Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 431 mal aufgerufen
 Das Bücherforum
Huelga Offline

Rabe
Beiträge: 78


10.12.2006 14:31
eBook "Bruder Eiche, Schwester Linde" Zitat · antworten

Hallo zusammen,

durch Zufall fand ich auf der Seite http://www.baumkunde.de/ besagtes eBook als PDF zum kostenlosen Download (5,1MB, nichts für langsame Modem-Verbindungen). U.a. wird jeder der 24 Runen des älteren FUTHARK ein einheimischer Baum zugeordnet. Es bietet sehr interessante Anregungen. Dazu hat es eine Qualität, die ich an Büchern am höchsten schätze: Die Zuordnungen werden nicht als unverrückbare Wahrheiten hingestellt, sondern der Autor ermuntert jeden, sich seine eigenen Gedanken zu machen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Zum Einstimmen und für alle, die es nicht herunterladen können, hier das Gedicht "Baum des Lebens" des Verfassers Wilfried Fink von http://www.friedensrad.de/ . Der Autor hat seine Zustimmung zur Veröffentlichung in diesem Forum gegeben.

Viele Grüße
Huelga


Baum des Lebens
(von unten nach oben lesen)

Oh Baum des Lebens - wir sind wunderbar.
Kraftvoll miteinander, im Herzen klar,
So wird der Kopf frei für neues Walten.
Am Stammbaum kann jeder innehalten,

Und Birken lassen uns Schöpfung loben.
Ebereschen lach'n humorvoll wieder,
Eschen verbinden unten und oben,
Die Weiden beugen sich schützend nieder,

Und Erlen ahnen den Nebel der Zeit...
Hainbuchen vermitteln ein neues Ziel,
Die Eiche - Sinnbild für Beharrlichkeit,
Die Stechpalmen mahnen zum Mitgefühl,

Und Kiefern spiegeln unsere Unschuld.
Der Apfel aus dem Paradiese stammt,
Die Ulmen sind selten und voll Geduld,
Buchenstäbe bedeuten Toleranz,

Und die Hasel raunt das Lied der Erde.
Der Weißdorn das Herz von Lähmung befreit,
Der Holunder zeugt vom Stirb-und-Werde,
Die Tanne hilft uns in der Dunkelheit,

Und Kastanien sind ein Friedenslicht.
Ein Wachholderhain schenkt Geborgenheit,
Die Zitterpappel steht für Zuversicht,
In der Eibe finden wir Ewigkeit,

Und die Lärche gibt uns Selbstvertrauen.
Die Walnuß macht Mut für den Neubeginn,
Die Linde öffnet das Herz zu schauen,
Am Anfang lehrt der Ahorn das ICH BIN,

Heilige Säule - welch ein Himmelstor.
Wirbel für Wirbel richt' ich mich empor,
Ich spür dich in mir - bist nicht nur Traum.
Die Kraft der Ahnen lebt im Weltenbaum;

Cernunnos Offline

Besucher
Beiträge: 58

10.12.2006 19:28
#2 RE: eBook "Bruder Eiche, Schwester Linde" Zitat · antworten
Liebe Huelga,

das ist eine ganz tolle Seite und das Gedicht ist wunderschön. Dankeschön.
Es erinnert mich ein bißchen an ein anderes was ich Euch hineinkopieren werde.

Der Autor ist tot darum kann ich nicht mehr fragen ob es ihm recht ist. "Cad Goddeu" heißt es und soll vom walisischen Barden Taliesin stammen.

Das Gedicht orientiert sich am keltischen Urmythos und zeigt sehr schöne Pflanzenrituale der damaligen Zeit. Es berichtet unter anderem Gwyddyon die Inselbretonen vor einer Niederlage bewahrt indem er sie in Bäume und Sträucher verwandelt und sie sie siegen.

Seht, die Wipfel der Buche
haben gerade Knospen geschlagen
wirken verändert, so jung...
frei von ihrem welken Sein

Seht weiter, die Buche lebt wohl,
Trotz aller Flüche und Litanei
und die Eichen verbinden einander
es ist wieder Hoffnung für Bäume

Ich erkundete den alten Farn
um Wissen zu ergründen
doch der Alte Math ap Mathonwy
war noch viel weiser als ich...

Doch mit neun guten Gaben
hat das Göttliche mich gesegnet
Als die Frucht unter den Früchten
geboren von neun Bäumen

Pflaume, Quitte, Heidelbeere, Maulbeere,
Himbeere und Birne
Schwarze und weiße Kirsche
und die Elsbeere (oder Eberesche) sind ein Teil meiner Selbst
Von meiner Feste in Fefynedd,
der so stark bewehrten Stadt,
sah ich die Bäume und Sträucher
hinfort eilen irgendwohin

Bescheiden vor dem Glück
wurden sie von Gott gegeben
in die Form der Buchstaben
unseres Alphabets...

Wanderer staunten nicht schlecht,
Krieger wurden aufgeschreckt
über die Rückkkehr des Krieges
von Gwydion wohl geplant

Unter der Zungenwurzel tobt
ein höchst schrecklicher Kampf
und ein anderer gibt nimmer Ruh.
hoch droben im hinteren Kopf

Doch die Erlen waren in der ersten Reihe,
beginnen mit dem Gemetzel
Weide und Eberesche
treten verspätet in die Schlachtreihe.
Die Steineiche, so dunkelgrün,
Hält entschlossen stand,
ist doch bewaffnet mit vielen Speerspitzen
die verwunden die törichte Hand

Unter den stampfenden Füßen der raschen Eiche
dröhnen nun Himmel, Hölle und Erde
Mannhafter Hüter der Pforte,
so heißt ihr Name in allen Sprachen

Groß ist der Stechginster in der Schlacht
und der Efeu streut giftige Blüte,
der Haselstrach ist der Richter
in einer verzauberten Zeit.

Ungestüm und so wild bleibt die Tanne,
Grausam gar der Eschenstamm,
weicht doch keinen Fuß beiseite
und zielt direkt auf das Herz.

Die Birke, zwar sehr edel,
wappnet sich dennoch erst spät:
Dies ist zwar keinerlei Feigheit
sondern zeigt hohen Stand...

Das Heidekraut spendet doch Trost
dem erschöpften Volke im Kampf
und die nimmermüden Pappeln
brechen oft in der endlosen Schlacht.

Etliche werden so verworfen
auf dem Felde der Ehre
auch wegen der Breschen, die ihnen
des Feindes große Macht schlägt

Und so zürt allen der Weinstock,
dessen Knappen die Ulmen sind.
Ich Unwürdiger preise sie vor allen
den Herrschern der Reiche.

Starke Häuptlinge sind der Schwarzdorn
dessen üble Frucht tötet
und der unbeliebte (Bruder) Weißdorn
in seiner ähnlichen Brünne....

Das rasche Feinde verfolgende Schilf
und der Besenginster mit seiner Brut
samt dem Stechginster benehmen sich wüst,
biss sie gezähmt waren

Gaben verschenkt die edle Eibe
und steht finster am Rande der Schlacht
und der Holunder brennt nur langsam
in sengenden Feuern des Feindes zur Nacht

Voller Segen bleibt immer der wilde Apfel
lachend vor Stärke und Stolz
geboren aus dem Gorchan des Maeldrew
neben der felsigen Wand.

Und im Verborgenen blühen
Liguster und Geißblatt,
noch Laien in der Schlacht
bewacht von der ritterlichen Kiefer....

Aber ich, wenngleich von allen verachtet,
weil ich nimmer groß war
ich kämpfe ihr Bäume, in Euren Reihen
auf dem Feld von Goddeu Brig.

Liebe Grüße Cernunnos

 Sprung  

Dieses Forum ist Teil der Internetpräsenz www.rabenbaum.com.
Sollten Sie Fragen, oder Anmerkungen zu unserem Forum haben,
dann beantworten wir Ihnen diese gern telefonisch oder per E-Mail.
Sie finden unser Impressum unter anderem unter www.rabenbaum.com

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor