zusammen aus dem griechischen mandra für Stall und agora für Sammelplatz, was darauf schließen lässt, dass die Alraune früher in der Nähe von Stallungen zu finden war. Geschichtliches
Die Alraune gehört mit zu den ältesten Heilpflanzen. Sie wurde schon vor 4000 Jahren von den alten Ägyptern als Liebestrank und Schlaf- sowie Schmerzmittel verwendet. Die Pflanze wurde im Papyrus Ebers unter dem Namen "dja-dja" erwähnt und als Grabbeilage in den Pyramiden gefunden; auf dem Gewand Tut-Ench-Amuns waren Alraunenfrüchte dargestellt. Auch die Bibel weiß über die Früchte der Alraune zu berichten. In Griechenland waren die Früchte der Mandragoras der Göttin Aphrodite geweiht, die daher den Beinamen Mandragoritis trug. Ob hier schon die heute so bezeichnete Alraunwurzel gemeint ist, muss offen bleiben. Bei dem Aristoteles-Schüler Theophrast wird die Alraun-Pflanze explizit als Aphrodisiakum erwähnt, das von betrügerischen Wurzelgräbern angepriesen wurde. Bei der Ernte sollte die Alraune dreimal mit einem Schwert umkreist werden. Auszugraben war sie dann mit einem nach Westen gerichteten Gesicht. Derweil tanzte ein anderer im Kreis und besang die Liebeskraft In der Antike wurde bereits die Alraune bei Gallenbeschwerden, bei Schmerzen und Erkrankungen der Augen, zur Fruchtbarkeit, bei Geschwulsten und auch bei Schlangenbissen zur Heilung empfohlen. Und schon damals benutzte man die Pflanze als Narkosemittel, wie Dioscurides schreibt: "Man macht einen Wein aus den Rinden der Wurzeln ... und gibt ... denjenigen, die man schneiden oder brennen will zu trinken ... denn sie fallen dadurch in einen Schlaf, welcher ihnen alle Empfindlichkeit nimmt". Ferner weiß er zu berichten, dass die Wurzel „närrisch und unsinnig“ macht und wer sie eingenommen hat 3 - 4 Stunden bewusstlos schläft. Allerlei mystische Vorstellungen wurden um die Alraunenwurzel gesponnen. Auch bei Plinius heißt es, dass vor dem Ausgraben der Wurzel, mit einem Schwert in dreifacher Kreis um die Pflanze gezogen werden müsse. Flavius schrieb, man müsse die Wurzel mit Urin und Menstruationsblut befeuchten, ansonsten ließe sie sich nicht aus der Erde ziehen. Auch im Mittelalter war man der Meinung, nur unter allerlei Beschwörungen und nur in Mondnächten zur Sonnenwende, könne die Wurzel ausgraben werden. Um die Alraunwurzel zu erhalten, am besten in der Johannesnacht zum 24. Juni, empfahl sich der Beistand eines schwarzen Hundes. Weil die Alraune einen Schrei ausstößt, wenn sie aus der Erde gezogen wird und jeder, der den Schrei hört, dem Wahnsinn anheim fällt, sollte diese gefährliche Arbeit besser dem Hund überlassen bleiben. Den binde man an die halb ausgegrabene Wurzel und entferne sich rasch. Wenn man dann das treue Tier ruft, kommt es angesprungen und reißt dabei die Wurzel aus dem Boden, stirbt aber augenblicklich am Schrei der Alruncken. Sich selbst schütze man durch Verstopfung der Ohren. Paracelsus spottet damals über die einfältigen Menschen, die sich dem Glauben an die Alraunenwurzel hingaben. Vielfach wurden gefälschte Alraunenwurzeln, geschnitzt aus der Zaunrübe und aus Enzianwurzeln, feilgeboten. Manche andere Pflanze ähnelt der Alraunwurzel und wurde darum gern in betrügerischer Absicht für dieses gefährlich zu erwerbende Zauberkraut ausgegeben und teuer verkauft, beispielsweise das Schöllkraut. Eine Pflanze, deren Wurzel wie die der Alraune dem Menschen ähnelt ist der asiatische Ginseng. Als Glücksbringer wurden die Alraunen teuer gehandelt, denn sie bringen ihrem Besitzer Geld, günstigen Richterspruch vor Gericht und Erfolg in der Liebe, auch eignet sie sich als Zutat für die Hexensalbe. Dies bewirken die Galgenmännlein, die besonders unter Galgen aus Blut oder Sperma der Gehängten hervorgehen und die als Alraunwurzeln erhältlich sind. Im Mittelalter wurde die Alraune mit Gold aufgewogen. Sie war nicht zum Einnehmen vorgesehen, sondern wurde einmal täglich gewaschen, in trockene Tücher gelegt und schließlich wieder in einem kostbaren Schränkchen aufbewahrt. Es muss eine wahre Alraunensucht damals stattgefunden haben, denn im Jahre 1611 sah sich Herzog Maximilian von Bayern dazu genötigt ein Verbot zu erlassen, die Alraunenwurzeln auszugraben und mit ihr Zauberei und Hexerei zu betreiben. Auch zur Bereitung von Liebestränken wurde die Alraunwurzel verwendet. Die Früchte der Alraune sind womöglich die Liebesäpfel des Alten Testaments. Aus der Mandragora-Wurzel sollen außer den Galgenmännlein verschiedene elbische Wesen entstehen, beispielsweise die Skzrate. Alraune (auch Ölrun, Alaruna) hieß auch eine der drei Schwanenmädchen, die die Brüder Wölund, Egil und Schlagfider heirateten. (Edda, Wölundlied). Auch bei Shakespeare (und vielen anderen Schriftstellern) fand die Alraune Zugang zur Literatur, der Zauberer Mandrake ist nach ihr benannt. Räuchern
Als Räucherpflanze kann die Alraune Führerin in andere Welten sein, was auf die psychoaktiven Tropanalkaloide zurückzuführen ist. Vorsicht, sie ist giftig, und deshalb sollten beim Räuchern die Fenster geöffnet sein. Der Geruch, der der Alraunenwurzel beim Räuchern entweicht, erinnert an modrige Erde. Deshalb sollte sie mit wohlriechenden Harten wie z.B. Copal, Weihrauch oder Myrrhe vermischt werden. Die getrocknete Wurzel wird als Räucherung zum Orakel, für Astralreisen, Kontakt mit Ahnenkräften, Erdwelten und Erdwesen verwendet. Die Früchte werden bei Liebesräucherungen eingesetzt. All dies ist jedoch nur ein kleiner Teil der Geschichten um die Alraune Brigid ^^^^^^^^ Wenn der Nebel sich lichtet, sieht man den Regen (Irland)
|