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Bärlapp Lycopodium clavatum, gall. Selago Familie: Bärlappgewächse (Lycopodiaceae) Synonyme: Alpenmehl, Blitzpulver, Chrampfchrut, Darmfraß, Drudenfuß, Drudenkraut, Erdschwefel, Felsschwefel, Gäbeli, Gichtmoos, Gürtelkraut, Harnkraut, Hexenkraut, Keulen-Bärlapp, Kolben-Bärlapp, Krampfkraut, Luuschrut, Moosfarn, Schlangenmoos, Teufelsklauen, Vollenschübel, Waldstaub, Wolfsklaue, Wolfsraute, Zigeunerkraut Inhaltsstoffe Alkaloide (Lycopodin), Fette, Flavonide, Steroide Er steht in Österreich und Deutschland unter Naturschutz! Bitte nicht sammeln, da er auch sehr lange braucht um sich zu verbreiten. Bärlapp kauft man in Apotheken. Schon die Schwarzfußindianer reinigten mit Bärlapp-Sporen die unterschiedlichsten Verletzungen - egal ob es sich dabei um Nasenbluten oder um Schnittverletzungen handelte. In der Volksheilkunde wird der Bärlapp mit großem Erfolg bei den verschiedensten Leberleiden eingesetzt, als Aphrodisiakum, gegen Durchfall, Ruhr, Würmer, Epilepsie, er wirkt fiebersenkend und harntreibend. Allerdings ist die Verwendung von Bärlapp-Kraut und Bärlapp-Sporen sehr umstritten. Einige Homöopathen sind der Meinung, Bärlapp sei nur und ausschließlich in der Homöopathie brauchbar und ansonsten durch eine hohe Dosierung, wie sie in Form von Tee eingenommen werde, eine Gefahr für die Gesundheit. Andere Naturheilpraktiker sind wiederum von den erfolgreichen heilenden Wirkungen des Bärlapp in Form von Tee oder beim Einsatz von Auflagen und Bädern überzeugt. Beschreibung: Die vierjährige moosartige, immergrüne Pflanze kriecht in ein bis zwei Meter langen Ranken mit feinen, dünnen Würzelchen am Waldboden dahin. Aus den Ranken wachsen 7 - 10 mm lange, sich sehr weich anfühlende verästelte Stängelchen. Die zapfenförmigen, etwa 2 - 4 cm langen, aufrechten Sporophyllstände stehen meist paarweise am Ende der Sprosse. Die in ihnen enthaltenen Sporangien entlassen zahlreiche Sporen, die erst nach 6 - 7 Jahren einen Keimling bilden. Verwechslung: Die Pflanze kann sehr leicht mit anderen, z.T. sehr giftigen Bärlappgewächsen verwechselt werden! Sporenreife: Juli - August Wolf-Dieter Sporl schreibt in seinem sehr empfehlenswerten Buch “Pflanzen der Kelten“ (auszugsweise)Folgendes: Der Bärlapp, den viele für ein großes Moos halten, ist eine der ältesten Schamanenpflanzen. Die Gefäßsporenpflanze, die ein pflanzliches Fossil ist und schon in der Steinkohlezeit vor 300 Millionen Jahren vorhanden war, als es noch nicht einmal Dinosaurier gab, hat keine Blüten, sondern kolbenartige Sporenbehälter (Sporangien), in denen große Mengen goldgelben Sporenstaubs erzeugt werden. Dieses Sporenpulver, auch Teufelskrähenmeld, Hexenmehl, Drudenmehl, Erdschwefel oder Blitzpulver genannt, gehörte in den Medizinbeutel eines jeglichen Schamanen, der auf sich hielt. Das Pulver ist ölig und enthält viel Aluminium, so dass es äußerst leicht entzündlich ist. Es lässt, wenn man es ins offene Feuer streut, eine Stichflamme hervorschießen, es zischt und blitzt, als hätte der Götterbär zugeschlagen. Mit diesem Blitzeffekt untermalten die Zauberer ihre Beschwörungen. Sogar die Blitzlichter der Fotografie griffen auf den Sporenstaub zurück. Auch rieben sich die Schamanen die Hände mit dem Hexenmehl ein, und wenn sie dann ins Wasser griffen, blieb die Hand trocken und unbenetzt. Auch das muss vielen Teilnehmern einer Seance unheimlich vorgekommen sein. Die Druiden haben den Kult des Blitzkrautes geerbt. Es war eine ihrer wichtigsten Pflanzen und es ist durchaus vorstellbar, dass das Kraut oder der Sporenstaub in den Initiationskessel der Keridwen gegeben wurde. Plinius ist es zu verdanken, dass wir etwas über das druidische Sammelritual wissen. Um das wichtige Kräutlein zu holen, musste der Druide barfuss, mit frisch gewaschenen Füßen und in weißen, ungesäumten Kleidern zum Bärlapp gehen. Da er vor allem eine Zauberpflanze war, wurde er in der Nacht bzw. in der Neumondnacht beschworen. Die Druiden, wie später auch die weisen Frauen im Mittelalter, verwendeten die Pflanze, um Schutzamulette gegen den Bösen Blick, Verhexung und Verzauberung herzustellen. Sie benutzten sie auch als Räuchermittel gegen alle Augenschäden. Im keltischen Westeuropa blieb das druidische Ritual bis in die Neuzeit erhalten. Bei den Bretonen heißt das grüne Kräutlein „Goldkraut“. Es darf nur von heiligen guten reinen Menschen (saints gens) gesammelt werden. Auch sie müssen barfuss gehen, dürfen kein Eisen bei sich tragen und müssen das Kraut kniend pflücken. Alte Frauen tragen gegen Altersbeschwerden zur Sommersonnwendzeit einen Gürtel des heiligen Goldkrautes. Die unzähligen Namen, mit der die kriechende Waldpflanze belegt wurde, geben uns eine Ahnung von der Bedeutung des Bärlapps in der heidnischen Zauberkunde und Weltanschauung. Plinius gibt den keltischen Namen als Selago an. Das ist aber eher ein lateinischer Name, denn die Nachsilbe –ago kommt auch in anderen lateinischen Pflanzennamen vor: Tussilago – Huflattich, Borrago – Borretsch, Plantago - Wegerich, Solidago – Goldrute, und bedeutet bewerkstelligen, vorwärtstreiben, machen. Die Vorsilbe sel- beruht auf dem indogermanischen si – binden. Es ist also ein Bindekraut. Wurde damit Bindezauber betrieben? Oder bedeutet es, dass man damit zur Sommersonnwendzeit Kränze und Gürtel binden konnte? Überall wo sie wächst, werden zur Mittsommerzeit Kränze aus dem Kraut geflochten und als Schutz gegen Zauberei an die Haustüre und Stalltüre gehängt. In Irland heißt der Bärlapp auch Devil's garter (Teufels Strumpfband) und ebenso in Tirol, wo er „Toifl sei Strumfbandl" genannt wird. Alte Zauberpflanzen wurden oft nach dem Grünen Junker, dem Waldteufel und seinen wilden Gefährtinnen bekannt. So heißt die Pflanze auch Hexenmoos oder Teufelskrallen. Als „Alfkraut“ (Alf= Alp, Geist, Elfe) wurde es mit in die „Unruh“ getan. Darunter versteht man Gehänge, die an der Decke an einem Faden hängen und sich ständig leicht bewegen. Tritt ein böser Zauberer oder Unhold in den Raum, steht es still, dann habe man acht. Ältere Benennungen beziehen sich auf Tiere, die einst keltische Totemtiere waren. Zuerst eben Bärlapp (Lapp kommt vom keltischen llap=Hand, Bärentatze) oder Bärenmoos. Der Name scheint sehr alt zu sein. Bärenpflanzen waren für die Kelten und Germanen, die den alten, bis in die Altsteinzeit zurückreichenden Bärenkult übernahmen und weiterpflegten, immer die großen, starken, besonders heil- oder zauberkräftigen Pflanzen. Neben dem Bären wird die Pflanze auch mit dem Wolf assoziiert. Der Gattungsname lycopodium bedeutet Wolfsfüßchen. Wolfskräuter sind sonst immer sehr ätzende oder gewichtige Gewächse, wie Wolfsmilch, Bilsenkraut, Wolfskraut (Aconitum), Wolfsschiss (Helleborus) oder das Wolfsauge (Atropa). Der Wolf galt als Verschlinger und Vernichter (zu Unrecht! Private Anmerkung). Dennoch war das gefürchtete Tier ein Familiar des Schamanen oder Druiden. Mächtige Schamanen streiften als Wölfe durch die Wildnis, sie waren Werwölfe. Nur eine reine Seele, ein Druide oder Heiliger, kommt ungeschoren an einem Wolf vorbei oder kann durch ein Wolfsrudel gehen. An zauberischer Verwendung des Waldkrautes fehlt es nicht. Das Mädchen, das sich Bärlapp in den Rock näht, wird beim Tanz – oder in der Disco – jede Menge gute Tänzer bekommen. Bei Behördengängen in der Rocktasche getragen, schützt das Kraut vor Behördenwillkür. Man kann Bärlapp auch in das Sofa oder Kissen stopfen, damit ein unliebsamer Besuch nicht allzu lange bleibt. Da jedoch die hübsche Pflanze wegen Waldzerstörung und Umweltbelastung eher selten geworden ist und sogar auf der Roten Liste steht, ist vom Sammeln dennoch abzuraten. Brigid PS editiert, weil der Dreckfühlerteufel ;) wieder mal zugeschlagen hatte. ^^^^^^^^ Wenn der Nebel sich lichtet, sieht man den Regen (Irland)
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