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 Bäume
Cernunnos Offline

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Beiträge: 58

30.11.2006 12:54
Der Stechginster antworten
Hallo ihr Raben. Schnell in der Pause DER STECHGINSTER

Stechginster
Ulex europaeus

Der Stechginster (Ulex europaeus) wurde traditionellerweise im Herbst verbrannt, um die vertrockneten, alten Zweige zu beseitigen und neues Wachstum im Frühjahr zu ermöglichen. Er wird daher mit Reinigung und Nachwachsen verknüpft. Die zahlreichen gelben Blüten blühen das ganze Jahr und locken die Bienen im Frühling an. Die Schamanen deuten seinen Überfluß an Pollen und Nektar als ein Zeichen, daß ein eifrig Suchender reich belohnt wird. Der Stechginster schützt uns, wenn wir alle Kenntnisse und Fähigkeiten sammeln, die notwendig sind, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Er deutet auf kommende Fülle hin, die gerecht und weise geteilt oder verteilt werden muß, denn wenn man sie hortet, hat sie negative Wirkung. Er steht für Stärke, Notwehr, Verantwortung und spirituelle Reinigung.

Mit dem wehrhaften Strauch lassen sich durchaus attraktive Hecken gestalten. Insbesondere die gelbe Blütenpracht und die grünen Triebe heben sich angenehm von den übrigen Heckenpflanzen ab.
Der Stechginster gehört zu den Schmetterlingsblütengewächsen und ist ein ausladender, dicht verzweigter Strauch. Er wird bis zu zwei Meter hoch und ist zahlreich mit Dornen besetzt, die aus Kurztrieben bestehen. Von Mai bis Juli zeigt er bis zu zwei Zentimeter lange Blätter in gelb, die in den Blattachseln wachsen. Sie sind sehr auffällig und von Weitem sichtbar. Im Juli und august zeigen sich die behaarten Fruchthülsen. Eine Verwechslung ist eigentlich nicht möglich.
Stechginster wächst vereinzelt in Eichen- und Nadelwäldern, aber vornehmlich in Gärten und Heiden, Parkanlagen. Er benötigt kalkhaltigen und nährstoffarmen Boden mit viel Sonne und Feuchtigkeit. Außerdem ist er sehr frostempfindlich. eine der schönsten Zierden westlicher Heidelandschaften darstellt und weil er auch zur Herstellung von Kosmetika verwendet werden kann. Normalerweise werden mehrere verschiedene Strauchgewächse aus der Familie der Schmetterlingsblütler als »Ginster« bezeichnet: sie haben alle die gleiche Form und gelbe Blüten. Dennoch handelt es sich hierbei um botanisch unterschiedliche Pflanzen. Während nämlich der »richtige« Ginster (Gattung: Genista) oft keine Dornen hat und einfache Blätter besitzt, hat der Stechginster (Gattung: Ulex) Dornen und seine Blüte einen andersartigen Kelch.
Der Stechginster ist ein ausdauerndes Strauchgewächs, das Böden aus Kieselerde bevorzugt. Man findet ihn in mehreren Gegenden Westeuropas, vor allem in der Bretagne. Die Stengel können zweieinhalb bis drei Meter hoch werden. Sie sind mit Dornen besetzt, die entweder aus Ästchen oder umgebildeten Blättern bestehen. Die goldgelben Blüten haben - deutlich erkennbar - einen zweilippigen Kelch, der fast identisch mit der Blütenkrone ist. Bei der Frucht handelt es sich um eine charakteristische Schote.
Stechginster ist ähnich giftig wie Goldregen. Die Samen des Stechginsters enthalten bis zu 1% Cytisin, ein auch im Goldregen (Laburnum anagyroides) vorkommendes Alkaloid.Wenige Früchte können tödlich sein. Die Inhaltsstoffe erregen zunächst die Nerven, später wirken sie lähmend. Wer Stechginster zu sich genommen hat, bekommt nach 15 –60 Minuten ein Brennen im Mund- und Rachenraum. Übelkeit, starker Durst, blutiges Erbrechen folgen. Danach folgen Schweißausbrüche, Schwindel, Verwirrtheit und Krämpfe. Bei einer tödlichen Dosis tritt Kreislaufkollaps und die Lähmung der gesamten Atemwege ein.
Die Pflanze darf man laut Kommistion E (ein Thema für sich) daher nur als Bachblütentropfen einnehmen, da sie nur in der Form als nichtgiftig gilt.

ANWENDUNG
Mit Stechginster parfümierte Duftwässer für Herren sind erfrischend und diskret zugleich.
· In der Bachblütentherapie (Gorse) ist ein Mittel für resignierte Menschen. Wer depressiv ist, aufgeben möchte und keinen Sinn mehr sieht, beispielsweise auch nach langwieriger oder chronicher Krankheit soll mit Gorse wieder eine positive Lebenseinstellung bekommen und ein Licht am Horizont sehen (Vergleiche Blüten – Signaturlehre)
· Wirkt bei Immunsystemschwäche, schweren bzw. chronischen Krankheiten, etc.
Bei Tieren:
· Nahrungsverweigerung
· antriebsarm
· keine Lust mehr zum Leben
· Augen: tiefe Hoffnungslosigkeit
· im Frühstadium einer chronischen Erkrankung
· bei allen schlecht heilenden Wunden und Verletzungen
Der Stechginster ist eine Blüte für Menschen, die sich von der Verzweiflung überwältigen lassen, für solche die die Hoffnung haben fahren lassen. Zwar lassen sie sich von Familie und Freunden zu neuen Bemühungen überreden, innerlich jedoch sind sie von deren Scheitern überzeugt. Es sind Menschen, die anscheinend an ihrer Krankheit oder ihrer schlimmen Situation festhalten. Vielleicht befürchten sie, es könnte noch schlimmer kommen, oder sie haben sich an den jetzigen Zustand gewöhnt.
Stechginster bringt die Möglichkeit, gesund zu werden und erfolgreich zu sein, überhaupt erst ins Bewusstsein. Die Essenz macht das Unvorstellbare vorstellbar. Sie lässt den Sinn des Leidens erkennen und darüber hinaus wachsen.
In kosmetischen Zubereitungen dient ein Extrakt aus Blättern, Wurzeln und Stämmen zur Verbesserung des Hautzustandes.
Der lateinische Name Ulex leitet sich vielleicht von Ilex ab und bezieht sich auf die dornigen Zweige. Aus den Samen isolierte man im 20. Jahrhundert Inhaltsstoffe, die sich für einen Blutgruppennachweis eignen.

Die Dornen bieten einen guten Fraßschutz gegen Widerkäuer, Kanickel allerdings lassen sich weder davon noch von den Inhaltsstoffen des Stechginster schrecken, die als giftig gelten. Die Samen des Stechginsters befinden sich in einer Hülse und sind wegen des Gehalts an Cytin giftig! Stechginster eignet sich gut zur Fütterung von Hühnern, Rindern und Pferden. So bildet er eine ideale natürliche Auslaufbegrenzung für Haustiere. Gleichzeitig fördert er die Bodenfruchtbarkeit, da er viel Stickstoff aus der Luft bindet und ihn dem Boden zuführt. Aus den Blüten wird ein gelber Farbstoff zum Färben von Textilien gewonnen
Die Sprossen und Blüten des Stechginsters verwandte man früher wie Färbeginster zum Gelbfärben von Wolle.

Teine so heißt er im Ogham, heute conasg. Das Wort teine bedeutet auch "Brand, Feuer" - tatsächlich leuchten die rötlich-gelben Blüten im Frühjahr wie ein Feuer wenn man sie von weitem betrachtet. Im Winter werden die trockenen Stechginsterzweige zum Feueranmachen gerne benutzt. Auch onn wird er genannt, dann aber ist er männlich. (Zusammen mit den 2–4 % leicht entzündlichen Ölen in den grünen Zweigen bildet er ein hohes Brandrisiko – vor allem in den heißen Sommermonaten.)

Alban Eiler – das heilige Fest der Kelten. Hier hatte der Ginster eine besondere Bedeutung. Die Christianisierung nutzte eine weitere Gelegenheit, Bäume und Pflanzen zu diffamieren: die Dornenkrone. Alles was Dornen und Stacheln hatte, wurde als teuflisch gebrandmarkt: neben der Stechpalme: Weißdorn, Schwarzdorn, Stechginster, Wildrosen, ...
Ein Brauch blieb: Man färbte die Eier mit Naturprodukten wie Zwiebelschalen, Blauholz, gefärbten Stoffetzen und Stechginster.
Die Zeiten der Futtertröge, in denen man dem Vieh Heidepflanzen zu fressen gab, um dadurch reinere Milch mit einem »wilden« Naturduft zu erhalten, sind endgültig vorbei. Nur ein bretonischer Tanz erinnert noch an diesen alten Brauch: »ar piler lan«, der »Heideverwerter«. Heutzutage wird der Stechginster nicht mehr als Heilmittel verwendet. Dennoch bleibt diese Pflanze das Symbol von Derbheit und Poesie zugleich.

Interessanter Weise findet sich der Stechginster häufig in jenen Gegenden, die den Kelten zugeschrieben sind: Von Schottland bis hin zur Bretagne aber auch in Teilen Spaniens.
Er ist der 13. Baum des keltischen Ogham-Alphabets, dem auch der Ruf eines Allheilmittels zugesprochen wird. So wird er in den Wort-Oghams nach Morainn und Aenghus auch „Kraft/Gewand des Arztes“ genannt. Der Ginster heilt nicht nur in Bezug auf körperliche und seelische Krankheiten, er versteht es auch, Krankheiten auf magischer Ebene, die durch eventuell unachtsamen Gebrauch der magischen Fähigkeiten, eventuell durch Reisen in die Anderswelt - hier wieder der Bezug zur "Anderweltlichkeit" der 13 - entstanden sind, zu heilen. Er soll uns vor Unachtsamkeit warnen und bewahren.

Viele Gruße Cernunnos

Die Baum- und Strauchapotheke, Kosmos-Verlag
Die Heilpflanzenapotheke, Kosmos-Verlag
Vergessene Künste, John Seymour, Urania-Verlag
Der Heilige Hain, Christian Rätsch, AT-Verlag
Handbuch der Klostermedizin, Weltbild-Verlag
Blätter von Bäumen, Susanne Fischer-Rizzi, AT-Verlag
Eigene Recherchen und Erfahrungen im Laufe der letzten Jahrzehnte

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