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Dieses Thema hat 20 Antworten
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 Allgemeines zum Asatru
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Sigurd Offline

Altrabe


Beiträge: 1.900

18.07.2006 12:38
Tod antworten

Liebe Raben,

auch wenn dieses Thema für den einen oder anderen nicht gerade angenehm ist, gehört es zum Leben und ich möchte es hier gerne anschneiden. Interessant zu sehen ist, wie verschiedenen Kulturen mit diesem Thema umgehen.


Der biologische Tod ist in einigen Kulturen nicht gleichzeitig das endgültige Ende der Existens.

Bei den Germanen war der Tode im Grabhügel und konnte auf magische Art kontaktiert werden. Der Tode musste erst völlig vernichtet werden, bevor er Ruhe gab.
Wie uns bekannt ist, gab es bei den Germanen verschiedene Vorstellungen von "Nachwelten".
Ob es jedoch die Vorstellung der Widergeburt im heutigen Sinne gab, ist mehr als fraglich.

Grundsätzlich ist anzunehmen, dass sich "Jenseitsvorstellungen" in den Begräbnissitten spiegelten.
Aus den Megalithgräbern des Neolithikums kann man schließen, daß die Toten "zu den Ahnen gingen", dass also alle Tode im "Sippenverband" gemeinsam in einem großen "Gemeinschaftsgrab" ruhten.
In der Bronzezeit änderte sich dies jedoch. Die Toden bekamen einzelgräber, geschmückt mit Beigaben. Offenbar hatte das Indevium an stärke gewonnen, eventell glaubte man an ein "Fortleben" in bisheriger Form.
Die "Beigabensitte" verebbte nach und nach und die Leichenverbrennung wurde angewandt. Wahrscheinlich wurde die Asche des Verbrannten in einen menschgroßen Sarg gegeben und dieser dann wie gewohnt beigesetzt.
Fraglich bleibt, ob durch die Verbrennung der Toden ein "weiterleben" nach dem Tod möglich war, da sich die damaligen Menschen mit der Verbrennung nicht anfreunden konnten.
Hasenfratz schrieb: "Verbrennung des Toten ist oft da notwendig, wo seine Seele in ein himmlisches, und Erdbestattung, wo sie in ein unterirdisches Jenseits ziehen soll."
Einige Zeit später lebte dann die "Körpergrabsitte" wieder auf.
Dies könnte eine klare Abgrenzung vom Christentum sein, das die Beigabensitte verdammte. Offenbar wollten diese Heiden nicht von der Vorstellung ab, daß der Mensch ohne Beigaben nach dem Tod "weiterexistieren" kann. Aber wo existierte der Tode?


Einen ganz interessanten Ansatz bringt Gebühr zum Tragen: Er schildert sogenannte Sterbeerlebnisse oder Nahtod-Erfahrungen. Dabei schildern Menschen, die wieder ins Leben zurückgefunden haben, was sie kurz vor dem tatsächlichen Tod erlebt haben: Meist sahen die Menschen sich außerhalb ihres Körpers, nahmen einen Tunnel wahr, ein wesenhaftes Licht, aus dem auch eine Stimme sprach. Sie sahen Verwandte, Landschaften, Geistwesen und manchmal eine Art Grenze, z.B. einen Zaun, an der offenbar der tatsächliche Tod beginnt. Da sich diese Erlebnisse auffallend gleichen, spricht Gebühr ihnen archetypische Züge zu. Im Rückblick auf historische Zeiten, in denen es ebenfalls diese Erlebnisse gegeben haben muß, glaubt er, daß durch sie die frühen Jenseitsvorstellungen ausgeformt oder zumindest stark beeinflußt wurden. Ist also z.B. die Beigabensitte auf solche Berichte zurückzuführen? Viele Beigaben dienen der Mobilität - wußten die Lebenden von den jenseitigen Landschaften und der "Reise"? Gebühr fragt:

"Könnte es nicht sein, daß irgendwann ein nordeuropäischer Krieger der Eisenzeit benommen auf dem Schlachtfeld aufwachte und als erster den erstaunten Kameraden berichtete, er sei von ein paar bewaffneten weiblichen Engeln zu einer großen Festhalle gebracht worden, wo die verstorbene Verwandtschaft schon fröhlich feierte, während eine einäugige Lichtgestalt am Kopfende der Tafel ihm bedeutete, es sei noch zu früh, er solle noch einmal ins Leben zurückkehren?"

Dies müsste nun fürs erste reichen, meine Lieben .
Es gibt natürlich noch reichlich zu diesem Thema zu schreiben aber das werde ich nach und nach hinzufügen.

Liebe Grüße
wotan28


Nur dem, der sich selbst helfen kann, is es möglich auch anderen zu helfen.
(Sigurd W.)

Laerd Offline

Rabe


Beiträge: 464

18.07.2006 13:22
#2 RE: Tod antworten

Grüß dich, Wotan!

Danke, dass du das Thema angefangen hast. Bei den Bräuchen und Sitten hatten wir ja schon kurz damit angefangen. Da gibt es sicherlich noch viel zu schreiben. Von diesen "Jenseits-" oder "Nah-Tod-Berichten" habe ich auch schon gelesen. Wir haben das Thema sogar einige Zeit im Religionsunterricht besprochen (allerdings odinseidank religionsfrei ). Interressant fand ich da besonders v. Elisabeth Kübler-Ross, "Interviews mit Sterbenden", Kreuz-Verlag. Dort werden ähnliche Sterbeberichte und auch die verschiedenen psychologischen Phasen in Bezug auf tödliche Krankheiten etc. dargestellt.
Auch finde ich es in Bezug auf die Germanen interessant, wie wenige und doch so viel unterschiedliche Begräbnisformen entdeckt wurden. Die alten germanischen Stämme haben wohlwissend eng mit der Natur gelebt und sich ihrer Umwelt, inklusive der fremden, neuen Kulturen wie die der ersten Christen immer wieder angepasst (bzw. eben nicht ). Das halte ich für bemerkenswert. Wer würde sich heute trauen, drastische Änderungen in diesem Thema vorzunehmen? Die Kirche hat bis jetzt dort ihr Monopol, Seebestattungen oder Urnen auf dem eigenen Grundstück sind recht selten und dazu umständlich. Die relativ neue Form des "Friedwaldes" wurde lange Zeit von großen Teilen der Bevölkerung nicht akzeptiert, ich halte sie für eine großartige Alternative.

Schöner Gruß,
Laerd



Let the world hear these words once more:
"Save us, oh Lord, from the wrath of the norsemen!"

Sigurd Offline

Altrabe


Beiträge: 1.900

18.07.2006 19:57
#3 RE: Tod antworten

Lieber Laerd,

Dein Beitrag hört sich sehr interessant an. Es würde mich und die anderen Raben, denke ich, sehr freuen, wenn Du dein Wissen mit hier einbringst.

Liebe Grüße
wotan28


Nur dem, der sich selbst helfen kann, is es möglich auch anderen zu helfen.
(Sigurd W.)

Sigurd Offline

Altrabe


Beiträge: 1.900

19.07.2006 13:41
#4 RE: Tod antworten

Liebe Raben,

schauen wir uns als nächstes etwas die "Aufenthaltsorte der Toden" an:

Der "Unterwelt" Hel kommt eine große Bedeutung zu. Es wird davon ausgegangen, dass der Aufenthaltsort Hel eine germeingermanische Vorstellung war. Zur "Göttin" Hel, kommen die Menschen, die an Alter oder Krankheit gestorben sind. Ursprünglich ist Hel der "Aufenthaltsort" (aller) Toden.

"Deutlich als christl. Hölle ist H. in Snorris phantasievoller Beschreibung Gylf 33 aufgefaßt, wo er den Wohnort der Göttin H. in Niflheim = (hier) H., Niflhel beschreibt."
R. Simek

In der Edda werden noch weitere "Ruhestätten" sowie mythische Vorstellungen de Jenseitsvorstellungen genannt:
Walhalla ist die "Halle der Gefallenen", die Odin zu sich nimmt, um sie in die letzte Schlacht, Ragnarök, zu schicken.
Folkwang heißt der Ort, der der "Göttin" Freya zugeordnet ist. Ebenfalls ein Ort für gefallene Krieger. Auf der anderen Seite, kommen auch junge gestorbene Frauen an diesen Ort.
Frigga nimmt die Frauen zu sich, die z.B. während der Geburt starben. Ob nun die Neugeborenen oder die Geberenden gemeint sind, weiß ich nicht .
Aus dem Hárbarzljóð lesen wir heraus, daß die Knechte zu Thor kommen sollen, während Odin die "Wohlgeborenen" erhalte.
Für Gesetzesbrecher z.B. Mörder o.ä. gibt es den dunklen Ort Naströnd "Leichenküste."
Als weiterer dunkler Ort wird auch Niflhel gesehen, der oft mit Niflheim, der Eiswelt im Norden, gleichgesetzt wird.


Durchaus kann man sich Vorstellen, dass ein einfacher Bauer, zur damaligen Zeit, diese Vorstellungen der Edda nicht kannte. Dadurch gibt es eine "einfachere" Vorstellung von dem, was nach dem Tod kommt.
Vielleicht glaubte man früher auch, daß einige Tote im Umkreis ihrer Familien als spirituelle Beschützer verblieben.


"Dort sehe ich meinen Vater,
dort sehe ich meine Mutter,
meine Brüder und Schwestern,
dort sehe ich meine Ahnen von Beginn an.
Sie rufen nach mir,
sie bitten mich meinen Platz einzunehmen
unter ihnen in den Hallen von Walhalla,
wo die Tapferen ewig leben."
Der 13. Krieger

(Quelle: alte-sitte.de)


Liebe Grüße
wotan28


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(Sigurd W.)

Sigurd Offline

Altrabe


Beiträge: 1.900

21.07.2006 17:32
#5 RE: Tod antworten

Liebe Raben,

kommen wir nun zum "Weiterleben" nach dem Tod im "alten germanischen" Glauben, beginnend mit einer Einführung von Simek...

"Der Tod bedeutete auch bei den Germanen nicht das absolute Ende, sondern nur Übergang zu einer anderen Daseinsform. ... Der Tote lebt, wohnt im Grab in voller Körperlichkeit; er steht in konkreter Verbindung mit der Welt der Lebenden: er sagt die Zukunft voraus, verteidigt seinen Hügel gegen Grabräuber und terrorisiert seine Umwelt als Wiedergänger (draugr); durch Magie kann er zu Weissagungen für die Lebenden gezwungen werden."
R. Simek


Helheim, die anderen mythischen Nachwelten, der Grabhügel usw., sind Zeugnisse dafür, daß Tote in veränderter Form weiterleben.
Speziell geht Simek auf die Frage ein, welche Rolle Körperlichkeit und Seele dabei spielen. Simek kam zu dem Schluß, dass es keine Teilung zwischen Körper und Seele gab. Nur für lebende galten "Seelenvorstellungen". Stirbt also ein Mensch, dann wird er sozusagen seiner Individualität "beraubt" und bleibt als Leichnam in seiner Körperlichkeit zurück. Die Seele geht auf eine andere Person über.
Der Leichnahm, so glaubte man, existierte an einem "nachtodlichen Aufenthaltsort" weiter. Diese weiterexistierenden Toten konnten auch kontaktiert werden und man nahm an, daß sie weiterhin Mitglieder der Sippe blieben und auch Einfluß ausüben konnten, z.B. über Träume. Als Beispiel hierfür haben wir z.B. Hermods Reise nach Helheim, um Balder aus dem Todenreich zurückzuholen.
Baldur sitzt auf einem Hochsitz (festlicher Stuhl), als Hermod in Helheim eintrifft. Hermod bittet Hel um die "Überlassung" des Toden und diese stimmt sogar zu. Balders Rückkehr geht schief, weil Locki seine Hände im Spiel hat (bzw. wird berichtet, daß er erst nach Ragnarök zurückkommt). Das körperliche Weiterleben ohne Seele scheint eine alte, germanische Vorstellung zu sein.
Problematisch ist diese Vorstellung, da gerade der Kontakt zu Toden (wie Odins Gespräch mit der Seherin zeigt) doch eine gewisse Individualität der Toten voraussetzt. Odin selbst suchte die Seherin als solche aus. Vielleicht kommt auch hier zum Tragen, was schon auf der Seite über die Seelenvorstellungen gesagt wurde: Die Gaben, die den Menschen von Odin und seinen Brüdern gegeben wurden, scheinen mit dem Ende des Lebens wieder zu verschwinden. Allerdings bleibt etwas von der vormaligen Existenz am Toten hängen, vielleicht ist es mit dem Begriff "minni" zu umschreiben.


Hier mache ich erstmal Schluß...
Fortsetzung folgt..


Liebe Grüße
wotan28


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(Sigurd W.)

Sigurd Offline

Altrabe


Beiträge: 1.900

23.07.2006 15:40
#6 RE: Tod antworten

Liebe Raben,

hier kommt nun die Fortsetzung zu dem Weiterleben im Glauben nach dem Asatru.

In "ideeller" Form lebt der Toten durch seine Taten weiter, durch Ehre und Ruhm, die er angesammelt hat:

Das Vieh stirbt, die Freunde sterben,
Endlich stirbt man selbst;
Doch nimmer mag ihm der Nachruhm sterben,
Welcher sich guten gewann. Das Vieh stirbt, die Freunde sterben,
Endlich stirbt man selbst;
Doch eines weiß ich, daß immer bleibt:
Das Urteil über den Toten.
Simrock, Havamal 76

Zum Weiterleben der Ahnen in den Enkeln ("kleine Ahnen") hat Fritz Steinbock schöne Worte gefunden (Ringhorn 36, ORD):

"Sie (Ahnen u. Enkel; Stilkam) sind auf transpersonale Art eins: verschiedene, einzigartige Individuen, aber ein Leben, verbunden nicht nur durch Vererbung, die auf metaphysischer Ebene Ausdruck der höheren Einheit des Lebens ist, sondern auch durch das Heil der Sippe und durch ihr Schicksal, das etwas anderes ist als das kindische Verrechnungssystem, das die Esoteriker Karma nennen."

einen Reinkarnationsglauben, wie wir in verstehen, gab es zu dieser Zeit nicht, sondern eine Vorstellung vom Weiterleben der Toten - sowohl in körperlicher Form im Grab / Helheim, als auch in ideeller Form im Ruhm, den Nachfahren bzw. im "Leben" und Heil der Sippe. Daher also der Brauch, Kinder nach ihren Ahnen zu benennen, die kürzlich erst verstorben waren (eine andere Erklärung ist die, daß man merkt, daß die fylgja eines Toten auf das Kind übergegangen ist). Wichtig ist hierbei, dass es sich nicht um moralisierende Konzepte handelt, die die Taten des letzten Lebens in absoluter Form gegenüber dem abwägen, was nun mit dem Toten "passieren" soll.

Anders aber zwei Textbeispiele, in denen Wiedergeburt erwähnt / geschildert wird. Da ist zum einen das zweite Lied von Helgi dem Hundingstöter. Ganz zum Schluß heißt es (nach Jordan): "Trauer und Sehnsucht machten dem Leben Sigruns bald ein Ende. In der Vorzeit bestand der Glaube, daß Menschen wiedergeboren würden; doch nennt man das jetzt Altweiberwahn. Von Helgi und Sigrun ging die Sage, daß sie wiedergeboren seien, er als Helgi der Haddingenfürst, sie als Kara, Halfdans Tochter, die auch Walküre gewesen, wie das im Karaliede erzählt wird."
In der Eyrbygja Saga 63 ist von Thorolf Twist-Foots Geist die Rede, der Höfe heimsucht und Mensch und Tier abschlachtet. Tapfere Männer öffnen sein Grab und finden ihn dort, schwarz angelaufen und aufgeschwollen zur Größe eines Ochsen. Sie verbrennen ihn und verstreuen seine Asche. Ein Kuh leckt diese Asche auf und bringt zur Wintersonnenwende zwei Kälber zur Welt, wovon eines zum riesigen Bullen Glaesir heranwächst. Es wird deutlich, daß Thorolf in Glaesir wiedergeboren wurde.


Immerhin wird in diesen Beispielen deutlich, daß nicht die reelle, vortodliche Personen als Individuum wiedergeboren wird, sondern offenbar nur eine Art Konzept dieser Person. Die Person, vor ihrem Tod, ist einmalig und nach dem Tod in dieser Form unwiederbringlich verloren. Es gilt Abschied zu nehmen vom christlichen Konstrukt der "unsterblichen Seele". Fritz Steinbock (ORD) hat es mal in einer Mail so ausgedrückt, daß es Wiedergeburt in der Sippe gibt, daß also das neue Leben eine neue Inkarnation der "Sippenseele" ist.

"Im germanischen Alltag, der durch harte Arbeit, Kampf und Krieg sowie relativ kurze Lebenserwartung bestimmt ist, spielen mythisch überhöhte Absicherungen eine große Rolle. Wenn das Leben als fast unveränderlicher Prozess von aufeinander folgenden Generationen verstanden wird, gewinnt der Umgang mit den toten Ahnen an Gewicht. Der Erlebnishorizont bleibt über Generationen gleich; der Einzelne fühlt sich eingebunden in Vergangenheit und Zukunft analoger Schicksale. ...
Allerdings spricht man dann im positiven Sinn allzu schnell von Ahnenverehrung. Nichts hindert uns heute daran, darin auch eine erhebliche Angst von den Toten zu sehen, und zwar ganz konkret, dass diese bitte schön in ihrem Grab bleiben sollen. Sie sind als Wiedergänger, als umherirrende Geister durchaus unerwünscht."
Holzapfel

(Quelle: alte-sitte.de)

Liebe Grüße
wotan28


Nur dem, der sich selbst helfen kann, is es möglich auch anderen zu helfen.
(Sigurd W.)

Wolfsnacht ( gelöscht )
Beiträge:

10.01.2007 21:03
#7 RE: Tod antworten

Ein Heil und Gruss an alle,

(nur mal eine kleine frage am rande, gibt es hier einen vorstellungsthread wo sich neue benutzer vorstellen sollen?)

nun zu meiner theorie über den tod:

wenn ein mensch stirbt so bleibt sein körper ganz klar hier auf dieser welt begraben in einem grab wo der leichnam in den verwesungsprozess überläuft, doch die seele des menschen wandert ins jenseits (asgard vielleicht auch ein kurzer aufenthalt in vallhall). wird ein neuer mensch geboren bekommt er eine seele aus dem jenseits für sich und seinen "neuen" körper, die seele und der neue mensch wissen nichts von ihrem früherem leben, doch nicht alles der seele geht verloren, ein teil wird dem kind mitgegeben, in form von begabungen, talente und veranlagungen.
der sinn dahinter ist, bei jedem leben ein stückchen mehr an erfahrung zu gewinnen, welche dann im neuen leben beibehalten wird und somit eine evolution innerhalb der menschheit das ziel ist. der mensch soll immer "besser und besser" werden, das heisst gottgleich, bis er eines tages in asgard als gott einziehen kann und dort auch verweilen kann und nicht mehr zurück ins leben auf der erde muss. die aufgabe der im vorogem beitrag angesprochene sippe ist es, dem neugeborenem die lehren der asatrue beizubringen um einen fortbestand der heiden zu sichern, den wenn es keine heiden mehr gibt die ihren kindern dies wissen vermitteln können, geht das wissen verloren und kein mensch wird mehr zum gott aufsteigen. das heisst, es wäre von vorteil sich mit gleichgesinnten zu paaren, um einen weiteren fortbestand zu sichern, da dieser eventuel durch meinungsverschiedenheiten gestört werden kann. dies bedeutet,dass die ehe einen sehr hohen wert im paganismus hat, da es ohne sie auch keinen fortbestand der weisheiten der götter gibt und dieser hohe wert der ehe bestanf im glauben der alten germanen, was meine aussage unterstützt.
desweiteren werden meine überlegungen durch das runenlied wotans, welches bei euch einen extra thread hat, gestützt, denn dort heisst es, wotan habe sein leben aufgegeben in dem er sich selbst erhängte und somit ins jenseits gelang, wo er denn sinn der welt verstand und zurückkam auf die erde, das heisst wiedergeboren wurde (mit dem wissen das er erlangte -> "talente, begabungen") und dieses wissen möchte er uns nun durch seine runen vermitteln, da jede einzelne ihr eigenes geheimniss besitzt mit welchem, sofern man es verstanden hat, einen schritt näher an die götter kommt.

so weit von meiner seite

Gruss,
Wolfsnacht

Alvara Offline

Rabe


Beiträge: 237

11.01.2007 08:48
#8 RE: Tod antworten
Guten Morgen Wolfsnacht,

zunächst einmal möchte ich Dich bitte, Deine Grussform etwas zu verändern. Ich persönlich finde es anstössig und bevorzuge die in vielen Asatru-Gruppen übliche schwedische Begrüssung mit dem einfachen Hej.

Obwohl Du ja im falschen Thread gepostet hast,werde ich Dir hier antworten, denn Dein Post wirft doch einige Fragen auf.
Ich möchte Dich bitten, konkret darauf zu antworten und Deine Argumente mit Beweisen zu hinterlegen, beim Erstellen von Theorien ist das genauso notwendig wie bei einem wissenschaftlichen Versuch. Das sollte Dir als Gymnasiast keine Schwierigkeiten machen ;-)


1.) Ist diese Reinkarnationstheorie deinen eigenen Gedankengängen entsprungen oder hat sie Dir jemand vermittelt?

2.) Mit wievielen Reinkarnationstheorien hast Du Dich bisher auseinandergesetzt, um derartige Rückschlüsse zu ziehen?

3.) Was unterstützt Deine These, dass des Menschen vollkommenes Streben das sein sollte, gottgleich zu werden?
Germanische Götter sind mit äusserst menschlichen Attributen ausgestattet.

4.) Wie definierst Du Paganismus?

5.) Hast Du das Runenlied verstanden?

7.) Die Vermutung, dass der Sinn des menschlichen Lebens ein "Besser-Besser"werden sei, setzt die Ignoranz der germanischen Weltanschauung voraus, da es eine Bewertung und Polarität voraussetzt. Diese ist nicht gegegen.
Midgard als Bestandteil Yggdrasils mit seiner festgelegten Rolle und als Aufenthaltsort der Menschen widerspricht Deiner Aussage total. Woher beziehst Du also Deine Erkenntnis.

7.) Bist Du Asatru und einer "Glaubensgemeinschaft" zugehörig, die deine Thesen untermauert? Wenn Ja, welcher?


8.) Lt. Deiner These wird das "Aufsteigen des Menschen zum Gott" möglich gemacht. Das ist in meinen Augen absoluter
Schwachsinn, sorry. Lt. sämtlicher germanischer Mythologie ist der Gottstatus angeboren, selbst Loki ist im weiten Sinne kein Gott sondern ein Riese *g*. Bitte genau bleiben! Das Erwerben von besonderen Fähigkeiten ändert das nicht.



LG

Alvara
****************************************************

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist, als die Angst. (Ambrose Red Moon)

Wolfsnacht ( gelöscht )
Beiträge:

12.01.2007 15:17
#9 RE: Tod antworten

Hallo Alvara,

entschuldige bitte die verspätete antwort, aber es war mir aus zeitlichen gründen nicht eher möglich.

zu meinem beitrag solltest du folgendes wissen:

nein, meinem geiste allein sind diese theorien nicht entsprungen, ich habe davon gelesen und dies hat mich sehr angeregt und sich in meinen kopf gebrannt, dass ich verleitet war, weitere, eigene überlegungen anzustellen, welche ich noch lange nicht abgeschlossen habe und es mein ziel war, meine bisherigen ergebnisse ein paar fachkundigen vorzustellen und mir ihre meinung darüber anzuhören. als beweis für meine theorie sehe ich es an, dass sich diese gedanken so sehr in meinem kopf manifestiert haben und mich so auf den gedanken der "veranlagungen" ("talente,...") gebracht haben, da ich mir nur so das grosse interesse meinerseits in diese gedanken erklären konnte. ich kann gut verstehen, dass du dich eher abgeneigt von meinen überlegungen fühlst, da es sehr individuelle gedankensprünge sind und ich möchte auch nicht behaupten, dass meine die richtigen sind oder besser als andere, aber für mich sind sie "besser", in anderen worten "passender" da sie für mich sinn machen und ich mir mit diesen gedanken etwas schaffen wollte, was für mich sinn macht. dies bedeutet zwar, dass meine gedanken für mich bewiesen sind, aber noch längst keine "allgemeine gültigkeit" haben und da ich denke, dass alles in den "veranlagungen" liegt, ist es in meiner theorie möglich, bzw muss es möglich sein, dass es noch andere gibt, die sich von diesen gedanken sehr angezogen fühlen und dies war auch ein weiteres vorhaben, ich wollte nach anderen suchen, nach "gleichgesinnten" (wie ich sie in meinem beitrag genannt habe)

da ich mir nicht sicher bin, ob solche "eigensinnige, geistige auswüchse" hier erwünscht sind und ihr euch hier zusammengetan habt um etwas über "euren glauben" zu lernen (und ich als neuankömling noch keinerlei ahnung von dem vorhaben und den zielen dieses forums habe) belasse ich es erst einmal bei dieser anmerkung.

Gruss,
Wolfsnacht

Sigurd Offline

Altrabe


Beiträge: 1.900

12.01.2007 15:43
#10 RE: Tod antworten

Hallo Wolfsnacht,

stellt sich nur noch die Frage, wie es gehen soll, dass ein "Midgard-Wurm" ich benutze dieses Wort weil ich mich keinesfalls mit den Göttern gleichstellen will und unser Leben mehr oder weniger ein Pfurz ist, zu einem Gott werden soll.


Liebe Grüße
wotan28



Wer den Blick am Boden hällt, kann nicht sehen wie blau der Himmel ist!!!
(Sigurd W.)

Alvara Offline

Rabe


Beiträge: 237

12.01.2007 15:52
#11 RE: Tod antworten

Hallo Wolfsnacht,

nun ja, Antworten auf meine Fragen sind das ja nicht gerade, was Du hier schreibst.

Weißt Du, wenn Du z. B. betonst "davon gelesen" zu haben, wär es nett, Deine Quelle zu nennen.
Mußt Du aber nicht machen, doch ich möchte gerne wissen, welcher Nährboden deinen Gedankenpflänzchen zugrunde liegt .

Nochmal zum Verständnis des Auslegens: an keiner Stelle der mir bekannten überlieferten Schriften germanischer Mythologie wird gesagt, dass der Mensch als Gott in Asgard einziehen wird.
Der Begriff Erfahrungen ist schwammig und weit - jeder Atemzug ist eine Erfahrung, jede Handlung eine. Eine Wertung wird zunächst gar nicht vorgenommen! Woher also wissen, was "gut" ist?

Es gibt eine Reihe von "Regeln", die in der Edda stehen. Sie umschreiben das Umgehen und Verhalten in der Gesellschaft und sind sozusagen ein Ratgeber.
Stell dir einmal vor: ähnliche und im Sinn gleiche Gebote gibt es in fast jeder Kultur dieser Welt, und sie sind manchmal sogar im Wortlaut identisch. Ich muss kein Asatru sein, um zu wissen wie ich mich zu verhalten habe, ich kann auch Moslem sein oder Hindu oder vielleicht sogar Mitglied des Condomblé-Kultes auf Haiti, um die gleichen Wertvorstellungen in Form von Geboten vermittelt zu bekommen. Selbst ein Teil der 10 Gebote lässt sich da mühelos einbinden.
Warum?
Weil es im Prinzip egal ist, in welchen Mantel sich Ehrhaftigkeit kleidet. Entweder man lebt als aufrichtiger Mensch oder nicht ;-)

Ich persönlich fände es bedenklich davon auszugehen, dass meine Gedankengänge Theorien sind, die Hieb- und Stichfest sind, nur weil ich sie in meinem Hirn entwickelt habe ... Das hast Du ja auch bstätigt im obigen Post.

Veranlagungen können genetischer Natur sein oder pathologischer. Der Rest ist reine Sozialisation und geprägt vom gesellschaftlichen Umfeld.

Letztendlich weiss niemand, was der Sinn des menschlichen Daseins ist, und welcher Sinn hinter Wiedergeburten steckt. Es gibt unzählige Theorien und keine ist beweisbar *g*.


LG

Alvara

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Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist, als die Angst. (Ambrose Red Moon)

Wolfsnacht ( gelöscht )
Beiträge:

13.01.2007 00:02
#12 RE: Tod antworten

Hallo Alvara,

ja, ich habe nicht auf deine fragen geantwortet (ausser der ersten ;) ), da ich wie gesagt nicht urteilen konnte ob dies dann auch wirklich erwünscht ist, da es sich wie gesagt um theorien sind, die für zwar mich schlüssig sind, aber ich teilweise noch probleme habe diese für andere verständlich zu begründen und zu hinterlegen.
und für meine weiteren überlegungen und um dies alles beweisen zu können, benötige ich mehr wissen, was ich mir eigentlich mit der anmeldung in diesem forum erhofft habe. (sicherlich kommt das wissen nicht mit der anmeldung allein :P) und das die reaktion auf meine überlegungen so viele fragen aufwirft, zeigt mir, dass ich mich noch viel mehr damit beschäftigen muss, was letzten endes nur positiv für mich und meine überlegungen ist

Gruss,
Wolfsnacht

Sigurd Offline

Altrabe


Beiträge: 1.900

13.01.2007 10:06
#13 RE: Tod antworten

Hallo Wolfsnacht,

entschuldige aber ich denke, Theorien sollte man erst aufstellen, wenn man über etwas bescheid weiß. Natürlich ist es nicht alleine mit der Anmeldung hier getan, Wissen zu erlangen. Auf der Seite, die ich als Quelle für meine Posts in diesem Bereich angegeben hab, kannst Du viel nachlesen und vielleicht etwas davon für dein "Grundwissen" gebrauchen.
Nichtsdestotrotz wünsche ich Dir viel Spaß beim lernen Ehrfahrungen sammeln .


Liebe Grüße
wotan28



Wer den Blick am Boden hällt, kann nicht sehen wie blau der Himmel ist!!!
(Sigurd W.)

Sigurd Offline

Altrabe


Beiträge: 1.900

21.01.2007 21:32
#14 RE: Tod antworten

Liebe Raben,

zur Zeit stelle ich mir die Frage, ob wir unser neues Mitglied "Wolfsnacht" eventuell durch unsere Beiträge verjagt haben könnten .
Also Wolfsnacht, es sollte kein persönlicher Angriff auf Dich sein (meinerseits und ich denke auch nicht von den anderen Raben). Vielmehr sind wir alle mehr oder weniger hier, um voneinander zu lernen (meine persönliche Sichtweise).
Wenn Du also noch willst, sind wir gerne bereit (ich denke ich spreche im Namen aller Raben) die Diskusion weiterzuführen.


Liebe Grüße
wotan28



Wer den Blick am Boden hällt, kann nicht sehen wie blau der Himmel ist!!!
(Sigurd W.)

Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.160

22.01.2007 18:42
#15 RE: Tod antworten

Lieber Wotan,

In Antwort auf:
zur Zeit stelle ich mir die Frage, ob wir unser neues Mitglied "Wolfsnacht" eventuell durch unsere Beiträge verjagt haben könnten .


Das glaube ich nicht, ich denke eher, dass er weiter gezogen ist. Durchreisende hatten wir hier schon viele und ich meine, dass Eure Antworten weder beleidigend noch in anderer Art und Weise merkwürdig waren.

Schließlich haben wir ein Diskussionsforum

Liebe Grüße
Ansuz




"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)

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