ich habe den Eindruck, ich muss Euch mal wieder mit einer meiner beliebten Fragen aus Eurer Frühjahrs-Lethargie holen
Seit einigen Tagen interessiere ich mich brennend für das Thema "Schamanismus". Eine schamanische Reise habe ich noch nicht gemacht, aber solch Sachen wie, "die Welten", das "Krafttier, sind mir schon bekannt. Wie verhält es sich eigentlich mit dem germanischen Schamanismus? ist das Einstiegsritual das gleiche? Ich habe noch keine erschöpfende Auskünft finden können und deswegen wende ich mich vertrauensvoll an Euch
Handelt es sich bei der "Pfadarbeit " um Meditation? Um die Runen beser verstehen zu können, möchte ich gerne Yggdrasil und die neun Welten ergründen. Hat jemand von Euch schon einmal damit Erfahrungen gesammelt? Ich habe gelesen, dass es beispielsweise keinen direkten Weg zwischen Asgard und Hel gibt (ist ja auch eigentlich klar)und dass eine Reise nach Hel auch nicht so ganz einfach sein soll?
@Hugin: und könntest Du vielleicht eine neue Rubrik eröffnen?
Schönes Thema – mit so vielen Fragen. Scheinbar weiß hier keiner von uns die Antworten darauf. Von daher können wir ja nur versuchen, uns da über ein paar Umwege ranzutasten.
In Antwort auf:Eine schamanische Reise habe ich noch nicht gemacht, aber solch Sachen wie, "die Welten", das "Krafttier, sind mir schon bekannt.
Hier geht´s schon los. Ist das germanische Krafttier identisch mit dem aus der normalen schamanischen Reise? Also wenn dem so ist, müsste man ja erst runterkrabbeln, seinen Liebling abholen und nach Mitgard gehen. Ok, bis dahin ist ja noch alles klar. Dann die Zielwelt vor Augen führen, obwohl man ja nur von ihr gehört oder gelesen hat, aber egal, dann die Wegrune visualisieren und sich anhand der dazugehörigen Symbole auf den Weg machen. Diese Symbole helfen einem dann z. B. auch an den Kreuzungspunkten, indem sie einem die Richtung weisen. Wenn man dann die die Welten um Mitgard kenngelernt hat, könnte man anfangen, gemeinsam mit seinem Krafttier gleich direkt in eine andere Welt zu gehen, um so die unterschiedlichen Wege zu erkunden und um zu erleben, welches Gesicht der Welt sich zeigt, wenn man sich ihr von woanders aus nähert.
Ganz schön umständlich, der totale Systemmix, aber ne Möglichkeit. Was meint Ihr?
In Antwort auf: Hier geht´s schon los. Ist das germanische Krafttier identisch mit dem aus der normalen schamanischen Reise?
Ich glaube nicht Im "germanischen" sind die Fyglia`s Tiere oder Schutzgeister die den jeweiligen Runen entsprechen. Aber die Idee, Ingas Frage zu einer gemeinsamen Diskussion zu entwickeln, gefällt mir ausgesprochen gut. Leider geht es mir im Moment gesundheitlich nicht so besonders. Von daher werde ich mich vorrübergehend ein wenig rar machen.
mit dem germanischen Schamanismus habe ich keine Erfahrung. Ich habe mich jedoch schon einmal (laienhaft) mit Pfadarbeit beschäftigt.
In Antwort auf:Handelt es sich bei der "Pfadarbeit " um Meditation?
Irgendwie schon. Da Du ja eine gewisse Vorstellungskraft benötigst um die Rahmenbedingungen zu schaffen. Hast Du dies erreicht, läuft der Rest eigentlich wie bei der schamanischen Reise. Allerdings kommst Du zurück, wenn Deine Frage beantwortet ist und wirst nicht von der Trommel gerufen.
Bei der Pfadarbeit hast Du kein Krafttier dabei. Allerdings ein festes Ziel vor Augen und unterwegs triffst Du auf verschiedene Helfer.
In Antwort auf: Ganz schön umständlich, der totale Systemmix, aber ne Möglichkeit. Was meint Ihr?
und eine sehr interessante obendrein
Mich würde mal interessieren wie Ihr Euch die einzelnen Welten vorstellt? oder besser gesagt, wie würdet Ihr Euch auf die Pfadarbeit z.B. nach Midgard einstimmen?
Ich habe eigentlich gemeint, wie beginnt Ihr die Reise? auf einen Feld mit Mohnblumen? in einer Großstadt? oder vielleicht bei Aldi auf der Suche nach den Eiern?
Meine Frage war: Wie stimmt Ihr Euch ein?
Da Midgard nun nicht gerade winzig ist, finde ich die Frage berechtigt.
Die Mohnblumenwiese ist schon mal gut, die nehmma Da sollte dann aber auch ein Baum draufstehen. Die Wiese sollte ein bisschen höher liegen, so wie auf einer sanften Düne und unten wäre dann ein einsamer Sandstrand mit nem See dahinter, der ganz ruhig ist und nur so ein ganz bisschen vorsichhinplätschert, also so ganz leichte Wellen, die von weit weg kommen, von nem Wasserfall, der aber nicht so leicht zu sehen ist, weil er um die Ecke rum ist, da müsste man dann hinschwimmen und -tauchen. Ach so und es müsste natürlich warm sein, nicht unbedingt heiß, aber eben so, daß man eben auch nachts nicht friert.
In Antwort auf:Und Du, wie würdest Du die Reise beginnen?
ich verlasse gut gefrühstückt mein kleines knuffiges Haus in dem vom Vorabend noch die Glut im Kamin knistert. Dann stehe ich auf der kleinen Dorfstraße gesäumt von sehr alten Bäumen, durch die die Morgensonne strahlt. Auf den Feldern sind die Menschen schon emsig am arbeiten, grüßen freundlich und im Hintergrund hört man das dengeln einer Schmiede.
Ich gehe den Weg hinunter auf wilde Blumenwiesen zu. Ich genieße die frische Luft und die Musik des Frühlings. Weit hinter den Wiesen liegt ein lichter, sonnendurchfluteter Laubwald und ein kleiner gewundener Weg führt hinein. Ich bin unruhig und irgendwie habe ich Angst. Trotzdem weiß ich aber, dass dieser Weg wichtig ist und mir etwas sehr wichtiges bevorsteht.........
war hier nicht eben noch ein Beitrag? Schon wieder der Geist?
...in mein Nest fallen die ersten Sonnenstrahlen des Tages. Mein Gefieder wird erwärmt. Es ist Zeit aufzubrechen. Ich stehe am Rand des Nestes strecke die Flügel aus , schlage ein wenig damit um mich aufzuwärmen. Ich lasse mich aus der Baumkrone fallen und spüre den warmen Wind in den Flügeln. Zwei , drei Flügelschläge und ich sehe unter mir das geschäftige Treiben der Dorfbewohner. Ich kreise über dem Dorf und schraube mich immer weiter in die Lüfte. Am Horizont sehe ich ein Gewitter aufziehen. Dunkle Regenwolken ziehen im extremen Kontrast zum Sonnenschein auf und auf einmal kann ich in der Ferne Bifröst erkennen.......
Der Thread hier ist ja schon älter und ich weiß nun natürlich nicht, ob du mittlerweile schon eine für dich anwendbare Methode des Reisens entwickelt hast. Aber vielleicht kann dir folgendes dennoch weiterhelfen.
Es handelt sich hier um eine Reisetchnik, die dem keltischen Wetl- und Anderweltbild entspringt, und so zumindest nicht allzuweit entfernt vom nordischen Gedankengut liegt. Eine expliziet germansiche Technik ist mir leider auch nicht bekannt.
Der Startplatz deiner Reise ist in diesem Fall eine Waldlichtung. Diese solltest du dir zuerst eine Zeitlang vorzustellen üben, bis sie wirklich "sitzt". Es ist "deine" Waldlichtung, du kannst sie also nach Belieben formen. Nun begibst du dich also dorthin. Du kannst im Hintergrund deine Trommelkassette laufen haben, oder was immer du auch sonst an Hilfsmitteln verwendest. Es kann auch Stille herrschen. Nun stell dir vor, wie plötzlich Nebel aufziehen. Der Nebel wird immer rasch dichter, bis du einen Moment lang gar nichts mehr siehst. Dann verzieht er sich wieder, und die Welt in der du dich nun befindest, ist die Anderwelt.
Die Anderwelt kann nun völlig anders aussehen als die Lichtung zuvor, sie kann ihr aber auch gleichen. Es steht dir nun frei, die Wälder zu erforschen, oder erst einmal auf der Lichtung zu bleiben. Um Zurückzukommen, oder falls du dich im Wald verirrst (was, sofern du dein Krafttier dabei hast unwarscheinlich ist), lässt du einfach wieder Nebel aufziehen und verschwinden. Du findest dich dann auf "deiner" Lichtung wieder.
Um nun expliziet Runenwelten oder die neun Welte Yggdrasyls zu bereisen, kannst du die Methode wie folgt erweitern: Stell dir auf deiner Lichtung einen großen Stein vor. In diesen Stein ritzt du die Runen, in deren Welten du reisen möchtest, oder Symbole für die entsprechende Welt des Weltenbaumes. Diese Symbole oder auch Bilder kanns du selbst entwerfen. Wichtig ist, dass du sie selbst mit der entsprechenden Welt in Verbindung bringen kannst. Der Nebel bringt dich dann jeweils in die entsprechenden Welten.
Im übrigen gelten für solche Reisen die selben Richtlinien, wie für alle anderen schamanischen Reisen auch.
Zum Thema Schamanismus allgemein, kann ich dir die Seite http://www.kondor.de empfehlen.
Ich der Hoffnung, dir hiermit vieleicht ein wenig weitergeholfen zu haben, mit reiseimpressionistischen Grüssen, Bragi.
So werden mir Wonne, Frohsinn und Freude, Frieden und Freundschaft, unter altheiligen Weiden, deren ruhiges Geraschel, mir weise Wünsche erfüllt; -Wärme gewinnt, wer Herzlichkeit hat. (Wunjo)
Dieses Forum ist Teil der Internetpräsenz www.rabenbaum.com.
Sollten Sie Fragen, oder Anmerkungen zu unserem Forum haben, dann beantworten wir Ihnen diese gern telefonisch oder per E-Mail. Sie finden unser Impressum unter anderem unter www.rabenbaum.com