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Der Eisenhut Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) Gelber Eisenhut (Aconitum vulparia) Standort und Verbreitung
Der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) wächst auf feuchten Weiden, Hochstaudenfluren und in höheren Berglagen. In den Alpen findet man die Pflanze bis zu einer Höhe von 2500 m. Er bevorzugt nährstoffreiche Böden und hat sein Verbreitungsgebiet in Mittel-und Westeuropa. Man findet ihn in den Pyrenäen und auch noch in Südskandinavien. Den Gelben Eisenhut (Aconitum vulparia) kann man ebenfalls in feuchten Laubwäldern, Gebüschen, Hochstaudenfluren und an Waldrändern finden. Der Blaue Eisenhut und seine Zuchtvariationen sind auch beliebte Gartenpflanzen und werden als Schnittblumen verkauft. Typische Merkmale
0,5-1,5 m hohe, ausdauernd-krautige Pflanze mit knollig-verdickten, fleischigen Wurzeln und aufrechtem, nacktem und kräftigem Stengel. Blätter 5-7teilig, tief eingeschnitten, dunkelgrün, nach oben zu kleiner werdend. Blüten (Juni bis August) in dichten Trauben;violett-blau (gelb, blau-weiß, violett, dunkelblaut), das oberste Perigonblatt helmförmig; Blütezeit VI-VIII. Früchte: Balgkapseln mit glänzend-schwarzen,dreikantigen, an den Kanten geflügelten Samen. Giftstoffe, Wirkung und Symptome
Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas. Er enthält vorwiegend in den Knollen, aber auch sonst in der ganzen Pflanze das stark wirksame Alkaloid Aconitin, Diterpen und Esteralkaloide. Schon wenige Gramm der Pflanze (entsprechend 3 - 6 mg Aconitin) können für einen Erwachsenen tödlich wirken. Das Gift ist auch in der Lage durch die Haut einzudringen. Somit sind insbesondere Kinder gefährdet, die beim Spiel Pflanzenteile abpflücken und verschlucken. Mögliche Symptome Vergiftungserscheinungen zeigen sich schon nach 10 - 20 Minuten. Zuerst tritt ein Kribbeln im Mund, in Fingern und an den Zehen auf. Es kommt zu Schweißausbrüchen und Erbrechen, starken Koliken und Durchfällen. Die Körpertemperatur sinkt ab, die Atmung wird unregelmäßig, der Blutdruck sinkt, der Tod erfolgt durch Herzversagen oder Atemstillstand. Der Exitus erfolgt bei starker Vergiftung schon nach 30 - 45 Minuten. Der Patient ist die ganze Zeit bei vollem Bewusstsein und leidet stärkste Schmerzen.
Erste Hilfe
Schon bei Verdacht sofort die nächste (Kinder-) Klinik aufsuchen. Wenn möglich, parallel Giftnotruf anrufen! Hier können - weiß ich aus Erfahrung mit dem giftigen Petermännchen (Fisch) – Informationen und Tipps eingeholt werden, die unter Umständen den Ärzten in der Klinik NICHT BEKANNT sind! Heilwirkung und Medizinische Anwendung
Medizinisch wird der Eisenhut bei Nervenschmerzen, Rheumatismus, Herzbeutelentzündung und Rippenfellerkrankungen eingesetzt. Da die Dosierung mit Pulver, Tinktur und Salbe unsicher ist, verwendet man immer mehr das reine Aconitin. In der Homöopathie setzt man die Pflanze bei Bronchitis, Ischias und Herzbeutelentzündungen ein. Name
Der Eisenhut wurde auch Sturmhut, Helmgiftkraut, Mönchskappe und Kappenblume genannt. Diese Namen beziehen sich alle auf die Blütenform der Pflanze. Weitere Bezeichnungen waren Fuchswurzel, Wolfsgift und Teufelswurz. Der Gattungsname Aconitum kommt vom griechischen "en akoneios" und bedeutet auf schroffen Felsen wachsend, womit er auf das Vorkommen der dort heimischen Arten verweist. Der Artname napellus ist eine Verkleinerungsform von napus der Rübe und bezieht sich auf das Aussehen der Wurzel. Seinen lateinischen Namen (lat. vulpes = Fuchs), verdankt der Gelbe Eisenhut der Tatsache, dass sein Gift früher zum Vergiften von Wölfen und Füchsen genutzt wurde. Umgangssprachliche Namen wie Wolfs-Eisenhut und Wolfswurz erinnern noch heute daran. Der Gelbe Eisenhut ist wie sein Verwandter der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) hoch giftig. Geschichtliches
In der griechischen Sage wird berichtet, dass der Eisenhut aus dem Speichel des dreiköpfigen Cerberus entstand, als dieser von Herkules aus der Unterwelt geholt wurde. Menschlicher und tierischer Speichel wurde damals für giftig gehalten, und je scheußlicher eine Kreatur war, um so giftiger galt auch ihr Speichel. Im antiken Griechenland war es der Bevölkerung verboten, den Eisenhut anzupflanzen, in den staatlichen Gärten indes wurde er allerdings gehalten. Dioscurides schreibt über den Eisenhut: "Derselbigen gebraucht man zum Wolfsfang, denn wenn man die Wurzeln in das rohe Fleisch steckt und die Wölfe das Fleisch mit den Wurzeln fressen, pflegen sie davon zu sterben." Von Plinius d.Ä. wurde der Eisenhut als pflanzliches Arsen bezeichnet. In der Antike und im Mittelalter waren Giftmorde mit Aconitin sehr häufig, es war damals das am meisten gebrauchte Mordgift. Ein Giftanschlag auf den Propheten Mohammed im 7. Jahrhundert schlug fehl, da er den bitteren Geschmack sofort bemerkte. Er soll aber, so schreibt die Sage, 3 Jahre später dann doch an den Folgen des Giftes gestorben sein. Auch der römische Kaiser Claudius und Pabst Hadrian VI sollen mit Eisenhut vergiftet worden sein. Aconitin wurde von vielen Kulturen als Pfeilgift gebraucht, so auch im 15. Jahrhundert von den Mauren während ihrer Kämpfe gegen die Spanier. Im alten Griechenland richtete man auch Verbrecher mit dem Gift hin, wobei Eisenhut nur den Deliquenten verabreicht wurde, die besonders schwere Verbrechen begangen hatten, da der Tod mit Aconitin besonders grausam ist. Im Kräuterbuch des Tabernaemontanus lesen wir: "Es ist diß Kraut (vor allen anderen Gewächsen / das ärgste Gifft / dann es) also gifftig / daß auch der beste Theriak oder Mithridat (damals übliche Gegengifte) nichts dargegen schaffen kan / derowegen diejenigen / so diß Kraut im Garten wachsen haben / fleißig achtung geben sollen / damit diß gifftige und tödliche Kraut nicht unter andere Kochkräuter genommen werde / dann es den Menschen in kurzer Zeit ums Leben bringe." Mattioli beschrieb 1586 den Eisenhut damit, das dieser "ein gewaltig tödlich Gifft sey, das sich fast mit keiner Artzney vertreiben läßt". Es wird auch berichtet, dass Pferdehändler den Tieren die Pflanze zu fressen gaben damit diese schön feurig wurden. Der Eisenhut ist geschützt ^^^^^^^^ Wenn der Nebel sich lichtet, sieht man den Regen (Irland)
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