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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 627 mal aufgerufen
 Über Raben
Alvara Offline

Rabe


Beiträge: 237

24.10.2006 21:12
Opfer? antworten

Hallo liebe Raben,

bei uns hier in Reinfeld gibt es unzählige Krähen- und Rabenvögel. Ich find das ja wunderbar, aber der eine oder andere Einheimische ist wenig erfreut über die schwarzgefiederten Freunde. Soweit ich weiss, werden hier Eulen als Nesträuber eingesetzt, das einzig legitime Mittel. Andernorts werden ja die Nester von Menschenhand zerstört oder noch andere Massnahmen ergriffen.
Jedenfalls fand einer dieser schönen Vögel sein jähes Ende und mich quält die Frage, wie...

Hier ist ein wunderschönes Hünengrab, versteckt auf einem Hügel im Wald. Nach Osten ausgerichet, und der östlichste Stein hat mehrere Einkerbungen, die wohl zum Transport dienten. Die oberste Einkerbung ist mit Sicherheit eine Opferkerbe.
In genau dieser haben eine liebe Freundin und ich beim Spaziergang mit unseren Kindern neulich einen wohldrapierten, jedoch faste Federlosen, zerschmetterten Raben gefunden. Seine schwarzen Federn sind überall ums Grab verteilt. Ich habe den traurigen Ort sofort verlassen, und versucht an eine natürlich Todesursache zu glauben.
Freitag war ich wieder da, mit einer anderen Freundin, und Freitag - ziemlich genau eine Woche nach dem ersten grausigen Fund - lag die verwesenden Vogelleiche immer noch da. AUch die Federn schienen ums Grab herum unbewegt liegengeblieben zu sein. Das war äusserst merkwürdig, denn wir hatten ja doch einige windige Tage.
Ein anderes Merkmal, das mich stutzen liess: die unmittelbare Nähe zum toten Raben ist Kotverschmiert, er muss einfach eine Sauangst gehabt haben.

Was sagt Euch Eure Intuition? Ich suche im Moment nach einem Weg, den Ort zu reinigen und wenn ich 100% wüsste, was ihm widerfahren ist, denn sonst hat das ja alles keinen Sinn.

Traurige, nachdenkliche Grüsse


Alvara
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Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist, als die Angst. (Ambrose Red Moon)

Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.159

25.10.2006 08:40
#2 RE: Opfer? antworten

Hallo Alvara,

wenn ich so etwas lese, dann wird mir regelmäßig schlecht. Vorab, ich denke nicht, dass es sich um ein Opferritual handeln kann. Das wichtigste Element des Tieropfers scheint ja offenbar zu fehlen, denn ansonsten wäre der Stein nicht mit Kot, sondern mit dem Blut des Rabens beschmiert gewesen.

Dass der Vogel offenbar große Angst in diesen letzten Minuten seines Lebens hatte, dass stellt wohl keiner in Frage. Allerdings hoffe ich bei Deinem Beitrag, dass der Rabe bereits verendet war, als ihn die Schwachsinnigen auf dem Stein drapiert haben.

Für mich macht dies eher den Eindruck, dass die Tat von irgendwelchen fehlgeleiteten Jugendlichen oder selbsternannten Satanisten durchgeführt wurde. Der Rabe als heiliges Tier des Gottes Odin durfte meines Wissens nach nicht geopfert werden. Auch in anderen Kulturen (Ureinwohner Nordamerikas, Tibets, etc.) galt der Rabe als heiliger Vogel.

Die Napfartige Einkerbung weist tatsächlich auf ein Opfernäpfchen hin. Die Blutopfer wurden allerdings bereits von unseren Vorfahren zum Ende der Epoche nicht mehr praktiziert. Von heutigen Heiden ohnehin nicht mehr.

Vielleicht kannst Du bei Deinem nächsten Besuch den Vogel einfach dort entfernen und in irgendwo im Wald an einem geschützten Platz ablegen, um ihm wenigstens noch ein wenig Würde zukommen zu lassen.

Liebe und traurige Grüße
Ansuz



"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)

Bärin2 ( gelöscht )
Beiträge:

25.10.2006 17:12
#3 RE: Opfer? antworten
Hallo Alvara,
In Antwort auf:
Für mich macht dies eher den Eindruck, dass die Tat von irgendwelchen fehlgeleiteten Jugendlichen oder selbsternannten Satanisten durchgeführt wurde.

ich schließe mich hier Ansuz' Sicht an. Was Deine Frage nach dem Reinigen des Ortes anbelangt, kann ich Dir nur aus meiner Sicht antworten. Ich hoffe, dass Du mit meiner Meinung zu Deiner Frage etwas anfangen kannst.
Am Anfang steht bei einer solchen Sache für mich immer die Frage, ob ich (bzw. in diesem Fall Du) die Person bin, deren Aufgabe es ist, den Ort zu reinigen. Diese Frage würde ich als Erstes klären.
Bin ich nicht die richtige Person, würde ich die Aufgabe an jemand anderen weitergeben.
Bin ich die richtige Person, würde ich klären, was genau zu tun ist.

Für die Beantwortung meiner Fragen würde ich persönlich meine Geister fragen. So habe ich es gelernt, d.h. so ist meine Herangehensweise. Jemand anders mag andere Ansprechpartner haben. Für die Reinigung selbst (oder was auch immer für den Ort getan werden kann, nachdem Du, wie Ansuz vorschlug, den Vogel woanders abgelegt hast und ihm so ein wenig Würde hast zukommen lassen) gibt es, meiner Meinung nach, keine festgefügten Regeln. Natürlich kann man sich z.B. darüber informieren, wie in verschiedenen Kulturen und zu verschiedenen Zeiten Reinigungsrituale durchgeführt wurden. Ich persönlich finde es aber besser, den Ort selbst zu fragen.

Möglichkeiten gibt es viele. Von der Räucherung z.B. mit Salbei über Rasseln, Trommeln, Singen bis zum Anzünden eines oder mehrerer Lichter gibt es ja diverse häufig praktizierte Möglichkeiten.
Es widerstrebt mir persönlich aber, nun z.B. zu schreiben: "Räuchere mit Salbei, denn Salbei hat die und die Wirkung."

Vielleicht ist Salbei hier ganz falsch - vielleicht mag der Ort keinen Salbei?
Vielleicht kommt als Antwort auf Deine Frage nach dem wie dessen, was getan werden kann, ja etwas, das auf den ersten Blick völlig merkwürdig anmutet - aber sehr wirkungsvoll sein kann, weil es aus dem Augenblick heraus entstanden und somit lebendig ist(?). Ich habe z.B. einmal jemandem, der im Vorfeld einer OP um Unterstützung bat, ein rotes Quietscheentchen mitgegeben, auf das ich ein Efeumuster gemalt hatte, ganz einfach deshalb, weil es halt die Antwort meiner Geister auf meine Frage nach einer Unterstützung war. Das Entchen hat der Person, wie sie sagte, geholfen - auch, wenn es auf den ersten Blick vielleicht eher unmagisch und seltsam war. Ich hätte auch z.B. in einem Buch über Magie nachlesen können. Vielleicht wäre es dann aber am Ende weniger wirkungsvoll gewesen. Jedenfalls liebte die Person das Entchen und empfand es als Unterstützung.

Ich hoffe,dass das, was ich hier schreibe, nun nicht insgesamt zu seltsam klingt. Zusammenfassend meine ich ganz einfach: Frag am besten den Ort selbst, ob und was getan werden kann und hör auf Deinen Bauch. Einen besseren Tipp kann ich persönlich leider nicht geben und ich hoffe, mit meiner Antwort nicht völlig danebengelegen zu haben.

Viele Grüße
Bärin

"Die erste Regel ist, einen ruhigen Geist zu bewahren. Die Zweite, den Dingen ins Gesicht zu sehen und sie als das zu erkennen, was sie sind." (Marcus Aurelius)

Alvara Offline

Rabe


Beiträge: 237

25.10.2006 18:32
#4 RE: Opfer? antworten
Hallo Ihr 2,

danke für Eure Antworten, sie bringen mich weiter bzw. haben meine Zweifel besänftigt.
Der Ort ist einzigartig für mich, denn als ich hierherzog, hielt sich kein lebendes Tier in seinem Umkreis auf. Er war wie tot. Mittlerweile tummeln sich Eichörnchen und ander kleine Tiere in seiner Nähe, das ist ein beruhigendes Zeichen für mich ;-) .
Es ist tatsächlich so, als durchschreite man auf dem Weg zu ihm die Grenze zu einer anderen Zeit, einer anderen Welt.
Tatsächlich begrüsst einen zunächst ein offener Mund und zieht einen in eine wundersame Welt: jeder, der mich hier bisher besucht hat und der mit mir hier war, äusserte den Wunsch, diesen Weg in historischer Kleidung zu gehen und sagte irgendetwas wie: wow, ich kann mir richtig vorstellen wie vor 800 Jahren...
800 Jahre liessen mich aufhorchen, denn das Hünengrab ist viel älter und stammt aus der sogenannten Trichterbecherkultur. Also wurde es zwischen 2800 und 3500 vor unserer Zeitrechnung erschaffen.

Liebe Bärin, ich glaube, unsere Wege unterscheiden sich gar nicht so sehr, und ich kann sehr gut verstehen, was Du mir sagen willst. Mein Problem in diesem Zusammenhang war eines der Ortung. Da meine Mädel ganz oft dort "Essen für die Elfen" niederlegen, hab ich beschlossen, als Rächerwerk einheimische Früchte und Kräuter zu benutzen: Eichelmehl, Holunderbeeren und -holzraspel, Spitzwegerisch, Beifuss usw. Salbei passt definitiv nicht.
Der liebe Vogel wird seine Ruh finden, und der Ort hoffentlich auch.
Ich geh davon aus, dass in der nächsten Woche sich allerlei Volk da rumtreibt, denn es ist ja Samhuin/Samhain/Halloween oder wie immer die Menschen das auch nennen mögen. Ein wundervolles Datum (vobei ich ja mich rein nach dem Mond richte *g*). Also werd ich mich wohl Morgen in aller Früh aufmachen und mal schauen, was ich tun kann.

Ansuz, Du hast das Fehlen von Blut erwähnt. Ich weiss nicht genau, ob da Blut war, denn der Stein hat rotbraune Einschlüsse und es ist sehr Dunkel dort, denn das Grab ist mitten in einem naturbelassenen Wald. Ich vermute aber auch, dass Du Recht hast.

Wie auch immer - ich werde Euch, sofern Iht Interesse daran habt, gerne auf dem laufenden halten.

Liebe Grüsse

Alvara
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Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist, als die Angst. (Ambrose Red Moon)

Ansuz Offline

Hausmeister


Beiträge: 5.159

25.10.2006 18:50
#5 RE: Opfer? antworten

Hallo Alvara,

der Ort muss wirklich sehr schön und sehr alt sein. Man hat das Gefühl, man würde neben Dir laufen, wenn Du davon schreibst.

In Antwort auf:
Wie auch immer - ich werde Euch, sofern Iht Interesse daran habt, gerne auf dem laufenden halten.


Das wäre natürlich schön

Liebe Grüße
Ansuz




"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)

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