wie ich ja schon an Samhain geschrieben hatte, sind hier noch viele keltisch-alemannische Bräuche am Leben.
So empfiehlt es sich in unserer Gegend, die nächsten drei Tage nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr allein hinaus zu gehen, es sei denn, man mag es wild.
Das Bärbele und die Klausen gehen um.
Das Bärbele-Treiben
Am 4. Dezember, an Barbara, findet im Allgäu, genauer gesagt, vor allem im Oberallgäu zwischen Sonthofen und Oberstdorf (bekannt u.a. durch WM und Skispringen) das Bärbele-Treiben statt. Rau geht es zu, sehr rau, wenn die Bärbele in ihrem „Häs“, bestehend aus alten Kleidern - vornehmlich von der Großmutter - mit Kopftuch, Masken, die an alemannische Masken der "Fasnet" erinnern und Ruten, durch die Straßen ziehen. Mitunter ist nicht jedes Bärbele ist unter der Verkleidung eine Frau, aber selbst die „Wiber“ schlagen deftig zu.
Mit Birkenreisern fegen sie vor dem Haus, fegen sie die Straßen von „Unrat“ und dem Bösen frei, und auch die Passanten, die dem Treiben zusehen, bekommen die Besen zu spüren.
Bärbele - von Barbara, die Wilde. Die wilde Frau, die Erdmutter. Die Göttin, die auch ihre Schattenseiten lebt. Das Bärbele huldigt dem Weibsein, auch dadurch, dass sie die Kleidung von Großmutter und Urgroßmutter trägt. Sie bestimmt selbst, sie ist stark, sinnlich.
Voll Sinnesfreude ist auch das Drumherum: Stände mit Glühwein und Bratwurst, und mit Küchle (Schmalzgebäck). Und nicht nur die Jugend setzt diese Sinnesfreunden in der Nacht fort ...
Ein anderer Brauch zu Barbara sind die Barbara-Zweige.
Auch wenn die Kirche diesen Brauch gerne wie viele andere für sich einnehmen möchte, ist er doch sehr viel älter:
Er geht auf die germanische Lebensrute zurück. Mit sprießenden Zweigen soll die Lebenskraft auf Kinder und weibliche Tiere übertragen werden. Ein anderer Hintergrund mag die Sehnsucht der Menschen nach dem Frühjahr sein, denn die Winter waren lang in ihrer dunklen Kälte. Wenn Barbarazweige bis Weihnachten blühen, verheißt dies Glück.
Geeignet sind Zweige von Kirsche, Apfel, Forsythie, Kastanie, Hasel (hatschi), Winterjasmin, Zaubernuss, Mandeln, Kastanie, Schlehe, Quitte.
Die Zweige werden schräg angeschnitten, dickere noch der Länge nach einschneiden (bitte NICHT klopfen, zerstört die Leitungsbahnen) und in zimmerwarmes Wasser gestellt. Sie können auch nach dem Schnitt über Nacht zur Gänze in lauwarmen Wasser eingeweicht werden. Die Zweige gelegentlich übersprühen, zwischendurch mal das Wasser wechseln und schon ist zu Weihnachten das neue Leben im Haus.
Grüne Grüße Brigid
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Wer Schmetterlinge liebt, muss mit Raupen leben können.
eigentlich wollte ich euch hier noch mehr zum Klausentreiben schreiben.
Doch leider wird es nichts, ich muss mich für ein paar Tage rar machen – nein, ich bin nicht auf der Flucht vorm Bärbele und vor den Klausen und auch nicht beim Klöckla (Klöcklen). Und leider habe ich auch keine so schönen Fotos, wie sie hier zu finden sind:
vielen Dank für den interessanten Beitrag (da bekommt man direkt Lust dem Treiben beizuwohnnen) und die tollen Links. Bin schon auf weiteres Brauchtum aus Deiner Region gespannt
Liebe Grüße Ansuz
"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man die Dunkelheit erforscht." (CG Jung)
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